Countdown zum Serienstart
VisionQuest: Drei Tote, acht Folgen und Ultron als Stimme im Kopf ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald die Serie nach dem Start verfĂŒgbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von CineTomAm 14. Oktober 2026 startet VisionQuest auf Disney+, in Deutschland ab etwa neun Uhr morgens, und Marvel holt dafĂŒr in acht Folgen gleich drei Figuren zurĂŒck, die im Kanon eigentlich erledigt waren.
Paul Bettany als Vision. James Spader als Ultron. Und ein junger Mann, der Wandas Sohn sein soll. Ich freue mich und bin misstrauisch, und beides hat exakt denselben Grund.
Drei Tote und ein Kopfgeld
Rechnen wir kurz nach. Vision stirbt 2018 in Avengers: Infinity War, als Thanos ihm den Gedankenstein aus der Stirn reiĂt. Ultron wird 2015 in Avengers: Age of Ultron zerlegt, ausgerechnet von Vision selbst. Und Tommy Maximoff löst sich 2021 auf, als in WandaVision nach neun Folgen der Hex zusammenbricht. Drei AbgĂ€nge, drei RĂŒckkehrer, eine Serie.
Genau da liegt mein Problem. Eine Welt, die ihre eigenen Regeln fĂŒr die Bequemlichkeit des Plots aufweicht, verliert mich schneller als jedes schlechte CGI. Marvel hat sich mit den Steinen, dem Hex und der Multiversums-Ausrede ĂŒber Jahre ein Werkzeug gebaut, mit dem sich jeder Tod aufheben lĂ€sst. Wenn VisionQuest drei davon gleichzeitig benutzt und keinen erklĂ€rt, ist die Serie ein hĂŒbsches Nichts.
Die offizielle PrĂ€misse klingt allerdings so, als wĂŒssten sie das: Vision ist neu gestartet, auf der Flucht vor Leuten, die ihn zur Waffe machen wollen, mit einem Kopfgeld auf dem Kopf. Er sucht Bedeutung und befragt dafĂŒr die KI-Persönlichkeiten, die in seiner eigenen Programmierung stecken. Ultron gehört dazu. Das ist kein Ausweichmanöver, das ist die Rechnung selbst.
Terry Matalas. Der Name ist die eigentliche Nachricht.
Matalas hat 2023 die dritte Staffel von Star Trek: Picard verantwortet und damit ein Franchise sortiert, das sich zwei Staffeln lang selbst im Weg stand. Davor lief bei ihm von 2015 bis 2018 die Serie 12 Monkeys, deren ganze Existenz an sauberer Zeitreise-Logik hing. Bei VisionQuest ist er Showrunner, Autor, Produzent und fĂŒhrt bei mehreren Folgen selbst Regie.
Das ist die Personalie, die mich hoffen lĂ€sst. Matalas ist einer der wenigen Serienmacher, die KontinuitĂ€t als Handwerk behandeln und nicht als FuĂnote fĂŒr Fans. Ăber seine Arbeitsweise sagte er, es gebe viele verschiedene Wege, eine Geschichte innerhalb des Kanons zu erzĂ€hlen. Ein Satz, den man von Marvel-Produktionen der letzten Jahre selten gehört hat.
Er bringt auĂerdem seine Leute mit. Todd Stashwick, bei Picard der Captain Liam Shaw und schon bei 12 Monkeys dabei, spielt hier den KopfgeldjĂ€ger Paladin. Regie fĂŒhren unter anderem Vincenzo Natali, von dem Cube stammt und Splice, dazu Gandja Monteiro und Christopher J. Byrne. Die Musik kommt von Mick Giacchino.
Was der Trailer zeigt
Der erste Trailer lief im August 2026 auf der D23, Bettany und Spader haben ihn selbst vorgestellt. Vision arbeitet darin als unauffÀlliger Angestellter in einem britischen Pub. In den Tresen ist ein Herz geritzt, darin die Buchstaben W und V. Danach geht es in seinen eigenen Kopf, und dort stehen die KIs als Projektionen herum.
Der Satz, an dem der ganze Trailer hĂ€ngt, kommt von Vision selbst: „I was an Avenger, but I’m not a hero anymore.“ Also: Ich war ein Avenger, aber ein Held bin ich nicht mehr. Dann eröffnet ihm Ultron, dass er einen Sohn hat. Ende. FĂŒr einen Teaser ist das erstaunlich wenig Action und erstaunlich viel Figur.
Und hier die Grenze meiner Vorfreude, ehrlich benannt: Ich habe fĂŒr Ultrons RĂŒckkehr keine ErklĂ€rung gefunden. Kein Trailer-Bild, keine Zeile in der offiziellen Inhaltsangabe. FĂŒr Tommy liefert das Ende von Agatha All Along immerhin eine Mechanik, sein Bruder Billy hat die Seele in einen anderen Körper gesetzt. FĂŒr Ultron gibt es bisher gar nichts. Bis Folge eins lĂ€uft, ist das der offene Posten.
Spader.
James Spader war 2015 der beste Teil eines Films, der sonst unter seiner eigenen Last einknickte. Seine Stimme trĂ€gt eine Bosheit, die kein Rendering hinbekommt, und Age of Ultron hat ihn nach 141 Minuten zu frĂŒh weggerĂ€umt. Dass er jetzt acht Folgen lang Zeit bekommt, ist der Grund, warum ich diese Serie ĂŒberhaupt anschaue.
Matalas hat das Zusammenspiel der beiden ziemlich unverblĂŒmt beschrieben. Die Serie sei, wenn man Bettany und Spader möge, im Grunde ein Auslieferungssystem fĂŒr genau diese zwei. Bettany wiederum sagte, Marvel werde immer dann belohnt, wenn das Studio richtig groĂe SchwĂŒnge wage. Beide SĂ€tze deuten in dieselbe Richtung: Das hier soll keine FĂŒllserie zwischen zwei Kinofilmen werden.
Die Besetzungsliste liest sich wie ein Klassentreffen der Marvel-KIs
Hier wird es fĂŒr Leute mit Kanon-GedĂ€chtnis interessant. Bettany selbst hat J.A.R.V.I.S. ab Iron Man 2008 gesprochen, bevor er 2015 zu Vision wurde. In VisionQuest spielt James D’Arcy den J.A.R.V.I.S., und D’Arcy war von 2015 bis 2016 in Agent Carter der menschliche Edwin Jarvis, nach dem Tony Stark seine KI benannt hat. Der Mann spielt also den Namensgeber der Figur, die der Hauptdarsteller frĂŒher gesprochen hat.
- Paul Bettany als Vision, seit 2015 in der Rolle und davor sieben Jahre lang nur eine Stimme
- James Spader als Ultron. Muss ich nichts zu sagen.
- Ruaridh Mollica spielt Thomas Shepherd, den erwachsenen Tommy Maximoff. Schottischer Schauspieler, bislang kaum bekannt, und damit die riskanteste Besetzung der Serie.
- Todd Stashwick als Paladin, ein KopfgeldjÀger mit unklarer Moral
- James D’Arcy: J.A.R.V.I.S. Zehn Jahre nach Agent Carter, andere Figur, gleicher Name.
- T’Nia Miller als Jocasta, in den Comics Ultrons Roboterschöpfung
- Emily Hampshire als E.D.I.T.H. Die Brillen-KI war zuletzt 2019 in Spider-Man: Far From Home zu sehen.
- Orla Brady als F.R.I.D.A.Y., Starks Assistenz-KI ab 2015
- Faran Tahir als Raza. Der Zehn-Ringe-AnfĂŒhrer aus Iron Man von 2008. Achtzehn Jahre spĂ€ter.
- Henry Lewis und Jonathan Sayer als D.U.M.-E und U, die beiden Werkstattroboter
- Lauren Morais als Lisa Molinari, dazu Diane Morgan und Polly Frame
- Mary McDonnell steht in der Besetzung, ihre Rolle ist bis heute nicht verraten
Acht Monate Pinewood, Arbeitstitel Tin Man
Gedreht wurde von MĂ€rz bis August 2025 in den Pinewood Studios bei London, unter dem Tarnnamen Tin Man. Die Zahl der Folgen hat der Szenenbildner Will Hughes-Jones auf seiner eigenen Seite ausgeplaudert, bevor Marvel sie bestĂ€tigte: acht. FĂŒr eine Marvel-Serie ist das der obere Rand, WandaVision und Agatha All Along hatten je neun.
Ein halbes Jahr Studiodreh an einem festen Ort ist bei diesem Studio eine Ansage. Die schwÀcheren Disney-Plus-Produktionen der vergangenen Jahre sahen oft danach aus, als hÀtte man Kulisse durch Volume-WÀnde ersetzt und gehofft, dass es keiner merkt. Ob das hier anders ist, zeigt sich am Licht auf Bettanys Gesicht, nicht an der Drehdauer. Aber der Plan klingt erst mal solide.
Wo das Ganze im Zeitstrahl hÀngt
VisionQuest schlieĂt eine Trilogie ab, die 2021 mit WandaVision begann und 2024 mit Agatha All Along weiterlief. Matalas hat bestĂ€tigt, dass die Serie direkt an das Ende von WandaVision anknĂŒpft. Wer die genaue Einordnung braucht: Unsere Ăbersicht aller Marvel-Filme in chronologischer Reihenfolge sortiert das groĂe Bild.
FĂŒr den Einstieg reicht WandaVision. Wer danach noch Lust hat, nimmt Loki fĂŒr das GefĂŒhl dafĂŒr, wie viel Spielraum sich Marvel bei Tod und Wiederkehr inzwischen nimmt, und Avengers: Endgame fĂŒr den Zustand, in dem die Welt danach war. Weitere Serien dieser Machart stehen in unserem Bereich Science-Fiction-Serien.
Quellen zum Nachlesen: die ProduktionsĂŒbersicht bei Wikipedia fĂŒhrt Drehzeitraum, Regie und Besetzung, und TVLine beschreibt den D23-Trailer Einstellung fĂŒr Einstellung.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungIch war ein Avenger, aber ein Held bin ich nicht mehr.â vorab eingeschĂ€tzt von CineTom
â Darauf freuen wir uns
- Spader und Bettany acht Folgen lang
- Terry Matalas nimmt Kanon als Handwerk
- Ein halbes Jahr echter Studiodreh in Pinewood
- Der Trailer setzt auf Figur statt auf Krawall
â Das macht uns nervös
- Drei Wiederauferstehungen auf einmal, eine davon unerklÀrt
- Marvel-Serien knicken zuletzt oft im letzten Drittel ein
- Ruaridh Mollica muss als Tommy sofort tragen
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