Vom 4. bis 8. November 2026 laufen in Lübeck die 68. Nordischen Filmtage. Die meisten Hauptvorführungen sind in der CineStar Stadthalle an der Mühlenbrücke, gezeigt werden ausschließlich Filme aus Nord- und Nordosteuropa, von Dänemark und Island über Lettland bis Sápmi. Eröffnet wird mit dem lettischen Spielfilm „Ulya“, das komplette Programm erscheint am 13. Oktober.
Was sind die Nordischen Filmtage Lübeck und wann finden sie 2026 statt?
Die Nordischen Filmtage Lübeck sind ein Publikumsfestival für Kino aus Skandinavien, dem Baltikum und Sápmi, das es seit 1956 gibt und das die Hansestadt Lübeck veranstaltet. Die 68. Ausgabe läuft vom 4. bis 8. November 2026, vor allem in der CineStar Stadthalle. Der WatchGuide-Tipp: Der Vorverkauf startet am 24. Oktober um 15 Uhr, zunächst nur online.
Was steht im Programm 2026 schon fest?
Eröffnung: Am 4. November läuft „Ulya“ von Viesturs Kairišs als Deutschlandpremiere, ein Schwarzweißfilm über die lettische Basketballspielerin Uļjana Semjonova. Er ist Lettlands Oscar-Einreichung und hatte seine Weltpremiere in Cannes in der Reihe „Un Certain Regard“. Mitglieder des Filmteams werden erwartet.
Ehrenpreis und Hommage: Den Ehrenpreis bekommt Anne Lajla Utsi, Leiterin des International Sámi Film Institute, die Laudatio hält Nils Gaup. Utsi hat fünf Filme zur Geschichte des Sámi-Kinos ausgesucht, darunter Gaups „Pathfinder“ (1987) mit Publikumsgespräch, „Das Mädchen aus dem Norden“ (2016) und „Je’vida“ (2023), den ersten Spielfilm in Skolt-Sámi. Am 5. November gibt es im Museum für Natur und Umwelt ein Gespräch über Sámi-Kulturgüter in den Lübecker Sammlungen, Eintritt frei.
Retrospektive: Zum 125. Jubiläum der „Buddenbrooks“ laufen unter dem Titel „Buddenbrooks p:reloaded“ elf Filme. Die erste Verfilmung von 1923 kommt in der farbig restaurierten Fassung mit Live-Musik von Studierenden der Musikhochschule Lübeck, „Die Schande der Orlygssons“ (1920) mit neuer Filmmusik, gespielt von der SinfoniaNord. Dazu kommt unter anderem „Fanny und Alexander“ (1982) von Ingmar Bergman.
Was beim Durchgehen auffällt: Stand 8. Oktober sind nur diese drei Bausteine bekannt, und beide Sonderreihen haben einen direkten Draht zu Lübeck: die Retrospektive über Thomas Mann, die Hommage über das Gespräch zu Sámi-Objekten in den städtischen Museen.
Welche Reihen und Wettbewerbe gibt es?
Zehn Sektionen: die Wettbewerbe für Spielfilme und Dokumentarfilme, dazu Nordic Shorts, Serien, Young Audience, Retrospektive, Hommage, Specials, das Filmforum mit Filmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Immersion 360° im InfinityDome, einer Kuppel auf dem Klingenberg. Vergeben werden elf Preise im Gesamtwert von 67.500 Euro, darunter ein Publikumspreis.
In welcher Sprache laufen die Filme?
Im Kinder- und Jugendprogramm laufen alle Filme im Original mit englischen Untertiteln, Filme, die für ein Publikum unter 14 Jahren empfohlen sind, werden zusätzlich live auf Deutsch eingesprochen. Das Filmforum zeigt überwiegend deutsche Originalfassungen. Ausgewählte Filme bekommen deutsche SDH-Untertitel. Eine allgemeine Regel für die Wettbewerbe nennt die Seite bisher nicht.
Was kosten die Tickets?
Eine Einzelkarte kostet 15 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Vor 18 Uhr und ab 21:30 Uhr sind es 11 Euro, ermäßigt 5,50 Euro. Die FAQ derselben Seite nennt für die Spätvorstellung abweichend 22 Uhr, beim Kauf also kurz auf den Preis schauen. Im Kinder- und Jugendprogramm zahlen Kinder und Jugendliche 3 Euro.
Kurz nachgerechnet: Der Pass „Spätschicht“ bringt fünf Leute für 44 Euro in eine Vorstellung ab 21:30 Uhr. Fünf Einzelkarten zu 11 Euro wären 55 Euro, eine Karte ist also frei. Studierende und Azubis unter 27 bekommen für 70 Euro den Pass „StuZubis“ mit bis zu zwei Kinofilmen am Tag plus Streaming.
Bezahlt wird nur bargeldlos. Rund 60 Prozent des Programms gibt es vom 4. bis 15. November auch im Stream, nur in Deutschland, für 9 Euro pro Langfilm. Und mit einer Kinokarte des Festivals gibt es im ganzen November 20 Prozent Rabatt auf das Tagesticket der Lübecker Museen.
Wo wird gespielt und wie barrierefrei sind die Säle?
Alle Spielstätten liegen in 23552 Lübeck, die Angaben stammen von der Festivalseite:
| Spielstätte | Adresse | Rollstuhlplätze | Hinweis |
|---|---|---|---|
| CineStar Stadthalle | Mühlenbrücke 11 | je 2 in Saal 1 und 2 | Hauptspielstätte, Tageskasse |
| Kommunales Kino (KoKi) | Mengstraße 35 | bis zu 2 | ebenerdig über Gerade Querstraße und Hof |
| Kolk 17 Figurentheater und Museum | Kolk 14 | 1 | 2026 erstmals Spielstätte |
| InfinityDome | Klingenberg | nach Absprache | Kuppel für Immersion 360° |
| Filmhaus Lübeck | Königstraße 38 bis 40 | bis zu 4 in Kino 1 | überwiegend Schulkino, kein barrierefreies WC |
Rollstuhlplätze, Begleitpersonen und Assistenztiere meldet man vorher an inklusion@nordische-filmtage.de, mit Merkzeichen B kommt die Begleitperson kostenlos mit.
Was für ein Festival sind die Nordischen Filmtage?
Bei der ersten Ausgabe 1956 liefen schon drei Filme von Ingmar Bergman. Heute richtet die Hansestadt Lübeck das Festival mit den Filminstituten Skandinaviens und des Baltikums aus, Ehrenpräsidentin ist Liv Ullmann, künstlerische Leiterin Hanna Reifgerst.
Für wen lohnt sich der Besuch?
Für alle, die Filme aus Lettland, Island oder Sápmi im Kino sehen wollen, gern mit Gästen. Für Literaturfans, die Thomas Mann mal im Kino begegnen wollen. Und für Familien, weil Filme für ein Publikum unter 14 live auf Deutsch eingesprochen werden. Wer auf deutsche Untertitel angewiesen ist, wartet das Programm ab. Gesehen haben wir die Filme noch nicht, eine Wertung gibt es von WatchGuide deshalb nicht.
Wo finde ich weitere Informationen?
Alles zum Festival steht bei den Nordischen Filmtagen Lübeck, Preise und Pässe auf der Ticketseite, die Retrospektive auf einer eigenen Seite und die Angebote für Menschen mit Behinderung unter Barrierefreiheit. Weitere Festivals, Conventions und Filmbörsen bis Ende 2027 stehen in unserem Eventkalender, und wer nach Familiensagas noch Lust auf mehr hat, findet unsere Kritiken unter Dramen.