Poster zum Film Klaus: Wenn handgemachte Animation und aufrichtige Güte sich treffen (2019) Pflichtprogramm — WatchGuide-Auszeichnung „Der Watcher"

Klaus: Wenn handgemachte Animation und aufrichtige Güte sich treffen (2019)

🏅 Pflichtprogramm 🎬 Film 98 Min. AnimationFamilie
⚡ Kurz gesagt

Der beste animierte Weihnachtsfilm seit 'Nightmare Before Christmas'. Pflichtprogramm für die ganze Familie – und danach wischt man sich die Tränen ab. Watcher-Score 8,5/10.

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Wer streamt Klaus?

Verfügbarkeit DE

Stand 01.12.2025: Klaus läuft im Abo bei Netflix – mit deutscher Synchronfassung.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 01.12.2025 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Die Kritik

von Lichtspiel

Es gibt Filme, die man sieht, und Filme, die bleiben. Klaus gehört zur zweiten Kategorie, und ich sage das als jemand, der in ihrem Leben einiges an Weihnachtsfilmen gesehen hat – vom bescheidenen Loriot-Sketch bis hin zu den großen Hollywood-Produktionen. Sergio Pablos hat 2019 etwas geschaffen, das mich an die Kraft der handgemachten Animation erinnert, an Zeiten, in denen jeder einzelne Strich noch die Hand des Künstlers trug. 8.5 von 10.

Netflix hat diesen Film fast beiläufig veröffentlicht, im November 2019. Kein großes Marketing, kein Franchise-Name. Und trotzdem hat Klaus den Oscar fast gewonnen, den BAFTA tatsächlich geholt und sieben Annie Awards abgeräumt.

Ein Postbote, ein Spielzeugmacher und eine Stadt die sich hasst.

Die Geschichte klingt zunächst simpel, fast zu simpel für einen Film, der beinahe zwei Stunden dauert. Jesper, ein verwöhnter junger Mann aus gutem Hause, wird von seinem Vater – einem Postmeister – in das abgelegene, eisige Smeerensburg verbannt. Dort soll er 6.000 Briefe zustellen. In einer Stadt, in der sich zwei verfeindete Familien seit Generationen bekämpfen und niemand jemandem etwas schreibt.

Dann trifft Jesper auf Klaus, einen einsamen Spielzeugmacher im Wald. Und hier beginnt etwas, das ich nur als filmische Alchemie bezeichnen kann: Aus dem zynischen Postboten und dem wortkargen Holzfäller wird – langsam, ganz langsam – eine Freundschaft. Und aus dieser Freundschaft wird eine Weihnachtsmann-Entstehungsgeschichte, die kein einziges Mal kitschig wird.

Handgemalt. Im Jahr 2019.

Was mich am meisten beeindruckt hat, und das sage ich als jemand, die in den Siebzigern aufgewachsen ist und die Blütezeit der handgezeichneten Animation noch erlebt hat: Dieser Film ist traditionell animiert. Jedes Bild, jede Figur, jede Schneeflocke – von Hand gezeichnet. In einer Zeit, in der selbst Disney auf Computer umgestiegen ist, hat Sergio Pablos und sein Studio SPA in Madrid sich für den schwierigen Weg entschieden.

Das Ergebnis ist atemberaubend. Klaus hat eine visuelle Wärme, die kein Pixar-Film erreicht. Die Lichteffekte, die Pablos durch eine neuartige Technik erzielt hat, geben dem Film eine fast dreidimensionale Tiefe – und dabei bleibt er komplett zweidimensional. Man muss sich das vorstellen: Der Film sieht aus wie ein lebendig gewordenes Bilderbuch. Wie die Illustrationen, die man als Kind stundenlang angestarrt hat, weil in jedem Winkel etwas Neues zu entdecken war.

Mein verstorbener Mann Hartmut hätte gesagt: „Das ist Handwerk.“ Und er hätte damit das höchste Kompliment gemeint, das er kannte.

Jason Schwartzman und J.K. Simmons.

Die englische Originalfassung lebt von zwei Stimmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jason Schwartzman gibt Jesper diese nasale, leicht arrogante Qualität, die den Charakter in den ersten zwanzig Minuten unsympathisch macht – und genau das muss er sein, damit die Wandlung funktioniert. Und J.K. Simmons als Klaus? Der Mann, der in Whiplash geschrien hat, bis die Wände wackelten, spricht hier mit einer Zartheit, die mir das Herz zusammengedrückt hat.

Rashida Jones, Joan Cusack und – bemerkenswert – Norm Macdonald in seiner letzten Filmrolle zu Lebzeiten komplettieren ein Ensemble, das Pablos‘ Geschichte trägt, ohne sie zu dominieren. Die Stimmen dienen dem Film, nicht umgekehrt. Das ist selten in der Animation.

Warum der Oscar an Toy Story 4 ging.

Klaus war 2020 für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert. Er verlor gegen Toy Story 4. Darüber kann man diskutieren. Toy Story 4 ist ein guter Film. Aber Klaus ist ein Film, der etwas Neues gewagt hat, der gegen den Strom geschwommen ist, der bewiesen hat, dass traditionelle Animation nicht tot ist. Die Academy hat sich, wie so oft, für das Bekannte entschieden.

Der BAFTA ging an Klaus. Die Annie Awards – sieben Stück, darunter der Hauptpreis – gingen an Klaus. Die Kritiker auf Rotten Tomatoes liegen bei 94 Prozent. Die IMDb zeigt 8.2, was für einen Animationsfilm, der kein Sequel und kein Franchise ist, bemerkenswert hoch liegt.

Stefan hat den Film auf meine Empfehlung geschaut und danach geschrieben: „Mama, der ist wirklich gut.“ Wenn mein Sohn, der Analytiker, ein solches Urteil fällt, ohne es in drei Nebensätze zu verpacken, dann ist der Film wirklich gut.

Weihnachten. Ohne Zynismus.

Was Klaus von nahezu jedem modernen Weihnachtsfilm unterscheidet: Der Film glaubt an seine eigene Geschichte. Es gibt keinen ironischen Kommentar, kein Augenzwinkern an die Erwachsenen im Publikum, kein „wir wissen alle, dass Weihnachten kommerziell ist, aber lasst uns trotzdem feiern“. Klaus erzählt eine Geschichte über Großzügigkeit, Freundschaft und Veränderung, und er tut es ohne einen einzigen Moment der Scham.

Das erinnert mich an die Filme meiner Kindheit. An eine Zeit, in der Geschichten noch erzählt werden durften, ohne sich selbst zu hinterfragen. Das ist keine Naivität – das ist Mut. In einer Filmlandschaft, die alles ironisch bricht, ist Aufrichtigkeit die radikalste Geste.

Wie Erich Kästner einmal schrieb: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Klaus tut es. Zwei Stunden lang.

Animationsfilme dieser Qualität sind selten. Chihiros Reise ins Zauberland hat eine ähnliche handgemachte Magie. Aber wo Miyazaki das Fremde sucht, sucht Pablos das Vertraute – und findet darin etwas, das sich ganz und gar neu anfühlt.

Die Stimmen, die dieser Geschichte Leben geben.

  • Jason Schwartzman als Jesper – zunächst unsympathisch, dann unwiderstehlich, eine schwierige Balance, die er meistert
  • J.K. Simmons als Klaus. Derselbe Mann der in Whiplash gebrüllt hat, spricht hier so leise, dass man näher an den Fernseher rückt.
  • Rashida Jones als Alva, die Lehrerin ohne Schüler – eine stille Figur mit großer Wirkung
  • Joan Cusack als Mrs. Krum
  • Will Sasso als Mr. Ellingboe (einer der verfeindeten Clan-Anführer)
  • Norm Macdonald als Mogens — seine letzte Filmrolle zu Lebzeiten, was dem Charakter eine unbeabsichtigte Melancholie verleiht


Synchronstudio: FFS Film- & Fernseh-Synchron
Jahr: 2019
Dialogregie: Dennis Schmidt-Foß

Jason Schwartzman|Jesper|Tim Oliver Schultz
J.K. Simmons|Klaus|Udo Wachtveitl
Rashida Jones|Alva|Annina Braunmiller-Jest
Joan Cusack|Mrs. Krum|Anja Stadlober

Quelle: Synchronkartei.de

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Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Dafür

  • Handgezeichnete Animation von berauschender Schönheit
  • Geschichte ohne Zynismus – mutig in ihrer Aufrichtigkeit
  • Stimmbesetzung die der Erzählung dient

Dagegen

  • Tempo im Mittelteil gelegentlich etwas gemächlich
  • Bösewichte bleiben etwas schablonenhaft
A true act of goodness always sparks another.— aus der Wertung von Lichtspiel
Es gibt wenige Filme, die mich nach dem Abspann noch eine Weile in meinem Sessel halten. Klaus ist einer davon. Nicht weil er schockiert oder provoziert, sondern weil er etwas tut, das viel schwieriger ist: Er berührt. Aufrichtig, ohne Ironie, ohne doppelten Boden. Die Animation ist ein Geschenk an alle, die glauben, dass Handwerk noch zählt. Die Geschichte ist ein Geschenk an alle, die glauben, dass Güte nicht naiv sein muss. Hartmut hätte diesen Film gemocht. Und das ist mein höchstes Lob.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Klaus

Wo kann ich Klaus streamen?

Klaus läuft aktuell im Abo bei Netflix. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Klaus?

Klaus hat eine Laufzeit von rund 98 Minuten (1 Stunde und 38 Minuten).

Lohnt sich Klaus?

Unsere Redaktion vergibt Klaus einen Watcher-Score von 8,5 von 10. Der beste animierte Weihnachtsfilm seit 'Nightmare Before Christmas'. Pflichtprogramm für die ganze Familie – und danach wischt man sich die Tränen ab.

Für wen ist Klaus geeignet?

Klaus ist vor allem etwas für Animation und Familie-Fans und alle, die herausragende Filme suchen.

Worum geht es in Klaus?

Ein eigennütziger Postbote und ein eigenbrötlerischer Spielzeugmacher freunden sich an und bescheren einem kalten, dunklen Dorf die Freude, die es so bitter nötig hat.

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Trailer

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Besetzung

Jason SchwartzmanJesper
J.K. SimmonsKlaus
Rashida JonesAlva
Joan CusackMrs. Krum
Norm MacdonaldMogens

FAQ zu Klaus: Wenn handgemachte Animation und aufrichtige Güte sich treffen

Ist Klaus ein Kinderfilm?
Klaus ist ein Film für alle. Kinder werden die Farben, die Komik und die Abenteuergeschichte lieben. Erwachsene werden die Tiefe sehen, die Einsamkeit von Klaus, die Veränderung einer ganzen Gemeinschaft. Ich bin 67 und habe beim dritten Mal Schauen noch etwas Neues entdeckt.
Wo kann man Klaus schauen?
Klaus ist ein Netflix-Original. Man findet ihn dort, zuverlässig und in hervorragender Qualität. Eine Investition in ein Netflix-Abo allein für diesen Film wäre, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, keine schlechte.
Hat Klaus den Oscar gewonnen?
Nominiert, nicht gewonnen. Der Oscar ging 2020 an Toy Story 4. Die Annie Awards und der BAFTA gingen jedoch an Klaus. Manchmal, so scheint es, erkennen die kleineren Preise die größere Leistung.
Ist das eine wahre Geschichte?
Nein. Aber es ist eine Geschichte, die sich wahr anfühlt. Sergio Pablos hat eine Weihnachtsmann-Entstehungsgeschichte erfunden, die so logisch und warmherzig erzählt wird, dass man sich fragt, warum niemand vorher auf diese Idee gekommen ist.
Wer hat den Film gemacht?
Sergio Pablos, ein spanischer Animator, der zuvor bei Disney an Tarzan und Der Glöckner von Notre-Dame gearbeitet hat. Klaus war sein Regiedebüt. Ein beeindruckender Einstand, das muss man anerkennen.
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