Wer streamt Halloween V - Die Rache des Michael Myers?
Verfügbarkeit DEStand 28.07.2026: Halloween V - Die Rache des Michael Myers läuft im Abo bei Prime Video – mit deutscher Synchronfassung.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 28.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von NordNoirHalloween 5 lief in den USA am 12. Oktober 1989, bei uns erst am 11. Juli 1991 im Hochsommer, und trägt die Rache im Titel wie eine unbezahlte Rechnung. Von mir gibt es 5,5, und die gehören fast komplett zwei Schauspielern.
Tag fünf im Marathon, und zum ersten Mal wurde es Arbeit. Gestern hatte ich Gänsehaut beim Finale von Teil 4 geschrieben. Heute musste ich zusehen, wie dieser Film genau dieses Finale in den ersten Minuten in den Müll trägt.
Ein Jahr Abstand, kein fertiges Drehbuch. Man merkt beides.
Halloween 5 wurde direkt nach dem Kassenerfolg von Teil 4 durchgewunken und kam nur zwölf Monate später ins US-Kino, mit 3 Millionen Dollar Budget und einem Skript, an dem während des Drehs noch geschrieben wurde. Gleich drei Autoren stehen im Abspann, darunter Regisseur Dominique Othenin-Girard selbst, und der fertige Film fühlt sich exakt so an: wie drei Filme, die sich nie geeinigt haben, welcher von ihnen gedreht wird.
Da ist ein düsterer Film über ein traumatisiertes Kind in der Psychiatrie. Da ist eine alberne Teenie-Komödie mit Polizisten, die der Schnitt allen Ernstes mit Zirkusmusik unterlegt. Und da ist ein mythischer Überbau um einen mysteriösen Mann in Schwarz, von dem der Film selbst erkennbar nicht weiß, wohin er führen soll. Jeder dieser drei Filme unterbricht die anderen beiden im Zwanzig-Minuten-Takt. Stimmung hält so keine Chance, und Stimmung ist nun mal das, wofür ich bei dieser Reihe sitze.
Fünf Minuten, um das beste Ende der Reihe zu entsorgen
Der Vorgänger hörte mit einem Bild auf, das die Reihe zurück zu ihrem Kern führte, ich habe es gestern ausführlich gefeiert. Teil 5 erklärt diesen Schluss in einer knappen Eröffnung zur Fußnote: Jamie hat niemanden getötet, das Opfer hat überlebt, alles halb so wild, das Mädchen ist jetzt eben stumm und wohnt in einer Kinderklinik. Michael wiederum ist nach dem Kugelhagel von 1988 in einen Fluss gefallen, wurde von einem Einsiedler gepflegt und wacht nach einem Jahr Koma pünktlich zu Halloween wieder auf.
Ich verstehe den Produktionsdruck von 1989. Trotzdem bleibt das die feigste Drehbuchentscheidung der ganzen klassischen Reihe: Ein Nachfolger, der die mutigste Idee seines Vorgängers rückabwickelt, statt mit ihr zu arbeiten. Was ein Film über ein Kind hätte werden können, das gegen das eigene Erbe kämpft, wird stattdessen wieder eine Runde Katz und Maus in Haddonfield, nur diesmal mit weniger Geld und weniger Geduld.
Danielle Harris spielt stumm alle an die Wand. Schon wieder.
Der Grund, warum die 5,5 keine 4 ist, heißt erneut Danielle Harris. Jamie spricht den Großteil der 96 Minuten kein Wort, weil das Trauma ihr die Sprache genommen hat, und Harris muss Todesangst, Schuld und diese neue, nie sauber erklärte übersinnliche Verbindung zu ihrem Onkel komplett über Gesicht und Körper spielen. Sie war beim Dreh elf. Es gibt gestandene Erwachsene in dieser Reihe, die mit vollem Dialogbuch weniger erzählen.
Ihr gehört auch die eine Szene, über die man bei Teil 5 bis heute redet: Jamie steht vor ihrem Onkel, bittet ihn, die Maske abzunehmen, und für einen Moment sitzt da ein Mann mit nassen Augen, dem eine einzelne Träne über das Gesicht läuft. Dann setzt er die Maske wieder auf und alles ist wie vorher. Das ist die interessanteste Idee des Films, das Böse kurz als kaputten Menschen zu zeigen, und sie dauert ungefähr vierzig Sekunden. Danach traut sich der Film nie wieder in diese Richtung.
- Donald Pleasence als Dr. Loomis, diesmal so weit über der Grenze, dass er ein traumatisiertes Kind als Köder benutzt
- Danielle Harris spielt Jamie Lloyd, stumm, gehetzt und erneut das Beste am Film
- Ellie Cornell kehrt als Rachel zurück und wird vom Drehbuch behandelt, wie es Slasher-Fortsetzungen mit Publikumslieblingen leider oft tun
- Wendy Kaplan als Tina, das menschgewordene Energydrink-Prinzip, an ihr scheiden sich die Geister
- Don Shanks übernimmt Michael Myers und darf in einer Szene sogar kurz das Gesicht zeigen
- Beau Starr als Sheriff Meeker, dem man die Müdigkeit des zweiten Einsatzes ansieht
Tina. Und die Cops mit der Zirkusmusik.
Über Tina, gespielt von Wendy Kaplan, streitet die Horror-Community seit 1989. Sie ist laut, sprunghaft, umarmt jeden, redet ohne Punkt, und der Film behandelt sie über weite Strecken als heimliche Hauptfigur, während Rachel früh abserviert wird. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu merken, dass mich nicht die Figur nervt. Mich nervt, dass der Film glaubt, ich hätte lieber sie als das Kind, um das es eigentlich geht.
Und dann die beiden Deputies. Regisseur Othenin-Girard fand es 1989 offenbar eine gute Idee, die zwei Streifenpolizisten von Haddonfield als Comedy-Duo anzulegen und ihre Auftritte mit einer Art Jahrmarkts-Klimper-Motiv zu vertonen, mitten in einem Film über einen Kindermörder. Jedes Mal, wenn diese Musik einsetzt, kippt die mühsam aufgebaute Bedrohung um wie ein Pappaufsteller. Es ist die einzelne Entscheidung, für die ich diesem Film am wenigsten verzeihe, noch vor dem entsorgten Teil-4-Ende.
Der Mann in Schwarz. Ein Cliffhanger ohne Einlösung im Gepäck.
Durch den ganzen Film stapft eine Gestalt in schwarzem Mantel mit silbernen Stiefelspitzen, die nie spricht und nie erklärt wird. Im Finale, Michael sitzt endlich hinter Gittern, sprengt dieser Unbekannte die Polizeiwache von Haddonfield auseinander und verschwindet mit ihm. Schnitt, Abspann, auf Wiedersehen. Das ist kein Ende, das ist eine Vertagung, und sie wirkt umso dreister, wenn man weiß, dass die nächste Fortsetzung erst sechs Jahre später kam.
Heute ist dokumentiert, dass die Macher 1989 selbst keinen fertigen Plan hatten, wer dieser Mann sein soll. Die Auflösung musste 1995 Teil 6 nachliefern, mit dem berüchtigten Kult-Unterbau, und die kommt bei mir morgen auf den Tisch. Aus Marathon-Sicht ist der Cliffhanger damit fast schon wieder spannend, als historisches Dokument einer Reihe, die auf Sicht fuhr. Als Filmschluss von 1989 ist er eine Frechheit gewesen.
Loomis über der Grenze. Der eine Faden, der trägt.
Donald Pleasence spielt Loomis 1989 zum vierten Mal, und es ist seine dunkelste Version. Der Mann brüllt ein stummes, elfjähriges Mädchen an, weil es ihm nicht schnell genug hilft, er packt es an den Schultern, und im Finale benutzt er Jamie ganz offen als Köder, um Michael ins alte Myers-Haus zu locken. Der Film markiert das nie als Heldentat, und genau dadurch entsteht die einzige durchgehende Spannung dieser 96 Minuten: Man traut dem eigenen Guten nicht mehr über den Weg.
Ich hätte diesen Faden gern als Hauptgeschichte gesehen, ein Duell zwischen einem besessenen alten Mann und seinem Monster, mit dem Kind dazwischen. Ansätze sind da, die Falle im Haus, das Netz, der finale Zusammenbruch. Aber der Film schneidet von jeder dieser Szenen pflichtschuldig zurück zu Teenagern auf einer Scheunenparty, als hätte er Angst, sein eigenes düsteres Zentrum könnte das Publikum überfordern.
Kurios am Rande: Das Myers-Haus selbst hat zwischen Teil 4 und Teil 5 unbemerkt die Adresse gewechselt. Aus dem unscheinbaren Vorstadthaus von 1978 und 1988 ist plötzlich eine verwitterte Gründerzeit-Villa mit Türmchen und schmiedeeisernem Zaun geworden, ohne dass es je jemand erklärt. Für eine Reihe, deren Wirkung immer davon lebte, dass das Böse in der normalsten Straße Amerikas wohnt, ist ausgerechnet diese Gothic-Kulisse ein erstaunliches Eigentor.
Zehn Prozent Publikums-Wertung. Das muss man erstmal schaffen.
Die Bilanz ist die schlechteste der klassischen Reihe: 36 Prozent bei den Rotten-Tomatoes-Kritikern und historisch magere 10 Prozent beim Publikum, 28 von 100 bei Metacritic, 4,9 bei IMDb. An der Kasse brachen die Zahlen ebenfalls ein: 11,6 Millionen Dollar weltweit, gut ein Drittel weniger als Teil 4, bei ähnlichem Budget. Deutschland bekam den Film gar nicht erst zum Halloween-Termin, sondern im Juli 1991, fast zwei Jahre später und mitten in der Freibadsaison. Passender hätte man die Verlegenheit kaum terminieren können.
Trotzdem will ich fair bleiben: Handwerklich ist das kein Totalausfall. Kameramann Robert Draper taucht ein paar Sequenzen in schönes, nebliges Blau, das Farmhaus-Finale hat zwei ordentliche Schreckmomente, und wann immer Pleasence und Harris zusammen im Bild stehen, ist der Film für Sekunden der düstere Psychothriller, der er hätte sein können. Es sind Inseln. Aber es sind welche.
Hierzulande fand der Film sein Publikum ohnehin erst auf Video. Wer 1991 im Juli tatsächlich eine Kinokarte für einen Halloween-Film gekauft hat, dem gehört mein Respekt, alle anderen haben Teil 5 als VHS-Leihkassette kennengelernt, oft geschnitten und mit diesem typischen Videotheken-Cover-Versprechen, das der Inhalt nie einlöst. Vielleicht erklärt das den Rest an Nostalgie, den manche für diesen Teil übrig haben. Ich habe meine Kassetten-Phase mit anderen Filmen verbracht und kann die Milde nicht ganz aufbringen.
Marathon-Einordnung: nur für Komplettisten
In der Original-Zeitlinie steht Teil 5 zwingend zwischen Teil 4 und Teil 6, wer die Jamie-Geschichte verfolgt, kommt an ihm nicht vorbei. Alle anderen verlieren nichts, wenn sie nach dem Original von 1978 und Teil II direkt zu einer der moderneren Zeitlinien springen, etwa zum Blumhouse-Halloween von 2018.
Den Überblick über alle vier Zeitlinien liefert unsere Halloween-Reihenfolge. Interessant ist der Film heute vor allem als Warnung, wie schnell eine Reihe ihr eigenes Kapital verbrennt. Wes Craven hat später in Scream genau über diese Sorte lieblos nachgeschobener Fortsetzungen seine Witze gemacht, und Teil 5 gehört zu den Filmen, die er dabei im Rücken hatte. Mehr Genre-Nachschub sortieren wir in der Slasher-Ecke und der Horror-Übersicht, und wer Reihen lieber komplett aufgedröselt mag, findet die Scream-Reihenfolge bereits fertig bei uns.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungDafür
- Danielle Harris, stumm und großartig
- Die Träne unter der Maske
- Ein paar neblige Draper-Bilder
Dagegen
- Teil-4-Ende in fünf Minuten entsorgt
- Comedy-Cops mit Zirkusmusik
- Cliffhanger ohne jeden Plan
- Rachel lieblos abserviert
Ein Film mit Rache im Titel, der sie vor allem am eigenen Vorgänger nimmt.— aus der Wertung von NordNoir
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Halloween V - Die Rache des Michael Myers
Wo kann ich Halloween V - Die Rache des Michael Myers streamen?
Halloween V - Die Rache des Michael Myers läuft aktuell im Abo bei Prime Video. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie lange dauert Halloween V - Die Rache des Michael Myers?
Halloween V - Die Rache des Michael Myers hat eine Laufzeit von rund 97 Minuten (1 Stunde und 37 Minuten).
Lohnt sich Halloween V - Die Rache des Michael Myers?
Unsere Redaktion vergibt Halloween V - Die Rache des Michael Myers einen Watcher-Score von 5,5 von 10. Vor allem etwas für Genre-Fans, besonders für Horror-Fans.
Für wen ist Halloween V - Die Rache des Michael Myers geeignet?
Halloween V - Die Rache des Michael Myers ist vor allem etwas für Horror-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.
Worum geht es in Halloween V - Die Rache des Michael Myers?
Michael Myers hat den Sturz in einen tiefen Schacht und die darauf folgende Explosion schwer verletzt überlebt. Mit letzter Kraft schleppt er sich zum nahegelegenen Fluss und lässt sich stromabwärts treiben.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Halloween 5: Die Rache fällt aus, der Marathon wird zäh
Wo kann ich Halloween 5 streamen?
Warum spricht Jamie in Halloween 5 nicht?
Wer ist der Mann in Schwarz in Halloween 5?
Ist Rachel aus Teil 4 wieder dabei?
Lohnt sich Halloween 5 überhaupt?
Wie brutal ist Halloween 5 im Vergleich?
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