„The Last Rodeo“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 5,4 von 10. Neal McDonough spielt einen alten Bullenreiter, der für die Operation seines Enkels noch einmal in die Arena steigt, und in den stillen Szenen ist er besser, als das Drehbuch es verdient. Das Problem sind die Dialoge: Sie sprechen jeden Konflikt aus und lösen ihn im selben Atemzug.
In Deutschland kam das Drama von Jon Avnet am 16. Oktober 2025 im Verleih von Kinostar in die Kinos, freigegeben ab 12 Jahren, 118 Minuten lang. In den USA brachte Angel Studios es schon am 23. Mai 2025 heraus. Wer ein ehrliches, vorhersehbares Familiendrama mit Glaubensmotiv sucht, bekommt genau das. Wer ein Sportdrama mit Reibung will, wird unterfordert.
5,4 von mir. Neal McDonough ist in den stillen Szenen stark, und die Rodeo-Ritte haben Tempo und Wucht. Dazwischen löst Jon Avnets Drama jeden Konflikt im Gespräch auf und erklärt, was die Bilder längst gezeigt haben. Für ein Familienpublikum mit Sinn für Glaubensgeschichten solide, für alle anderen zu brav und zu lang.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionNach zwanzig Minuten steht alles fest
Joe Wainwright war einmal ein gefeierter Rodeo-Champion. Nach dem Tod seiner Frau und einem betrunkenen Ritt mit schweren Folgen hat er aufgehört. Als bei seinem Enkel Cody ein Hirntumor entdeckt wird und Codys Mutter Sally die Operation nicht bezahlen kann, meldet sich Joe für ein hoch dotiertes Turnier der Rodeo-Legenden in Tulsa an. Sein alter Freund Charlie Williams, gespielt von Mykelti Williamson, begleitet ihn.
Damit ist die Anordnung komplett, und der Film verändert sie nicht mehr. Wer Joe im Weg stehen könnte, lenkt ein, sobald er vom kranken Enkel erfährt. Selbst der junge Rivale Billy Hamilton entschuldigt sich nach einem Streit in der Kneipe. Für mich kippt das genau dort. Ein Drama braucht einen Widerstand, der nicht mit einem guten Gespräch verschwindet. Hier verschwindet jeder.
McDonough ist am besten, wenn er schweigt
Neal McDonough hat am Drehbuch mitgeschrieben und den Film mitproduziert. Man merkt, wie viel ihm an dieser Figur liegt. Seine stärksten Momente haben mit dem Rodeo wenig zu tun, etwa wenn Joe vor alten Hochzeitsvideos sitzt und ihm die Tränen kommen. Da spielt er einen Mann, der nie gelernt hat, über sich zu reden. Umso ärgerlicher, dass ihn das Drehbuch wenig später genau das tun lässt, ausführlich und mit Moral.
Im letzten Drittel werden Bibelverse vorgelesen und Gebete gesprochen. Das gehört zu einem Film von Angel Studios dazu, und niemandem, der daran glaubt, würde ich das vorhalten. Mein Einwand ist ein anderer: Diese Szenen erklären, was die Bilder davor längst gezeigt haben. Drei Sätze zu viel, immer wieder.
Die Arena rettet einiges
Die Rodeo-Sequenzen sind das Beste am Film. Sie sind packend und erstaunlich locker inszeniert und mit echten Aufnahmen der Professional Bull Riders angereichert. Lutz Granert erinnert eine Trainingsszene am mechanischen Bullen in seiner Filmstarts-Kritik an Sylvester Stallones späten Rocky Balboa, und der Vergleich passt: ein alter Mann, dem alle abraten, und ein Körper, der ihnen recht gibt. Bei dieser Szene hat sich McDonough laut Filmstarts tatsächlich die Schulter ausgekugelt.
Nur dauert ein gültiger Ritt acht Sekunden. Mehr Spannung, als in acht Sekunden passt, baut der Film zwischen den Ritten nicht auf, weil er die Konflikte vorher schon beigelegt hat.
Wie die Kritik „The Last Rodeo“ sieht
Die Kritik ist gemischt, das Publikum begeistert. Bei Rotten Tomatoes sind 69 Prozent von 39 Kritiken positiv, beim Publikum sind es 94 Prozent. Metacritic nennt 61 von 100, allerdings aus nur sechs Kritiken. Filmstarts gibt 2 von 5 Sternen und sieht zu viel erbauliches Gerede zwischen packenden Ritten. Meine 5,4 liegen zwischen beiden Lagern: Die Arena und McDonough tragen, das Drehbuch nicht. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Wer mitspielt
- Neal McDonough als Joe Wainwright
- Mykelti Williamson als Charlie Williams
- Sarah Jones als Sally Wainwright
- Graham Harvey als Cody
- Christopher McDonald als Jimmy Mack
- Daylon Swearingen als Billy Hamilton
- Ruvé McDonough als Rose Wainwright
Regie: Jon Avnet. Drehbuch: Jon Avnet, Neal McDonough und Derek Presley.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Neal McDonough in den ruhigen Momenten
- Packende Rodeo-Sequenzen mit echten Profis
- Ehrlich gemeint, ohne Zynismus
Dagegen
- Jeder Konflikt löst sich im Gespräch
- Die Geschichte steht nach zwanzig Minuten fest
- Dialoge erklären, was schon zu sehen war
McDonough spielt einen Mann, der nie gelernt hat, über sich zu reden. Das Drehbuch lässt ihn trotzdem ständig reden.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt The Last Rodeo?
Verfügbarkeit DEStand 15.10.2026: The Last Rodeo ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 15.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- Joe WainwrightNeal McDonough
- Charlie WilliamsMykelti Williamson
- Sally WainwrightSarah Jones
- Jimmy MackChristopher McDonald
- Billy HamiltonDaylon Swearingen


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