Five Nights at Freddy’s (2023) hat die besten Puppen des Horrorjahres und den geringsten Mut. 5,5 von mir.
Jim Henson’s Creature Shop hat die Animatronics als echte Puppen gebaut, und in den Nachtszenen bei Freddy Fazbear sieht man jedes Gramm davon. Dann setzt sich der Film hin und erklärt, wer in den Kostümen steckt. Ab da ist er ein Fanstück und kein Horrorfilm mehr.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDie Puppen sind echt gebaut. Man sieht es in jeder Einstellung.
Jim Henson’s Creature Shop hat die Animatronics für Regisseurin Emma Tammi praktisch gefertigt, nach kleinen Maquettes, die vor dem Bau in Originalgröße entstanden. Von jeder Figur existieren mehrere Exemplare, damit während des Drehs parallel gearbeitet werden konnte. Der Unterschied ist auf der Leinwand sichtbar: Freddy steht im selben Licht wie Josh Hutcherson, und er wirft seinen Schatten auf denselben Boden.
Was mich durch die erste Stunde trägt, ist nicht die Bedrohung, sondern die Beschaffenheit des Raums. Der Pizzaladen hat seine Lichtquellen im Bild: Arcade-Automaten, eine Bühnenbeleuchtung, die noch läuft, obwohl seit Jahren niemand mehr hier war. Die Kamera bleibt lange genug stehen, dass man die Staubschicht auf Chicas Schnabel bemerkt. An diesem Handwerk hat eine ganze Abteilung monatelang gesessen, und in den ruhigen Momenten traut die Regie ihm auch.
Dann traut sie ihm doch nicht. Immer wenn eine Einstellung anfängt zu arbeiten, schneidet Five Nights at Freddy’s weg zu einem Traumbild mit den Geisterkindern, und die Musik legt sich darüber und sagt mir, was ich fühlen soll. Genau an dieser Stelle steige ich bei jedem Horrorfilm aus.
33 Prozent gegen 85 Prozent
Rotten Tomatoes weist 33 Prozent bei 215 Kritiken aus, Durchschnittswertung 4,7 von 10. Metacritic steht bei 33 von 100 aus 38 Kritiken. Das Publikum vergibt dort 85 Prozent, CinemaScore ein A minus. Aus 20 Millionen Dollar Budget wurden 297,2 Millionen weltweit, davon 80 Millionen allein am ersten US-Wochenende.
Diese Schere ist selten so weit offen, und sie erklärt sich nicht mit schlechter Kritikerlaune. Es sind zwei verschiedene Aufträge. Wer die Spiele von Scott Cawthon kennt, prüft, ob die Regeln stimmen: die Kameras, die Türen, der Stromverbrauch, das Verhalten der Figuren zwischen den Nächten. Das erfüllt der Film sorgfältig, und die 85 Prozent kommen von Leuten, die genau wussten, was sie sich ansehen. Wer wegen der Anspannung im Kino sitzt, bekommt einen Film, der nach jedem Aufbau rechtzeitig wegblendet.
Der WatchGuide-Kinokreis bewertet danach, was ein Film beim Sehen auslöst. Deshalb steht hier eine 5,5 und keine 8, obwohl ich die Arbeit an den Puppen für die beste des Jahrgangs halte.
Der Moment, in dem der Film seine Monster erklärt
Five Nights at Freddy’s löst seine Animatronics auf. Im letzten Drittel der 109 Minuten liegt offen, wer in den Kostümen steckt, warum sie töten und wer Steve Raglan wirklich ist. Danach ist keine Einstellung mehr unheimlich, weil nichts mehr offen steht. FSK 16, und trotzdem harmloser als der eigene Trailer.
Es gibt Filme, die das aushalten, weil die Erklärung schlimmer ist als das Rätsel. Hier ist sie es nicht. Die Auflösung macht aus vier Puppen mit unklarer Absicht vier Behälter für eine traurige Vorgeschichte, und Trauer ist das Gegenteil von Bedrohung. Wie man ein Ende baut, das die Angst gerade nicht wegnimmt, steht in unserer Erklärung zum Ende von Hereditary: Dort wird auch alles beantwortet, aber die Antwort ist schlimmer als die Frage.
Matthew Lillard weiß genau, wo er hier steht
Matthew Lillard spielt Steve Raglan und damit William Afton. 1996 war er Stu Macher in Scream, und er bringt dieselbe Sorte Vergnügen mit: einen Schauspieler, der das Genre kennt und ihm keine Würde schuldet. Er hat wenig Leinwandzeit und ist trotzdem das Einzige im Film, das gefährlich wirkt.
Josh Hutcherson trägt als Mike die Hauptlast und spielt sie ernst, was dem Film guttut. Piper Rubio bekommt als Abby die undankbarste Rolle, weil das Drehbuch von Scott Cawthon, Seth Cuddeback und Emma Tammi sie zwischen Kind und Handlungsmotor hin und her schiebt. Elizabeth Lail hält als Vanessa eine Information zurück, die der Film viel zu früh andeutet. Wer Lillards Weg durch das Genre nachlesen will, findet ihn in unserer Scream-Reihenfolge.
Für wen 109 Minuten Freddy Fazbear funktionieren
Wer die Spiele kennt, bekommt ein sorgfältig gebautes Fanstück, das die Regeln der Vorlage ernst nimmt und sie nicht für den Plot verbiegt. Wer Horror wegen der Anspannung sieht, bekommt einen Film mit FSK 16, der jede Aufbauszene rechtzeitig abbricht. Unsere WatchGuide-Empfehlung: Spielkenner ja, Genre-Publikum eher nicht.
Als Spieleverfilmung steht er näher an Return to Silent Hill als an den Puppenfilmen, mit denen ihn viele vergleichen. Wer eine tödliche Figur mit echtem Körper will, ist bei M3GAN besser aufgehoben. Wer wissen will, wie sich echte Beklemmung anfühlt, bei Talk to Me. Und Annabelle ist das Gegenmodell: eine Puppe, die sich nie bewegt und trotzdem den ganzen Raum beherrscht, weil die Kamera ihr das überlässt.
Diese Besetzung trägt mehr, als das Drehbuch ihr gibt
- Josh Hutcherson als Mike Schmidt, Nachtwächter wider Willen und der einzige Erwachsene, dem der Film Trauer zugesteht.
- Piper Rubio spielt Abby, Mikes kleine Schwester, und muss die halbe Mythologie tragen.
- Vanessa, die Polizistin mit der zurückgehaltenen Information: Elizabeth Lail.
- Matthew Lillard als Steve Raglan, und wer die Spiele kennt, weiß nach zwei Minuten, wer da vor ihm sitzt.
- Mary Stuart Masterson gibt Tante Jane, die den Sorgerechtsstreit ins Rollen bringt.
- Max, Aushilfe mit eigenen Plänen: Kat Conner Sterling.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Praktische Animatronics von Jim Henson's Creature Shop, in echtem Licht gedreht
- Der Pizzaladen hat seine Lichtquellen im Bild und hält die Einstellungen aus
- Matthew Lillard bringt Genre-Wissen und Gefahr mit
- Die Regeln der Spielvorlage werden nicht für den Plot verbogen
Dagegen
- Die Auflösung erklärt die Monster und nimmt ihnen damit alles
- Traumbilder mit Geisterkindern brechen jede Einstellung, die zu arbeiten beginnt
- Die Musik schreibt vor, was zu fühlen ist
- FSK 16, aber harmloser als der eigene Trailer
Die besten Puppen des Jahres in einem Film, der sich nicht traut, sie im Dunkeln stehen zu lassen.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Five Nights at Freddy's?
Verfügbarkeit DEStand 13.10.2026: Five Nights at Freddy's ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 2,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 13.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- MikeJosh Hutcherson
- AbbyPiper Rubio
- VanessaElizabeth Lail
- Steve Raglan / William AftonMatthew Lillard
- Aunt JaneMary Stuart Masterson


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