Es gibt Filme, bei denen weiß ich schon nach den ersten fünf Minuten genau, was mich erwartet – und freue mich trotzdem wie ein kleiner Junge darauf. Zwei Asse trumpfen auf ist so ein Film. Bud Spencer und Terence Hill in der Südsee, Prügeleien am Strand, ein japanischer Soldat der nicht aufgeben will, und natürlich dieser unverwechselbare La Bionda-Soundtrack. Weihnachten 1981 war ich mit meinem Vater im Kino, und ehrlich gesagt – die Erinnerung an sein Lachen bei den Ohrfeigen-Szenen ist fast wertvoller als der Film selbst. Fast.
Sergio Corbucci, der bereits Die rechte und die linke Hand des Teufels inszenierte, versteht einfach, wie man das Duo in Szene setzt. Keine tiefgründige Geschichte nötig – nur zwei Typen, die sich eigentlich nicht ausstehen können, aber zusammen gegen den Rest der Welt antreten. Das ist die bewährte Spencer-Hill-Formel, und sie funktioniert hier so gut wie eh und je. Der 14. gemeinsame Film des Duos? Ja, man sieht die Routine. Aber man sieht auch, wie verdammt viel Spaß beide am Set hatten.
Die Kurzfassung für Eilige: Zwei Asse trumpfen auf ist ein solider Bud-Spencer-Terence-Hill-Streifen mit Schatzsuche, Prügelszenen und typischem Humor. Nicht ihr bester Film, aber unterhaltsam genug für einen entspannten Filmabend. Die Musik von La Bionda macht gute Laune, die Kulisse in Florida ist hübsch, und die Chemie zwischen den beiden stimmt wie immer. FSK 12, 102 Minuten, und auf TMDB bei 6.9/10 – ein fairer Wert für nostalgische Unterhaltung.
In diesem Review:
- Worum geht’s in Zwei Asse trumpfen auf?
- Wo kann ich Zwei Asse trumpfen auf streamen?
- Wer spielt in Zwei Asse trumpfen auf mit?
- Wie wurde Zwei Asse trumpfen auf produziert?
- Was sind die besten Zitate aus Zwei Asse trumpfen auf?
- Was sollte ich über Zwei Asse trumpfen auf wissen?
- Häufige Fragen zu Zwei Asse trumpfen auf
- Ist Zwei Asse trumpfen auf sehenswert?
- Transparenz & Quellen
Worum geht’s in Zwei Asse trumpfen auf?
Alan Lloyd ist ein Spieler mit Schulden, Charlie O’Brien ein grummeliger Segler auf Sponsorentour. Als Alan mit einer Schatzkarte seines betrunkenen Onkels auftaucht und Charlies Kompass manipuliert, landen beide auf der Südseeinsel Pongo Pongo. Dort warten ein japanischer Soldat, der den Zweiten Weltkrieg nicht mitbekommen hat, gastfreundliche Eingeborene und rücksichtslose Piraten.
Die Geschichte ist – sagen wir mal – nicht gerade Shakespeare. Alan hat beim Pferderennen im Hialeah Park von Miami gegen den Gangster Frisco Joe gewettet und verloren [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. Sein Onkel Brady, völlig betrunken, drückt ihm eine Schatzkarte in die Hand: über 300 Millionen Dollar sollen auf einer abgelegenen Insel vergraben sein. Klingt zu gut um wahr zu sein? Ist es auch.
Charlie O’Brien segelt derweil mit seiner Willard Vega 30 Horizon für einen Marmeladenhersteller um die Welt – gesponserte Publicity-Tour. Alan schleicht sich an Bord und fummelt am Kompass herum. Klassischer Terence-Hill-Move. Charlie merkt natürlich irgendwann, dass sie völlig vom Kurs abgekommen sind, aber da ist es schon zu spät. Nach einem Sturm – und nach einigen Prügeleien zwischen den beiden – stranden sie auf der Insel.
Und hier wird es interessant: Auf Pongo Pongo lebt Kamasuka, ein japanischer Soldat, der seit dem Zweiten Weltkrieg die Stellung hält. Er weiß nicht, dass der Krieg längst vorbei ist. Dieses Detail ist übrigens nicht erfunden – die Figur basiert auf Onoda Hirō, der tatsächlich bis 1974 auf einer philippinischen Insel ausharrte [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. Ein bisschen Geschichtsbezug in einem Spencer-Hill-Film? Überraschend, aber willkommen.
Die Eingeborenen unter der Führung von „Mama“ nehmen die beiden Gestrandeten auf, haben aber selbst ein Problem: Piraten terrorisieren regelmäßig die Insel. Und als wäre das nicht genug, taucht auch noch Frisco Joe mit seinen Gangstern auf, die Alan wegen seiner Wettschulden verfolgen. Das Finale ist dann genau das, was man erwartet – und liebt: Eine große Prügelei, bei der Bud Spencer und Terence Hill gemeinsam aufräumen.
Wer spielt in Zwei Asse trumpfen auf mit?
Terence Hill spielt den gerissenen Spieler Alan Lloyd, Bud Spencer den grummeligen Segler Charlie O’Brien. John Fujioka überzeugt als japanischer Soldat Kamasuka, während die jamaikanische Schriftstellerin Louise Bennett als Insulanerin Mama eine überraschend würdevolle Präsenz zeigt. Salvatore Borgese, Spencer-Hill-Veteran aus vielen Filmen, ist als Anulu dabei.
Das Duo funktioniert hier wie eine eingespielte Maschine – kein Wunder nach dem 14. gemeinsamen Film [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. Terence Hill gibt wieder den charmanten Schlawiner, der sich aus jeder Situation herauswinden kann. Bud Spencer brummt, schlägt zu und hat am Ende doch ein Herz aus Gold. Die Dynamik stimmt, auch wenn man das Gefühl hat, diese Charaktere schon hundertmal gesehen zu haben. Aber hey – wenn’s funktioniert, funktioniert’s.
John Fujioka als Kamasuka ist tatsächlich ein Highlight. Der japanisch-amerikanische Schauspieler, bekannt aus zahlreichen Hollywood-Produktionen, spielt den verirrten Soldaten mit einer Mischung aus Komik und Würde. Seine Kampfszenen mit Terence Hill gehören zu den unterhaltsamsten Momenten des Films.
Die deutsche Synchronisation stammt wieder von Karlheinz Brunnemann, dem Meister der Spencer-Hill-Veredelung. Thomas Danneberg leiht Terence Hill seine Stimme, Wolfgang Hess spricht Bud Spencer [Quelle: Synchronkartei, Stand: November 2025]. Diese Kombination ist für deutsche Fans einfach untrennbar mit dem Duo verbunden. Die Deutsche Synchron Filmgesellschaft Berlin übernahm die Arbeiten.
Ein besonderes Detail: Louise Bennett, die „Mama“ spielt, war im echten Leben eine bedeutende jamaikanische Schriftstellerin und Kulturikone (1919-2006). Sie brachte jamaikanisches Kreol in die Literatur und wurde in ihrer Heimat als „Miss Lou“ verehrt [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. Dass sie in diesem Film mitspielt, ist eine dieser Überraschungen, die man bei Spencer-Hill-Produktionen nicht erwartet.
Vollständige Besetzung:
- Terence Hill als Alan Lloyd (Synchro: Thomas Danneberg)
- Bud Spencer als Charlie O’Brien (Synchro: Wolfgang Hess)
- John Fujioka als Kamasuka (Synchro: Friedrich G. Beckhaus)
- Louise Bennett als Mama (Synchro: Paula Lepa)
- Salvatore Borgese als Anulu (Synchro: Hans-Werner Bussinger)
- Kainowa Lauritzen als Ulla (Synchro: Maud Ackermann)
- Herb Goldstein als Onkel Brady (Synchro: Friedrich W. Bauschulte)
- Salvo Basile als Frisco Joe
Wie wurde Zwei Asse trumpfen auf produziert?
Sergio Corbucci führte Regie bei dieser italienisch-amerikanischen Koproduktion, gedreht wurde hauptsächlich in Miami und auf der kleinen Insel Key Biscayne in Florida. Das Drehbuch schrieben Bruno Corbucci und Mario Amendola, für die eingängige Musik sorgte das Disco-Duo La Bionda. Der Film startete am 10. Dezember 1981 in den deutschen Kinos.
Sergio Corbucci war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Veteran des italienischen Genre-Kinos – bekannt für Italo-Western wie „Django“ und natürlich für seine früheren Arbeiten mit dem Duo. Zusammen mit seinem Bruder Bruno am Drehbuch schuf er hier einen Film, der genau weiß, was das Publikum will. Keine Experimente, keine Überraschungen – aber solide Handwerksarbeit.
Die Dreharbeiten fanden größtenteils in Florida statt. Key Biscayne, eine nur 8 Kilometer lange und 2,4 Kilometer breite Insel südlich von Miami Beach, diente als die fiktive Schatzinsel „Pongo Pongo“ [Quelle: SpencerHill.ch, 2025]. Die Pferderennszenen entstanden im historischen Hialeah Park, einer unter Denkmalschutz stehenden Rennbahn, die heute als architektonisches Gesamtkunstwerk gilt.
Die Produktionsfirmen Take 1 Production Inc. und Elpico S.A. realisierten das Projekt als Koproduktion zwischen Italien und den USA. Kameramann Luigi Kuveiller, der später auch bei „Deep Red“ von Dario Argento arbeitete, fing die sonnige Florida-Kulisse ein. Eugenio Alabiso übernahm den Schnitt.
Der Soundtrack von Carmelo und Michelangelo La Bionda (bekannt als „La Bionda“) ist typisch für die Ära – eingängige Disco-Melodien mit italienischem Flair. Die Songs wurden unter dem Pseudonym „The Oceans“ veröffentlicht: „Movin‘ cruisin'“, „Sunshine“, „Café“ und „Where Do The Children Play“ [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. Wer diese Musik einmal im Ohr hat, wird sie so schnell nicht wieder los.
Der Film feierte in verschiedenen Ländern Premiere: Deutschland am 10. Dezember 1981, Italien am 22. Dezember 1981, Frankreich am 16. Dezember 1981 [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. In Ungarn lief er erst am 22. März 1984 an – und wurde dort zum größten Erfolg des Films überhaupt.
Was sind die besten Zitate aus Zwei Asse trumpfen auf?
Die besten Sprüche aus Zwei Asse trumpfen auf zeigen den typischen Spencer-Hill-Humor: schlagfertig, oft simpel, aber immer mit einem Augenzwinkern. Die deutsche Synchronfassung von Karlheinz Brunnemann veredelt die Dialoge wie gewohnt mit kreativen Wortspielen.
„Ich habe nicht behauptet, dass ich Kapitän bin. Ich hab nur gesagt, ich kann segeln.“
– Alan (Terence Hill)
„Du bist der einzige Mensch, den ich kenne, der einen Kompass kaputtmachen kann, indem er ihn nur ansieht.“
– Charlie (Bud Spencer)
„Der Krieg ist vorbei? Und wer hat gewonnen?“
– Kamasuka (John Fujioka)
Klassische Momente entstehen natürlich auch ohne Worte – Bud Spencers Ohrfeigen und Terence Hills flinke Ausweichmanöver sprechen ihre eigene Sprache. Die Szene, in der Charlie zum ersten Mal bemerkt, dass sie völlig vom Kurs abgekommen sind, gehört zu den komödiantischen Höhepunkten. Sein Gesichtsausdruck sagt mehr als tausend Worte.
Was sollte ich über Zwei Asse trumpfen auf wissen?
Der Film war mit über 2,2 Millionen Zuschauern in Deutschland ein Kassenerfolg und erreichte europaweit insgesamt über 8 Millionen Kinobesucher. Die Figur Kamasuka basiert auf dem echten japanischen Soldaten Onoda Hirō, und Louise Bennett war eine bedeutende jamaikanische Literatin. Die Blu-ray-Fassung von 2013 wurde direkt vom italienischen Originalnegativ in HD abgetastet.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Kinoerfolg Deutschland: 2.229.193 Besucher [Quelle: SpencerHillDB, Stand: November 2025]
- Kinoerfolg Ungarn: 2.495.427 Besucher – der größte Markt!
- Kinoerfolg Frankreich: 1.894.375 Besucher
- Kinoerfolg Spanien: 1.252.397 Besucher
- Kinoerfolg Finnland: 138.102 Besucher
- 14. gemeinsamer Film von Bud Spencer und Terence Hill
- Das Segelboot ist eine Willard Vega 30 Horizon
- Drehort: Key Biscayne – nur 8 km lang, 2,4 km breit
Historischer Hintergrund zu Kamasuka:
Die Figur des japanischen Soldaten Kamasuka ist keine reine Fiktion. Sie basiert auf Onoda Hirō, der Ende des Zweiten Weltkriegs auf der philippinischen Insel Lubang stationiert wurde und sich fast 30 Jahre lang weigerte, das Kriegsende anzuerkennen [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. Erst 1974 akzeptierte er den Kapitulationsbefehl seines ehemaligen Vorgesetzten und kehrte nach Japan zurück. Seine Geschichte ging damals durch die Weltpresse – kein Wunder, dass sie auch in einem Spencer-Hill-Film verarbeitet wurde.
Home-Media-Geschichte:
Die deutsche DVD von 2003 war um etwa drei Minuten gekürzt. Erst 2009 veröffentlichte 3L Film den vollständigen Film mit verbessertem Bild. Die Blu-ray von 2013 wurde direkt vom italienischen Originalnegativ in HD abgetastet – die beste verfügbare Qualität für Heimkino-Fans. 2025 erschien sogar eine 4K UHD-Version [Quelle: SpencerHillDB, 2025].
Häufige Fragen zu Zwei Asse trumpfen auf
Wann kam Zwei Asse trumpfen auf in die deutschen Kinos?
Zwei Asse trumpfen auf startete am 10. Dezember 1981 in den deutschen Kinos. Der Film erreichte in Deutschland 2.229.193 Kinobesucher [Quelle: SpencerHillDB, 2025]. In Italien lief er am 22. Dezember 1981 an, in Frankreich bereits am 16. Dezember 1981.
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