Wer streamt Der Teufel kam aus Akasava?
Verfügbarkeit DEStand 25.04.2026: Der Teufel kam aus Akasava läuft im Abo bei Prime Video – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 4,99 €.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 25.04.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von LichtspielDer Teufel kam aus Akasava von Jess Franco, deutscher Kinostart 5. März 1971, ist die letzte Hauptrolle von Soledad Miranda – die ein halbes Jahr vor der Premiere mit 27 Jahren in Lissabon starb.
Eine späte Bryan-Edgar-Wallace-Verfilmung der CCC. Horst Tappert drei Jahre vor Derrick. Howard Vernon als Kammerdiener. Der Plot ist albern, die Inszenierung wackelt – aber Miranda trägt ihn. 5,7 von 10, ein knapp wohlwollender Klassiker-Bonus.
Soledad Miranda war zu diesem Zeitpunkt schon tot. Das ist der Satz mit dem ich diesen Film immer einleite wenn ich ihn jemandem zeige, weil ohne diesen Satz versteht man weder was Jess Franco hier in seinen 81 Minuten versucht noch warum dieser Film, der nüchtern betrachtet ein zweitrangiger Bryan-Edgar-Wallace-Aufguss aus den deutschen CCC-Studios von Artur Brauner ist, in der Erinnerung der Eurokult-Gemeinde einen ganz eigenen Platz einnimmt. Soledad Miranda starb am 18. August 1970 in Lissabon, mit 27 Jahren, in einem Auto-Unfall, kurz nachdem sie diesen und vier weitere Filme für Franco gedreht hatte. Der Teufel kam aus Akasava lief am 5. März 1971 in den deutschen Kinos an, knapp ein halbes Jahr nach ihrem Tod, und so steht eine Frau auf der Leinwand und tanzt einen halbnackten Tanz in einer Hotelbar in irgendeinem fiktiven Akasava, von dem das Publikum 1971 nicht wusste oder gerade erst lernte dass die Tänzerin nicht mehr lebt. Das ist eine seltsame, schmerzhafte Form von Kinoverliebtheit, und sie macht aus diesem Film, dem ich wohlwollende 5,7 von 10 gebe, mehr als die Summe seiner Teile.
Reden wir kurz über die Teile, weil ich nicht so tun will als wäre Akasava ein guter Film im konventionellen Sinn. Er ist es nicht. Das Drehbuch von Ladislas Fodor und Paul André verheddert sich in den ersten zwanzig Minuten in einer Geheimnis-Stein-Geschichte die man als Erwachsener kaum noch ernst nehmen kann – irgendwo im Dschungel finden Professor Forrester und sein Assistent einen Mineralstein der Metall in Gold verwandeln und Menschen in Zombies verwandeln kann, was schon im Trailer schief klingt und im fertigen Film noch schiefer. Forrester verschwindet, sein Freund Lord Kingsley schaltet Scotland Yard ein, und eine Geheimagentin Jane Morgan, gespielt von Soledad Miranda, soll in der fiktiven afrikanischen Republik Akasava ermitteln und nebenbei in einer halbseidenen Nachtbar als Tänzerin auftreten. Mehr Plot wird in den nächsten 60 Minuten nicht passieren, dafür viel Hotelzimmer, viele Gespräche bei Cocktails, ein paar Schießereien die so behäbig inszeniert sind dass man die Schwerkraft der Pistolen sehen kann, und immer wieder Soledad Miranda. Die ist der Grund warum dieser Film noch existiert.
Der Film steht im Edgar-Wallace-Universum auf der schmalen, oft vergessenen Brücke zwischen den großen Rialto-Krimis der sechziger Jahre und den späten, teilweise schon tropisch verirrten siebziger CCC-Produktionen. Wer die klassischen Wallace-Filme kennt, wer Die Bande des Schreckens aus dem Jahr 1960 oder Das indische Tuch aus 1963 in der Sammlung hat, der kennt das Edgar-Wallace-Gefühl der Schwarz-Weiß-Spätsechziger – Nebel an der Themse, Blackmailer in Trenchcoats, Klaus Kinski mit irren Augen. Akasava ist nicht das. Akasava ist Wallace ohne Themse, ohne Nebel, ohne Klaus Kinski, dafür mit Acapulco-Pool, mit Plastikpalmen im Studio und mit Jess Franco der den Film weniger als Krimi und mehr als sinnliches Bilderkarussell inszeniert. Es ist eine ehrliche Abfahrt vom klassischen Wallace, und ob man sie mitgehen will, hängt davon ab wie sehr man Franco mag.
Jess Franco und die Frau die ihm im selben Jahr fünfmal zugehört hat
Jess Franco, der spanische Vielfilmer der mit über 200 Regiearbeiten zu den produktivsten Genre-Filmemachern Europas gehört, war zu dieser Zeit in einer der intensivsten kreativen Phasen seines Lebens. Soledad Miranda war seine Muse – im technischen Sinn dieses überstrapazierten Wortes, also: er drehte zwischen 1969 und 1970 fünf Filme mit ihr in der Hauptrolle. Vampyros Lesbos. She Killed in Ecstasy. Eugenie de Sade. Sie tötete in Ekstase. Und eben Der Teufel kam aus Akasava. Franco hat in späteren Interviews oft und etwas wirr über sie gesprochen und immer betont dass ihr Tod ihn jahrelang beschäftigt habe. Wer Vampyros Lesbos und Akasava nacheinander sieht, versteht warum: Miranda hat eine Präsenz die sich nicht aus Schauspielschule speist sondern aus etwas Vor-Filmischem, einer Mischung aus südländischer Strenge, Distanz und einem unwillkürlichen Erotik-Pol den die Kamera nicht inszenieren muss. Sie ist die Garbo der frühen siebziger Eurokult-Welle und sie hat denselben tragischen Ausgang nur viel früher.
Akasava ist von den fünf Franco-Miranda-Filmen der konventionellste, der studio-mäßigste, der mit dem geringsten künstlerischen Ehrgeiz, und genau deshalb auch der für viele Zuschauer zugänglichste. Die Vampyros-Sumpfgebiete bleiben hier draußen, die surreale Erotik der Eugenie-Filme ebenfalls, stattdessen haben wir einen klassischen Pulp-Plot mit MacGuffin-Stein, einer Geheimagentin die sich von Hotel zu Hotel bewegt, und einer Reihe von Männern die zwischen den Szenen sterben. Franco arbeitet hier mit Artur Brauners CCC Filmkunst zusammen, die sich Anfang der siebziger Jahre noch im Rest des Edgar-Wallace-Marktes positionieren wollte. Die DE-ES-Koproduktion mit Fenix Film aus Spanien ist typisch für die Zeit – Franco brauchte spanische Steuermodelle und deutsches Geld, Brauner brauchte Drehorte außerhalb der Berlin-Studios, und so steht in den Credits CCC-Filmkunst neben Fenix.
Wer hier wirklich glänzt und wer Statist bleibt
- Soledad Miranda als Jane Morgan – die ganze Show. Tänzerin, Geheimagentin, Verführerin, in den letzten zwanzig Minuten sogar Detektivin. Drei oder vier längere Tanzsequenzen die heute schwerer zu verteidigen sind als 1971. Aber Miranda hat etwas das ich bei zeitgleichen deutschen Erotik-Komparsinnen vergeblich suche: sie schaut nie verlegen aus. Sie schaut die Kamera an, ohne zu fragen ob sie darf.
- Fred Williams — Rex Forrester. Der Held, neben Miranda blass. Williams war ein deutsches Pseudonym-Karussell der Sechziger, oft im Eurospy-Sektor. Macht seine Arbeit, stört nicht, bleibt aber Funktion statt Person.
- Horst Tappert als Dr. Andrew Thorrsen – der Name den deutsche Zuschauer 2026 immer noch automatisch erkennen. 1971 auf dem Weg zu Derrick, aber noch nicht dort – die ZDF-Serie startete erst 1974. Hier ein Nebenpart, professionell gespielt, mit dem ruhigen norddeutschen Ton den er nie ablegen würde.
- Ewa Strömberg als Ingrid Thorsson – bringt die Strömberg-Linie in den Franco-Kosmos mit. Hatte mit Miranda zusammen in Vampyros Lesbos die andere Hälfte des Vampir-Paars gespielt. Auch hier inszeniert Franco eine kleine, unausgesprochene Spannung zwischen den beiden Frauen.
- Siegfried Schürenberg — Sir Philip. Jahrzehntelang Sir John in der Rialto-Wallace-Reihe, hier wieder die britische Behörden-Autorität mit Veteranen-Würde. Wiedererkennungswert für alle Sir-John-Kenner.
- Howard Vernon: Valet Humphrey. Franco-Stammgast, sonst All-Purpose-Bösewicht der europäischen Sechziger-B-Welt. Hier eine kleine Rolle, präzise ausgefüllt — man fragt sich warum Franco ihm nie eine Hauptrolle gegeben hat.
- Walter Rilla und Blandine Ebinger als Lord und Lady Kingsley — die beiden bringen einen Hauch alte Schule mit. Rilla, Veteran des deutschen Kinos der Zwanziger, gibt der Sache Würde. Ebinger eine kleine Episode wert.
- Jess Franco selbst als Tino Celli. Eines seiner Marken-Cameos in fast jedem eigenen Film. Heute eher Signatur als Schauspielleistung.
Was Franco hier eigentlich versucht hat
Wenn man Akasava genauer betrachtet, sieht man dass Franco mit dem Auftragsfilm-Korsett von CCC und Fenix gerungen hat. Er sollte einen Bryan-Edgar-Wallace-MacGuffin-Pulp drehen, den ein deutsches und spanisches Publikum 1971 verstehen würde. Er hat sich an einigen Stellen daran gehalten, an anderen Stellen ist er ausgebrochen. Die Tanzszenen in der Akasava-Bar sind nicht aus Wallace. Die langen Hotelzimmer-Szenen mit Soledad Miranda alleine vor einem Spiegel sind nicht aus Wallace. Die surrealen, fast traumartigen Übergänge zwischen den Schauplätzen, die manchmal mit harten Schnitten arbeiten und manchmal mit absichtlich übergebelichteten Bildern, sind reiner Franco. Wer sieht wo der Auftragsfilm aufhört und Franco anfängt, hat den Spaß den ich an Akasava habe.
Die Kamera führte hier zum Großteil Franco selbst und Manuel Merino, der Veteran-Kameramann des spanischen Eurokult-Sektors. Die Bildkomposition ist zweckmäßig, manchmal hektisch, mit dem typischen 35mm-Eastmancolor-Look der Zeit, der heute durch die Restaurations-Tape-Versionen oft besser aussieht als 1971 im Kino. Die Restaurierung der Blu-Ray-Auflage von Subkultur Entertainment aus den frühen 2010er Jahren hat dem Film farblich gut getan und ist die einzige Version die ich heute empfehlen würde – die alten VHS-Auflagen waren matschig, die ersten DVD-Editionen rosa-stichig.
Der Score – aufgelegt im typischen Easy-Listening-Eurolounge-Sound der Zeit, mit Bossa-Nova-Anklängen und psychedelischen Orgelmotiven – macht aus dem Film stellenweise eine längere Hotellobby-Hintergrundmusik, was die Sache nicht unbedingt besser macht. Wer Bruno Nicolais Soundtracks für Franco mag oder die Lounge-Welt der Vampyros-Lesbos-LPs gesucht hat, findet hier eine etwas weniger inspirierte Variante davon.
Eingeordnet in die Wallace-Welle und in die deutsche Genrefilm-Geschichte
Der Teufel kam aus Akasava ist Teil einer großen, von 1959 bis Anfang der siebziger Jahre laufenden Edgar-Wallace-Welle, die in Deutschland an die 39 Filme produziert hat – die meisten davon im Rialto-Studio, die letzten paar bei CCC und in Koproduktionen mit Spanien und Italien. Die Welle wurde inhaltlich immer dünner und exotischer, je länger sie lief. In den frühen Jahren waren wir in englischen Herrenhäusern bei Das indische Tuch oder im Londoner Soho bei Der Bucklige von Soho, in den späten Jahren wurde es exotischer – Akasava 1971, dann der Auslauf der Welle 1972 mit Das Geheimnis der grünen Stecknadel. Der unheimliche Mönch und Die Katze von Kensington gehören mit zu den späten oder rand-Wallace-Beiträgen die heute schwer zu beschaffen sind, beide derzeit nicht in der WatchGuide-Sammlung.
Wer den Edgar-Wallace-Wandel ins Tropische verfolgen will, sollte Akasava neben einen anderen exotischen Wallace-Spätfilm legen: Todestrommeln am großen Fluß aus dem Jahr 1963 ist die ältere, britischere, etwas würdigere Variante derselben Idee – Wallace verlässt London und geht nach Afrika, mit allem kolonial-problematischen das das mit sich bringt. Akasava ist der jüngere, schlechter geschriebene, aber visuell vielleicht eigenwilligere Versuch dieselbe Bewegung zu wiederholen. Beide Filme zeigen wie ein erfolgreiches Krimi-Universum nach 35 Filmen müde wird und nach neuen Wegen sucht.
Wo Akasava heute zu sehen ist
Über die deutschen Streaming-Anbieter ist Akasava aktuell nur zum Leihen oder Kaufen bei Google Play Movies und YouTube zu finden. Das ist symptomatisch für den Status des Films – er hat es nie ins Premium-Streaming geschafft, weil Subkultur und kleinere Eurokult-Labels die Rechte halten und die großen Plattformen mit den späten Wallace-Filmen wenig anzufangen wissen. Wer den Film in der bestmöglichen Bildqualität sehen will, greift zur Subkultur-Blu-Ray, die das Originalmaterial mit den deutschen und englischen Tonspuren bereithält und sehr gutes Bonusmaterial mit Franco-Interviews enthält.
Was sonst noch lohnt – Klassiker und nahe Verwandte
Wenn Akasava der Einstieg in die späte Edgar-Wallace-Welle war, lohnt sich der Blick auf die früheren, handwerklich besser gemachten Klassiker dieser Reihe. Die Bande des Schreckens aus 1960 ist einer der frühen Schwarz-Weiß-Höhepunkte der Welle und zeigt was die Reihe konnte als sie noch nicht müde war. Das indische Tuch aus 1963 ist ein Krimi der mit einer beeindruckenden Inszenierung Heinz Drache, Klaus Kinski und Eddi Arent in Hochform zeigt und der für mich zu den drei besten Wallace-Filmen überhaupt gehört. Der Bucklige von Soho aus 1966 markiert den späten Höhepunkt der Welle vor dem qualitativen Abfall und ist ein guter Vergleichspunkt zu Akasava: ein Wallace-Film der noch funktioniert, mit Pinkas Braun in der Titelrolle und einer Inszenierung die das Wallace-Versprechen ernst nimmt. Todestrommeln am großen Fluß aus 1963 ist die direkteste thematische Brücke zu Akasava und zeigt wie die Wallace-Welt schon früh exotische Schauplätze suchte, allerdings mit britischem Stil-Anstrich.
Mein Fazit auf einer Zeile
Akasava ist kein guter Film. Aber er ist ein wichtiger Film, weil er Soledad Mirandas letzte Hauptrolle festhält bevor sie viel zu früh starb, und weil er den Übergang zwischen klassischer Wallace-Krimi-Welle und der spanisch-deutschen Eurokult-Phase der frühen siebziger Jahre dokumentiert. Wer Filmgeschichte liebt, wer Eurokult sammelt, wer Jess Franco im Auftragsfilm-Modus sehen will, sollte ihn sehen. Wer einen guten Krimi will, schaut besser einen der frühen Rialto-Wallaces.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Lichtspiel — eine Person, ein begründetes Urteil.
Filme sind Träume, und Träume sind Wahrheiten.— aus der Wertung von Lichtspiel
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Der Teufel kam aus Akasava
Wo kann ich Der Teufel kam aus Akasava streamen?
Der Teufel kam aus Akasava läuft aktuell im Abo bei Prime Video; zum Leihen oder Kaufen bei Google Play, YouTube und Amazon. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie lange dauert Der Teufel kam aus Akasava?
Der Teufel kam aus Akasava hat eine Laufzeit von rund 81 Minuten (1 Stunde und 21 Minuten).
Lohnt sich Der Teufel kam aus Akasava?
Unsere Redaktion vergibt Der Teufel kam aus Akasava einen Watcher-Score von 5,7 von 10. Akasava ist kein guter Film im handwerklichen Sinn. Das Drehbuch verläuft sich, die Action ist behäbig, der MacGuffin-Stein ist albern, und Franco hat hier eine seiner schwächeren Inszenierungen. Aber er hat Soledad Miranda. Diese 27-jährige Spanierin trägt den Film über jede dramaturgische Schwäche hinweg und gibt ihm eine Aura die das Drehbuch ihm nie hätte geben können. Wenn man bedenkt dass Akasava posthum in die Kinos kam, sechs Monate nach Mirandas tragischem Tod, bekommt jede ihrer Tanzeinlagen eine Schwere die niemand 1970 inszeniert haben kann. Horst Tappert in einer Nebenrolle drei J
Für wen ist Der Teufel kam aus Akasava geeignet?
Der Teufel kam aus Akasava ist vor allem etwas für Abenteuer und Thriller-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.
Worum geht es in Der Teufel kam aus Akasava?
Professor Forrester und sein Assistent finden im Dschungel einen geheimnisvollen Stein, dessen tödliche Elementarkräfte sie zu Beherrschern der Welt machen könnten. Doch der Stein bringt Unglück. Beide Männer verschwinden.
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