
Possession: Starke Darsteller, ein Erbstreit und zu viele Rückblenden (2026)
Creator Storm Saulter1 StaffelMystery
Mit Jonny Lee Miller, Gugu Mbatha-Raw, Bel Powley, Sheldon Shepherd
Von WatchGuide-Redaktion, aktualisiert am 1. Oktober 2026So arbeiten wir
- Flop bis 4,9
- Solide 5 bis 6,9
- Top 7 bis 8,9
- Goldstück ab 9
Kurz gesagt
Der juristische Konflikt ist der Grund, warum diese Leute miteinander reden müssen, und er wird zu schnell zur Kulisse.
WatchGuide-Redaktion schätzt sie aus internationalen Kritiken mit 6,4 von 10 ein
6,4 von mir für alle fünf Folgen. Der Erbstreit um eine frühere Plantage auf Jamaika ist ein starker Rahmen, und Gugu Mbatha-Raw und Jonny Lee Miller spielen besser, als das Drehbuch es verlangt. Aber die Serie springt zu früh ins Spukhaus und bricht jede Folge mit Rückblenden, die eher ausgestellt als erzählt wirken. Für Fans von Gruselstoffen mit historischem Gewicht einen Blick wert.
Dafür
- Ein Testament als sauberer Konfliktrahmen
- Gugu Mbatha-Raw trägt die Serie in den ruhigen Szenen
- Jonny Lee Miller gibt dem enterbten Aristokraten mehr als ein Etikett
- Eine Regie für alle fünf Folgen
Dagegen
- Der Spuk kommt zu früh, der langsame Aufbau fehlt
- Rückblenden brechen den Rhythmus jeder Folge
- Zu viele Genres für fünf Folgen
Wer streamt Possession?
Stand 01.11.2026Stand 01.11.2026: Possession läuft im Abo bei Sky.
Im Abo enthalten
Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night, ohne Gewähr
Unsere Einordnung
5 Minuten LesezeitDie Einordnung von WatchGuide-Redaktion, zuletzt überarbeitet am 1. Oktober 2026
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
„Possession“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,4 von 10 für die komplette Miniserie mit fünf Folgen. Der Erbstreit um eine frühere Plantage auf Jamaika ist ein starker Rahmen, Gugu Mbatha-Raw und Jonny Lee Miller spielen ihn mit viel Feingefühl. Das Drehbuch traut diesem Rahmen aber nicht und springt zu früh in den Spuk und zu oft in Rückblenden, die den Rhythmus jeder Folge brechen.
In Deutschland läuft die Sky-Original-Serie seit dem 7. September 2026 bei Sky, auf Sky Atlantic in Doppelfolgen, alle fünf Folgen sind bei Sky und WOW abrufbar, wahlweise in der deutschen Synchronfassung oder im englischen Original. Eine Folge dauert grob eine Dreiviertelstunde. Wer Gruselserien mit historischem Gewicht mag und über ein paar unfreiwillig komische Horrormomente hinwegsieht, bekommt einen soliden Fünfteiler. Wer ein streng gebautes Justizdrama erwartet, wird ungeduldig.
1Ein Testament als Anfang einer Geschichte
Claudia, eine Anwältin aus Bristol, fliegt nach Kingston. Sie soll klären, warum ein reicher weißer Grundbesitzer, Lord Connaught, seinen Sohn Oliver enterbt und sein Anwesen einem Einheimischen namens Cudjoe East vermacht hat. Das Anwesen heißt Hope Hill und war einmal eine Plantage. Es geht um ein Erbe von 50 Millionen Pfund. Claudias Mutter stammt aus Jamaika, sie selbst kennt das Land kaum.
Das ist ein sauberer Aufbau. Ein Testament ist eine Entscheidung, die jemand getroffen hat und nicht mehr erklären kann. Jede Figur hat einen Grund, sie anzufechten oder zu verteidigen, und Claudia steht zwischen ihrem Auftrag und ihrer Herkunft. Aus dieser Lage ließen sich fünf Folgen voller Szenen bauen, in denen zwei Leute am Tisch sitzen und über Papier reden, während das eigentliche Thema darunter liegt.
Die Serie macht das nur am Rand. Ed Power stellt in der Irish Times fest, dass Claudia kaum gelandet nachts im Spukhaus herumstöbert und damit der langsame Aufbau fehlt, den Get Out so stark gemacht hat. Das sehe ich genauso. Der juristische Konflikt ist der Grund, warum diese Leute überhaupt miteinander reden müssen, und er wird zu schnell zur Kulisse.
2Die Rückblenden kosten mehr, als sie bringen
„Possession“ erzählt auf zwei Zeitebenen: Claudia in der Gegenwart, dazu Szenen aus der Zeit der Plantage im 18. Jahrhundert. Die Idee ist richtig, die Ausführung nicht. Für mich kippt es jedes Mal an derselben Stelle. Eine Szene in der Gegenwart baut gerade Druck auf, dann schneidet die Folge in die Vergangenheit, und wenn sie zurückkommt, ist der Druck weg.
Power nennt diese Rückblenden hineingezwängt und vergleicht sie mit einem Kostümfilm aus dem Vorabendprogramm. Hart, aber nicht falsch. Die Szenen sollen das Grauen der Sklaverei greifbar machen und wirken stattdessen ausgestellt. Marcel Schmid sieht das bei What the Film wohlwollender: Die beiden Ebenen seien keine getrennten Stränge, sondern zeigten, wie die Vergangenheit in der Gegenwart weiterwirkt. Als Absicht stimmt das. Im Schnitt merkt man es zu selten.
3Gespielt ist das besser, als es geschrieben ist
Gugu Mbatha-Raw trägt die Serie. Sie spielt Claudia als jemanden, der beruflich alles im Griff hat und privat nicht weiß, wohin sie gehört, und sie macht das in den ruhigen Szenen, nicht in den lauten. Anita Singh schreibt im Telegraph, Mbatha-Raw bleibe engagiert, auch wenn das Drehbuch albern wird. Genau so ist es.
Jonny Lee Miller ist die eigentliche Überraschung. Oliver Connaught ist die Rolle, die man in so einer Geschichte am leichtesten verheizt: der enterbte Aristokrat mit dem kolonialen Namen. Miller spielt ihn als Mischung aus Anspruch, Verwirrung und schlechtem Gewissen und gibt der Serie damit die Leichtigkeit, die ihr sonst fehlt. Die Irish Times lobt ihn genau dafür. Sheldon Shepherd als Cudjoe East hält mit wenig Text dagegen, und Bel Powley als Charlotte bringt eine düstere Note, die auch What the Film hervorhebt.
Storm Saulter hat alle fünf Folgen inszeniert, Karla Crome hat sie geschrieben. Das merkt man an einer durchgehenden Bildsprache. Am Drehbuch merkt man es weniger, weil die Serie zu viel auf einmal will: Erbschaftsthriller, Familiendrama, historische Aufarbeitung und Geistergeschichte. Für einen Fünfteiler ist das eine Ebene zu viel.
4Wie die Kritik „Possession“ sieht
Freundlich, aber nicht begeistert. Bei Rotten Tomatoes sind alle sieben erfassten Kritiken positiv, die Durchschnittsnote liegt aber nur bei 6,3 von 10. Digital Spy, Mashable und die Radio Times loben die Serie deutlich, der Guardian spricht von einem übernatürlichen Element, das man entweder mag oder hasst. Meine 6,4 liegen damit nah am Schnitt. Ich bewerte die Schauspieler höher als das Drehbuch, weil die besten Momente dieser Serie in Gesichtern stattfinden und nicht im Spukhaus. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Wer nach dem Finale mehr Spukhäuser mit echter Geschichte im Fundament sucht, ist bei Candyman richtig. Weitere Serien dieser Art sammeln die Mystery-Serien.
5Wer mitspielt
- Gugu Mbatha-Raw als Claudia
- Jonny Lee Miller als Oliver Connaught
- Sheldon Shepherd als Cudjoe East
- Bel Powley als Charlotte
- Sean Gilder als Tom McKenzie
- Nadean Rawlins als Mercy
- Jack Bandeira als Kenneth Connaught
Idee und Drehbuch: Karla Crome, Regie aller fünf Folgen: Storm Saulter. Produziert von Snowed-In Productions mit Sky Studios. Mbatha-Raw und Miller sind zugleich Executive Producer.
Staffeln und Folgen
S1Staffel 15 Folgen, ab Aug. 2026
- F01Folge 106.08.26
- F02Folge 206.08.26
- F03Folge 306.08.26
- F04Folge 406.08.26
- F05Folge 506.08.26
Wer mitspielt
- Jonny Lee MillerOliver Connaught
- Gugu Mbatha-RawClaudia
- Bel PowleyCharlotte
- Sheldon ShepherdCudjoe East
- Nadean RawlinsMercy
Häufige Fragen zu Possession
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Hat die Serie etwas mit dem Film von 1981 zu tun?
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