Countdown zum Kinostart
Verity – Dunkle Geheimnisse: Hathaway als die, der niemand trauen sollte ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von FilmSchneiderAm 1. Oktober 2026 kommt Verity – Dunkle Geheimnisse ins Kino, und ich habe zweimal hingeschaut, bevor ich es geglaubt habe: Anne Hathaway spielt die Frau, vor der man sich fürchten soll.
Eine Ghostwriterin zieht auf ein abgelegenes Anwesen, findet ein Manuskript, das niemand finden sollte, und ab da weiss keiner mehr, was echt ist. Bestseller-Verfilmung, BookTok-Phänomen, 40 Millionen Dollar Budget. Klingt nach einem Film, den ich normalerweise meide. Diesmal bleibe ich sitzen.
BookTok. Ich weiss. Lass mich kurz erklären, warum ich trotzdem hingehe.
Colleen Hoovers Roman von 2018 hat sich millionenfach verkauft, getragen von Leuten, die auf TikTok ihre Tränen filmen. Das ist für mich erst mal kein Qualitätssiegel, eher das Gegenteil. Ich habe genug Bestseller-Verfilmungen gesehen, die aus einem dichten Pageturner einen glatten, zahnlosen Kinoabend gemacht haben. Dann habe ich nachgeschaut, wer das Drehbuch geschrieben hat. Und da wurde es interessant.
Der Mann, der Channel Zero geschrieben hat
Nick Antosca. Falls der Name nichts sagt: der Kopf hinter Channel Zero und The Act, also Geschichten, in denen die wahre Bedrohung selten das Monster im Schrank ist, sondern der Mensch, der dir gegenübersitzt und lächelt. Genau das braucht dieser Stoff. Verity steht und fällt mit der Frage, ob das gefundene Manuskript die Wahrheit sagt oder eine Inszenierung ist. Das ist Drehbuch-Mechanik, kein Schockeffekt. Antosca kann Drehbuch-Mechanik. Regie führt Michael Showalter, der mit The Eyes of Tammy Faye gezeigt hat, dass er Frauen ernst nimmt, die sich selbst eine Rolle schreiben.
Hathaway spielt nicht die Sympathische. Wurde Zeit.
Anne Hathaway ist Verity Crawford, eine erfolgreiche Autorin, nach einem Unfall ans Bett gefesselt und angeblich nicht mehr ansprechbar. Angeblich. Hathaway als jemanden zu besetzen, dem man nicht trauen darf, ist der klügste Einfall des Films. Sie hat ein Gesicht, dem das Publikum seit zwanzig Jahren glaubt. Genau das macht sie gefährlich, sobald der Film will, dass wir zweifeln. Gone Girl hat 2014 vorgemacht, wie stark das wirkt, wenn eine Frau die Erzählung kontrolliert und alle anderen nur glauben, sie hätten sie durchschaut.
Dakota Johnson und das Etikett, das sie mitschleppt
Dakota Johnson spielt Lowen Ashleigh, die Ghostwriterin, durch deren Augen wir alles sehen. Hier wird es heikel. Johnson trägt seit Fifty Shades das Etikett der erotisch aufgeladenen Bestseller-Verfilmung mit sich herum, und Verity wird offen als psychologischer, erotischer Thriller verkauft. Das kann zwei Richtungen nehmen. Entweder die Spannung kommt aus der Anziehung zwischen Lowen und dem Ehemann Jeremy, gespielt von Josh Hartnett, und bleibt dabei unangenehm und ehrlich. Oder es kippt ins Behauptete, Schwüle. Ich tippe vorsichtig auf Ersteres, weil Hartnett gerade eine richtig starke Phase hat.
Josh Hartnett, schon wieder im Zentrum von etwas Unheimlichem
Hartnett spielt Jeremy Crawford, den trauernden Ehemann zwischen zwei Frauen, von denen eine vielleicht lügt. Wer ihn 2024 in Trap: No Way Out gesehen hat, weiss, dass dieser Mann das Höfliche und das Bedrohliche gleichzeitig spielen kann, ohne dass man den Übergang sieht. Genau diese Doppelbödigkeit braucht Jeremy. Ich bin gespannt, ob der Film ihn als Opfer inszeniert, als Mittäter oder als das eigentliche Rätsel.
Was mich nervös macht
Die Vorlage hat ein Ende, über das die Fans bis heute streiten, weil es alles, was man gerade gelesen hat, noch einmal umdreht. So ein Twist ist im Buch ein Brief. Im Kino ist er eine Inszenierungsfrage, an der schon bessere Thriller gescheitert sind. Shutter Island hat gezeigt, wie man dem Zuschauer den Boden wegzieht, ohne ihn zu betrügen. Wenn Showalter und Antosca das hinkriegen, reden wir im Oktober über einen der schärfsten Thriller des Jahres. Wenn nicht, wird es ein hübsch fotografierter Stolperer. Viel Platz dazwischen lässt dieser Stoff nicht.
Wer hier wem besser nicht traut
- Anne Hathaway als Verity Crawford, die Autorin, die vielleicht nur so tut, als sei sie weg
- Dakota Johnson als Lowen Ashleigh, die Ghostwriterin und unsere einzige, wackelige Perspektive
- Josh Hartnett als Jeremy Crawford. Nach Trap traue ich diesem Lächeln keine Sekunde
- Ismael Cruz Cordova als Corey
- Brady Wagner als Crew Crawford, das Kind, das mehr mitbekommt, als gut für ihn ist
Warum gerade jetzt? Weil der Thriller wieder erwachsen wird
Amazon MGM bringt den Film am 1. Oktober 2026 in die deutschen Kinos, einen Tag vor dem US-Start am 2. Oktober. Gedreht wurde von Februar bis April 2025 in New York. Das erste Material lief auf der CinemaCon vor den Kinobetreibern, und die Reaktionen sprachen von einem Film, der deutlich unangenehmer ist, als die rosa Buchcover vermuten lassen. Genau das will ich. Der erwachsene, mittelteure Psychothriller war jahrelang fast verschwunden. 40 Millionen Budget, drei A-Listen-Namen und ein Stoff über Manipulation: das ist die Sorte Film, für die ich ins Kino gehe.
Vorher anschauen
- Gone Girl, der Goldstandard für Thriller, in denen eine Frau die Erzählung kontrolliert
- Shutter Island, wenn du sehen willst, wie ein Twist funktioniert, ohne zu betrügen
- Trap: No Way Out, Josh Hartnett, freundlich und furchteinflössend zugleich
- Mehr im Bereich Thriller und Mystery
Hintergrund zum Film bei Wikipedia und ein erster Eindruck vom CinemaCon-Material beim Hollywood Reporter.
Erwartungen vor dem Start
keine Wertung✅ Darauf freuen wir uns
- Nick Antosca am Drehbuch, der Mann kann psychologische Bedrohung
- Anne Hathaway gegen ihr eigenes Image besetzt
- Josh Hartnett nach Trap auf einem Höhepunkt
- Erwachsener, mittelteurer Psychothriller, den es kaum noch gibt
❓ Das macht uns nervös
- Der berüchtigte Buch-Twist muss im Kino erst funktionieren
- Das Erotik-Thriller-Etikett kann ins Schwüle kippen
- Der BookTok-Hype weckt die falschen Erwartungen
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