Film

cinefest Hamburg 2026: Filme, Termine, Preise und Kongress

Alte 35-mm-Filmrolle und ein Filmstreifen auf einem abgenutzten Archivtisch, dazu der Schriftzug cinefest 2026, 13. bis 22. November in Hamburg

Vom 13. bis 22. November 2026 läuft im Kommunalen Kino Metropolis in Hamburg das XXIII. cinefest, das Internationale Festival des deutschen Film-Erbes. Das Thema heißt „Film schreibt Geschichte. Historie zwischen Fakten und Fiktionen“, rund 25 Filmprogramme sind angekündigt, von Madame Dubarry aus dem Jahr 1919 bis Die guten Feinde von 2017. Eine Kinokarte kostet 9 Euro, und vom 19. bis 21. November tagt im Warburg-Haus ein Fachkongress zum selben Thema.

Was ist das cinefest 2026 und wann findet es statt?

Das cinefest ist ein Hamburger Festival für das deutsche Film-Erbe, veranstaltet von CineGraph Hamburg und dem Bundesarchiv. Die 23. Ausgabe läuft vom 13. bis 22. November 2026 im Kommunalen Kino Metropolis in der Kleinen Theaterstraße 10 und zeigt Filme über historische Personen. Der WatchGuide-Tipp: Wer mehr als zehn Vorstellungen plant, fährt mit der Festival-Akkreditierung für 90 Euro günstiger als mit Einzelkarten.

Welche Filme laufen beim cinefest 2026?

Ein Programm mit Uhrzeiten steht noch nicht online. Bisher gibt es eine Liste geplanter Filme, ausdrücklich mit „Änderungen vorbehalten“. Darauf stehen unter anderem Madame Dubarry (DE 1919, Ernst Lubitsch), Bismarck (DE 1940, Wolfgang Liebeneiner), Hangmen Also Die! (US 1942/43, Fritz Lang), Ludwig II (BRD 1954, Helmut Käutner), Lola Montez (FR/BRD 1955, Max Ophüls), Thomas Müntzer (DDR 1955/56, Martin Hellberg), Mahler (GB 1974, Ken Russell) und Rosa Luxemburg (BRD 1985, Margarethe von Trotta).

Was beim Durchgehen auffällt: Das Festival heißt zwar „deutsches Film-Erbe“, aber auf der Liste stehen auch Filme aus Großbritannien, den USA, Frankreich, der Tschechoslowakei und Dänemark. Viele Figuren stammen aus der deutschen Geschichte und werden trotzdem auch von außen erzählt. Dazu stehen DDR und Bundesrepublik direkt nebeneinander.

Einige Figuren tauchen zweimal auf, im Kino und im Kongress. Klaus Davidowicz aus Wien spricht über Joseph Süß Oppenheimer, passend zu Jew Süss (GB 1934, Lothar Mendes), und Daniel Otto aus Berlin über Richard Sorge, passend zu Qui êtes-vous, Monsieur Sorge? (FR/IT/JP 1960/61, Yves Ciampi).

Welche Termine stehen schon fest?

So steht es auf der Festivalseite, Stand 8. Oktober 2026:

Wann Wo Was
Fr., 13.11. Metropolis Festivaleröffnung, Bekanntgabe des Willy Haas-Preises (Uhrzeit steht noch nicht fest)
So., 15.11., 16:30 Metropolis Napoleon auf St. Helena (DE 1928/29, Lupu Pick), mit Live-Musik von Marie-Luise Bolte
Mi., 18.11. Metropolis Eröffnung des 39. Internationalen Filmhistorischen Kongresses
Do., 19.11., ab 9:30 Warburg-Haus Kongress: Historische Personen im Film, Bismarck
Fr., 20.11., ab 9:30 Warburg-Haus Kongress: Nationalsozialismus, DEFA
Sa., 21.11., ab 9:30 Warburg-Haus Kongress: Monarchie, Biopic, Abschlussdiskussion

Beim Stummfilm am Sonntag gilt: Auf Vorstellungen mit Musikbegleitung kommt ein Zuschlag, und Cineville-Abos gelten dort nicht.

Was kosten die Tickets, und wann lohnt sich die Akkreditierung?

Eine Einzelkarte kostet 9 Euro, ermäßigt 6 Euro für Mitglieder von CineGraph Hamburg und des Metropolis sowie für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Karten gibt es an der Kinokasse, die eine halbe Stunde vor der ersten Vorstellung öffnet, und online im Vorverkauf.

Die Festival-Akkreditierung kostet 90 Euro, ermäßigt 60 Euro für CineGraph-Mitglieder, Studierende, Rentnerinnen und Rentner sowie Presse, und gilt für alle Vorstellungen vom 13. bis 22. November. Kurz nachgerechnet: Zehn Einzelkarten kosten ebenfalls 90 Euro, ab der elften Vorstellung spart man also. Wer als Studentin oder Rentner die ermäßigte Akkreditierung bekommt, an der Kasse aber voll zahlen müsste, liegt schon ab der siebten Vorstellung vorn. Dazu gibt es den Festivalkatalog für 12 statt 24 Euro.

Zwei praktische Hinweise von der Festivalseite: Das Metropolis ist für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe zugänglich. Und nach Vorstellungsbeginn gibt es keinen Einlass mehr.

Kann man auch zum Kongress?

Ja, mit vorheriger Akkreditierung. Der Kongress allein kostet 100 Euro, ermäßigt 65 Euro, und schließt die Kinovorstellungen vom 18. bis 22. November ein. Festival und Kongress zusammen kosten 140 Euro, ermäßigt 95 Euro. Gesprochen wird Deutsch oder Englisch, eine Live-Übersetzung gibt es nicht. Ob man auch online teilnehmen kann, steht noch nicht fest, das Festival fragt gerade das Interesse ab.

Was für ein Festival ist das cinefest?

Hinter dem cinefest stehen CineGraph, das Hamburgische Centrum für Filmforschung, 1989 als Verein gegründet, und das Bundesarchiv. Beide richten seit 1990 gemeinsam die filmhistorischen Kongresse aus, seit 2004 gibt es dazu das cinefest. Vergeben werden zwei Ehrenpreise: der Reinhold Schünzel-Preis für Verdienste um das deutsche Film-Erbe und der Willy Haas-Preis für Bücher und DVD- oder Blu-ray-Editionen zum deutschsprachigen Film. Auf der Shortlist 2026 stehen unter anderem Bücher über Asta Nielsen und Ellen Richter. Nach Hamburg gehen Teile des Programms auf Tour, laut Festivalseite unter anderem nach Berlin, Saarbrücken, Prag und Wiesbaden.

Für wen lohnt sich der Besuch?

Für alle, die Filmgeschichte im Kino sehen wollen statt auf dem Fernseher, und für alle, die gern vergleichen, wie DEFA, westdeutsches Kino und ausländische Produktionen dieselben Figuren erzählt haben. Wer tiefer einsteigen will, nimmt den Kongress dazu. Weniger geeignet ist das cinefest für alle, die aktuelle Neustarts suchen. Um die einzelnen Filme geht es in diesem Beitrag nicht, eine Wertung gibt es von WatchGuide an dieser Stelle deshalb nicht.

Wo finde ich weitere Informationen?

Alles zum Festival steht beim cinefest, die geplanten Filme und Kartenpreise unter Filme, das Vortragsprogramm unter Kongress und alle Preisstufen unter Akkreditierung. Das Kommunale Kino Metropolis liegt in der Kleinen Theaterstraße 10, 20354 Hamburg, das Warburg-Haus in der Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg. Weitere Festivals, Conventions und Filmbörsen bis Ende 2027 stehen in unserem Eventkalender, und wer danach Lust auf Lebensgeschichten im Film hat, findet unsere Kritiken unter Biografien.

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