„David“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,8 von 10. Sunrise Animation Studios aus Kapstadt hat 60,9 Millionen Dollar in diesen Animationsfilm über den Hirtenjungen aus Bethlehem gesteckt, und man sieht das Geld: in Stoffen, Haaren, Landschaften und in einem Goliath, der wirklich groß wirkt. Was fehlt, ist ein Drehbuch auf demselben Niveau. Der Kampf gegen Goliath kommt zu früh und bleibt der Höhepunkt, danach hat der Film noch viel Laufzeit und weniger zu erzählen.
Seit dem 17. September 2026 läuft „David“ im Verleih von Kinostar in den deutschen Kinos, 109 Minuten lang und ab 6 Jahren freigegeben. Für Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren ist das ein guter Kinobesuch, auch ohne Bibelkenntnis. Wer ein Animations-Musical mit eigener Handschrift erwartet, wird eher an Pixar erinnert als überrascht.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-Redaktion60,9 Millionen Dollar, und wo sie hingegangen sind
Sunrise wurde 1998 von Phil Cunningham mitgegründet, der hier auch Regie führt, zusammen mit Brent Dawes. Der erste Langfilm des Hauses war 2003 „The Legend of the Sky Kingdom“, ein Stop-Motion-Film aus recycelten Materialien, bekannt ist Sunrise vor allem für die Animationsreihe „Jungle Beat“. „David“ ist für dieses Haus ein Sprung um mehrere Größenordnungen.
Bei Animation kann man Geld sehen, und hier sieht man es. Gesichter, Stoffe, Haare, Fell und die weiten Landschaften sind auf einem Niveau, das ich einem Studio dieser Größe vorher nicht zugetraut hätte. Thorsten Hanisch hebt bei Filmstarts genau diese Details hervor. Ganz auf Pixar-Höhe sind die Gesichter nicht, das merkt auch das Medienmagazin Pro an, aber der Abstand ist kleiner, als das Budget vermuten lässt. Real talk: Für ein Studio außerhalb der großen Häuser ist das bemerkenswert sauber.
Goliath funktioniert
Vor dem Start hatte ich geschrieben, dass sich an Goliath entscheidet, ob das Geld auf der Leinwand ankommt. Zwei Figuren mit extremem Größenunterschied im selben Bild sind eine der teuersten Aufgaben der Animation, weil Perspektive, Gewicht und Tempo gleichzeitig stimmen müssen. Der Riese wirkt bedrohlich und schwer, nicht wie ein hochskalierter Mensch. Test bestanden.
Der Film hat dazu einen hübschen Einfall, den ich nicht ganz verraten will: Nicht jeder Riese, der auftaucht, ist schon Goliath. Und er behält ein Detail aus der Vorlage, das viele Verfilmungen weglassen, nämlich die sechs Finger.
Das Problem ist die Platzierung. Der Kampf kommt vergleichsweise früh, und er bleibt der stärkste Moment des Films. Hanisch sieht das bei Filmstarts genauso. Danach erzählt „David“ noch von Saul, von Flucht und vom Weg zur Krone, und das ist ordentlich gebaut, aber das Payoff ist schon verbraucht.
Ein Musical, und das merkt man
„David“ ist ein Animations-Musical, die Musik stammt von Joseph Trapanese, dazu kommen Lieder im Stil amerikanischer christlicher Popmusik. Der christliche Popmusiker Phil Wickham spricht den erwachsenen David. Die Nummern sind sauber produziert, aber sie bremsen die Geschichte öfter, als sie sie tragen. Wer Musicals mag, wird damit leben können. Wer wegen Goliath gekommen ist, wartet zwischendurch.
Der David selbst bleibt die blasseste Figur seines eigenen Films, glatt und ohne echte Kante. Das sagt auch der Kritikerkonsens bei Rotten Tomatoes, der der Hauptfigur psychologische Tiefe abspricht. Interessanter ist König Saul, der als tragische Figur mehr Gewicht bekommt als der Held.
Wie viel Bibel und wie viel Botschaft?
Ein Bibelstoff für die ganze Familie kann leicht ins Predigen kippen. „David“ macht das meistens nicht. Martin Ostermann beschreibt beim Filmdienst, dass der Film seinen Helden „weniger als ‚von Gott auserwählten König‘“ zeigt, sondern als jungen Menschen, der seinen Platz sucht. Die Kämpfe bleiben unblutig, dunklere Teile der Vorlage lässt der Film weg. Hanisch hält bei Filmstarts dagegen, dass sich gelegentlich die missionarische Agenda von Angel Studios vor die Handlung schiebt. Beides stimmt, und für ein Familienpublikum überwiegt das Erste.
Zum Vergleich: Klaus hat gezeigt, wie ein kleines Studio mit eigener Handschrift mehr erreichen kann als manche Großproduktion. So weit geht „David“ nicht. Es baut sehr gut nach, was die Großen vormachen, statt etwas Eigenes zu wagen.
Wer hier spricht
- Brandon Engman als junger David
- Phil Wickham als erwachsener David
- Miri Mesika als Davids Mutter Nitzevet
- Kamran Nikhad als Goliath
- Lauren Daigle als Rebecca
- Mark Jacobson als Jonathan, Sauls Sohn
Die Angaben beziehen sich auf die englische Originalfassung. Das Drehbuch schrieben Brent Dawes, Kyle Portbury und Sam Wilson.
Wie die Kritik „David“ sieht
Meine 6,8 liegen im Rahmen dessen, was die Kolleginnen und Kollegen vergeben. Bei Rotten Tomatoes sind 80 Prozent von 56 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 98 Prozent. Metacritic kommt auf 55 von 100, Filmstarts vergibt 3,5 von 5 Sternen. Weltweit hat der Film laut Wikipedia rund 90,7 Millionen Dollar eingespielt. Stand der Werte: 30. September 2026.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Animation auf einem Niveau, das dem Budget mehr als gerecht wird
- Goliath wirkt schwer und bedrohlich, nicht wie ein hochskalierter Mensch
- König Saul bekommt als tragische Figur echtes Gewicht
- Die Bibelvorlage wird ohne Dauerpredigt erzählt
Dagegen
- Der Kampf gegen Goliath kommt zu früh und bleibt der Höhepunkt
- Die Musiknummern bremsen die Geschichte
- David bleibt als Hauptfigur glatt und blass
- Gestalterisch näher an Pixar als an einer eigenen Handschrift
Bei Animation kann man Geld sehen. Hier sieht man es, nur das Drehbuch hat nicht mitgehalten.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Besetzung
5 Rollen- Young DavidBrandon Engman
- SamuelBrian Stivale
- OzemShahar Taboch
- NethanelAaron Tavaler
- JesseHector


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