Countdown zum Kinostart
Bibi Blocksberg: Die total verhexte Zeitreise wirbelt sie 150 Jahre zurück ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von CineTomAm 24. September 2026 schickt Leonine „Die total verhexte Zeitreise“ ins Kino, und diesmal pustet es die kleine Hexe gleich 150 Jahre in die Vergangenheit.
Eine verpennte Praktikumsanmeldung, ein Museum und eine gestohlene Spieluhr, mehr braucht es nicht, um Bibi Blocksberg aus der Gegenwart zu wirbeln. Ich bin mit den Kassetten groß geworden, also schaue ich hier ganz genau hin.
Zugegeben, Kinderkino ist sonst nicht mein Revier.
Ich bin der Typ für Worldbuilding, große Leinwand und Anime-Wucht, nicht für Hexen-Klamauk. Trotzdem sitzt Bibi tief. Die Marke läuft seit 1980 als Hörspiel, 2002 kam der erste Kinofilm mit Sidonie von Krosigk. Katja Riemann spielte damals die Mutter, Corinna Harfouch die böse Hexe Rabia, 2004 folgte direkt ein zweiter Teil. Für meine Generation ist das „Hex-Hex“ kein Werbespruch, sondern Kindheit.
Genau deshalb bin ich bei einer Neuauflage immer erst mal misstrauisch. Der aktuelle Reboot ging mit Das große Hexentreffen an den Start, und „Die total verhexte Zeitreise“ ist der direkte Nachfolger. Zweite Runde also, und die entscheidet oft, ob so ein Neustart Substanz hat oder nur die Marke melkt.
Eine Spieluhr, und zack: 150 Jahre zurück.
Der Aufhänger ist herrlich simpel. Während Marita bei der Polizei ermitteln darf und Florian mit Kultreporterin Karla Kolumna der nächsten Story hinterherjagt, landet Bibi im Museum, für sie der langweiligste Ort der Welt. Dann verschwindet eine Spieluhr, und der Hexspruch geht nach hinten los. 150 Jahre nach hinten.
Als Fantasy-Fan interessiert mich weniger der Zauber an sich, sondern was so ein Zeitsprung erzählerisch aufmacht. Eine Hexe von heute im Neustadt des späten 19. Jahrhunderts, ohne Handy, ohne die Regeln, die sie kennt. Das ist Fisch-auf-dem-Trockenen-Komik plus Abenteuer, und wenn Regisseur Gregor Schnitzler den Ton trifft, trägt diese Idee locker einen ganzen Film.
Reizvoll ist auch, dass die Zeitreise die Figuren auseinanderzieht. Marita darf bei der Polizei ermitteln, Florian hängt an Karla Kolumnas Fersen, und Bibi steckt ganz allein in der Vergangenheit fest. Solche parallelen Fäden geben einem Kinderfilm Tempo, solange am Ende alles sauber zusammenläuft. Genau daran werde ich den Film messen. Die alte Zeit ist dazu eine dankbare Spielwiese, weil die kleinen Alltagswunder von heute dort plötzlich groß wirken. Ein Reißverschluss oder elektrisches Licht sind für die Menschen von damals reine Hexerei.
Karla Kolumna heißt jetzt Palina Rojinski.
Die Besetzung ist der Punkt, an dem ich hellhörig werde. Palina Rojinski übernimmt Karla Kolumna, die rasende Reporterin, die jeder aus den Hörspielen im Ohr hat. Dazu Fritzi Haberlandt gleich in einer Doppelrolle als Beatrix und Mathilde von Molch. Das ist kein lieblos zusammengecastetes Kinderprogramm, da steckt Zugkraft dahinter.
Rosalie Thomass und Friedrich Mücke geben Bibis Eltern Barbara und Bernhard Blocksberg, Nilam Farooq spielt die Museumskuratorin. Für einen Familienfilm ist das eine ziemlich erwachsene Riege, und genau solche Namen entscheiden oft, ob die Großen im Kinosaal mitgehen oder nur den Nachwuchs abliefern.
Auf die junge Bibi bin ich besonders gespannt. Eine Nachwuchsdarstellerin muss eine Figur tragen, die Millionen im Kopf haben, jede mit ihrer eigenen Bibi-Stimme aus den Hörspielen. Das ist ein undankbarer Job, weil man es keinem ganz recht machen kann. Wenn Nala der Rolle einen eigenen Dreh gibt, statt die alten Filme zu kopieren, ist schon viel gewonnen.
Reboots machen mich vorsichtig, das gebe ich zu.
Die Gefahr bei so einem Stoff ist immer dieselbe. Die verpennte Anmeldung als Startschuss ist arg abgenutzte Kinderfilm-Mechanik, und Fortsetzungen leiern gern aus, wenn der erste Teil funktioniert hat. Der Film steckt aktuell noch in der Postproduktion, Laufzeit und finale Fassung sind offen, bewerten kann und will ich hier nichts.
Was mich ähnliche Stoffe gelehrt hat: Deutsche Familienfilme leben von Herz und Timing, nicht von Effektschlachten. Die Schule der magischen Tiere 4 und der Klassiker Das fliegende Klassenzimmer zeigen beide Enden der Skala. Zwischen liebevoll und lieblos liegt bei diesem Genre nur eine Handvoll Regie-Entscheidungen.
Was mich trotzdem hinlockt.
Die Zeitreise gibt dem Bibi-Kosmos endlich mal echtes Abenteuer statt nur Alltagszauber. Ein historisches Neustadt, gestohlene Spieluhr als Motor, eine Heldin, die improvisieren muss, das hat Potenzial für die schönen, ruhigen Momente, an die man sich als Kind erinnert. So etwas wie Momo hat vorgemacht, dass deutscher Fantasystoff für Kinder groß denken darf.
Ich gehe rein mit vorsichtiger Vorfreude. Wenn dieser Film den Zauber nicht in Formel erstickt und die Zeitreise ernst nimmt, kann das ein richtig runder Nachmittag im Kino werden, für die Kleinen sowieso und für die Kassettenkinder von damals gleich mit. Der Start am 24. September 2026 liegt clever kurz vor den Herbstferien, wenn Familien wieder Lust auf Kino haben. Mehr Fantasyfilme aus unserer Sammlung gibt es nebenbei auch.
Zaubern kostet, und deutsche Budgets sind endlich.
Jetzt der Teil, bei dem ich als Effekt-Fan genauer hinschaue. Ein Film, der Hexerei und eine historische Kulisse gleichzeitig stemmen muss, braucht Geld an den richtigen Stellen. Deutsche Familienfilme haben selten Hollywood-Budgets, dafür oft cleveres Handwerk. Die Frage ist, ob das 19. Jahrhundert glaubwürdig aussieht oder nach Kostümkiste riecht.
Mich interessiert weniger die große CGI-Schlacht als der Moment, in dem eine moderne Bibi in einer fremden Zeit steht und sich durchmogeln muss. So etwas lebt von Timing und Ausstattung, nicht von reiner Pixelmasse. Wenn das Team sauber arbeitet, verzeihe ich dem Film gern die eine oder andere Schlichtheit im Plot. Und ehrlich, ich freue mich darauf, das mit einem Saal voller Kinder zu erleben statt allein vor dem Laptop.
Wer 2026 durch die Zeit hext
- Nala spielt Bibi Blocksberg, die junge Hexe mit dem berühmten „Hex-Hex“.
- Palina Rojinski wird zu Karla Kolumna. Ausgerechnet die Kult-Reporterin. Wer die Hörspiele kennt, hört das sofort im Kopf.
- Fritzi Haberlandt, gleich doppelt, als Beatrix und Mathilde von Molch.
- Rosalie Thomass und Friedrich Mücke als Bibis Eltern Barbara und Bernhard Blocksberg.
- Nilam Farooq als Museumskuratorin Farrah Pahani, dazu Carla Demmin als Schubia und Philomena Amari als Flauipaui.
Erwartungen vor dem Start
keine Wertung✅ Darauf freuen wir uns
- Die Zeitreise gibt dem Bibi-Kosmos endlich echtes Abenteuer
- Palina Rojinski als Karla Kolumna ist Casting mit Ohr fürs Original
- Starke Erwachsenen-Riege um Haberlandt, Thomass und Mücke
❓ Das macht uns nervös
- Reboots und Fortsetzungen leiern schnell aus
- Die verpennte Anmeldung ist abgenutzte Kinderfilm-Mechanik
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