„Bibi Blocksberg: Die total verhexte Zeitreise“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,2 von 10. Der zweite Teil des neuen Bibi-Kinostarts schickt Bibi und Marita 139 Jahre zurück auf Schloss Klunkerburg im Jahr 1887, und genau dieses Schloss ist das Beste am Film: Kulisse, Kostüme und Hexeffekte sehen nach echtem Aufwand aus. Die Geschichte drumherum ist dagegen brav, vorhersehbar und erklärt Dinge, die man gerade selbst gesehen hat.
Der Film läuft seit dem 24. September 2026 im Kino, Verleih ist Leonine, die Laufzeit beträgt 90 Minuten, freigegeben ab 0 Jahren. Regie führt wie beim Vorgänger Gregor Schnitzler, das Drehbuch stammt von Bettina Börgerding. Für Kinder im Grundschulalter, die Bibi aus den Hörspielen kennen, ist das ein runder Nachmittag. Wer als erwachsene Begleitung mehr sucht als nette Schauwerte, sitzt ihn eher ab.
6,2 von mir. Die total verhexte Zeitreise sieht für einen deutschen Familienfilm richtig gut aus, das Schloss von 1887 und die Hexeffekte haben echten Aufwand. Die Geschichte um die verschwundene Spieluhr ist dagegen brav, erklärt zu viel und stopft das letzte Drittel mit Figuren voll. Für Bibi-Fans im Grundschulalter ein schöner Kinonachmittag, für erwachsene Begleitung eher Pflicht als Vergnügen.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-Redaktion1887 sieht richtig gut aus
Real talk: Ich bin hier nicht die Zielgruppe, und das ist okay. Ich schaue bei so einem Film auf eine Sache zuerst, nämlich ob man das Geld sieht. Hier sieht man es. Die Zeitreise landet nicht in einer Pappkulisse, sondern auf einem Schloss, das nach Ort aussieht und nicht nach Kostümkiste. Christoph Petersen spricht bei Filmstarts von spektakulären Schauwerten, und selbst die deutlich strengere Kritik bei film-rezensionen.de nennt die Effekte gelungen. Das deckt sich mit meinem Eindruck.
Das ist für einen deutschen Familienfilm keine Selbstverständlichkeit. Hexerei plus historische Kulisse ist teuer, und die Produktion von Leonine Studios und Wiedemann & Berg hat das Budget an die richtigen Stellen gesetzt: in das Setting, in dem der Film die meiste Zeit spielt.
Die Zeitreise selbst ist der schwächste Teil
Der Aufhänger: Bibi hat die Anmeldung fürs Schulpraktikum verpennt und landet im Museum, das eine neue Ausstellung vorbereitet. Dort verschwindet eine wertvolle Spieluhr. Bibi und Marita wollen sich in die Nacht des Diebstahls zurückhexen, der Spruch geht schief, und die beiden stehen 1887 auf Schloss Klunkerburg. Dort braucht Fritzi von Klunkerburg Hilfe, weil ihre Tante Mathilde es auf die Spieluhr abgesehen hat, ein Familienerbstück.
Die Idee ist gut. Was der Film daraus macht, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Eine Zeitreise lebt davon, dass sie Regeln hat: was die Figuren in der Vergangenheit ändern dürfen, was zurückwirkt, was es kostet. Diese Regeln bleiben hier Behauptung. Jaschar Marktanner bemängelt bei film-rezensionen.de logische Lücken und überflüssige Erklärungen, und genau da stößt mir der Film auch auf. Der Krimi um die Spieluhr ist so gebaut, dass kein Kind im Saal lange rätseln muss. Für Sechsjährige ist das eine Stärke. Für alle anderen fehlt die eine Wendung, die den Fall interessant macht.
Fritzi Haberlandt hat am meisten Spaß
Nala spielt Bibi mit genau der Mischung aus Chaos und Herz, die die Figur braucht, und Fia-Marie Lin hält als Marita gut dagegen. Andreas Köhnemann schreibt bei kino-zeit.de, Nala treffe das leicht chaotische, aber liebenswerte Wesen der Titelfigur. Dem schließe ich mich an.
Die heimliche Hauptattraktion ist aber Fritzi Haberlandt in der Doppelrolle als Beatrix und Mathilde von Molch. Sie spielt die Schurkin mit sichtbarer Lust an der Übertreibung, und das passt zu einem Film, der ohnehin nichts leise macht. Der filmdienst hebt sie ebenfalls heraus und findet die übrigen Figuren daneben etwas brav. Palina Rojinski als Karla Kolumna ist eine starke Besetzungsidee, bekommt aber zu wenig zu tun. Rosalie Thomass und Friedrich Mücke als Barbara und Bernhard Blocksberg und Nilam Farooq als Kuratorin Farrah Pahani bleiben Stichwortgeber.
Zu viele Leute im letzten Drittel
Hier kostet der Film die meisten Punkte. Gegenwart und Vergangenheit, Schulfreunde, Eltern, Reporterin, Schlossfamilie, Hexenfreundinnen: Am Ende will jeder noch einmal ins Bild. Auch Filmstarts, insgesamt deutlich wohlwollender als ich, nennt das Ensemble im letzten Drittel überladen. Bei 90 Minuten heißt das, dass ausgerechnet der Showdown in der Vergangenheit, auf den der Film hinarbeitet, gehetzt wirkt.
Lowkey schade, weil das Schloss mehr verdient hätte als eine Abhakliste.
Wie die Kritik den Film sieht
Gespalten. Filmstarts vergibt 3,5 von 5 Sternen und hält Teil 2 sogar für besser als den Vorgänger, kino-zeit.de lobt, wie gut der Film den Geist der Hörspiele trifft. Der filmdienst nennt Geschichte und Regie eher vorhersehbar und empfiehlt den Film ab 10 Jahren. Am härtesten urteilt film-rezensionen.de mit 3 von 10 Punkten und spricht von einem seelenlosen Produkt. Meine 6,2 liegen zwischen diesen Polen: Für das Handwerk gibt es mehr, als film-rezensionen.de vergibt, für die Geschichte weniger, als Filmstarts vergibt.
Wer den Vorgänger Bibi Blocksberg: Das große Hexentreffen vom Dezember 2025 mochte, bekommt hier mehr Ausstattung und mehr Abenteuer. Wer deutsches Kinderkino sucht, das auch Erwachsene trägt, ist mit Momo oder Die Schule der magischen Tiere 4 besser bedient. Mehr Zauberei sammeln die Fantasyfilme.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Schloss Klunkerburg und die Hexeffekte sehen nach echtem Aufwand aus
- Nala trifft Bibis Mischung aus Chaos und Herz
- Fritzi Haberlandt spielt die Doppelrolle mit Lust an der Übertreibung
- Für Kinder im Grundschulalter klar verständlich
Dagegen
- Die Zeitreise hat keine erkennbaren Regeln
- Der Spieluhr-Krimi ist ohne Überraschung
- Im letzten Drittel zu viele Figuren für 90 Minuten
- Palina Rojinski als Karla Kolumna bleibt unterbeschäftigt
Das Schloss von 1887 hat mehr Fantasie verdient als einen Krimi, den jedes Kind nach zehn Minuten gelöst hat.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Bibi Blocksberg - Die total verhexte Zeitreise?
Verfügbarkeit DEStand 14.10.2026: Bibi Blocksberg - Die total verhexte Zeitreise ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 13,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Amazon).
Stand 14.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Bibi BlocksbergNala
- MaritaFia-Marie Lin
- Beatrix und Mathilde von MolchFritzi Haberlandt
- Bernhard BlocksbergFriedrich Mücke
- Barbara BlocksbergRosalie Thomass


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