Wer streamt Penny Dreadful?
Verfügbarkeit DEStand 20.03.2026: Penny Dreadful ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 20.03.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 8 Folgen · ab Mai 2014▾
S2Staffel 2· 10 Folgen · ab Mai 2015▾
S3Staffel 3· 9 Folgen · ab Mai 2016▾
Der Seriencheck
von TribunDie Showtime-Serie lief von 2014 bis 2016 und ist so ziemlich das Beste was viktorianischer Gothic-Horror im Serienformat je hervorgebracht hat. Frankensteins Monster, Dracula, Dorian Gray, Werwölfe — alles in einem London das nach Nebel und Verzweiflung riecht. Und mittendrin Eva Green, die in der Rolle ihres Lebens steckt. Wer Horror-Serien mit Substanz sucht und kein Problem mit langsamen Burns hat, der muss hier einschalten.
Eva Green. Das reicht eigentlich schon als Review.
Ich fang mal damit an womit jeder anfangen sollte der über diese Serie redet: Eva Green als Vanessa Ives. Es gibt Schauspieler die eine Rolle spielen, und es gibt Schauspieler die eine Rolle SIND. Green gehört in die zweite Kategorie. Vanessa Ives ist besessen, gequält, spirituell zerrissen und gleichzeitig die stärkste Figur in einem Raum voller viktorianischer Männer die denken sie hätten die Kontrolle. Haben sie nicht. Hat nur Vanessa.
Die Séance-Szene in der zweiten Episode von Staffel 1. Acht Minuten am Stück. Ohne Schnitt. Green wird von mehreren Entitäten besessen, spricht mit Stimmen die nicht ihre sind, verdreht die Augen, zuckt, schreit — und die Kamera bleibt einfach drauf. Matt Barone von Complex nannte ihre Performance in dieser Szene „insane“ und meinte, ab diesem Moment wusste er dass das hier keine normale Horror-Serie ist. Hat er recht. Rotten Tomatoes gibt der Serie insgesamt 91% — aber diese eine Szene allein hätte 100% verdient.
Und dann die Possession-Episode in Staffel 2. Eine komplette Folge die fast nur aus Greens Zusammenbruch in einer viktorianischen Irrenanstalt besteht. Sie trägt diese Episode allein. Kein Josh Hartnett, kein Timothy Dalton der sie retten kommt. Nur Vanessa gegen ihre eigenen Dämonen. Buchstäblich. Zwei Golden-Globe-Nominierungen für beste Hauptdarstellerin hat sie dafür bekommen. Keinen Gewinn. Das nervt mich bis heute.
27 Episoden. Ein Autor. Kein Witz.
John Logan hat jede einzelne Episode der ersten zwei Staffeln selbst geschrieben. JEDE. In Staffel 3 hat er drei abgegeben, an Krysty Wilson-Cairns — die später für 1917 Oscar-nominiert wurde und jetzt am neuen Star-Wars-Film schreibt. Aber im Kern ist das hier eine Ein-Mann-Show hinter der Kamera. Logan ist dreifacher Oscar-Nominee: Gladiator, The Aviator, Hugo. Der Mann hat Skyfall und Spectre geschrieben. Und dann setzt er sich hin und schreibt eine Serie in der Frankensteins Monster Gedichte von John Clare rezitiert und Dorian Gray mit allem schläft was nicht bei drei auf dem Baum ist.
Die Idee kam ihm weil er Mary Shelleys Frankenstein nochmal gelesen hat. Bei einer TCA-Pressekonferenz sagte er: er habe über das Monster nachgedacht und warum es uns 200 Jahre später immer noch berührt. „The monster breaks my heart.“ So entstehen die besten Sachen — nicht aus Marktanalysen, sondern weil jemand nachts ein Buch liest und denkt: da steckt mehr drin.
Die Grundidee klingt erstmal nach Trash. Nimm alle klassischen Gothic-Horror-Figuren der viktorianischen Literatur und steck sie in eine Serie. Frankenstein. Dracula. Dorian Gray. Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Werwölfe. Hexen. Alles gleichzeitig, gleiches London, gleiche Zeitperiode. 1891, um genau zu sein — Logan hat das Jahr bewusst gewählt weil es eine Übergangszeit war. Darwin, Spiritismus, Imperialismus, die Spannung zwischen Wissenschaft und Glaube. Aber Logan macht daraus kein Monster-Mash-Up sondern ein psychologisches Drama über Isolation, Sexualität und die Frage was es bedeutet menschlich zu sein in einer Welt die gerade den lieben Gott verliert.
Gedreht komplett in Irland. Ardmore Studios in Bray, County Wicklow. Dublin hat für viktorianisches London gedoubelt — die georgianische Architektur passt erstaunlich gut, die Lichtstimmung ist permanent düster, und das viktorianische Herrenhaus der Murrays wurde über zwei Stockwerke im Studio aufgebaut. Über 350 lokale Cast- und Crew-Mitglieder. Gabriella Pescucci, Oscar-prämierte Kostümbildnerin, hat mit über 30 Schneiderinnen aus Italien und Irland die Kostüme gefertigt. Nick Dudman, der bei Harry Potter die Spezialeffekte gemacht hat, war für das Prosthetic Makeup zuständig. Sam Mendes als Executive Producer konnte nicht selbst Regie führen, also hat J.A. Bayona die Pilotfolgen inszeniert — der später Jurassic World: Fallen Kingdom und Rings of Power gemacht hat.
Staffel 2 hat 100% auf Rotten Tomatoes und niemand redet drüber
Dieser Teil ärgert mich. Penny Dreadful hat eine der seltsamsten Qualitätskurven im Fernsehen: sie wird mit jeder Staffel besser. Staffel 1 kam auf 81% bei den Kritikern und 70 auf Metacritic. Solide, aber nicht spektakulär. Staffel 2: 100% auf Rotten Tomatoes. Einhundert Prozent. 21 Reviews, alle positiv. Metacritic auf 77. Staffel 3: 93% RT, Metacritic bei 83 — „Universal Acclaim“.
Und trotzdem hat kaum jemand diese Serie gesehen. Die Premieren-Zuschauer lagen bei 1,4 Millionen inklusive Wiederholungen, aber bis Staffel 3 waren es nur noch um die 550.000. Für Showtime ist das okay — die haben weniger Abonnenten als HBO — aber kein Vergleich zu dem was gleichzeitig lief. Während alle über Game of Thrones und Breaking Bad geredet haben, lief Penny Dreadful leise daneben.
Die Auszeichnungen sprechen für sich: 17 Siege bei 93 Nominierungen. Drei BAFTAs — Produktionsdesign, Makeup, und Musik. Abel Korzeniowskis Score ist einer der besten den das Fernsehen in den 2010er Jahren produziert hat. Atmosphärisch, melancholisch, mit dieser viktorianischen Schwere die unter die Haut geht. TV Guide hat die Serie 2019 als „the most underappreciated show of the 2010s“ bezeichnet („Die am meisten unterschätzte Serie der 2010er Jahre“). Das trifft es.
Über das Ende reden wir. Müssen wir.
John Logan sagt, er habe Penny Dreadful immer auf drei Staffeln angelegt. Vanessa Ives‘ Tod war der geplante Endpunkt. Sie war das Herz der Serie, und ohne sie gibt es keine Serie. Showtime-Präsident David Nevins hat das bestätigt: die kreativen Elemente hängen an John Logan und Eva Green, und ohne beide wollte man nicht weitermachen.
Ich kauf das nur zur Hälfte. Die letzte Episode fühlt sich gehetzt an. Vanessa stirbt, alle Handlungsstränge werden in 50 Minuten zugetackert, und man sitzt da und denkt: Moment, das war’s jetzt? Victor und die Kreatur? Dorian und Lily? Ethans Werwolf-Geschichte? Alles in einer Folge abgehandelt als hätte jemand den Stecker gezogen. Bloody Disgusting hat damals einen Artikel mit dem Titel „Penny Dreadful Was Meant to End After Three Seasons? I’m Not Buying It“ veröffentlicht („Das soll von Anfang an so geplant gewesen sein? Das kaufe ich nicht“). Und viele Fans sehen das genauso.
Aber wisst ihr was? Selbst wenn das Ende gehetzt war — die Reise dahin war es wert. Drei Staffeln viktorianischer Gothic-Horror auf Prestige-TV-Niveau. Das gibt es nicht nochmal. Das Spin-off City of Angels hat es 2020 versucht. Anderes Setting, andere Figuren, keine Eva Green. 57% auf Rotten Tomatoes, nach einer Staffel eingestampft. Der Geist war weg.
Und jetzt, fast zehn Jahre nach dem Ende, ist die Originalserie auf Paramount+ und Prime Video gelandet und hat 2025 Platz 1 bei iTunes erreicht. Parrot Analytics maß 7,3-fache Nachfrage im Vergleich zur durchschnittlichen Serie. Manchmal brauchen die guten Sachen einfach Zeit.
Timothy Dalton mit Jagdgewehr. Genug gesagt.
- Eva Green als Vanessa Ives — die Rolle die ihr endlich gezeigt hat was sie wirklich kann. Bond-Girl war gestern.
- Josh Hartnett als Ethan Chandler. Der mit dem Werwolf-Geheimnis und der Schrotflinte.
- Timothy Dalton — Sir Malcolm Murray. Ex-James-Bond als viktorianischer Großwildjäger auf der Suche nach seiner Tochter. Gibt es was Besseres?
- Harry Treadaway als Victor Frankenstein, jung, brillant und moralisch komplett überfordert
- Reeve Carney: Dorian Gray. Unsterblich, gelangweilt, polysexuell. Akkurat.
- Rory Kinnear als die Kreatur / John Clare — hat den Satellite Award als bester Nebendarsteller gewonnen, zurecht
- Billie Piper als Brona Croft / Lily. Von der Prostituierten zum Racheengel. Wer sie nur als Rose Tyler aus Doctor Who kennt, wird nicht wiedererkennen.
- Helen McCrory als Evelyn Poole / Madame Kali in Staffel 2 — die Gegenspielerin die diese Serie gebraucht hat
- Patti LuPone. Broadway-Legende. Spielt zwei verschiedene Rollen in der Serie und killt beide.
Synchronstudio: Cinephon Filmproduktions GmbH, Berlin
Jahr: 2014
Dialogregie: Peter Minges
Eva Green|Vanessa Ives|Katrin Zimmermann
Josh Hartnett|Ethan Chandler|Simon Jäger
Timothy Dalton|Sir Malcolm Murray|Lutz Riedel
Harry Treadaway|Dr. Victor Frankenstein|David Turba
Reeve Carney|Dorian Gray|Arne Stephan
Rory Kinnear|Die Kreatur / John Clare|Frank Schaff
Billie Piper|Brona Croft / Lily|Nadine Zaddam
Quelle: Synchronkartei.de
Was danach kommt. Oder eben nicht.
Wer Penny Dreadful mochte hat ein Problem: es gibt nichts das genauso ist. Aber ein paar Sachen kommen in die Nähe.
Interview with the Vampire (AMC, seit 2022) nimmt den viktorianischen Gothic-Ansatz und zieht ihn ins 20. Jahrhundert. Andere Stimmung, ähnliche Hingabe ans Detail. Hannibal (2013-2015) — Prestige-Horror mit Mads Mikkelsen, zur gleichen Zeit gelaufen und ähnlich sträflich unterschätzt. The Walking Dead hat nichts mit Viktorianismus zu tun, teilt aber die Prämisse: Monster als Spiegel der Menschlichkeit. Und Game of Thrones — nicht wegen des Genres, sondern wegen der Ambition: ein Fantasy-Epos das sich nicht geschämt hat düster und komplex zu sein.
Wer es filmischer mag: Shining hat dieselbe langsame Beklemmung. Der Exorzist hat dieselbe religiöse Dimension. Und wer sich für die literarischen Vorlagen interessiert: Mary Shelleys Frankenstein von 1818 liest sich wie eine Blaupause für alles was Logan mit Victor und der Kreatur gemacht hat.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Dafür
- Eva Greens Performance als Vanessa Ives
- Atmosphäre und Produktionsdesign
- John Logans Drehbücher — alle 27 selbst geschrieben
- Literarische Tiefe statt billiger Monster-Mashup
Dagegen
- Gehetztes Serienfinale
- Dorian Grays Handlungsstrang schwächelt in Staffel 3
- Insgesamt zu wenig Episoden
We all have our demons.— aus der Wertung von Tribun
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Penny Dreadful
Wo kann ich Penny Dreadful streamen?
Penny Dreadful gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+ und Amazon. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie viele Staffeln hat Penny Dreadful?
Penny Dreadful umfasst 3 Staffeln mit insgesamt 27 Episoden. Produktionsstatus: Ended.
Lohnt sich Penny Dreadful?
Unsere Redaktion vergibt Penny Dreadful einen Watcher-Score von 8,8 von 10. Drei Staffeln und ich bin immer noch nicht drüber weg. Eva Green in dieser Rolle — das ist nicht Schauspiel, das ist Besessenheit. Die Séance-Szene in Staffel 1 habe ich mir dreimal angeschaut und jedes Mal neue Sachen entdeckt. Ja, das Ende war abrupt. Ja, ich hätte gerne mehr gehabt. Aber manchmal ist es besser aufzuhören wenn es gut ist, als weiterzumachen bis es peinlich wird. Logan hat jede Episode selbst geschrieben, Green hat jede Szene allein getragen, und zusammen haben sie etwas geschaffen das es vorher nicht gab und danach nicht mehr geben wird. Gothic-Horror auf Prestige-TV-Niveau.
Für wen ist Penny Dreadful geeignet?
Penny Dreadful ist vor allem etwas für Sci-Fi & Fantasy und Drama-Fans und alle, die herausragende Serien suchen.
Worum geht es in Penny Dreadful?
Penny Dreadful wird als psychosexuelle Horrorserie beschrieben, die im viktorianischen London spielt und einige der berühmtesten, furchteinflößendsten Charaktere der Literaturgeschichte beinhaltet, wie unter anderem Dr.
Trailer
Besetzung
Der Saal
Community — getrennt von der RedaktionSchon gesehen? Bewerte in 2 Sekunden — deine Stimme zählt für den Saal, nie für den Watcher-Score.

0 Kommentare