Poster zum Film Halloween Kills: Ganz Haddonfield schreit, und der Film schreit mit (2021)

Halloween Kills: Ganz Haddonfield schreit, und der Film schreit mit (2021)

🎬 Film 105 Min. Horror
⚡ Kurz gesagt

Halloween Kills startete am 14. Oktober 2021 zeitgleich in den USA und bei uns, setzt in derselben Nacht wie der 2018er-Teil an und ist der ... Weiterlesen ... Watcher-Score 6,5/10.

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Wer streamt Halloween Kills?

Verfügbarkeit DE

Stand 11.08.2026: Halloween Kills ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 11.08.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Die Kritik

von NordNoir

Halloween Kills startete am 14. Oktober 2021 zeitgleich in den USA und bei uns, setzt in derselben Nacht wie der 2018er-Teil an und ist der lauteste Film der ganzen Reihe. Handwerk stark, Kopf leer: 6,5 von mir.

Tag zehn, vorletzter Halt im Marathon, und die Teekanne hat inzwischen einen Sprung, was mir wie ein passendes Omen vorkam. Nach neun Filmen weiß ich ziemlich genau, was diese Reihe kann und was nicht. Kills kann handwerklich fast alles, brüllt es auch pausenlos heraus, und will davon am Ende erstaunlich wenig erzählen. Das ist eine sehr spezielle Sorte Enttäuschung: die mit Respekt.

Dieselbe Nacht, drei Jahre Wartezeit

Kills ist das Mittelstück der Blumhouse-Trilogie und beginnt exakt dort, wo das Halloween von 2018 aufhörte: Laurie, Tochter Karen und Enkelin Allyson fahren auf dem Pick-up davon, hinter ihnen brennt das Haus mit Michael im Keller. Der Rest des Films spielt in derselben Halloween-Nacht, beginnend mit der Feuerwehr, die den Brand ahnungslos löscht und damit das Monster befreit. Eigentlich sollte der Film schon im Oktober 2020 laufen, die Pandemie schob ihn um ein Jahr, und in den USA lief er dann parallel zum Kinostart im Streaming bei Peacock, was ihm dort spürbar Kasse kostete.

Regie führte erneut David Gordon Green, am Drehbuch saß wieder das Team um Danny McBride, und das erklärte Konzept war eine Trilogie mit klassischer Dramaturgie: Teil eins die Rückkehr, Teil zwei die Eskalation, Teil drei die Auflösung. Kills ist also per Bauplan der Film ohne Anfang und ohne Ende, und das Beste, was ich über ihn sagen kann: Er versucht gar nicht erst, das zu verstecken. Das Schlechteste: Er füllt die Lücke mit Geschrei.

Das Feuerwehr-Massaker. Rein handwerklich: Chapeau.

Die Eröffnungssequenz gehört zum Besten, was die Reihe seit 1978 inszeniert hat. Elf Feuerwehrleute gegen einen Mann mit Maske, zwischen Löschschaum, Atemschutzmasken und kreischenden Sägen, gedreht in langen, orange glühenden Einstellungen, unterlegt vom neuen Score, den John Carpenter höchstpersönlich mit Sohn Cody und Daniel Davies eingespielt hat. Die Synthesizer pumpen, die Kamera gleitet, und für zehn Minuten ist Kills ein böses kleines Meisterwerk der Choreografie.

Ich habe diese Sequenz nach dem Abspann direkt noch einmal geschaut, was mir im ganzen Marathon erst beim Finale von Teil 4 passiert ist. Beim zweiten Durchgang fällt auf, wie viel davon in der Musik steckt: Carpenter treibt die Szene mit einem pulsierenden Motiv, das erst mit dem letzten Feuerwehrmann abbricht, und die plötzliche Stille danach ist der beste Schnitt-Moment des Films. Dieser Score ist überhaupt das durchgehend stärkste Element der Trilogie, druckvoller als 2018 und um Längen interessanter als alles, was die Reihe zwischen 1995 und 2009 vertont hat.

Diese Feuerwehr-Sequenz zeigt auch, was der Film durchgehend gut kann: Michael als Naturereignis inszenieren. James Jude Courtney bewegt sich unter der Maske mit einer trägen Selbstverständlichkeit, die bedrohlicher wirkt als jedes Sprinten, und die Morde sind die kompromisslosesten der Blumhouse-Ära, deutlich über dem 2018er-Niveau. Wäre der ganze Film auf dem Level seiner Setpieces, wir würden hier über eine 8 reden.

Evil dies tonight. Beim dritten Sprechchor war ich raus.

Ist er aber nicht, und das liegt am Mittelbau: Haddonfield erfährt von Michaels Rückkehr, und die Stadt kippt in Selbstjustiz. Angeführt wird der Mob von Tommy Doyle, dem Kind aus der Mordnacht von 1978, jetzt gespielt von Anthony Michael Hall, der mit Baseballschläger durchs Krankenhaus zieht und den Schlachtruf des Films skandiert: Das Böse stirbt heute Nacht. Der Chor wird so oft wiederholt, dass er von der Gänsehaut-Idee zur unfreiwilligen Parodie kippt, und die Mob-Handlung gipfelt in einer Krankenhaus-Hetzjagd auf einen Unschuldigen, die als Tragödie gemeint ist und als Holzhammer ankommt.

Das Ärgerliche daran: Die Idee ist gut, und die Reihe hatte sie schon einmal besser. Halloween 4 von 1988 erzählt denselben Kleinstadt-Lynchmob in drei knappen Szenen mit, inklusive erschossenem Unschuldigen, und lässt das Thema dann wieder los. Kills bläst dieselbe Beobachtung zu vierzig Minuten Botschaftskino auf, in dem Figuren einander Thesen über Angst und Massenhysterie zurufen, als wäre gerade Ethikunterricht. Ich stimme der These sogar zu. Ich möchte sie nur nicht dreimal pro Akt vorgelesen bekommen.

Laurie verbringt den Film im Krankenhausbett

Die bitterste Fußnote betrifft die Frau, deren Comeback die Trilogie trägt: Jamie Lee Curtis verbringt Kills fast komplett im Krankenhaus, wird operiert, hält einen Monolog, zieht sich einmal dramatisch den Tropf aus dem Arm und trifft in der gesamten Laufzeit nie auf Michael. Die Parallele ist natürlich gewollt, schon Halloween II von 1981 parkte Laurie eine ganze Fortsetzung lang im Krankenhausbett, und Kills zwinkert mehrfach in diese Richtung. Aber was 1981 aus Budgetnot geschah, ist 2021 eine Drehbuchentscheidung, und sie nimmt dem Film sein emotionales Zentrum.

Aufgefangen wird das teilweise von Judy Greer, deren Karen die interessanteste Entwicklung der Trilogie durchmacht, vom Angsthasen zur Frau, die im Finale die vielleicht beste Einzelszene des Films bekommt. Andi Matichak als Allyson bleibt dagegen im Rache-Modus stecken, und Will Patton bekommt als Officer Hawkins eine Rückblenden-Ebene ins Jahr 1978, die hübsch gebaut ist, aber vor allem Laufzeit kostet.

  • Jamie Lee Curtis als Laurie Strode, diesmal überwiegend horizontal
  • Judy Greer spielt Karen und stiehlt im Finale allen die Schau
  • Andi Matichak als Enkelin Allyson, festgefahren im Rachemodus
  • Anthony Michael Hall als erwachsener Tommy Doyle, nach Paul Rudd 1995 bereits die zweite Neubesetzung der Figur
  • Will Patton als Officer Hawkins, samt Rückblenden-Doppelgänger Thomas Mann
  • James Jude Courtney als The Shape, mit einem Kurzauftritt von Original-Michael Nick Castle

Die Rückkehrer: Kyle Richards und der Club der Überlebenden

Ein Kunstgriff von Kills verdient gesonderte Erwähnung: Der Film versammelt die Überlebenden von 1978 als eine Art Selbsthilfegruppe in Bar-Runde, und mehrere davon werden von den Originaldarstellern gespielt. Kyle Richards, heute den meisten aus ganz anderen Fernsehformaten bekannt, kehrt tatsächlich als Lindsey Wallace zurück, das zweite Kind aus Lauries Babysitter-Nacht, dreiundvierzig Jahre nach ihrem ersten Auftritt. Auch Nancy Stephens ist wieder als Krankenschwester Marion dabei, und Charles Cyphers gibt noch einmal den alten Sheriff Brackett.

Diese Casting-Entscheidungen sind mehr als Nostalgie-Konfetti: Richards bekommt eine eigene, richtig gut gebaute Verfolgungssequenz im Park, in der man kurz spürt, was der Film hätte sein können, ein Ensemblestück über Menschen, die dieselbe Nacht nie verlassen haben. Stattdessen dient der Überlebenden-Club dem Drehbuch vor allem als Mob-Zündschnur und als Reservoir für Opferszenen. Die Reihe hat ihre eigene Geschichte selten so liebevoll eingesammelt und gleichzeitig so achtlos verfeuert.

Die 1978-Rückblenden: Fanservice, aber mit Liebe

Versöhnlich stimmen die Rückblenden in die Original-Nacht: nachgebaute Straßenzüge, das alte Myers-Haus, ein junger Hawkins, und sogar Dr. Loomis taucht für einen Moment wieder auf, rekonstruiert mit Maske, Double und Stimm-Imitation, was erstaunlich würdevoll gelungen ist. Man merkt diesen Szenen die Detailversessenheit an, vom Kamerastil bis zu den Streifenwagen, und als jemand, der das Original zu Beginn dieses Marathons zum wiederholten Mal gesehen hat, kann ich bestätigen: Die Anschlüsse sitzen bis in die Tapetenmuster.

Gleichzeitig zeigt genau diese Liebe das Problem der modernen Reihe: Die besten Momente von Kills sind die, in denen er einen anderen, dreiundvierzig Jahre alten Film nachbaut. Eigene Bilder von dieser Kraft findet er nur im Feuerwehr-Prolog. Der Rest ist sehr kompetente Verwaltung mit gelegentlichen Geistesblitzen, und Verwaltung ist das Wort, das ich in diesem Marathon schon viel zu oft benutzen musste.

133 Millionen trotz Parallel-Streaming. Die Marke zieht immer noch.

Kommerziell war Kills trotz allem ein Erfolg: 133,4 Millionen Dollar weltweit bei 20 Millionen Budget, und das, obwohl der Film in den USA gleichzeitig kostenlos für Peacock-Abonnenten verfügbar war. Die Kritik blieb gespalten bis ablehnend, 42 von 100 bei Metacritic, 5,5 bei IMDb, während TMDB-Nutzer mit 6,4 aus knapp 3.000 Stimmen deutlich freundlicher urteilen. Dieses Auseinanderfallen passt zum Film: Wer Setpieces und Härte sucht, wird bedient. Wer die Figuren-Geschichte von 2018 weitererzählt haben will, bekommt eine Warteschleife.

Als Mittelteil erfüllt Kills seinen Bauplan trotzdem: Er eskaliert, er räumt Figuren vom Brett, und sein Schlussbild stellt die Weichen für das Finale. Wie viel dieses Finale dann einlöst, ist die Geschichte von Halloween Ends, dem letzten Halt meines Marathons, und ich verspreche jetzt schon: Da wird es kontrovers.

Eine inhaltliche Weiche macht mir dabei jetzt schon Sorgen: Kills flirtet in seinen letzten Minuten offen mit der Deutung, Michael sei womöglich mehr als ein Mensch, das Böse selbst, das mit jeder Tat stärker wird. Karen spricht es aus, die Inszenierung nickt dazu. Ich habe in diesem Marathon bei Teil 6 ausführlich aufgeschrieben, wie es endet, wenn diese Reihe ihr Monster erklären will, egal ob mit Runen oder mit Metaphysik. Der Boogeyman funktioniert als Leerstelle. Jede Fortsetzung, die diese Leerstelle füllen will, sägt am eigenen Stuhl, und Kills setzt die Säge sichtbar an.

Marathon-Einordnung: Pflichtprogramm mit Sternchen

Innerhalb der Blumhouse-Trilogie ist Kills nicht verhandelbar: Original von 1978, dann Halloween 2018, dann dieser Film, dann Halloween Ends. Wer ihn überspringt, versteht im Finale mehrere Figuren-Stände nicht. Als Einzelfilm funktioniert er dagegen überhaupt nicht, er hat schlicht keinen ersten und keinen dritten Akt.

Alle Zeitlinien samt Sortierung stehen in unserer Halloween-Reihenfolge. Mehr Slasher-Verwandtschaft findest du in unserer Slasher-Ecke und der großen Horror-Übersicht. Und wer wissen will, wie man eine moderne Legacy-Trilogie insgesamt sauberer baut, vergleicht mit der Scream-Reihenfolge, die ähnliche Ideen mit mehr Disziplin durchzieht.

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Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung
Story5,0
Schauspiel7,0
Effekte8,0
Ton8,0

Dafür

  • Feuerwehr-Prolog als Choreografie-Lehrstück
  • Carpenter-Score, druckvoll wie lange nicht
  • 1978-Rückblenden mit Liebe zum Detail
  • Judy Greers Finale

Dagegen

  • Evil-dies-tonight-Sprechchor bis zur Parodie
  • Laurie ohne Funktion im Krankenbett
  • Mittelteil-Syndrom ohne Anfang und Ende
Ein Film, der brüllt, damit niemand merkt, dass er nichts zu sagen hat, aber wie er brüllt.— aus der Wertung von NordNoir
Tag zehn, und ich bin zwiegespalten wie selten: Die ersten zehn Minuten gehören zum Besten der ganzen Reihe, der Score hat mir zweimal Gänsehaut gemacht, und trotzdem saß ich beim dritten Sprechchor mit verschränkten Armen da. Kills kann alles außer erzählen. 6,5 für das Handwerk, Abzug fürs Megafon, und morgen sehen wir beim Finale, ob sich das Warten gelohnt hat.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Halloween Kills

Wo kann ich Halloween Kills streamen?

Halloween Kills gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand August 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Halloween Kills?

Halloween Kills hat eine Laufzeit von rund 105 Minuten (1 Stunde und 45 Minuten).

Lohnt sich Halloween Kills?

Unsere Redaktion vergibt Halloween Kills einen Watcher-Score von 6,5 von 10. Sehenswert, aber mit Abstrichen, besonders für Horror-Fans.

Für wen ist Halloween Kills geeignet?

Halloween Kills ist vor allem etwas für Horror-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.

Worum geht es in Halloween Kills?

Der Film schließt nahtlos an den ersten Teil von 2018 an und beginnt direkt nachdem Laurie Strode, zusammen mit ihrer Tochter Karen und Enkelin Allyson, den maskierten Killer vermeintlich endgültig besiegt hat.

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Trailer

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Besetzung

Jamie Lee CurtisLaurie Strode
Judy GreerKaren
Andi MatichakAllyson
James Jude CourtneyThe Shape
Nick CastleThe Shape

FAQ zu Halloween Kills: Ganz Haddonfield schreit, und der Film schreit mit

Wo kann ich Halloween Kills streamen?
Aktuell ist Kills in Deutschland in keiner Flatrate, es bleibt Leihen oder Kaufen bei Apple TV, Amazon Video, Sky Store, Rakuten und MagentaTV. Für einen Film von 2021 mit 133 Millionen Dollar Einspiel ist das eine überraschend dünne Abo-Lage. Der Kasten oben zeigt den Tagesstand.
Muss ich Halloween 2018 vorher gesehen haben?
Unbedingt. Kills beginnt in derselben Nacht, wenige Minuten nach dem Finale von 2018, und erklärt nichts nach. Ohne den Vorgänger fehlen dir Figuren, Konflikte und der brennende Keller, aus dem der Film seine erste Szene baut. Die beiden gehören zusammen wie ein Zweiteiler.
Wie groß ist die Rolle von Jamie Lee Curtis in Kills?
Klein, und das ist die häufigste Kritik am Film: Laurie verbringt die 105 Minuten fast komplett im Krankenhaus und trifft nie auf Michael. Die Parallele zum 1981er Halloween II, das Laurie ebenfalls ins Krankenbett legte, ist gewollt. Emotional trägt stattdessen Judy Greer als Tochter Karen.
Wer ist dieser Tommy Doyle eigentlich?
Tommy ist der Junge, den Laurie 1978 als Babysitterin beschützt hat. In Halloween 6 von 1995 spielte ihn Paul Rudd, in Kills übernimmt Anthony Michael Hall die Figur als Anführer des Lynchmobs. Drei Darsteller, drei Zeitlinien, eine Figur: Willkommen in der Halloween-Chronologie.
Ist Halloween Kills wirklich so brutal?
Ja, es ist der härteste Teil der Blumhouse-Trilogie und einer der härtesten der Reihe überhaupt: lange, explizite Morde, ein Feuerwehr-Massaker mit Werkzeug und ein Finale ohne Gnade. Die FSK gab dem Film 18. Zartbesaitete nehmen lieber den 2018er-Teil, der deutlich zurückhaltender ist.
Lohnt sich Halloween Kills?
Als Mittelteil der Trilogie: ja, mit gedämpften Erwartungen. Die Setpieces und der Carpenter-Score sind stark, die Mob-Thesen und die geparkte Laurie kosten den Film seine Seele. Von mir gibt es 6,5 von 10. Wer nur einen modernen Halloween schauen will, nimmt weiterhin den von 2018.
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