Im idyllischen englischen Umland treffen sich vier Rentner regelmäßig, um ungelöste Mordfälle zu diskutieren. Die selbsternannte „Thursday Murder Club“-Gruppe besteht aus ehemaligen Profis mit spannender Vergangenheit – eine Polizistin, ein Spion, eine Krankenschwester und ein Gewerkschafter. Was als harmloses Hobby beginnt, wird plötzlich bitterer Ernst, als in ihrem Umfeld tatsächlich ein Mord geschieht. Die vier Freunde beschließen, den Fall selbst in die Hand zu nehmen. Dabei nutzen sie ihre Erfahrungen, Kontakte und ihren ganz eigenen Humor, um den Ermittlern stets einen Schritt voraus zu sein. Während sie Spuren verfolgen und Verdächtige befragen, kommen Geheimnisse ans Licht, die niemand erwartet hätte. Zwischen trockenem britischen Humor und cleverer Deduktion wachsen die Senioren über sich hinaus. Doch je tiefer sie graben, desto gefährlicher wird die Lage für sie selbst. Schließlich entlarven sie ein Netz aus Intrigen, das viel größer ist, als es zunächst den Anschein hatte. Am Ende beweisen sie, dass Alter kein Hindernis für messerscharfen Verstand und Mut ist.
„Thursday Murder Club“ fühlt sich an wie eine charmante Mischung aus Krimi und Altersweisheit. Der Vergleich mit „R.E.D.“ ist treffend, denn auch hier hat man das Gefühl, dass das Alter der Figuren nicht das Ende bedeutet, sondern der Anfang von etwas richtig Unterhaltsamem. Die Besetzung ist ein Volltreffer: Leinwandveteranen, die sichtlich Spaß an ihren Rollen haben, tragen den Film mit spürbarer Leichtigkeit. Es macht Freude, die alten Hasen in Aktion zu sehen, wie sie mit Witz, Cleverness und subtiler Ironie den Fall angehen. Gleichzeitig ist es ein Film, der die Figuren nie ins Lächerliche zieht, sondern ihre Lebenserfahrung respektiert und charmant einbindet. Manche Szenen nehmen sich jedoch ein Stück zu ernst und wirken dadurch etwas schwerfälliger, als es dem Ton des Films guttun würde. Gerade da, wo mehr Leichtigkeit erwartet wird, bremst sich die Handlung selbst aus. Trotzdem schafft es der Film, einen gelungenen Spagat zwischen Humor und Spannung zu vollziehen. Man merkt, dass hier kein typischer Krimi abgespult wird, sondern ein liebevoller Ensemble-Film. Der Humor ist angenehm trocken und typisch britisch, was für viele Lacher sorgt. Besonders stark sind die Dialoge, die clever geschrieben sind und das Publikum immer wieder zum Schmunzeln bringen. Die Chemie der Hauptdarsteller ist spürbar und macht jede Szene lebendig. Trotz kleiner Längen bleibt der Film insgesamt unterhaltsam. Er bietet genug Wendungen, um das Interesse wachzuhalten, ohne sich in übertriebenen Twists zu verlieren. Das Setting – ein beschauliches Seniorenheim – ist originell und hebt sich von klassischen Krimis ab. Die Mischung aus gemütlicher Atmosphäre und mörderischer Spannung erzeugt einen reizvollen Kontrast. Man merkt, dass hier mit Herz und Spaß am Genre gearbeitet wurde. Selbst wenn nicht jede Szene perfekt sitzt, überwiegt der Charme deutlich. So ist „Thursday Murder Club“ eine angenehm frische Abwechslung im sonst oft ernsten Krimi-Genre. Ein Film, der beweist, dass auch ältere Helden noch richtig glänzen können.
WhiskyTom
"Thursday Murder Club" überzeugt mit Charme, Humor und einer wunderbar aufgelegten Besetzung. Kleine Schwächen durch übertriebene Ernsthaftigkeit mindern den Spaß nur leicht. Mit 7 von 10 ist es ein rundum gelungener, aber nicht makelloser Genre-Beitrag.
0 Kommentare