Poster zum Film Der Sinn des Lebens: Monty Pythons letzter gemeinsamer Geniestreich (1983)

Der Sinn des Lebens: Monty Pythons letzter gemeinsamer Geniestreich (1983)

🎬 Film 102 Min. Komödie FSK 16
⚡ Kurz gesagt

Ein kontrovers-geniales Experiment, das beweist: Manchmal liegt der Sinn des Lebens in der Absurdität selbst. 8.7/10 Watcher-Score 7,5/10.

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Wer streamt Monty Pythons - Der Sinn des Lebens?

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Stand 26.07.2026: Monty Pythons - Der Sinn des Lebens läuft im Abo bei Joyn.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 26.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Die Kritik

von Lichtspiel

Monty Pythons Der Sinn des Lebens kam 1983 in die Kinos, gewann den Grand Prix in Cannes, und ist bis heute der Film, bei dem ich nie weiß ob ich lachen oder mich schämen soll.

Der letzte gemeinsame Film aller sechs Pythons. Terry Jones inszeniert. Graham Chapman lebt noch. Und Mr. Creosote explodiert in einem Restaurant. 7.5 von mir – und mein verstorbener Mann Hartmut hätte mir widersprochen. Er hätte eine 9 gegeben. Hartmut hatte bei Monty Python keine Objektivität.

1983. Cannes. Und Orson Welles in der Jury.

Man muss sich das vorstellen. Die Filmfestspiele von Cannes, 1983. In der Jury sitzt Orson Welles. Auf der Leinwand läuft ein Film, in dem ein Mann so viel isst, dass er explodiert. Und der Film gewinnt den Grand Prix – die zweithöchste Auszeichnung nach der Palme d’Or. Terry Jones hat auf der Pressekonferenz gescherzt, sie hätten die Jury bestochen. Die Schlagzeile am nächsten Tag: „PYTHON BRIBES JURY.“ Nach dem Gewinn sagte Jones, der Film habe auch deshalb gewonnen, weil der „echte“ Mr. Creosote – gemeint war Welles – in der Jury saß.

Das ist eine Geschichte, die nur Monty Python passieren kann. Und sie fasst den Film besser zusammen als jede Inhaltsangabe: Diese sechs Männer haben nie den Unterschied zwischen Kunst und Anarchie akzeptiert. Für sie war beides dasselbe.

Every Sperm Is Sacred. Und was Terry Jones dafür ausgegeben hat.

Die Musical-Nummer „Every Sperm Is Sacred“ hat den Großteil des Budgets verschlungen. 9 Millionen Dollar hatte der Film insgesamt – für 1983 beachtlich – und Terry Jones gab den Löwenanteil für diese eine Sequenz aus. Ein katholisches Viertel in Yorkshire, dutzende Kinder die aus Fenstern und Türen strömen, Michael Palin als überarbeiteter Familienvater, und eine Choreographie die an Oliver! erinnert. Nur dass der Text davon handelt, warum jede Samenzelle heilig ist.

Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf: Diese Sequenz ist der Moment, in dem der Film zeigt, was Monty Python kann und was sonst niemand kann. Sie nehmen ein Tabu, verwandeln es in ein Musical, und am Ende lachst du und fragst dich gleichzeitig, ob du lachen darfst. Das ist eine Gratwanderung, die nur funktioniert, weil die Pythons sie mit absolutem Selbstvertrauen gehen.

Mr. Creosote. Und warum ich den Raum verlasse.

Ich muss das sagen, auch wenn es meine Glaubwürdigkeit als Filmkritikerin untergräbt: Bei der Mr. Creosote Szene verlasse ich den Raum. Jedes Mal. Seit 1983. Terry Jones in einem Fettanzug, der in ein Restaurant kommt, alles auf der Karte bestellt, sich übergibt, weiterisst, sich wieder übergibt, und am Ende – nach einem „wafer-thin mint“ – explodiert. Die Porchester Hall in London, wo die Szene gedreht wurde, musste danach für eine Hochzeit hergerichtet werden, die Stunden später stattfand. Hunderte Pfund an falschem Erbrochenem wurden in Rekordzeit beseitigt.

Hartmut hat diese Szene geliebt. Er hat gelacht bis er keine Luft mehr hatte. Ich habe auf dem Flur gestanden und gewartet bis es vorbei war. Wir waren uns in vielen Dingen einig, mein Mann und ich. Bei Mr. Creosote nicht. Und das war in Ordnung.

Sechs Männer. Alle spielen alles.

Was diesen Film – und alle Python-Filme – von allem anderen unterscheidet: Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin spielen jeweils zwischen zehn und zwanzig Rollen. Chapman ist gleichzeitig der Vorsitzende, ein Arzt, ein General und ein Transvestit. Cleese ist ein Oberkellner und der Sensenmann. Palin spielt den Kaplan, den Feldwebel und Mr. Hendy.

Das erinnert an Das Leben des Brian und an Die Ritter der Kokosnuss, aber hier geht es noch weiter. Die Pythons sind das gesamte Ensemble. Sie sind die Welt. Und das gibt dem Film eine Geschlossenheit, die trotz der Sketch-Struktur erstaunlich konsistent ist.

Carol Cleveland – die „siebte Python“, wie sie oft genannt wird – taucht in verschiedenen Rollen auf. Michael Caine hat einen kurzen, nicht im Abspann aufgeführten Cameo als britischer Soldat. Und Jane Leeves, die später als Daphne in Frasier berühmt werden sollte, tanzt kurz durchs Bild. Das sind die Details, die einen Film aus 1983 auch 2026 noch sehenswert machen.

Keine Handlung. Absicht.

Der Sinn des Lebens hat keine zusammenhängende Geschichte. Das ist kein Versäumnis – das ist das Konzept. Der Film ist in Kapitel unterteilt: Die Geburt, das Wachstum, der Kampf, die Mitte des Lebens, die Organentnahme, der Herbst des Lebens, der Tod. Jedes Kapitel ist ein eigenständiger Sketch, manchmal brillant, manchmal ungleichmäßig, immer unberechenbar.

Als Deutschlehrerin habe ich jahrzehntelang Struktur gepredigt. Einleitung, Hauptteil, Schluss. Monty Python zeigt, dass man all das ignorieren kann, wenn der Inhalt stark genug ist. Das ist eine Lektion, die ich meinen Schülern nie beigebracht habe – aber vielleicht hätte ich es tun sollen.

Terry Gilliams Kurzfilm „The Crimson Permanent Assurance“ wurde als Vorprogramm vor den eigentlichen Film gestellt. Ursprünglich sollte er ein Teil des Films sein, aber Gilliam hat ihn so ausgedehnt, dass er einen eigenen Vorspann bekam. Buchhalter übernehmen ein Bürogebäude und segeln als Piraten durch die Londoner City. Das ist Gilliam in Reinform – surreal, anarchisch, und mit einem Budget das Terry Jones wahrscheinlich graue Haare gemacht hat.

Graham Chapman. Ein Jahr nach diesem Film.

Der Sinn des Lebens war der letzte gemeinsame Film aller sechs Pythons. Graham Chapman starb am 4. Oktober 1989, einen Tag vor dem 20. Jubiläum von Monty Python’s Flying Circus. Er war 48 Jahre alt. Wenn ich den Film heute schaue, denke ich unweigerlich daran, dass Chapman hier zum letzten Mal vor der Kamera steht, lebhaft und komisch und unvergesslich. Man muss bedenken, dass Chapman zu diesem Zeitpunkt bereits mit Alkoholproblemen kämpfte – aber seine Performance verrät nichts davon.

John Cleese hielt bei Chapmans Beerdigung eine Rede, in der er sagte, Chapman hätte gewollt, dass er der erste Mensch bei einer britischen Trauerfeier ist, der das Wort „fuck“ sagt. So war Chapman. Und so sind die Pythons.

Die Pythons. Und ihre zahllosen Gesichter.

  • Graham Chapman – Doktor, General, Vorsitzender, und ein Dutzend weitere Rollen. Sein letzter gemeinsamer Auftritt.
  • John Cleese als Oberkellner, Dr. Spencer, und vor allem als Sensenmann – Cleese in einem schwarzen Umhang, der bei einem Dinner auftaucht, ist einer der ikonischsten Momente der Filmkomödie.
  • Terry Gilliam: Fensterputzer, Ansager, und Regisseur des Vorfilms. Der visuellste Python.
  • Eric Idle — der „Every Sperm Is Sacred“-Sänger, Mrs. Blackitt, und der Mann der den Sinn des Lebens schließlich verkündet. Idles Timing ist makellos.
  • Terry Jones als Mr. Creosote (die Szene bei der ich den Raum verlasse), als Bert, als Priester. Jones führt auch Regie – gleichzeitig.
  • Michael Palin: Dad, Chaplain, Feldwebel, Moderator. Palins Warmherzigkeit hält den Film zusammen, wenn die Anarchie zu kippen droht.
  • Carol Cleveland in verschiedenen Rollen – die siebte Python, ohne die kein Film komplett wäre.


Synchronstudio: Arena Synchron GmbH
Jahr: 1983
Dialogregie: Rainer Brandt

Graham Chapman|Diverse Rollen|Thomas Danneberg
John Cleese|Diverse Rollen|Karl-Ulrich Meves
Terry Gilliam|Diverse Rollen|Randolf Kronberg
Eric Idle|Diverse Rollen|Michael Habeck
Terry Jones|Diverse Rollen|Lutz Mackensy
Michael Palin|Diverse Rollen|Arne Elsholtz

Quelle: Synchronkartei.de

Der Sinn des Lebens. Laut Monty Python.

Am Ende des Films liest eine Frau den Sinn des Lebens von einer Karte ab: „Be nice to people, avoid eating fat, read a good book every now and then, get some walking in, and try to live together in peace and harmony with people of all creeds and nations.“ Dann schaltet ein Fernseher um.

Das ist entweder die größte Antiklimax der Filmgeschichte oder die ehrlichste Antwort die je ein Film gegeben hat. Ich schwanke seit 43 Jahren. Hartmut hat immer gesagt, die Antwort sei absichtlich banal, weil die Frage absurd sei. Ich denke manchmal, die Pythons haben es einfach ernst gemeint. Und dann gleich wieder nicht.

Der Film spielte weltweit knapp 43 Millionen Dollar ein – bei 9 Millionen Budget ein solider Erfolg. Auf IMDb steht er bei 7.5, auf Rotten Tomatoes bei 86 Prozent. „Rude, ribald, and unafraid to take comedic risks,“ schreibt die Critics Consensus. Das stimmt. Und es beschreibt nicht nur den Film, sondern die gesamte Karriere dieser sechs Männer.

Was von den Pythons bleibt

Graham Chapman ist gegangen. Terry Jones ist 2020 gegangen. Die anderen vier leben noch, in verschiedenen Graden der Aktivität. Der Sinn des Lebens ist kein perfekter Film. Er ist ungleichmäßig, manchmal zu lang, manchmal zu grob. Aber er ist auch ein Film, den man nicht vergisst. Die Komödien-Landschaft wäre ohne die Pythons eine andere – langweiligere – Welt.

Stefan sieht das anders. Stefan findet die Pythons „handwerklich interessant, aber nicht seine Welt“. Das sagt er über einen Film, der den Grand Prix in Cannes gewonnen hat. Manchmal schüttele ich nur den Kopf über meinen Sohn. Aber still. Lächelnd.

Wenn Sie nur eine Szene aus diesem Film schauen: nehmen Sie den Sensenmann. Wenn Sie nur ein Lied hören: „Every Sperm Is Sacred.“ Wenn Sie den ganzen Film schauen: Planen Sie danach einen langen Spaziergang ein. Der Sinn des Lebens lässt Fragen offen, die keine Antwort brauchen.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Dafür

  • Every Sperm Is Sacred
  • Sensenmann-Szene
  • Cannes Grand Prix

Dagegen

  • Ungleichmäßige Qualität
  • Mr. Creosote zu exzessiv
  • Episodische Struktur
Be nice to people, avoid eating fat, read a good book every now and then.— aus der Wertung von Lichtspiel
Monty Pythons letzter gemeinsamer Film ist ein Abend voller Widersprüche. Brilliant und unausgereift. Mutig und manchmal zu viel. Every Sperm Is Sacred ist eine der besten Musical-Nummern der Filmgeschichte. Mr. Creosote ist die Szene, bei der ich seit 43 Jahren den Raum verlasse. Der Sensenmann bei Dinner ist zeitloser als die meisten ernsthaften Filme über den Tod. Hartmut hätte eine 9 gegeben. Ich gebe eine 7.5 und vermisse ihn dabei. Ein Film der den Grand Prix in Cannes gewonnen hat und trotzdem nie den Versuch macht, respektabel zu sein. Das nenne ich Kino.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Monty Pythons - Der Sinn des Lebens

Wo kann ich Monty Pythons - Der Sinn des Lebens streamen?

Monty Pythons - Der Sinn des Lebens läuft aktuell im Abo bei Joyn; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, YouTube, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Ab welchem Alter ist Monty Pythons - Der Sinn des Lebens freigegeben?

Monty Pythons - Der Sinn des Lebens ist in Deutschland ab FSK 16 freigegeben. Für jüngere Zuschauer ist den Film damit nicht freigegeben.

Wie lange dauert Monty Pythons - Der Sinn des Lebens?

Monty Pythons - Der Sinn des Lebens hat eine Laufzeit von rund 102 Minuten (1 Stunde und 42 Minuten).

Lohnt sich Monty Pythons - Der Sinn des Lebens?

Unsere Redaktion vergibt Monty Pythons - Der Sinn des Lebens einen Watcher-Score von 7,5 von 10. Ein kontrovers-geniales Experiment, das beweist: Manchmal liegt der Sinn des Lebens in der Absurdität selbst. 8.7/10

Für wen ist Monty Pythons - Der Sinn des Lebens geeignet?

Monty Pythons - Der Sinn des Lebens ist vor allem etwas für Komödie-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen. Wegen der Freigabe ab FSK 16 ist den Film nichts für jüngere Zuschauer.

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Trailer

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Besetzung

Terry GilliamVarious Roles
Graham ChapmanVarious Roles
John CleeseVarious Roles
Eric IdleVarious Roles
Terry JonesVarious Roles

FAQ zu Der Sinn des Lebens: Monty Pythons letzter gemeinsamer Geniestreich

Ist Der Sinn des Lebens der beste Python-Film?
Nein. Das ist Das Leben des Brian. Aber Der Sinn des Lebens hat Momente, die Brian nicht hat – die Geburt, Mr. Creosote, der Sensenmann. Es ist ein ungleichmäßigerer Film, aber in seinen besten Momenten gleichauf.
Muss man die anderen Python-Filme vorher kennen?
Nein. Man muss nichts kennen. Monty Python funktioniert ohne Vorwissen. Man muss nur bereit sein, sich auf Absurdes einzulassen. Und bei Mr. Creosote möglicherweise den Raum zu verlassen.
Was bedeutet der Sensenmann-Sketch?
John Cleese als Sensenmann taucht bei einem Dinner auf und verkündet den Tod aller Anwesenden. Die reagieren britisch höflich. Das ist Pythons Kommentar zum Tod: unvermeidlich, absurd, und am besten mit Haltung zu ertragen. Mein verstorbener Mann hätte gesagt: "Genauso möchte ich gehen – überrascht bei einem guten Essen."
Was ist "The Crimson Permanent Assurance"?
Terry Gilliams Kurzfilm im Vorprogramm. Buchhalter werden zu Piraten. Es hat nichts mit dem Rest des Films zu tun und ist trotzdem großartig. Typisch Gilliam.
Warum hat der Film in Cannes gewonnen?
Grand Prix, nicht die Palme d'Or. Jury unter William Styron. Terry Jones behauptete, sie hätten bestochen. Orson Welles saß in der Jury und hatte angeblich großen Spaß. Manchmal belohnt Cannes das Unerwartete. 1983 war so ein Jahr.
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