Poster zur Serie The Jinx (2015): Jareckis True-Crime-Beweis (2015) Meisterwerk — WatchGuide-Auszeichnung „Der Watcher"

The Jinx (2015): Jareckis True-Crime-Beweis (2015)

🏅 Meisterwerk 📺 Serie 2 Staffeln · 12 Folgen DokumentarfilmKrimi FSK 12
⚡ Kurz gesagt

The Jinx (2015): Andrew Jareckis HBO-True-Crime-Doku ueber Robert Durst, sechs Folgen plus Part Two 2024. Das Bathroom-Mikrofon-Gestaendnis als Fernsehgeschichte. 9.4 von MarenKessler. Watcher-Score 9,4/10.

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Wer streamt Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst?

Verfügbarkeit DE

Stand 14.05.2026: Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst läuft im Abo bei Sky, Max und Prime Video – mit deutscher Synchronfassung.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 14.05.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Staffeln & Folgen

aus der WatchGuide-Datenbank
S1Staffel 1· 6 Folgen · ab Feb. 2015
E01Folge 108.02.15
E02Folge 215.02.15
E03Folge 322.02.15
E04Folge 401.03.15
E05Folge 508.03.15
E06Folge 615.03.15
S2Staffel 2· 6 Folgen · ab Apr. 2024
E01Folge 121.04.24
E02Folge 228.04.24
E03Folge 305.05.24
E04Folge 412.05.24
E05Folge 519.05.24
E06Folge 626.05.24
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Der Seriencheck

von MarenKessler

The Jinx ist Andrew Jareckis HBO-True-Crime-Doku aus 2015 die mit dem berüchtigten Bathroom-Mikrofon-Geständnis von Robert Durst endete und seither der Maßstab für investigative Dokuserien ist. Sechs Folgen plus die Part-Two-Fortsetzung von 2024. Eine 9.4 von mir mit explizitem Vorbehalt zur ethischen Frage hinter der Final-Folge.

Mein Vater, Kripobeamter dreißig Jahre lang in Frankfurt am Main, hat mir die Serie damals empfohlen weil ihm jemand aus seiner alten Abteilung den Tipp gegeben hatte. Ich habe damals in der Kölner Wohnung über vier Abende geschaut und nach der letzten Folge mit ihm telefoniert, sechsundvierzig Minuten lang, hauptsächlich über die ethischen Probleme dessen was Jarecki da gemacht hat. Sechs Folgen die nicht aufhören einen zu beschäftigen. Robert Durst war Multi-Millionen-Erbe einer New Yorker Immobilien-Dynastie, war seit 1982 mit dem Verschwinden seiner ersten Frau Kathleen McCormack in Verbindung gebracht worden, war 2000 als Mordverdächtiger im Susan-Berman-Fall im Visier der Polizei, war 2001 in Galveston wegen des Mordes an Morris Black freigesprochen worden. Jarecki sammelt all das in einer Dokuserie und konfrontiert Durst selbst.

Worum es geht in einer Dokuserie die ihre eigene Quellenlage produziert

Robert Durst wurde 1943 als Erbe der New Yorker Familie Durst geboren, einem der größten Immobilien-Imperien der USA. 1982 verschwand seine erste Frau Kathleen McCormack spurlos in Westchester County. Über zwanzig Jahre lang lief die Suche ohne Ergebnis. Ende 2000 wurde Susan Berman, Dursts engste Freundin und Tochter eines Mafia-Bosses, in ihrem Haus in Los Angeles erschossen, einen Tag bevor sie laut Aktenlage mit der Polizei sprechen sollte. Wenige Monate später war Durst in Galveston Texas in einem Mord an seinem Nachbarn Morris Black verwickelt, dessen Körper zerstückelt in der Galveston-Bay aufgetaucht war. Durst wurde 2003 freigesprochen, mit der Aussage es sei Selbstverteidigung gewesen und die Zerstückelung sei nach dem Tod erfolgt. Andrew Jarecki hatte 2010 den Spielfilm All Good Things gedreht der die Durst-Familie als fiktive Marks-Familie portraitierte. Durst hat den Film gesehen, war beeindruckt und kontaktierte Jarecki selbst mit dem Angebot eines Interviews.

Andrew Jarecki und die ethische Position

Jarecki ist Dokumentarfilmer, hat 2003 Capturing the Friedmans gemacht und 2010 den genannten Durst-Spielfilm. The Jinx ist sein erstes serielles Werk, sechs Folgen für HBO mit Marc Smerling als Co-Producer und Zachary Stuart-Pontier am Schnitt. Die Methodik ist ungewöhnlich. Jarecki hat über mehrere Jahre etwa zwanzig Stunden Interview-Material mit Robert Durst aufgenommen, hat parallel mit Familien der Opfer gesprochen, hat Akten studiert, hat Anwälte konsultiert. Was die Serie aber besonders macht ist die Tatsache dass Jarecki während der Dreharbeiten neues Material entdeckt das Durst belastet. Mehrere Aspekte machen die Sache misstrauisch. Da ist die Tatsache dass Jarecki die FBI-Behörden über seine Funde informiert und parallel mit der Serie gearbeitet, was die Grenze zwischen Dokumentation und Ermittlung verwischt. Daneben stellt sich die Frage ob die finale Folge mit dem Bathroom-Mikrofon-Geständnis ethisch sauber abgelaufen ist. Und man muss fragen welche Verantwortung Jarecki für Dursts Verhalten trug.

Das Mikrofon im Badezimmer

Die letzte Folge der ersten Staffel endet mit einer Szene die in der True-Crime-Geschichte einzigartig ist. Jarecki konfrontiert Durst mit einem Brief der direkt an Susan Berman geschickt wurde und einem Brief den Durst seiner Stiefmutter geschrieben hatte. Beide Briefe haben dieselbe Handschrift, dieselbe Tinte, denselben Schreibfehler bei Beverly Hills. Durst war von der Konfrontation sichtlich getroffen. Nach dem offiziellen Interview-Ende geht er auf die Toilette, sein Mikrofon ist noch an. Er redet mit sich selbst und sagt mehrere Sätze die in jeder Kriminalakte als Geständnis durchgehen würden. Diese Aufnahme ist später als Beweis in Dursts 2021er Prozess wegen des Mordes an Susan Berman verwendet worden, er wurde verurteilt und starb 2022 in Haft. Die ethische Frage ist seither in jeder True-Crime-Diskussion präsent. Hat Jarecki gewusst dass das Mikrofon noch lief. Hat er es bewusst angelassen. Wann hat er die Aufnahme an die Polizei übergeben. Mein Vater hatte damals die klare Position dass Jarecki die Strafverfolgung mit einer Doku-Filmerei verflochten hat in einer Weise die rechtlich problematisch ist.

Die Opfer-Frage

Was bei vielen True-Crime-Stoffen verloren geht ist die Perspektive der Opfer. Hier muss man fragen wer denn die Geschichte erzählt. The Jinx ist über lange Strecken eine Robert-Durst-Erzählung. Kathleen McCormack, Dursts erste Frau die seit 1982 vermisst ist, bekommt in Folge eins und sechs Raum, aber nicht im Vergleich zu Durst selbst. Susan Berman hatte eine eigene Doku verdient, ihre Familie sprach kaum mit Jarecki. Morris Black, der dritte Tote, ist in der Serie eine fast abstrakte Figur. The Jinx ist deshalb eine Doku über einen mutmaßlichen Täter und nicht über seine Opfer. Das ist ein Vorwurf den Maren-erfahrene Zuschauer immer wieder formulieren und der The Jinx im True-Crime-Genre eine bestimmte Position einnehmen lässt, irgendwo zwischen Glorifizierung des Verbrechers und nicht-ausreichender Opfer-Perspektive.

Part Two und die Rückkehr 2024

HBO hat 2024 eine zweite Staffel veröffentlicht, sechs Folgen, die Jareckis Konsequenzen aus der ersten Staffel beleuchten. Was zwischen 2015 und 2022 passierte, der Prozess gegen Durst, die Verurteilung 2021, Dursts Tod 2022 in Haft. Part Two ist tonal anders, weniger investigativ und mehr reflexiv. Jarecki sitzt selbst vor der Kamera und beantwortet ethische Fragen zu seinem Vorgehen 2015. Die zweite Staffel ist nicht so revolutionär wie die erste aber sie liefert wichtige Antworten und ergänzt die Erzählung um die Familien-Perspektive der Opfer, die in der ersten Staffel vernachlässigt war. Wer die erste Staffel gesehen hat sollte Part Two anschauen, schon allein wegen der ethischen Aufarbeitung.

Wer in der Doku auftritt

Die meisten Auftritte sind Personen die mit Robert Durst zu tun hatten. Anwälte, Familienangehörige, Freunde, Polizeibeamte aus mehreren Jurisdiktionen. Andrew Jarecki ist sowohl Regisseur als auch Interviewer und in mehreren Schlüsselszenen selbst im Bild.

  • Robert Durst als Self — der zentrale Interviewpartner und mutmaßliche Mörder dreier Personen. Verstorben in Haft 2022.
  • Andrew Jarecki führt selbst Interviews und ist in mehreren Szenen Mit-Protagonist. Vorher Dokumentarist von Capturing the Friedmans.
  • Marc Smerling als Co-Producer und Interviewpartner. Hatte schon bei Capturing the Friedmans mitgewirkt.
  • Die Familie McCormack tritt in Folge eins und sechs auf und gibt der vermissten Kathleen ein Gesicht. Ihre Brüder Jim und Mary McCormack vertreten die Familie öffentlich.
  • Kim Lankford als Susan Bermans Stiefkind. Bietet die emotionale Vertiefung zur Berman-Mordsache.
  • Galveston-Polizist Cody Cazalas berichtet als Erstermittler im Black-Mordfall mit nüchterner Akkuratesse.
  • Mehrere Anwälte aus Dursts Verteidigungs-Team kommen zu Wort, sowohl in Schadensbegrenzung als auch in Selbstrechtfertigung.

Wo The Jinx im True-Crime-Genre steht

Die Serie hat das moderne True-Crime-Genre wie kaum ein anderes Werk geprägt. Vor The Jinx war Making a Murderer 2015 angekündigt aber noch nicht draußen, Serial-Podcast lief seit 2014, beide haben das Format aber nicht so weit getrieben wie Jarecki. Nach The Jinx kamen O.J.: Made in America 2016, Wild Wild Country 2018, Tiger King 2020 und viele Imitatoren. The Jinx steht aber besonders weil es das Genre aktiv in eine Strafverfolgung eingreift. Wer das True-Crime-Genre verstehen will, sollte The Jinx als Referenzwerk schauen, und dann Making a Murderer als Vergleich. Für allgemeine Krimi-Anker gibt es Memories of Murder von Bong Joon-ho als filmischen Kontrast zwischen Doku und Fiktion. Die Serien-Übersicht und Dokumentationen findet man bei Dokumentationen-Übersicht. Wer einen weiteren cinematischen Blick auf das Krimi-Genre möchte findet bei Krimi-Filme die filmische Variante. Für Fans psychologischer Schichtungen ist Psycho von Hitchcock ein klassischer Anker zum True-Crime-Genre.

Der Fall Galveston im Detail

Der Galveston-Mord 2001 ist eines der bizarrsten Kapitel der Durst-Saga. Robert Durst lebte zu der Zeit verkleidet als stumme Frau in einem schäbigen Apartment in Galveston Texas, vermutlich um sich nach dem Tod von Susan Berman einer Festnahme zu entziehen. Sein Nachbar Morris Black, ein einsamer 71-jähriger Mann, wurde tot aufgefunden, zerstückelt und in einer Bay versenkt. Durst gab zu Black erschossen zu haben, behauptete aber Selbstverteidigung weil Black mit einer Waffe auf ihn gezielt habe. Die Jury sprach Durst trotz der Zerstückelung der Leiche frei, was in der amerikanischen Rechtsgeschichte als eines der umstrittensten Strafurteile gilt. Mein Vater hat damals nach dem Galveston-Urteil tagelang darüber geredet weil das aus deutscher juristischer Perspektive komplett unverständlich war. Jarecki widmet diesem Fall in The Jinx eine ganze Folge und liefert eine forensische Rekonstruktion die deutlich macht warum die Verteidigungs-These der Selbstverteidigung medizinisch fragwürdig war. Die Folge gehört zu den stärksten Teilen der Serie weil hier konkret juristische Aufklärung möglich wird.

Was mich auch nach zwei Re-Watches noch stört

Folge zwei zieht für meinen Geschmack zu lange durch Dursts Familienhistorie, eine Sequenz die für die Erzählung wichtig ist, aber dramaturgisch zwanzig Minuten kürzer könnte. Die Editorial-Entscheidung Jarecki selbst als Quasi-Hauptfigur in der Erzählung zu positionieren ist problematisch weil sie die journalistische Distanz aufweicht. Und die Frage wann genau Jarecki von der Bathroom-Aufnahme wusste und wann er sie an die Behörden weitergeleitet hat, bleibt in Part Two zwar beantwortet aber nicht vollständig zufriedenstellend. Wer die Serie als investigatives Werk schaut, muss mit den ethischen Grauzonen leben.

Die Fragen die ich seit meiner ersten Sichtung 2015 zu The Jinx bekomme, drehen sich um drei Bereiche. Wann hat Jarecki was gewusst, was war das Mikrofon-Geständnis wirklich wert, und lohnt sich Part Two für jemanden der die erste Staffel kennt. Hier kompakt zusammengefasst.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Dafür

  • Bathroom-Mikrofon-Aufnahme als True-Crime-Geschichte
  • investigative Schichtung über sechs Folgen
  • Part Two als reflexive Aufarbeitung der ethischen Fragen

Dagegen

  • Opfer-Perspektive in Staffel eins zu schwach
  • Jarecki als Mit-Hauptfigur weicht journalistische Distanz auf
  • Folge zwei zieht in der Familienhistorie zu lange
Was zur Hoelle habe ich getan.— aus der Wertung von MarenKessler
Mein Vater hatte die Serie damals von jemand aus seiner Frankfurter Kripo-Abteilung empfohlen bekommen und sie an mich weitergegeben. Vier Abende in meiner damaligen Kölner Wohnung und dann ein langes Telefonat mit ihm über die ethischen Probleme der Final-Folge. Andrew Jarecki hat hier eine Dokuserie produziert die das True-Crime-Genre neu definiert hat, gleichzeitig aber an mehreren Stellen die Linie zwischen Dokumentation und privater Strafermittlung überschritten. Robert Durst bleibt eine Figur die zwischen Glorifizierung und gerechter Ermittlung schwankt, je nachdem wie Jarecki im Schnitt vorgeht. Das Bathroom-Mikrofon-Geständnis ist Fernsehgeschichte, aber die Frage was Jarecki wann wusste verfolgt mich seit zehn Jahren. Part Two von 2024 bringt wichtige Antworten und gibt den Opfer-Familien endlich mehr Raum. Wer das True-Crime-Genre verstehen will muss durch The Jinx durch. Wer die ethischen Probleme von Doku-Filmerei wahrnimmt findet hier ein Lehrstück. Neunkommavier mit ausdrücklichem Vorbehalt zur Vermischung von Strafverfolgung und Filmkunst.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst

Wo kann ich Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst streamen?

Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst läuft aktuell im Abo bei Sky, Max, Prime Video und WOW; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, maxdome, MagentaTV und freenet Video. Stand August 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Ab welchem Alter ist Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst freigegeben?

Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst ist in Deutschland ab FSK 12 freigegeben.

Wie viele Staffeln hat Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst?

Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst umfasst 2 Staffeln mit insgesamt 12 Episoden. Produktionsstatus: Ended.

Lohnt sich Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst?

Unsere Redaktion vergibt Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst einen Watcher-Score von 9,4 von 10. Das ist eine klare Empfehlung, besonders für Dokumentarfilm-Fans.

Für wen ist Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst geeignet?

Der Unglücksbringer - Das Leben und die Tode des Robert Durst ist vor allem etwas für Dokumentarfilm und Krimi-Fans und alle, die herausragende Serien suchen.

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Besetzung

Robert DurstSelf
Andrew JareckiSelf

FAQ zu The Jinx (2015): Jareckis True-Crime-Beweis

Wie viele Folgen hat The Jinx?
Sechs Folgen in Staffel eins von 2015, sechs weitere Folgen in Part Two von 2024, insgesamt zwölf Folgen. Jede Folge ist zwischen 45 und 60 Minuten lang, gesamt etwa elf Stunden. Wer beide Staffeln binnen weniger Tage durchzieht hat genug Material für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Robert-Durst-Komplex.
Wo kann ich The Jinx streamen?
In Deutschland aktuell auf WOW und Sky Go im Abo. HBO Max startet 2025 in Deutschland und wird dann die offizielle Heimatplattform werden. Daneben gibt es einzelne Folgen zum Leihen oder Kauf bei Apple TV Store, Amazon Video, maxdome und MagentaTV. Eine kostenlose Verfügbarkeit gibt es derzeit nicht.
Was war das Bathroom-Mikrofon-Geständnis?
Am Ende der sechsten Folge der ersten Staffel ging Robert Durst nach einem Interview auf die Toilette und sein Funkmikrofon war noch eingeschaltet. Er sprach Sätze die de facto als Geständnis zu drei Morden verstanden werden müssen. Diese Aufnahme wurde später Teil der Beweisführung im Berman-Mordprozess der zur Verurteilung Dursts 2021 führte.
Ist Robert Durst noch am Leben?
Nein. Durst wurde 2021 wegen des Mordes an Susan Berman zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb Anfang 2022 in einem kalifornischen Gefängnis-Krankenhaus mit 78 Jahren an Komplikationen einer Blasenkrebs-Erkrankung. Seine zweite Verhandlung wegen des Verschwindens seiner ersten Frau Kathleen war noch nicht abgeschlossen.
Hat Andrew Jarecki ethisch sauber gearbeitet?
Das ist die zentrale Frage. Jarecki hat Strafverfolgung und Doku-Dreh parallel betrieben, was rechtlich und journalistisch problematisch ist. Mein Vater als Kripobeamter hat die Vorgehensweise damals als Vermischung von Privatdetektivarbeit und Sensationsjournalismus bezeichnet. Part Two reflektiert die ethischen Probleme, gibt aber nicht alle Antworten. Jeder Zuschauer muss die Frage selbst beantworten.
Lohnt sich Part Two für jemanden der die erste Staffel kennt?
Ja, aber mit Erwartungs-Management. Part Two ist tonal anders, weniger investigativ und mehr reflexiv. Die Familien der Opfer bekommen den Raum den sie in der ersten Staffel nicht hatten. Wer die ethischen Diskussionen rund um Jareckis Vorgehen verfolgen will findet hier wichtige Antworten. Wer einen weiteren Bathroom-Mikrofon-Moment erwartet wird enttäuscht sein.
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