The Death of Robin Hood bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 7,6 von 10, und damit mehr, als die meisten Kolleginnen und Kollegen vergeben. Michael Sarnoski zerlegt die Legende vom edlen Räuber gründlich: Sein Robin ist ein alter Mann, der sein Leben lang getötet hat. Die meisten Kritiken feiern die brutale erste Hälfte und finden die ruhige zweite schwächer. Bei mir ist es umgekehrt, und das liegt an Hugh Jackman.
Seit dem 18. Juni 2026 läuft der Film im Verleih von DCM in den deutschen Kinos, 122 Minuten lang und ab 16 Jahren freigegeben. Wer einen Abenteuerfilm mit Bogen, Wald und Gerechtigkeit erwartet, ist hier falsch. Wer ein ernstes Drama über Schuld sehen will, das sich Zeit für seine Hauptfigur nimmt, sollte hingehen.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionKein Volksheld, sondern ein Totschläger
Sarnoski, der mit Pig und A Quiet Place: Tag Eins bekannt wurde, hat das Drehbuch selbst geschrieben. Sein Robin Hood hat die Balladen hinter sich. Er ist gealtert, von der eigenen Vergangenheit gequält, und als er schwer verwundet zusammenbricht, nimmt ihn eine Ordensfrau auf, Schwester Brigid, gespielt von Jodie Comer. Bill Skarsgård ist Little John, Murray Bartlett und Noah Jupe gehören zum Ensemble.
Christoph Petersen nennt den Film bei Filmstarts eine gnadenlose Abrechnung mit der Legende und schreibt, im Vergleich zur ersten Dreiviertelstunde wirke selbst Ridley Scotts raue Version mit Russell Crowe harmlos. Das stimmt. Die Gewalt in der ersten Hälfte ist hart und hat einen Zweck: Man soll nicht vergessen können, wen Brigid da pflegt.
Wo der Film für mich anfängt
Mit der Klosterinsel wird aus dem Gewaltfilm ein Kammerspiel. Hier trennen sich die Wege. Petersen findet, dem Film drohe dort ein wenig die Puste auszugehen, und er erinnert selbst an Gran Torino: Verbitterte alte Männer, die plötzlich auf ein Kind aufpassen, kennt man aus dem Kino. Ich sehe den Einwand. Aber ich schaue in solchen Szenen nicht auf die Situation, sondern darauf, ob die Figur sich ihre Entscheidungen verdient.
Und das tut dieser Robin. Jackman spielt ihn in den ruhigen Momenten am stärksten, dort, wo nichts gesagt wird und ein Mann merkt, dass ihm keiner die Schuld abnehmen wird. Falk Straub schreibt bei kino-zeit, Jackman sei kaum wiederzuerkennen und der Tod stehe ihm nach Logan auch diesmal gut. Das trifft es. Die Erlösung, um die es geht, wird nicht geschenkt. Der Film lässt sie sich erarbeiten, und er erklärt nicht, was Jackmans Gesicht schon gezeigt hat.
Comer ist der richtige Gegenpol, weil ihre Brigid kein Trostengel ist. Sie hält diesen Mann aus, mehr nicht, und gerade dadurch bekommt jeder kleine Schritt auf ihn zu Gewicht.
Was ich ihm abziehe
Margaret, die Tochter von Little John, ist eine Drehbuchfigur, deren Zweck man von der ersten Szene an kennt. Straub bemängelt bei kino-zeit, dass Sarnoski zu sehr auf Archetypen des Genres zurückgreift, und genau hier sehe ich das auch. Eine Figur, die nur dazu da ist, den Helden weicher zu machen, nimmt der Geschichte etwas von ihrem Ernst. Und die Bildsprache ist düster auf eine Art, die man inzwischen von vielen Filmen dieser Machart kennt. Sie schadet nicht, aber sie ist nicht der Grund, hinzugehen.
Wie die Kritik The Death of Robin Hood sieht
Das Echo ist freundlich, aber verhalten. Bei Rotten Tomatoes sind 69 Prozent von 185 Kritiken positiv, das Publikum liegt nur bei 56 Prozent. Metacritic kommt auf 61 von 100 aus 38 Kritiken. Filmstarts vergibt 3,5 von 5 Sternen. Der filmdienst beschreibt ihn als entmythologisierte Variante der Robin-Hood-Geschichte. Stand der Werte: 30. September 2026.
Meine 7,6 liegt also klar über dem Schnitt. Der Grund ist einfach: Ich bewerte diesen Film an seiner zweiten Hälfte, weil dort das Drama steckt, das die erste Hälfte vorbereitet. Wer vor allem die harte Dekonstruktion sehen will, wird mit der Mehrheit gehen und eher bei 6 landen.
Wer nach dem Abspann mehr ernstes Mittelalterkino sucht, findet es in Königreich der Himmel oder in der rohen Wucht von Braveheart. Weitere Titel stehen bei unseren Dramen.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Hugh Jackman spielt Robin in den ruhigen Momenten am stärksten
- Die Gewalt der ersten Hälfte hat einen Zweck für die Geschichte
- Jodie Comer als Schwester Brigid ist Gegenpol statt Trostengel
- Der Film erklärt nicht, was Jackmans Gesicht schon zeigt
Dagegen
- Das Kind an Robins Seite ist eine Figur mit vorhersehbarem Zweck
- Die düstere Bildsprache kennt man aus vielen Filmen dieser Art
- Wer die Dekonstruktion sucht, verliert in der zweiten Hälfte das Interesse
Die Erlösung wird diesem Robin nicht geschenkt. Jackman lässt sie ihn sich Szene für Szene erarbeiten.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt The Death of Robin Hood?
Verfügbarkeit DEStand 18.10.2026: The Death of Robin Hood ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 4,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 18.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Robin HoodHugh Jackman
- Schwester BrigidJodie Comer
- Little JohnBill Skarsgård
- LeprakrankerMurray Bartlett
- Arthur / GodwynNoah Jupe


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