Poster zum Film The Boogeyman (2023)

The Boogeyman (2023)

🎬 Film 100 Min. Horror FSK 16
⚡ Kurz gesagt

Atmosphärischer Horror mit starker Hauptdarstellerin, der seinen eigenen Ansprüchen nur halb gerecht wird. Watcher-Score 6,0/10.

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✍️

Die Kritik

von Tribun
Stephen Kings Kurzgeschichte „The Boogeyman“ aus dem Jahr 1973 ist ein kleines Meisterwerk der literarischen Paranoia – sieben Seiten purer Albtraum, die mehr Fragen stellen als beantworten. Dass Rob Savage daraus einen abendfüllenden Film machte, klang nach einem Rezept für Enttäuschung. Dass der Film ursprünglich direkt auf Hulu landen sollte und erst nach begeisterten Testvorführungen ins Kino kam, machte skeptisch. Dass King selbst sagte, Disney wäre „fucking stupid“, den Film nicht im Kino zu zeigen – das machte neugierig.

Quick Answer: Lohnt sich The Boogeyman (2023)?

Kurze Antwort: Für Fans von atmosphärischem Horror ja. Ein solider Genrefilm mit herausragender Hauptdarstellerin, der in der zweiten Hälfte etwas nachlässt.

Für wen geeignet: Stephen-King-Fans, Liebhaber von Creature-Features, Zuschauer die „Yellowjackets“-Star Sophie Thatcher sehen wollen.

Nicht geeignet für: Wer Originales erwartet, Zuschauer die klassische Jumpscares nicht mögen, Fans die werkgetreue King-Adaptionen erwarten.

Mein Urteil: Ein Film, der in seiner ersten Hälfte beweist, was moderner Horror kann – und in der zweiten zeigt, warum so viele Genrefilme im Mittelmaß steckenbleiben. Sophie Thatcher ist trotzdem jede Minute wert.

Worum geht es in The Boogeyman?

Die Harper-Familie versucht, den Tod von Mutter zu verarbeiten. Vater Will (Chris Messina), ein Therapeut, flüchtet sich in die Arbeit. Die ältere Tochter Sadie (Sophie Thatcher) kämpft mit sozialer Isolation und Panikattacken. Die jüngere Sawyer (Vivien Lyra Blair) fürchtet sich vor der Dunkelheit in ihrem Kinderzimmer. Dann erscheint Lester Billings (David Dastmalchian) in Wills Praxis – ein Mann, dessen drei Kinder unter mysteriösen Umständen gestorben sind.

Billings‘ Besuch bringt etwas Dunkles ins Haus. Etwas, das in Schatten lauert, hinter halb geöffneten Türen wartet und sich von Trauer und Angst nährt. King-Fans erkennen das Setup: Der Boogeyman ist real, und er hat eine neue Familie gefunden [Quelle: Wikipedia, 2023].

Was als Trauerdrama beginnt, entwickelt sich zum Überlebenskampf. Sadie muss akzeptieren, dass das Monster unter dem Bett ihrer Schwester kein Fantasieprodukt ist – sondern eine uralte Kreatur, die systematisch Familien zerstört.

Wie gut ist die Stephen-King-Adaption?

Kings Originalgeschichte umfasst sieben Seiten und spielt größtenteils in einer Therapiesitzung. Ein Mann erzählt seinem Psychiater, wie seine drei Kinder starben – und der Leser fragt sich bis zum Ende, ob das Monster real ist oder die Schuld eines Vaters, der sich nicht kümmerte. Diese Ambiguität macht den Text so wirkungsvoll [Quelle: Variety, 2023].

Der Film wählt den direkteren Weg: Das Monster ist definitiv real, sichtbar und actionreich bekämpfbar. Die psychologische Tiefe der Vorlage weicht konventionellem Creature-Feature-Horror. Regisseur Rob Savage („Host“) versteht sein Handwerk – die Schreckmomente sitzen, die Atmosphäre stimmt – aber die philosophische Ebene geht verloren.

Interessanterweise lobte King selbst den Film überschwänglich. Er schickte Savage „einen fast essay-langen Brief darüber, wie sehr ihm der Film gefallen hat“ und plädierte für den Kinostart statt der geplanten Streaming-Veröffentlichung [Quelle: Collider, 2023].

Wer spielt in The Boogeyman mit?

Sophie Thatcher, bekannt aus „Yellowjackets“, trägt den Film als Sadie Harper. Ihre Performance ist das unbestrittene Highlight – eine Mischung aus Verletzlichkeit und Widerstandskraft, die sie endgültig als moderne „Scream Queen“ etabliert. Kritiker lobten sie als „so gut, dass sie den Film im Wesentlichen alleine trägt“ [Quelle: The Film Magazine, 2023].

Vivien Lyra Blair, die bereits als junge Leia in „Obi-Wan Kenobi“ Eindruck machte, überzeugt als Sawyer. Die Chemie zwischen den Schwestern wirkt authentisch – eine Seltenheit in Horrorfilmen, wo Familiendynamiken oft vernachlässigt werden.

Chris Messina als trauernder Vater Will hat weniger Leinwandzeit, nutzt sie aber effektiv. Seine Unfähigkeit, mit dem Schmerz seiner Töchter umzugehen, während er anderen Patienten hilft, ist tragisch gezeichnet. David Dastmalchian („The Suicide Squad“) liefert in seinen wenigen Szenen als Lester Billings einen verstörenden Auftritt, der den Schrecken des Films effektiv einläutet.

Synchronsprecher: Wer leiht in der deutschen Version seine Stimme?

Die deutsche Synchronisation wurde von EuroSync GmbH in Berlin produziert. Das Dialogbuch stammt von Kim Hasper.

Schauspieler Synchronsprecher Rolle
Sophie Thatcher Emily Scarvie Sadie Harper
Chris Messina Tobias Nath Will Harper
Vivien Lyra Blair Marie Bierstedt Sawyer Harper
David Dastmalchian Patrick Roche Lester Billings
Marin Ireland Katrin Fröhlich Rita Billings

Wie erfolgreich war The Boogeyman an den Kinokassen?

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 82 Millionen Dollar bei einem Budget von 35 Millionen war der Film ein klarer kommerzieller Erfolg. Das Eröffnungswochenende brachte 12,3 Millionen Dollar in Nordamerika – Platz 3 hinter „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ und „Arielle, die Meerjungfrau“. [Quelle: Collider, 2023]

Bemerkenswert: Der Film war ursprünglich als Hulu-Exklusivrelease geplant. Erst positive Testvorführungen im Dezember 2022 überzeugten 20th Century Studios, den Kinopfad einzuschlagen [Quelle: Screen Rant, 2023]. Stephen Kings persönliche Fürsprache dürfte dabei geholfen haben.

Was sagen die Kritiker zu The Boogeyman?

Die Reaktionen fielen gemischt aus. Rotten Tomatoes zeigt 60% positive Bewertungen bei 196 Kritiken. Der Konsens: „The Boogeyman might fall short of its terrifying source material, but a spooky atmosphere and some solid performances help keep the chills coming.“ [Quelle: Rotten Tomatoes, 2023]

Bei Metacritic erreichte der Film 55 von 100 Punkten – „mixed or average reviews“. Das Publikum vergab beim CinemaScore die Note B-, solider Durchschnitt für einen Horrorfilm [Quelle: IMDb, 2023].

Variety lobte: „Die Ängste und Jumpscares kollidieren – effektiv, wenn auch ohne viel Originalität“ und hob Savages Stil sowie Thatchers „mutige, klarsichtige Performance“ hervor [Quelle: Variety, 2023].

Filmstarts notierte treffend: „Der Beginn des Films ist durchaus atmosphärisch und wirkt vielversprechend. Der Grusel setzt langsam ein und verschafft ein ungutes Gefühl, aber spätestens ab der Hälfte verliert sich der Film dann“ [Quelle: Filmstarts, 2023].

Wie gut ist das Monster-Design?

Das Creature-Design des Boogeyman selbst ist solide, wenn auch nicht ikonisch. Eine spinnenartige Gestalt aus Dunkelheit und Knochen, die sich in Schatten auflöst und durch kleinste Öffnungen schlüpfen kann – visuell beeindruckend, aber ohne die Einzigartigkeit eines Pennywise oder Xenomorphs.

Die Stärke liegt weniger im Monster als in seiner Inszenierung. Savage nutzt Dunkelheit, Türspalten und Schränke meisterhaft. Wenn Sawyers Nachtlicht flackert und sich in den Ecken ihres Zimmers etwas bewegt, funktioniert der Grusel primitiv und effektiv. Das Monster selbst ist fast überflüssig – die Angst vor dem Unsichtbaren ist stärker.

Wie behandelt der Film das Thema Trauer?

Die überraschendste Stärke des Films ist seine Darstellung von Familienverlust. In der ersten Hälfte gelingt es Savage, echtes Drama zwischen den Horrorsequenzen zu etablieren. Sadies Isolation in der Schule, Sawyers nächtliche Ängste, Wills emotionale Abwesenheit – das sind keine Klischees, sondern glaubhafte Reaktionen auf Trauma.

„The Boogeyman“ funktioniert hier als Metapher: Das Monster nährt sich buchstäblich von Trauer. Eine Familie, die nicht kommuniziert, deren Mitglieder isoliert leiden, wird zur perfekten Beute. Die Lösung liegt nicht nur im Bekämpfen des Monsters, sondern im Wiederfinden zueinander.

Leider opfert der dritte Akt diese Tiefe zugunsten konventioneller Actionszenen. Der Film hätte beides haben können – wählt aber die sichere Route.

Was sind die Stärken und Schwächen von The Boogeyman?

Stärken:

  • Sophie Thatcher: Eine Hauptdarstellerin, die den Film trägt wie wenige andere
  • Atmosphäre: Die erste Hälfte ist meisterhaft aufgebaut
  • Familiendynamik: Authentische Darstellung von Trauer und Isolation
  • Jump Scares: Wenn sie kommen, sitzen sie – keine billigen Tricks
  • Kinematografie: Schatten und Dunkelheit werden kreativ genutzt

Schwächen:

  • Zweite Hälfte: Der Film verliert sich in Genrekonventionen
  • Vorhersehbarkeit: Wer Horrorfilme kennt, sieht vieles kommen
  • Monster-Finale: Das Showdown enttäuscht nach dem starken Aufbau
  • Vorlagen-Treue: Kings psychologische Ambiguität geht verloren

Fazit: Für wen lohnt sich The Boogeyman?

The Boogeyman ist ein Film der zwei Hälften. Die erste Stunde etabliert etwas Besonderes: einen Horrorfilm, der sich Zeit nimmt, seine Charaktere aufzubauen und echte Emotionen zu evozieren. Die zweite Stunde opfert vieles davon für konventionelles Creature-Feature-Kino. Das Ergebnis ist solide, aber nicht mehr.

Ich erinnere mich an meine erste Begegnung mit Kings Kurzgeschichte in den 90ern – eine Anthologie aus dem Antiquariat, gelesen mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke. Die sieben Seiten haben mich mehr verstört als dieser 98-Minuten-Film. Das ist keine Kritik an der Adaption, sondern eine Anerkennung dessen, was King in minimaler Form schafft und Filme oft verfehlen: Die Angst vor dem Ungeklärten.

Trotzdem: Für einen Horrorfilm-Abend ist The Boogeyman eine solide Wahl. Sophie Thatcher allein macht das Anschauen lohnenswert, und Rob Savage beweist erneut, dass er ein Auge für effektiven Grusel hat. Nur die Erwartung eines Klassikers sollte man zu Hause lassen.

⚖️

Bewertung

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Manche Monster füttern wir selbst – mit Schweigen und Schatten.— aus der Wertung von Tribun
Ein Film, der in der ersten Hälfte mehr verspricht als er in der zweiten halten kann. Sophie Thatcher ist phänomenal, die Atmosphäre stimmt, aber das Finale kippt ins Generische. Als King-Adaption respektvoll, aber nicht mutig genug. Als Creature-Feature solide, aber nicht denkwürdig. Irgendwo dazwischen liegt ein guter Film, der fast hervorragend geworden wäre.
📺

Wer streamt The Boogeyman?

Verfügbarkeit DE

Stand 16.08.2026: The Boogeyman läuft im Abo bei Prime Video und Disney+ – mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Verfügbarkeit Deutschland · Stand 16.08.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu The Boogeyman

Wo kann ich The Boogeyman streamen?

The Boogeyman läuft aktuell im Abo bei Prime Video und Disney+; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV und Videoload. Stand August 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Ab welchem Alter ist The Boogeyman freigegeben?

The Boogeyman ist in Deutschland ab FSK 16 freigegeben. Für jüngere Zuschauer ist den Film damit nicht freigegeben.

Wie lange dauert The Boogeyman?

The Boogeyman hat eine Laufzeit von rund 100 Minuten (1 Stunde und 40 Minuten).

Lohnt sich The Boogeyman?

Unsere Redaktion vergibt The Boogeyman einen Watcher-Score von 6,0 von 10. Atmosphärischer Horror mit starker Hauptdarstellerin, der seinen eigenen Ansprüchen nur halb gerecht wird.

Für wen ist The Boogeyman geeignet?

The Boogeyman ist vor allem etwas für Horror-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen. Wegen der Freigabe ab FSK 16 ist den Film nichts für jüngere Zuschauer.

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Trailer

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Besetzung

Sophie ThatcherSadie Harper
Vivien Lyra BlairSawyer Harper
Chris MessinaWill Harper
David DastmalchianLester Billings
Marin IrelandRita Billings

FAQ zu The Boogeyman

Basiert The Boogeyman auf einer Stephen-King-Vorlage?
Ja, auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von 1973. Die Geschichte erschien ursprünglich in der Anthologie "Night Shift" (1978). Der Film erweitert die sieben Seiten erheblich und verlagert den Fokus von einem Therapeutengespräch auf eine Familiendynamik.
Ist The Boogeyman für Teenager geeignet?
Der Film hat eine FSK-16-Freigabe. Es gibt intensive Gruselszenen, einige Schockmomente und verstörende Bilder. Für jüngere Teenager mit Horror-Erfahrung vertretbar, für Kinder definitiv nicht.
Sollte man den Film im Kino oder zu Hause schauen?
Der Film funktioniert auch zu Hause gut. Die Dunkelheit spielt eine zentrale Rolle – ein abgedunkelter Raum verstärkt den Effekt. Die Atmosphäre überträgt sich besser als bei actionlastigeren Horrorfilmen.
Gibt es Verbindungen zu anderen Stephen-King-Filmen?
Keine direkten Verbindungen. Der Film steht für sich und gehört nicht zum King-Universum, das "Es", "Der dunkle Turm" und andere Werke verbindet.
War der Film ein Box-Office-Erfolg?
Ja, mit über 82 Millionen Dollar bei 35 Millionen Budget. Bemerkenswert, da er ursprünglich direkt auf Hulu erscheinen sollte und erst nach positiven Testvorführungen ins Kino kam.
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