Countdown zum Kinostart
David: Was ein Studio aus Kapstadt mit 60,9 Millionen anstellt ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von CineTomAm 17. September 2026 kommt „David“ in die deutschen Kinos, ein Animationsfilm über den Hirtenjungen aus Bethlehem, und die interessanteste Zahl daran ist das Budget: 60,9 Millionen Dollar für ein Studio, dessen bisher größter Film ein Trickfilm über einen Zebra-Waldbewohner war.
109 Minuten, gemacht von Sunrise Productions aus Südafrika. Ich habe ihn nicht gesehen, also gibt es hier keine Wertung. Aber ich kann ziemlich genau sagen, worauf ich achten werde.
60,9 Millionen Dollar. Für ein Studio aus Kapstadt.
Sunrise Productions dreht seit 2003 Animation, angefangen mit „The Legend of the Sky Kingdom“. Der größte Erfolg bis jetzt war „Jungle Beat: The Movie“ von 2020, bei TMDB 6,9 aus 126 Stimmen, mit einem Bruchteil dieses Etats. „David“ ist für dieses Studio ein Sprung um mehrere Größenordnungen.
Genau deshalb schaue ich hin. Bei Animation kann man Geld nämlich sehen, anders als beim Realfilm. Es steckt in der Zahl der Figuren, die gleichzeitig im Bild sein dürfen, in Stoff und Fell, in Wasser und Staub, und vor allem darin, ob Gesichter in ruhigen Momenten weiterspielen. Ein Studio, das vorher stilisiert und günstig gebaut hat, muss diesen Sprung erst einmal aufs Bild bringen. Das gelingt nicht automatisch, nur weil das Budget da ist.
Fünf Folgen gab es vorher schon
„David“ fällt nicht vom Himmel. Seit dem 10. November 2023 gibt es die Serie „Young David“, eine Staffel, fünf Folgen, von demselben Team aus Sunrise Productions, Slingshot Productions und Angel Studios. Sie erzählt die frühen Jahre desselben Hirtenjungen.
Für mich ist das ein gutes Zeichen und eine offene Frage zugleich. Gut, weil ein Team, das eine Figur fünf Folgen lang gebaut hat, ihre Regeln kennt: wie sie sich bewegt, wie sie klingt, was sie kann. Offen, weil ein Kinofilm anders atmet als eine Serienfolge. Wer aus kurzen Kapiteln kommt, baut leicht einen Film, der wie aneinandergehängte Episoden wirkt statt wie ein Bogen.
In den USA ist der Film schon neun Monate alt
Das muss man wissen, bevor man Karten kauft. „David“ lief in den USA bereits am 19. Dezember 2025 im Kino, die Premiere war am 8. Dezember 2025 in Lehi, Utah. Seit dem 27. Januar 2026 steht er dort bei Prime Video. In Großbritannien startete er am 21. August 2026, in Deutschland und der Schweiz jetzt am 17. September, in Österreich einen Tag später.
Der deutsche Kinostart kommt also mit rund neun Monaten Abstand. Das ist bei Animation aus kleineren Studios eher die Regel als die Ausnahme, hat für uns aber einen handfesten Vorteil: Es gibt bereits belastbare Publikumszahlen, nicht nur Trailer-Eindrücke. Bei TMDB steht der Film bei 8,0 aus 191 Stimmen. Das ist keine Kritikerwertung, aber im Gegensatz zu den zwei Stimmen, die man bei frischen Starts oft vorfindet, sagt es tatsächlich etwas aus.
Was die Kasse sagt, und was nicht
Weltweit hat „David“ bisher 85,87 Millionen Dollar eingespielt, bei 60,9 Millionen Budget. Das klingt nach Gewinn, ist aber keiner: Als Faustregel muss ein Kinofilm etwa das Doppelte seines Budgets einspielen, bevor er nach Kinoanteil und Werbekosten schwarze Zahlen schreibt.
Was die Zahl trotzdem beweist: Der Film hat sein Publikum gefunden, und zwar ein größeres, als ein Animationsfilm dieser Herkunft normalerweise erreicht. Ohne Franchise im Rücken, ohne Disney-Vertrieb, ohne einen einzigen Star im Sprechercast, den man am Namen erkennt. Diese WatchGuide-Vorschau geht deshalb davon aus, dass die Zielgruppe hier sehr genau weiß, was sie will.
Wer hier spricht
- Brandon Engman als junger David, die Hauptrolle in der Originalfassung
- Brian Stivale spricht den Propheten Samuel, also die Figur, die Davids Weg überhaupt erst in Gang setzt
- Miri Mesika als Davids Mutter Nitzevet
- Jonathan Shaboo als Eliab, Jack Wagman als Abinadab. Zwei von Davids älteren Brüdern, die im Stoff die Konkurrenz sind.
- Lauren Daigle als Rebecca
- Shahar Taboch als Ozem, Aaron Tavaler als Nethanel, Sloan Lucas Muldown als junge Zeruiah
Regie führt Phil Cunningham, das Drehbuch schrieb Brent Dawes. Zur deutschen Synchronfassung liegt mir noch keine Besetzungsliste vor, und ich rate hier nichts zusammen. Sobald sie steht, kommt sie hier rein.
Woran ich sehen werde, ob das Geld im Bild ist
Der Kampf gegen Goliath ist die Szene, an der dieser Film gemessen wird. Sie hat ein Problem, das jeder Animator kennt: Zwei Figuren mit extrem unterschiedlicher Größe im selben Bild sind eine der teuersten Aufgaben überhaupt, weil Perspektive, Gewicht und Bewegungstempo gleichzeitig stimmen müssen.
Wenn Goliath sich wie ein groß skalierter normaler Mensch bewegt, ist der Sprung im Budget nicht auf der Leinwand angekommen. Wenn er sich schwer bewegt, wenn Boden und Kamera auf ihn reagieren, dann schon. Das ist dieselbe Disziplin, an der man auch bei Vaiana sieht, wie viel Arbeit im Wasser steckt, oder bei Klaus, wo ein kleines Studio mit handgemachter Beleuchtung mehr erreicht hat als manche Großproduktion.
Der zweite Punkt ist der Ton. Ein Bibelstoff für die ganze Familie kann in zwei Richtungen kippen. Er kann seine Figuren als Vorbilder aufstellen, die nie zweifeln, dann wird es zäh. Oder er lässt sie zweifeln und Fehler machen, dann funktioniert er auch für Zuschauer, die mit dem Stoff nichts anfangen. Der König der Löwen erzählt im Kern dieselbe Geschichte, nämlich die vom übergangenen Jüngsten, der einen Thron erbt, und funktioniert bis heute für jeden, unabhängig davon, woran er glaubt. Wer den Vergleich mit dem Monumentalkino sucht, findet die Vorlage bei Ben Hur und Gladiator, nur eben in gezeichnet.
Skeptisch machen mich die 109 Minuten. Das ist lang für Familien-Animation, und der Stoff bringt einen ganzen Königshof mit: Samuel, Saul, Davids Brüder, dazu Goliath. Wenn der Film alle unterbringen will, bleibt von jeder Figur ein Satz übrig. Solche Stoffe brauchen Mut zur Lücke, wie ihn Asterix und das Königreich Nubien vormacht.
Ich gehe rein, aus einem sehr speziellen Grund: Mich interessiert, was ein Studio dieser Größe mit einem solchen Etat anstellt. Die Wertung kommt, wenn ich ihn gesehen habe. Produktionsdaten stehen bei IMDb.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungBei Animation kann man Geld sehen. Es steckt in Gesichtern, die auch dann weiterspielen, wenn niemand redet.— vorab eingeschätzt von CineTom
✅ Darauf freuen wir uns
- Ein Studio, das erstmals in dieser Liga baut
- Fünf Folgen Vorlauf, das Team kennt die Figur
- 8,0 aus 191 Stimmen sind mehr als der übliche Blindflug vor dem Start
❓ Das macht uns nervös
- 109 Minuten sind lang für Familien-Animation
- Der Stoff bringt mehr Figuren mit, als ein Film unterbringt
- Bibelstoffe kippen leicht ins Vorbildhafte
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