Countdown zum Kinostart
Der Regenmeister: Robert Gustafsson dreht einen Hahn auf und es regnet ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von FilmSchneiderDer Regenmeister kommt am 13. August 2026 über LEONINE Studios in die deutschen Kinos, und die Romanvorlage stammt von einem Mann, der im Film selbst eine der beiden Hauptrollen spielt.
Hannes Holm hat 2015 „Ein Mann namens Ove“ gedreht. Zehn Jahre später nimmt er sich wieder einen mürrischen Witwer vor, diesmal mit einem Wasserhahn im Garten, der Regen macht. In Schweden lief der Film über Weihnachten und stieg direkt auf Platz drei der Kinocharts ein. Ich freue mich darauf und bin trotzdem misstrauisch, aus einem sehr konkreten Grund.
Der Mann, der Ove gedreht hat, macht das noch einmal
Hannes Holm hat mit „Ein Mann namens Ove“ 2015 einen Film gemacht, der es bis zu zwei Oscar-Nominierungen brachte und weltweit nachgedreht wurde. Die amerikanische Fassung mit Tom Hanks kam 2022 als Ein Mann namens Otto ins Kino. Jetzt also wieder ein verschlossener älterer Herr in einer schwedischen Kleinstadt, 109 Minuten lang.
Das ist kein Vorwurf. Ein Regisseur darf zweimal in denselben Brunnen greifen, wenn er weiß, warum. Interessant wird für mich die Frage, an welcher Stelle Holm diesmal einsetzt: bei Ove begann der Film mit einem Mann, der bereits fertig mit der Welt war, und die Vorgeschichte kam in Rückblenden nach. Wenn Der Regenmeister denselben Bauplan verwendet, kenne ich den Film nach zwanzig Minuten.
Ein Wasserhahn. Mehr Erklärung will ich gar nicht.
Die Ausgangslage ist schnell erzählt. Ingmar Karlsson lebt verwitwet und nach festen Regeln in einer Kleinstadt in Südschweden, das Verhältnis zu seiner Tochter ist seit dem Tod seiner Frau erkaltet, geblieben sind ihm die Rosen der Verstorbenen und ein aufdringlicher geschiedener Nachbar. Über dem Land liegt der trockenste Sommer seit Menschengedenken. Und dann ist da dieser Wasserhahn im Garten, den Ingmar aufdreht.
Genau hier entscheidet sich, ob der Film funktioniert. Ein Drehbuch kann ein solches Wunder als Setzung behandeln und weitergehen, oder es kann anfangen, das Wunder zu begründen. Die zweite Variante zerstört solche Filme regelmäßig, weil eine Erklärung immer kleiner ausfällt als das, was der Zuschauer sich selbst gedacht hat. Der schwedische Originaltitel lautet schlicht „Regnmannen“, international läuft er als „Let It Rain“. Beide Titel versprechen keine Erklärung. Gutes Zeichen.
Gustafsson spielt gegen sein eigenes Gesicht
Robert Gustafsson ist in Schweden vor allem als Komiker bekannt, im deutschsprachigen Raum kennt man ihn als „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Ein Gesicht, das Pointen ankündigt, bevor sie da sind. Genau deshalb ist die Besetzung interessant: Ingmar ist eine Rolle, die vom Zurückhalten lebt.
Worauf ich achten werde, sind die stillen Szenen. Komiker sind oft die besseren Dramendarsteller, weil sie Timing können und nicht auf Effekt spielen müssen. Sie scheitern dann, wenn ein Regisseur ihnen erlaubt, doch noch die Pointe zu setzen. Die zweite Hauptrolle spielt Jonas Karlsson, und der hat den Roman von 2019 geschrieben, auf dem alles basiert. Ein Autor, der seine eigene Vorlage mitverfilmt und mitspielt, verteidigt seinen Stoff selten gegen sich selbst.
Wer vor der Kamera steht
- Robert Gustafsson als Ingmar, der verwitwete Kleinstadtbewohner mit den Rosen seiner Frau und einem Wasserhahn, den er besser nicht angefasst hätte.
- Jonas Karlsson spielt den Nachbarn Burman. Er hat auch die Romanvorlage geschrieben und am Drehbuch mitgearbeitet.
- Jens Hultén ist Jacques. Hultén war in Schweden zuletzt vor allem in Thrillerstoffen zu sehen.
- Dazu Simon Gregor Carlsson als Daniel und Enzo Blad Nielsen als Elis.
- In weiteren Rollen: Olle Roberg, Susanne Karlsson, Victor Iván und Sara Shirpey.
Schweden hat ihn gesehen. Die Bewertungen sagen wenig.
Der Film startete am 25. Dezember 2025 in Schweden und stieg direkt auf Platz drei der schwedischen Kinocharts ein, an einem der wichtigsten Kinotage des Jahres. Produziert haben ihn unter anderem SVT, das dänische DR sowie Film i Skåne. Bei der Kritik lief es durchwachsener, und beim Publikum stehen die Zahlen bisher auf wackligem Fundament.
Hier lohnt ein Blick auf die Beleglage, weil sie oft falsch zitiert wird. Auf TMDB steht der Film bei 4,5 von 10, allerdings bei ganzen sechs abgegebenen Stimmen. Aus sechs Stimmen lässt sich nichts ableiten, das ist keine Bewertung, sondern eine Zufallszahl. Bei IMDb liegt er unter dem internationalen Titel Let It Rain bei 5,1. Auch das ist eine dünne Grundlage für einen Film, der erst in einem Land gelaufen ist.
Woran es kippen kann, und woran ich das merken werde
Meine Sorge bei diesem Film hat einen Namen, und der ist der Schluss. Filme dieser Art enden gern mit einer Szene zu viel: die Tochter kommt zurück, jemand sagt einen Satz über das Loslassen, und der Film erklärt dem Publikum das Gefühl, das es zwei Minuten vorher schon hatte. Ove hatte diese Neigung, hat sie aber im Griff behalten.
Das zweite Warnsignal wäre die Dürre als Botschaft. Ein ausgetrocknetes Südschweden ist ein starkes Bild, solange es ein Bild bleibt. Sobald eine Figur beginnt, das Klima zu kommentieren, wird aus einer Geschichte über einen verschlossenen Mann ein Aufsatz. Ich hoffe, Holm bleibt bei Ingmar und seinem Nachbarn und lässt das Wetter Wetter sein.
Für wen das hier gebaut ist
Wer Honig im Kopf mochte oder mit den Provinzgeschichten der Eberhofer-Filme etwas anfangen kann, wird hier bedient. Es ist Kino für Zuschauer, die eine Figur mögen, bevor sie sich ändert. Der Ton dürfte näher an Witwer mit fünf Töchtern liegen als an einer Komödie im engeren Sinn.
Wer dagegen Filme sucht, die ihre Figuren in Bewegung zeigen, statt sie in einer Kleinstadt zu parken, liegt bei Sommer auf Asphalt näher an dem, was er sucht. Der Regenmeister wird sich Zeit lassen, das kündigen 109 Minuten schwedisches Kleinstadtkino zuverlässig an.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungEin Wasserhahn, der Regen macht, ist eine wunderbare Setzung. Ich hoffe nur, der Film erklärt sie mir nicht.— vorab eingeschätzt von FilmSchneider
✅ Darauf freuen wir uns
- Hannes Holm kann verschlossene Männer, siehe Ove
- Robert Gustafsson in einer ernsten Rolle
- Vorlagenautor Jonas Karlsson spielt selbst mit
- 109 Minuten, also keine Überlänge
❓ Das macht uns nervös
- Zweiter Aufguss desselben Figurentyps
- Das Wunder könnte erklärt werden
- Dürre als Botschaft statt als Bild
- Die bisherigen Bewertungen sind dünn
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