Wer streamt The Nun?
Verfügbarkeit DEStand 08.11.2025: The Nun läuft im Abo bei Prime Video, Max und RTL+ – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 08.11.2025 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von NordNoirThe Nun hat 2018 das beste Opening Weekend des gesamten Conjuring-Universums hingelegt – 53,8 Millionen Dollar am Startwochenende – und ist gleichzeitig der schwächste Film der Reihe.
Ich gebe dem Film eine 5.5. Und bevor Stefan sagt „Hab ich dir doch gesagt“ – ja, hast du. Aber ich musste den Film trotzdem sehen. Wegen Valak. Wegen Rumänien. Wegen dieses Gefühls, das ich haben WOLLTE und nicht bekommen habe.
Valak in Conjuring 2. Was danach nie wieder passiert ist.
Lass mich kurz erklären warum dieser Film überhaupt existiert. In Conjuring 2 taucht eine Nonne auf. Bonnie Aarons in weißem Make-up, gelben Augen, und mit einer Präsenz die mich im Kino buchstäblich hat zurückzucken lassen. Valak. Ein Dämon in Nonnengestalt. James Wan hat die Figur als Schrecksekunde eingebaut und damit einen viralen Moment geschaffen – das Bild ging durch jedes Horror-Forum, durch jeden Subreddit, durch jedes TikTok bevor TikTok existierte.
Und dann hat jemand bei Warner Bros. gesagt: „Daraus machen wir einen Film.“ Das Problem: Valak funktioniert als Schattenfigur. Als das Ding das am Ende des Flurs steht. Als zwei Sekunden die dir den Magen umdrehen. Valak funktioniert NICHT als Hauptfigur eines 96-Minuten-Films, in dem sie alle drei Minuten auftauchen muss, weil das Drehbuch sonst nichts hat.
Rumänien sieht gut aus. Schade dass der Film da aufhört.
Corin Hardy hat Schloss Corvin in Hunedoara gedreht, in Bukarest, in Schäßburg – alles echte Locations in Transsilvanien. Und die sehen fantastisch aus. Steinerne Klostergänge, Nebel der durch Kreuzgänge kriecht, Friedhöfe auf denen das Gras so hoch steht wie in meinen Albträumen. Die Kameraarbeit von Maxime Alexandre – der auch bei Annabelle: Creation die Kamera geführt hat – schafft Bilder die ich mir als Poster an die Wand hängen würde.
Die Atmosphäre ist da. Die stemning, wie ich sagen würde. Die Textur stimmt. Aber ein Film braucht mehr als hübsche Bilder und Nebel. Er braucht Figuren denen du etwas zutraust. Und da fängt das Problem an.
Taissa Farmiga ist nicht Vera Farmiga
Ich weiß, das klingt gemein. Und ich meine es nicht so. Taissa Farmiga spielt Sister Irene, eine Novizin mit – natürlich – übernatürlichen Visionen. Sie ist Veras jüngere Schwester im echten Leben, und die Casting-Entscheidung schreit: „Hey, erinnert ihr euch an Lorraine Warren?“ Corin Hardy hat in Interviews gesagt, er wollte Taissa anfangs NICHT casten, genau aus diesem Grund. Dann hat sie vorgesprochen und er hat seine Meinung geändert.
Taissa macht ihre Sache okay. Nicht mehr. Die Rolle gibt ihr nichts, was sie hätte beißen können. Sister Irene ist fromm, mutig, hat Visionen. Das war’s. Vergleich das mit dem was Vera Farmiga als Lorraine Warren spielt – eine Frau mit Geschichte, mit Angst, mit einer Ehe die den Horror zusammenhält – und du siehst den Unterschied.
Demian Bichir als Father Burke gibt dem Film seine besten Momente. Er hat eine Backstory mit einem exorzistischen Fall der schiefging, und Bichir spielt die Schuld mit einer Schwere, die der Film sonst nirgendwo erreicht. Jonas Bloquet als Frenchie bringt etwas Comic Relief – und seine Enthüllung am Ende verbindet den Film mit The Conjuring. Aber Comic Relief in einem Film über einen Dämon in einem rumänischen Kloster? Dat is jeck.
22 Millionen Dollar. 366 Millionen weltweit.
Und da ist der Punkt. The Nun hat bei 22 Millionen Budget 366 Millionen eingespielt. Laut Box Office Mojo hat der Film am Startwochenende mehr eingenommen als jeder andere Film im Conjuring-Universe. Mehr als die Originale. Mehr als Annabelle. Die Marke verkauft. Valak verkauft. Die Qualität des Films war dabei anscheinend zweitrangig.
Auf Rotten Tomatoes steht The Nun bei 24 Prozent. Vierundzwanzig. Das ist der niedrigste Wert im gesamten Conjuring-Universe. Auf IMDb 5.4. Auf Letterboxd 2.3 von 5. Ich bin normalerweise nicht jemand der sich von Scores beeinflussen lässt – ich mag Filme die andere hassen – aber hier deckt sich die Kritik mit meinem Gefühl.
Was mich an The Nun am meisten stört
Jump Scares. Ich habe sie gezählt. Nicht offiziell, aber gefühlt waren es über zwanzig in 96 Minuten. Und nicht die guten Jump Scares – nicht die Art wo die Stille vorher so unerträglich ist dass du weißt es kommt und trotzdem zusammenzuckst. Sondern die Art wo es laut wird weil der Soundtrack es dir sagt. Lärm ist kein Horror. Dread ist Horror.
Die Séancen aus Talk to Me machen in 30 Sekunden mehr Unbehagen als The Nun in anderthalb Stunden. Und das sage ich als jemand der WOLLTE, dass dieser Film gut ist. Ich habe das Ticket gekauft weil ich Valak großartig finde. Ich habe das Kino verlassen und – naja. Det var for meget an Enttäuschung.
Gary Daubermans Drehbuch fühlt sich an wie ein Haunted-House-Ride in einem Freizeitpark. Du gehst von Raum zu Raum, jemand springt raus, du erschreckst dich, nächster Raum. Keine Spannung die aufbaut. Kein Dread der sich durch den Film zieht. Keine Szene die dich so packt wie der Klatsch-Moment in Conjuring 1 oder die Crooked Man Sequenz in Conjuring 2.
Was die Schauspieler aus dem Drehbuch retten
- Taissa Farmiga als Sister Irene – Veras kleine Schwester. Macht das Beste aus einer dünnen Rolle.
- Demian Bichir: Father Burke. Der einzige Charakter mit Tiefe. Bichir verdient einen besseren Film.
- Bonnie Aarons als Valak / The Nun – großartig in zwei Sekunden, verschwendet in anderthalb Stunden.
- Jonas Bloquet als Frenchie. Comic Relief der manchmal funktioniert. Manchmal.
- Charlotte Hope als Sister Victoria (die Eröffnungsszene – eine der wenigen die funktioniert)
- Ingrid Bisu — Sister Oana. Wenig Screentime, aber die Angst in ihren Augen ist echt.
- Michael Smiley als Bishop Pasquale
Synchronstudio: Berliner Synchron GmbH
Jahr: 2018
Dialogregie: Dirk Stollberg
Taissa Farmiga|Sister Irene|Gabrielle Pietermann
Demian Bichir|Father Burke|Boris Tessmann
Jonas Bloquet|Frenchie|Tim Sander
Charlotte Hope|Sister Victoria|Marie Bierstedt
Ingrid Bisu|Sister Oana|Dascha Lehmann
Quelle: Synchronkartei.de
Was James Wan besser gemacht hätte
James Wan hat die Conjuring-Filme erfunden. Er hat Conjuring 1 mit einer Ruhe inszeniert, die den Schrecken multipliziert. Jede Szene atmet. Jede Stille hat Gewicht. Corin Hardy ist kein schlechter Regisseur – sein Debüt „The Hallow“ zeigt, dass er Atmosphäre kann – aber The Nun hatte nie die Chance, ein Wan-Film zu sein. Wan hat hier als Produzent mitgearbeitet und sogar eigene Nachdrehs durchgeführt, für Außenaufnahmen. Aber das Drehbuch war schon da. Und das Drehbuch ist das Problem.
Ein Detail das mich trotzdem beeindruckt hat: Hardy ließ vor Drehbeginn einen echten katholischen Priester das Set segnen. Ob das geholfen hat, weiß ich nicht. Dem Film hat es jedenfalls nicht geschadet – nur dem Drehbuch konnte auch ein Priester nicht mehr helfen.
Trotzdem im Conjuring-Universe. Trotzdem wichtig.
Ich gebe dem Film eine 5.5 und behalte mein Conjuring-Universe-Poster an der Wand. The Nun ist der schwächste Film der Reihe, aber er hat Valak etabliert. Er hat Taissa Farmiga eingeführt. Er hat bewiesen, dass die Marke Geld druckt – 366 Millionen, Leute. Und er hat mir einen Abend im Kino gegeben, an dem ich zumindest die Bilder aus Rumänien genossen habe.
Manchmal sehe ich Horror-Filme und weiß nach zehn Minuten: Dieser Film versteht mich. The Nun versteht mich nicht. The Nun versteht das Marketing. Und das reicht für ein Milliarden-Franchise, aber nicht für mein Herz.
Stefan hat nach dem Film gesagt: „Handwerklich sauber.“ Ich habe ihn angeguckt und gesagt: „Das ist das Schlimmste was du über einen Horrorfilm sagen kannst.“ Er hat nicht verstanden warum. Typisch Stefan.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von NordNoir — eine Person, ein begründetes Urteil.
Dafür
- Atmosphärische Locations
- Bonnie Aarons als Valak
- Demian Bichirs Performance
Dagegen
- Jump Scares statt Dread
- Dünnes Drehbuch
- Verschwendetes Potenzial
The darkest places in hell are reserved for those who maintain their neutrality in times of great moral crisis.— aus der Wertung von NordNoir
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu The Nun
Wo kann ich The Nun streamen?
The Nun läuft aktuell im Abo bei Prime Video, Max und RTL+; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+ und Amazon. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie lange dauert The Nun?
The Nun hat eine Laufzeit von rund 96 Minuten (1 Stunde und 36 Minuten).
Lohnt sich The Nun?
Unsere Redaktion vergibt The Nun einen Watcher-Score von 5,5 von 10. Für Conjuring-Completionisten okay, für allgemeine Horror-Fans eher skip. 24% RT / 35% Audience Score sind hart aber fair – der Film ist visuell beeindruckend aber narrativ hohl. 366M Box Office beweist kommerzielle Appeal, aber Quality litt unter Franchise-Expansion-Druck. 6.0/10 – sehenswert fürs Setting, frustrierend für alles andere.
Für wen ist The Nun geeignet?
The Nun ist vor allem etwas für Horror-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.
Worum geht es in The Nun?
Im Mittelpunkt steht der fiese Nonnen-Dämon Valak. In den 1950ern wird Pater Burke auf dessen Spur angesetzt, als ihm seine Vorgesetzten im Vatikan den Auftrag erteilen, den mysteriösen Tod einer Ordensschwester zu untersuchen.
Trailer
Besetzung
FAQ zu The Nun: Valak verdient einen besseren Film
Ist The Nun gruselig?
Muss man die Conjuring-Filme vorher gesehen haben?
Warum hat The Nun so schlechte Kritiken?
Ist The Nun 2 besser?
Wie passt The Nun ins Conjuring-Universe?
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