Die Kritik
von TribunKurze Durchsage von mir – eurem Tribun.
Seit 2020 hab ich diese Seite aufgebaut. Erst als Hobby, dann wurde es immer größer. Über 1.500 Reviews, eine wachsende Community, und irgendwann der Punkt, an dem ich ehrlich zu mir selbst sein muss.
Die letzten Monate waren voll. Beruflich hat sich einiges geändert, und privat will ich mehr Zeit für meine Frau, meine Tochter und meinen Enkel haben. Wer mich kennt, weiß: Familie geht vor. War schon immer so, wird immer so sein. Und 1.500+ Reviews in fünf Jahren – das geht nicht spurlos an einem vorbei.
Was ich nicht will
WatchGuide sterben lassen. Dafür steckt zu viel Herzblut drin. Zu viele Nächte, in denen ich nach dem Kinobesuch noch bis 2 Uhr morgens an einem Review gesessen hab. Zu viele von euch, die mir geschrieben haben, dass sie wegen einer Empfehlung von mir ins Kino gegangen sind. Das lässt man nicht einfach einschlafen.
Wie alles begann
Februar 2023, Berlinale. Ich saß in der Pause zwischen zwei Screenings im Café und kam mit Stefan ins Gespräch. Er war mit seiner Frau Anke da – die beiden sind filmverrückt, aber auf komplett verschiedene Arten. Stefan analysiert jeden Shot, Anke fühlt jeden Frame. Tom, Stefans jüngerer Cousin, war auch dabei und hat mir erstmal erklärt, warum Everything Everywhere All At Once eigentlich ein Anime ist.
Wir haben den ganzen Abend über Filme geredet. Und am nächsten Tag wieder. Und am übernächsten. Irgendwann fiel der Satz: „Warum machen wir das nicht zusammen?“
Seitdem haben wir das vorbereitet. Und jetzt ist es soweit.
Der Kinokreis
Ab heute übernimmt der WatchGuide Kinokreis die neuen Reviews. Vier Leute aus Köln-Ehrenfeld, die jeden Donnerstag zusammen ins Kino gehen und danach stundenlang darüber streiten, ob der Film gut war.
Stefan Schneider (48) – „FilmSchneider“
Chefredakteur. Drama, Thriller, Biopic, Krimi. Stefan seziert Filme wie andere Leute Uhren auseinandernehmen – präzise, geduldig, und am Ende weiß er genau, wo es hakt. Wenn Stefan sagt „Der Film funktioniert“, dann funktioniert er.
Anke Schneider, geb. Larsen (44) – „NordNoir“
Horror, Indie, A24, Mystery. Anke ist halb Dänin und hat einen sechsten Sinn für Atmosphäre. Sie spürt, ob ein Horrorfilm wirklich unter die Haut geht oder nur billige Jump Scares abfeuert. Ihre Reviews liest man am besten bei gedimmtem Licht.
Tom Petersen (28) – „CineTom“
SciFi, Fantasy, Anime, Action. Tom ist der Jüngste und bringt die Perspektive einer Generation mit, die mit YouTube-Essays und Letterboxd aufgewachsen ist. Seine Reviews sind wie Video-Essays zum Lesen – und nein, er entschuldigt sich nicht für seinen Anime-Geschmack.
Jutta Schneider (67) – „Lichtspiel“
Klassiker, Arthouse, deutscher Film. Stefans Mutter schreibt 1-2 Reviews pro Monat als Gast-Autorin. Jutta hat Fassbinder im Kino gesehen, als der noch lebte. Wenn sie über einen Film schreibt, klingt das wie Literatur – und das ist kein Zufall.
Was sich ändert
- Vier verschiedene Stimmen statt einer. Mehr Perspektiven, mehr Genres, mehr Tiefe.
- Gleiche Qualität. Ehrlich, unabhängig, keine gesponserten Reviews.
- Kinokreis-Picks im Kinokalender – Stefan kuratiert ab jetzt.
- Regelmäßiger. Mehr Reviews pro Monat, weil sie zu viert sind.
Was bleibt
- Alle bisherigen Reviews bleiben online – genau so, wie sie sind. Meine 1.593 Reviews, meine Stimme, meine Bewertungen. Da ändert sich nichts.
- Das 10-Punkte-Bewertungssystem bleibt.
- WatchGuide bleibt werbefrei und unabhängig.
- Die Community bleibt das Herz der Seite.
- Meine Social-Media-Accounts bleiben aktiv – ihr erreicht mich weiterhin.
Und ich?
Ich zieh mich aus der Redaktion zurück, aber nicht von WatchGuide. Im Hintergrund kümmere ich mich weiter um Technik, Server und neue Features. Und wenn ein Film kommt, zu dem ich unbedingt was sagen muss – dann schreib ich halt trotzdem. Aber die regelmäßigen Reviews? Das machen jetzt die vier. Und ehrlich: Die können das besser als ich alleine.
Ich will mehr Zeit mit meiner Familie. Mein Enkel wächst schneller als Marvel Filme rausgebracht werden, und das will ich nicht verpassen. WatchGuide war immer ein Projekt aus Leidenschaft, und die verschwindet nicht. Sie verteilt sich nur auf mehr Schultern – und ich hab plötzlich wieder Hände frei für die wichtigen Dinge.
Gebt dem Kinokreis eine Chance. Ich bin mir sicher, ihr werdet sie mögen.
– Euer Tribun
PS: Stefan meinte, ich soll noch erwähnen, dass er bei den Kinokalender-Picks jetzt das Sagen hat (schaffe die technische Änderung aber erst nächste Woche). Hab ich hiermit gemacht. Viel Spaß damit, FilmSchneider.
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