Die Kritik
von TribunGeschichten aus dem Zaubergarten feierte seine Weltpremiere bei der Berlinale 2025 – ein tschechischer Stop-Motion-Film über Trauer, Familie und die heilende Kraft des Erzählens, der hoffentlich bald auch in deutschen Kinos läuft.
Vier Regisseure aus vier Ländern. Zehn Jahre Entwicklung. Ein Film über drei Kinder und ihren Großvater, die nach dem Tod der Oma lernen, dass Geschichten mehr können als nur unterhalten.
Quick Answer: Lohnt sich Geschichten aus dem Zaubergarten?
Kurze Antwort: Der Film hat auf Festivals durchweg positive Kritiken erhalten und wurde für die European Film Awards nominiert – ein vielversprechender Kandidat für Familien mit Kindern ab 6 Jahren.
Für wen geeignet: Familien, die gemeinsam einen einfühlsamen Animationsfilm schauen wollen. Eltern, die mit ihren Kindern über Verlust sprechen möchten. Fans von handwerklich aufwändiger Stop-Motion-Animation. Liebhaber europäischer Filmkunst.
Nicht geeignet für: Zuschauer, die schnelle Action erwarten. Wer mit dem Thema Tod bei Kinderfilmen nichts anfangen kann. Fans von CGI-Hochglanzproduktionen.
Meine Einschätzung: Die Berlinale-Auswahl und der Golden Kingfisher Award machen neugierig. Europäische Koproduktionen dieser Art sind selten – und genau deshalb oft besonders.
Inhalt
- Worum geht es in Geschichten aus dem Zaubergarten?
- Was macht diesen Animationsfilm besonders?
- Wer spricht in Geschichten aus dem Zaubergarten?
- Wer führte Regie?
- Wie entstand der Film?
- Wo wurde der Film bereits gezeigt?
- Für wen ist der Film gedacht?
- Häufige Fragen
Worum geht es in Geschichten aus dem Zaubergarten?
Drei Geschwister – Tom, Suzanne und Derek – verbringen ihr erstes Wochenende allein mit ihrem Großvater nach dem Tod der Großmutter. Der Opa hat sich seit dem Verlust zurückgezogen, spricht kaum noch. Die Kinder wissen nicht, wie sie mit der Stille umgehen sollen.
Dann passiert etwas Unerwartetes. Suzanne, die Älteste, übernimmt die Rolle der verstorbenen Großmutter. Sie beginnt zu erzählen. Geschichten voller Abenteuer, Humor und Fantasie – so wie es die Oma immer getan hat.
Es ist Familientradition, dass jeder seine eigene Zutat zu den Geschichten beisteuert. Tom fügt Drachen hinzu. Derek will unbedingt einen Piraten. Der Großvater? Der hört erst nur zu. Dann, irgendwann, macht auch er wieder mit.
Der Film zeigt drei dieser Geschichten als eigenständige Episoden, eingebettet in die Rahmenhandlung der trauernden Familie. Es geht um „unnötige Dinge und Menschen“ – basierend auf dem Märchenbuch von Arnošt Goldflam, der im Film auch den Großvater spricht.
Klingt erstmal schwer für einen Kinderfilm. Ist es auch. Aber – und das betonen die Kritiker – auf eine Art, die nicht überfordert, sondern behutsam heranführt.
Was macht diesen Animationsfilm besonders?
Geschichten aus dem Zaubergarten ist eine europäische Koproduktion, wie sie selten vorkommt: Vier Regisseure aus Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Frankreich haben gemeinsam einen Film geschaffen. Zehn Jahre hat das gedauert. Zehn Jahre Koordination, künstlerische Abstimmung, Kompromisse.
Das Ergebnis? Erstaunlich kohärent. „We’re almost surprised to find so much cohesion in this children’s film“, schrieb das Berlinale-Programm zur Weltpremiere.
Die Stop-Motion-Technik ist – naja, aufwändig ist untertrieben. Jede Figur wurde von Hand gefertigt. Das künstlerische Design stammt von Patricia Ortiz Martínez und Jean-Claude Rozec. Die Kritiken sprechen von „beeindruckendem Einsatz von Licht“ und „enormer Liebe zum Detail“.
Was mich persönlich neugierig macht: Der Film versucht, Kindern das Thema Trauer nahezubringen. Ohne Kitsch, ohne falsche Tröstungen. Das ist ein schmaler Grat. Ob er funktioniert? Kann ich erst sagen, wenn ich im Kino saß.
Aber die Festival-Reaktionen stimmen vorsichtig optimistisch.
Wer spricht in Geschichten aus dem Zaubergarten?
Die tschechische Originalfassung versammelt einige der bekanntesten Stimmen des Landes – allen voran Arnošt Goldflam als Großvater und Ivan Trojan in einer Nebenrolle.
Die Hauptrollen:
- Arnošt Goldflam als Großvater (Děda) – der auch das Originalbuch schrieb
- Zuzana Kronerová als Großmutter (Babi)
- Žofie Hánová als Suzanne
- Alex Mojžíš als Derek
- Mikuláš Čížek als Tom
- Ivan Trojan – einer der bekanntesten tschechischen Schauspieler
- Viktor Preiss
- Dana Syslová
- Ondřej Brousek Jr.
Ob eine deutsche Synchronfassung existiert oder geplant ist? Stand Januar 2026 noch keine Informationen verfügbar. Bei einem Film dieser Größenordnung wäre eine deutsche Fassung für den Kinostart aber zu erwarten.
Wer führte Regie bei Geschichten aus dem Zaubergarten?
Vier Regisseure, vier Länder, eine Vision – das klingt nach Chaos, funktionierte hier aber erstaunlich gut.
- David Súkup (Tschechien)
- Patrik Pašš Jr. (Slowakei)
- Leon Vidmar (Slowenien)
- Jean-Claude Rozec (Frankreich)
Jeder Regisseur brachte seinen eigenen Stil mit. Die Herausforderung: Das Ganze trotzdem wie aus einem Guss wirken zu lassen. Zehn Jahre Produktionszeit sprechen für die Komplexität dieses Unterfangens.
Die Drehbucharbeit war entsprechend verteilt. Patrik Pašš, Petr Krajíček, Jerneja Kaja Balog, Marek Král, Maja Križnik und Blandine Jet schrieben gemeinsam am Script.
Wie entstand Geschichten aus dem Zaubergarten?
Die Produktion erstreckte sich über ein Jahrzehnt und vereinte Studios aus vier europäischen Ländern.
Beteiligte Produktionsfirmen:
- Maurfilm (Tschechien) – federführend
- Artichoke (Slowakei)
- ZVVIKS (Slowenien)
- Vivement Lundi! (Frankreich)
Der internationale Vertrieb liegt bei New Europe Film Sales – ein gutes Zeichen für eine breite Auswertung in europäischen Kinos.
Technische Details:
- Laufzeit: 71 Minuten
- Sprache: Tschechisch (Original)
- Format: Stop-Motion-Animation, Farbe
- FSK: Empfohlen ab 6 Jahren
Das Budget wurde nicht offiziell kommuniziert, aber bei einer Zehn-Jahres-Produktion mit vier Co-Produzenten dürfte es im höheren einstelligen Millionenbereich liegen. Stop-Motion ist nun mal teuer – jede Sekunde Film bedeutet Stunden handwerklicher Arbeit.
Wo wurde der Film bereits gezeigt?
Geschichten aus dem Zaubergarten hat eine beeindruckende Festival-Tour hinter sich – mit einer Weltpremiere an einem der prestigeträchtigsten Orte überhaupt.
Die wichtigsten Stationen:
- Berlinale 2025 – Weltpremiere in der Sektion „Generation Kplus“ (16. Februar 2025)
- Festival d’Animation Annecy – Wettbewerb (das wichtigste Animationsfilmfestival weltweit)
- Finále Plzeň – Golden Kingfisher Award (Hauptpreis!)
- Münchner Filmfest – Deutsche Festival-Premiere
Auszeichnungen und Nominierungen:
- 🏆 Golden Kingfisher – Finále Plzeň (Gewonnen)
- 🎬 European Film Awards – Nominierung (Kategorie noch offen)
Kinostarts international:
- Tschechien: 6. November 2025
- Spanien: 12. Dezember 2025
- Deutschland: Noch nicht angekündigt (Stand Januar 2026)
Dass ein tschechischer Kinderfilm bei Berlinale und Annecy läuft UND für die European Film Awards nominiert wird? Das passiert nicht alle Tage. Die internationale Anerkennung macht Hoffnung auf einen baldigen deutschen Kinostart.
Für wen ist Geschichten aus dem Zaubergarten gedacht?
Der Film richtet sich an Familien mit Kindern ab 6 Jahren – ist aber kein klassischer „Kinderfilm“ im Sinne von Frozen oder Minions.
Wer sich angesprochen fühlen könnte:
- Eltern, die einen Anlass suchen, mit ihren Kindern über schwierige Themen wie Tod und Verlust zu sprechen
- Fans europäischer Animation, die handwerklich aufwändige Stop-Motion-Filme schätzen
- Cinephile, die internationale Koproduktionen abseits des Hollywood-Mainstreams entdecken wollen
- Großeltern, die mit Enkeln ins Kino gehen und dabei selbst etwas mitnehmen möchten
Wer vielleicht enttäuscht wird:
- Zuschauer, die schnelle Gags und Action erwarten
- Kinder unter 5, für die das Thema Trauer noch zu abstrakt sein könnte
- Fans von Disney/Pixar-Hochglanz-CGI
Die 71 Minuten Laufzeit sind familienfreundlich kurz. Kein Sitzfleisch-Marathon für die Kleinen.
Wissenswertes über den Film
- Buchvorlage: Der Film basiert auf „O nepotřebných věcech a lidech“ (Über unnötige Dinge und Menschen) von Arnošt Goldflam – der selbst den Großvater spricht.
- Entwicklungszeit: Zehn Jahre von der ersten Idee bis zur Weltpremiere – außergewöhnlich lang selbst für Stop-Motion.
- Vier Länder, vier Stile: Jeder Regisseur brachte die Animationstradition seines Landes mit – die Herausforderung war, daraus ein einheitliches Ganzes zu formen.
- Berlinale Generation: Die Sektion „Kplus“ zeigt Filme für Kinder ab 4 Jahren – hier wurde der Film für ab 6 empfohlen.
- Annecy-Selektion: Das Festival in Annecy gilt als „Oscar der Animation“ – eine Auswahl dort öffnet Türen für den internationalen Vertrieb.
Ähnliche Filme für Fans von Geschichten aus dem Zaubergarten
- Mein Nachbar Totoro (1988) – Hayao Miyazakis Meisterwerk über zwei Schwestern, die nach dem Umzug aufs Land magische Wesen entdecken, während ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Ähnlich behutsamer Umgang mit schwierigen Themen.
- Ernest & Célestine (2012) – Französisch-belgische Animation über eine ungewöhnliche Freundschaft. Wunderschön gezeichnet, emotional klug.
- Coco (2017) – Pixars Film über den mexikanischen Día de los Muertos zeigt, dass Tod und Erinnerung auch für Kinder filmbar sind – mit Humor und Herz.
- Die Melodie des Meeres (2014) – Irische Animation über keltische Mythologie und Familienverlust. Visuell atemberaubend, emotional packend.
- Der kleine Prinz (2015) – Stop-Motion trifft CGI in dieser französischen Adaption. Thematisch verwandt: Verlust, Erinnerung, die Kraft der Fantasie.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Four directors from four countries join forces to create a bundle of tales spotlighting the imagination.— aus der Wertung von Tribun
Besetzung
FAQ zu Geschichten aus dem Zaubergarten
Wie lange dauert Geschichten aus dem Zaubergarten?
Ab welchem Alter ist der Film geeignet?
Gibt es eine deutsche Synchronfassung?
Worum geht es in den drei Geschichten?
Ist der Film traurig?
Wo kann ich den Trailer sehen?
Der Saal
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