Countdown zum Kinostart
Die Blutgräfin: Isabelle Huppert und die Wiener Untoten ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
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Die Vorschau
von LichtspielIsabelle Huppert als Vampirin, ein vegetarischer Neffe in Therapie und Wien als Schauplatz einer Jagd nach einem gefährlichen Buch: Die Blutgräfin verspricht einen eigensinnigen Kinoabend. Ulrike Ottingers Vampirkomödie startet am 29. Oktober 2026 im Verleih von Neue Visionen in Deutschland. Interessant ist dabei, was Ottinger mit der alten Vorstellung vom blutsaugenden Adel anfangen will. Diese Vorschau ordnet die bestätigten Angaben und ihre eigenen Aussagen zum Film ein, ohne Wertung.
Ein Buch bedroht die Unsterblichen
Die Gräfin Erzsébet Báthory kehrt im heutigen Wien zurück und sucht mit ihrer Zofe Hermine nach einem Buch, das alles Böse auslöschen könnte. Für die beiden ist das eine sehr persönliche Angelegenheit: Auch Vampire wären davon betroffen. So beschreibt Neue Visionen die Ausgangslage. Die Geschöpfe, vor denen man sich gewöhnlich schützen muss, haben hier selbst etwas zu fürchten.
Schon diese Umkehr macht neugierig. Wer seit Jahrhunderten vom Leben anderer zehrt, dürfte wenig Interesse an einer gründlichen moralischen Reinigung haben. Dazu kommen Vampirforscher und Polizei, die Ordnung in diese Gesellschaft bringen wollen. Das lässt eine Komödie über Macht und den Wunsch, alles erklären zu können, erwarten. Wie scharf sie tatsächlich wird, ist damit noch nicht gesagt.
Warum Ottinger die Vampire nach Wien schickt
Ottinger erklärt auf ihrer offiziellen Filmseite, dass sie der Vampir als Bild für Menschen und Institutionen interessiert, die auf Kosten anderer leben. Damit bekommt die adelige Hauptfigur eine Bedeutung über ihren Blutdurst hinaus. Mich interessiert an diesem Ansatz besonders, ob der Prunk einer untergegangenen Gesellschaft auch deren Besitzansprüche sichtbar macht. Eine schöne Gruft allein wäre dafür zu wenig.
Im offiziellen Presseheft führt Ottinger die Idee auf eine Reise nach Wien im Jahr 1998 zurück. Die Orte standen also früh am Anfang des Projekts. Sie beschreibt ein Kino, das wie ein Zug an verschiedenen sonderbaren Stationen hält. Das ist ein hilfreicher Hinweis für die Erwartung: Abschweifungen und Ortswechsel gehören zu ihrem Vorhaben. Wer vor allem eine geradlinige Verfolgungsjagd sucht, sollte diese Ankündigung ernst nehmen.
Eine Gräfin, eine Zofe und ein Familienrebell
Huppert spielt die Gräfin, Birgit Minichmayr ihre Zofe Hermine. Thomas Schubert übernimmt den Neffen Rudi Bubi, Lars Eidinger dessen Therapeuten Theobald Tandem. Diese Rollenzuordnung ist bei filmportal dokumentiert. Der vegetarische Vampir ist innerhalb dieser Familie bereits ein Widerspruch auf zwei Beinen: Er verweigert genau die Ernährungsweise, auf der die Existenz seiner Verwandtschaft beruht.
Ottinger erläutert im Presseheft, dass sie ihn als jungen Rebellen angelegt hat, der durch Therapie wieder normal werden möchte. Daraus ergibt sich eine reizvolle Frage: Was bedeutet normal in einer Familie, deren Tradition das Aussaugen anderer ist? Für mich liegt hier das größere Versprechen als in der bloßen Aussicht, bekannte Schauspieler mit Fangzähnen zu sehen.
Was Elfriede Jelinek beigetragen hat
Drehbuch und Regie stammen von Ulrike Ottinger, Elfriede Jelinek hat an den Dialogen mitgearbeitet. Filmportal und die Credits des Pressehefts unterscheiden das ausdrücklich. Laut Ottinger betreffen Jelineks Beiträge konkrete Anspielungen auf österreichische Kultur und Geschichte. Bei einer Erzählung, die alte Herrschaftsformen ins heutige Wien versetzt, macht das auf die Sprache neugierig. Ob die Anspielungen auch ohne Vorwissen tragen, bleibt eine der Fragen an den fertigen Film.
Worauf sich das Publikum einstellen sollte
Die Ankündigungen sprechen für eine groteske Vampirkomödie mit Interesse an Geschichte, Macht und sonderbaren Figuren. Als gedanklicher Nachbar bietet sich Only Lovers Left Alive an: Auch dort öffnen Vampire einen Zugang zu kultureller Erinnerung. Daraus folgt keine stilistische Gleichheit. Ottingers angekündigte Gesellschaft aus Adel, Forschern und Ordnungshütern setzt einen eigenen Schwerpunkt.
Entscheidend dürfte werden, ob aus den einzelnen Stationen mehr entsteht als eine Folge hübscher Kuriositäten. Die Idee, den Vampirmythos über familiären Ungehorsam und überlebte Machtansprüche zu befragen, verdient jedenfalls Aufmerksamkeit. Für ein Urteil über Schauspiel, Rhythmus und die Wirkung des Humors reicht das vorliegende Material noch nicht.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungDer vegetarische Vampir stellt die Familienordnung schon mit seinem Speiseplan infrage.Vorab eingeschätzt von Lichtspiel
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