Diesmal verschlägt es uns weit weg von der staubigen Wüste Nevadas auf eine tropische Insel – und damit mitten hinein in das letzte große Kapitel der Tremors-Saga.
Ein reicher Großwildjäger namens Bill (gespielt von Richard Brake) hat die legendären Graboiden gentechnisch modifiziert und auf seiner privaten Insel freigesetzt.
Seine Idee: den Superwürmern eine neue Bühne zu geben – als Jagdobjekt für Adrenalinjunkies mit zu viel Geld.
Doch was als dekadente Safari beginnt, wird schnell zum Albtraum.
Die neuen Kreaturen, schneller und intelligenter als je zuvor, brechen aus und verwandeln das Paradadies in eine Todesfalle.
Hier kommt natürlich Burt Gummer ins Spiel, der alte Monsterjäger, der längst im Ruhestand ist, irgendwo fernab der Zivilisation, mit Bart, Hut und scharfer Zunge.
Michael Gross schlüpft erneut mit spürbarem Vergnügen in seine Kultrolle – diesmal gealtert, grimmiger, aber kein bisschen leiser.
Er wird von Jas, einer Forscherin aus dem ursprünglichen Tremors-Team, gebeten, die Jagd zu übernehmen, bevor sie völlig außer Kontrolle gerät.
Und obwohl er keine Lust mehr auf Heldenrollen hat, zieht ihn das Schicksal (und eine ordentliche Portion Ego) wieder mitten ins Getümmel.
Von hier an ist klar: Das wird kein ruhiger Lebensabend.
Der Film wechselt das Setting von staubigem Sand zu feucht-heißem Dschungel – und das tut der Reihe gut.
Die Insel bietet neue Möglichkeiten für Spannung, Fallen und Monsterjagden, die an Predator erinnern.
Die Kombination aus tropischer Hitze, schwer bewaffneten Söldnern und unsichtbarer Bedrohung funktioniert erstaunlich gut.
Regisseur Don Michael Paul zitiert mit sichtbarem Augenzwinkern Blockbuster-Vorbilder wie Jurassic Park und Predator, ohne den typischen Tremors-Humor zu vergessen.
Man spürt, dass das Team genau weiß, was es da macht: Trash mit Stolz.
Die Actionsequenzen sind deutlich dynamischer als im Vorgänger A Cold Day in Hell.
Explosionen, Fallen, brüllende Mutanten – hier darf wieder überdreht werden.
Dabei bleibt der Film charmant bodenständig, weil er nie vergisst, was Tremors immer war: eine Hommage an handgemachten Monsterunsinn.
Die Graboiden und Shrieker sehen tatsächlich besser aus als erwartet – CGI mischt sich passabel mit praktischen Effekten.
Und obwohl das Budget überschaubar bleibt, nutzt man jeden Dollar sichtbar.
Das Drehbuch ist simpel, aber treffsicher.
Die Gruppe auf der Insel ist eine bunte Mischung aus Jägern, Wissenschaftlern und Zynikern, die alle auf ihre Weise mit dem drohenden Untergang umgehen.
Burt bleibt der Dreh- und Angelpunkt – bissig, clever, eigenwillig wie eh und je.
Er motzt, flucht und schießt sich durch den Dschungel, als wäre er nie weg gewesen.
Seine Oneliner sitzen und bringen das Publikum genauso oft zum Lachen wie die Monster zum Schreien.
Interessant ist, wie der Film es schafft, gleichzeitig nostalgisch und modern zu wirken.
Er zitiert die alten Teile, ohne sie zu kopieren.
Das Tempo ist höher, der Ton härter, aber der Charme bleibt.
Besonders das Finale – ein Mix aus Spannung, Chaos und überraschend viel Emotion – zeigt, dass Tremors trotz aller Albernheit auch Herz hat.
Denn zum ersten Mal seit langem fühlt sich das Ende nach Abschied an.
Burt Gummer bekommt hier seinen Heldenmoment – rau, tragisch und doch passend.
Er verschwindet so, wie er gelebt hat: mit Sprengstoff, Schweiß und einem trockenen Spruch.
Diese Szene hat tatsächlich Gewicht, weil Michael Gross der Reihe über 30 Jahre lang treu geblieben ist.
Das Franchise verdankt ihm alles, und der Film weiß das.
Der Moment, in dem man realisiert, dass dies wirklich das Ende ist, hat etwas Rührendes – vor allem, weil es ohne Pathos funktioniert.
Tremors: Shrieker Island ist kein großes Kino, aber ehrliches Entertainment.
Er will nichts anderes sein als das, was er ist: eine letzte, laute, humorvolle Monsterjagd mit bekannten Gesichtern und einem Augenzwinkern.
Dass der Humor hier wieder etwas stärker zurückkehrt als im sechsten Teil, tut enorm gut.
Der Film nimmt sich selbst nicht zu ernst, gönnt aber seinen Figuren Würde und Abschied.
Und das ist genau die richtige Mischung, um eine Reihe zu beenden, die immer zwischen Trash und Kult balancierte.
Am Ende bleibt ein Grinsen, ein wenig Nostalgie und die Gewissheit, dass man Burt Gummer so schnell nicht vergisst.
Tremors 7 hat tatsächlich geschafft, was kaum jemand erwartet hätte: noch einmal richtig Spaß zu machen.
Vielleicht, weil es aufhört, bevor es endgültig ermüdet.
Vielleicht, weil es genau weiß, wer es ist.
Und vielleicht, weil man nach all den Jahren einfach gelernt hat, diesen Wahnsinn zu lieben.
WhiskyTom
Tremors: Shrieker Island bleibt ein unterhaltsamer, aber klar trashiger Abschluss der Reihe. Michael Gross liefert eine gewohnt starke Performance ab, die dem Film viel Charme verleiht. Das tropische Setting sorgt für frischen Wind, auch wenn nicht alle Ideen zünden. Viele Momente machen Spaß, doch die Qualität bleibt schwankend. Der Film ist deutlich besser als Teil 6, erreicht aber nie die Magie der frühen Reihe.
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