Poster zur Serie Die Unbestechlichen Meisterwerk — WatchGuide-Auszeichnung „Der Watcher"

Die Unbestechlichen

🏅 Meisterwerk 📺 Serie 4 Staffeln · 118 Folgen DramaKrimi
⚡ Kurz gesagt

Die Unbestechlichen ist großes Kino im besten Sinne – eine klassische Geschichte über Gut gegen Böse, erzählt mit handwerklicher Perfektion. Kevin Costner, Sean Connery und Robert De Niro liefern Karriere-Leistungen ab, während De Palmas stilsichere Regie und Morricones emotionaler Soundtrack dem Film eine epische Dimension verleihen. Ja, die historische Genauigkeit lässt zu wünschen übrig, und die Moral ist etwas schwarz-weiß. Aber als Unterhaltung funktioniert der Film auch nach fast 40 Jahren perfekt. Watcher-Score 9,2/10.

⚖️ Zum Urteil
🗂️

Staffeln & Folgen

aus der WatchGuide-Datenbank
S1Staffel 1· 28 Folgen · ab Okt. 1959
E01Der leere Sessel15.10.59
E02Mutter Barkers Söhne22.10.59
E03Der Mord an Jake Lingle29.10.59
E04Die Bugs Moran Story05.11.59
E05Zum blauen Pudel12.11.59
E06Wie ein tollwütiger Hund19.11.59
E07Die Spur führt nach Mexiko26.11.59
E08Der Artischockenkönig03.12.59
E09Die Harry’s-Transportgesellschaft10.12.59
E10Die Dutch Schulz Story17.12.59
E11Kopf oder Zahl24.12.59
E12Der Fluchtweg31.12.59
E13Freie Wahlen07.01.60
E14Wen die Mafia pensioniert14.01.60
E15Zeuge der Anklage14.01.60
E16Die St. Louis Story28.01.60
E17Einarmige Banditen04.02.60
E18Der Major11.02.60
E19Der große Coup18.02.60
E20Rauschgift ist kein Spielzeug25.02.60
E21Der unbestellte Mörder03.03.60
E22Weiße Sklavinnen10.03.60
E233000 Verdächtige24.03.60
E24Die Doreen Maney Story31.03.60
E25Der Hochstapler07.04.60
E26Die Unterwelt-Bank14.04.60
E27Tiefschlag für Ness21.04.60
E28Die Frank Nitti Story28.04.60
S2Staffel 2· 32 Folgen · ab Okt. 1960
E01Auf Heller und Cent13.10.60
E02Jack „Legs“ Diamond20.10.60
E03Nicky03.11.60
E04Die Waxey Gordon Story10.11.60
E05Das Kainszeichen17.11.60
E06Der Starreporter24.11.60
E07Killer & Co.01.12.60
E08Tödliche Küsse08.12.60
E09Die Larry Fay Story15.12.60
E10Die Otto Frick Story22.12.60
E11Die Tommy Karpeles Story29.12.60
E12Al Capone, Teil 105.01.61
E13Al Capone, Teil 212.01.61
E14Das Meisterstück19.01.61
E15Das Syndikat26.01.61
E16Torpedos für La Cava02.02.61
E17Limonadentrick09.02.61
E18Sterben und sterben lassen16.02.61
E19Die Nick Moses Story23.02.61
E20Partnerwechsel09.03.61
E21Die Lily Dallas Story16.03.61
E22Kugelsicheres Glas23.03.61
E23Ein Zeuge in Lebensgefahr30.03.61
E24Tod im Boxring13.04.61
E25Blüten aus Chinatown20.04.61
E26Im Spielzeug lauert der Tod27.04.61
E27Gefangen im eigenen Netz04.05.61
E28Die Nero Rankin Story11.05.61
E29Der siebte Mann18.05.61
E30Der Champagnerkönig25.05.61
+ 2 weitere Folgen
S3Staffel 3· 28 Folgen · ab Okt. 1961
E01Der Senkrechtstarter12.10.61
E02Powerplay19.10.61
E03Mord in der Geisterbahn26.10.61
E04Die Genna Brüder02.11.61
E05Matt Bass plant falsch09.11.61
E06Der Staranwalt16.11.61
E07Doppeltes Spiel23.11.61
E08Die kühle Georgia07.12.61
E09Stadt ohne Namen14.12.61
E10Die Erpressung21.12.61
E11Whisky aus Kanada04.01.62
E12Der Sündenbock11.01.62
E13Bandenkriege18.01.62
E14Der unbekannte Partner01.02.62
E15Ein Joker im Spiel08.02.62
E16Der Todesbaum15.02.62
E17Leichtes Bier und schwere Jungs01.03.62
E18Der Sprengstoff-Virtuose08.03.62
E19Tödliche Dosis22.03.62
E20Zum Nachtisch Kokain29.03.62
E21Zwischen den Stühlen05.04.62
E22Fahrstuhl in den Tod03.05.62
E23Ein Toter soll ermordet werden10.05.62
E24Die Ginnie Littlesmith Story17.05.62
E25Der Mordvertrag31.05.62
E26Sprengstoff in der Schule14.06.62
E27Waffen28.06.62
E28Menschenschmuggel05.07.62
S4Staffel 4· 30 Folgen · ab Sep. 1962
E01Als der Weihnachtsmann ermordet wurde25.09.62
E02Die Idee war gut, aber …02.10.62
E03Mord im Eiskeller09.10.62
E04Der Wirtschaftsstratege16.10.62
E05Eine Nummer zu groß23.10.62
E06Die Papageienkrankheit30.10.62
E07Die Eddie O’Gara Story13.11.62
E08Geschäfte am Totenbett20.11.62
E09Der Mörder wird frei Haus geliefert27.11.62
E10Erpressung einmal anders04.12.62
E11Die Floyd Gibbons Story11.12.62
E12Äpfel für Chicago18.12.62
E13Suche nach einem Toten01.01.63
E14Todsichere Aktien08.01.63
E15Summa Cum Laude15.01.63
E16Tödlicher Alkohol22.01.63
E17Blues für einen Toten29.01.63
E18Im Globus steckt der Tod05.02.63
E19Der Whiskykrieg19.02.63
E20Läuse im Pelz26.01.63
E21Bewährung on the Rocks05.03.63
E22Nur ein Stück Blech12.03.63
E23Die Gangsterehre26.03.63
E24Ein letzter kleiner Mord02.04.63
E25Der treue Killer09.04.63
E26Die Charlie Argos Story16.04.63
E27Der Jazzmusiker30.04.63
E28Ein Killer hat Angst07.05.63
E29Folge 2914.05.63
E30Handgranaten schmecken bitter21.05.63
✍️

Der Seriencheck

von Tribun
Chicago, 1930er Jahre – eine Stadt im Griff der Prohibition und Al Capones Schreckensherrschaft. Als ich „Die Unbestechlichen“ vor fast 40 Jahren zum ersten Mal sah, wusste ich nicht, dass Brian De Palma hier einen der letzten großen Hollywood-Gangsterfilme inszeniert hatte. Kevin Costner als idealistischer Bundesagent gegen Robert De Niros legendären Capone – ein Duell, das Kinogeschichte schreibt. Sean Connery lieferte seine beste Nebenrolle seit Bond ab und holte sich dafür völlig verdient den Oscar.

Quick Answer: Ist Die Unbestechlichen sehenswert?

Kurze Antwort: JA – Ein absoluter Klassiker des Gangster-Genres mit perfekter Besetzung, legendären Szenen und Ennio Morricones genialem Soundtrack.

Für wen geeignet: Gangsterfilm-Fans, Liebhaber klassischen Hollywoods, Thriller-Enthusiasten, Kevin Costner- und Robert De Niro-Anhänger.

Nicht geeignet für: Actionfilm-Puristen, Freunde historischer Akkuratesse, empfindliche Gemüter.

Mein Urteil: De Palmas Meisterwerk vereint alles, was einen großen Film ausmacht – grandiose Charaktere, unvergessliche Dialoge und Szenen für die Ewigkeit. Ein Film, der auch nach 37 Jahren nichts von seiner Wirkung verloren hat.

Worum geht es in Die Unbestechlichen?

Chicago 1930: Eliot Ness (Kevin Costner) führt als unbestechlicher Bundesagent einen aussichtslosen Kampf gegen Al Capones (Robert De Niro) Verbrecherimperium. Mit dem erfahrenen Streifenpolizisten Jim Malone (Sean Connery), dem Buchhalter Oscar Wallace (Charles Martin Smith) und dem jungen Polizisten George Stone (Andy Garcia) bildet er ein kleines Team von Unbestechlichen, die Capones Alkoholschmuggel stoppen wollen.

Ich erinnere mich noch genau an meine erste Begegnung mit diesem Film Ende der 80er Jahre im Kino meiner Heimatstadt. Die Eröffnungsszene mit Capone beim Barbier, während er über Teamwork philosophiert – bevor er einem seiner Männer den Schädel mit einem Baseballschläger einschlägt. Schon da wusste ich: Das wird kein gewöhnlicher Gangsterfilm.

Die Geschichte folgt Ness‘ verzweifelten Versuchen, Capone mit legalen Mitteln zu Fall zu bringen, während die Korruption bis in die höchsten Polizeikreise reicht. Malone wird zu seinem Mentor und lehrt ihn, dass man das Böse manchmal nur mit dessen eigenen Methoden bekämpfen kann. „Sie schicken einen der Ihren ins Krankenhaus, Sie schicken einen der seinen ins Leichenschauhaus“, wie Malone es so treffend formuliert.

David Mamets Drehbuch basiert lose auf Eliot Ness‘ autobiografischem Buch, nimmt sich aber erhebliche künstlerische Freiheiten. Das stört mich nicht – Hollywood war noch nie für dokumentarische Genauigkeit bekannt, und die emotionale Wahrheit der Geschichte funktioniert trotzdem perfekt.

Wie inszeniert Brian De Palma Die Unbestechlichen?

De Palma kombiniert Western-Elemente mit Film Noir und klassischer Gangster-Ästhetik zu einem visuell opulenten Thriller. Seine Kameraführung ist geprägt von langen Einstellungen, dramatischen Perspektiven und der berühmten Split-Screen-Technik. Besonders die Bahnhofsszene mit dem Kinderwagen zeigt De Palmas Meisterschaft in der Spannungsregie.

De Palma war 1987 auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Nach „Scarface“ und „Carrie“ wollte er beweisen, dass er auch einen klassischen Hollywood-Film inszenieren kann – ohne die extremen Gewaltexzesse seiner früheren Werke. Das Ergebnis ist sein zugänglichster Film, der trotzdem seine unverwechsbare Handschrift trägt.

Die berühmte Treppenszene im Union Station ist eine Hommage an Sergei Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“, aber De Palma macht daraus etwas völlig Eigenes. Während der Kinderwagen die Stufen hinunterrollt, entfaltet sich ein Feuergefecht in Zeitlupe – pure kinematografische Poesie. Als Filmfan bekomme ich heute noch Gänsehaut bei dieser Sequenz.

De Palmas Chicago ist nicht die realistische Dreckschleuder anderer Gangsterfilme, sondern ein stilisiertes Kunstwerk aus Gold- und Brauntönen. Die Kostüme von Giorgio Armani verleihen allen Charakteren eine zeitlose Eleganz, selbst in den brutalsten Momenten.

Wie überzeugt die Besetzung von Die Unbestechlichen?

Die Hauptrollen sind perfekt besetzt: Kevin Costner verkörpert den idealistischen Ness mit der richtigen Mischung aus Naivität und Entschlossenheit. Sean Connery brilliert als weiser Mentor Malone und gewann völlig verdient den Oscar als Bester Nebendarsteller. Robert De Niro verschwindet komplett in der Rolle des charismatischen, aber brandgefährlichen Al Capone.

Kevin Costner war damals noch kein etablierter Star, aber seine Darstellung des Eliot Ness katapultierte ihn in die erste Liga. Er spielt Ness nicht als strahlenden Helden, sondern als einen Mann, der lernen muss, dass Idealismus allein nicht reicht. Seine Wandlung vom naiven Beamten zum harten Kämpfer ist glaubwürdig und berührend.

Sean Connery hingegen war bereits eine Legende, als er die Rolle des Jim Malone annahm. Sein irischer Akzent mag nicht authentisch sein, aber seine Präsenz ist überwältigend. Jeder seiner Auftritte knistert vor Energie – besonders die Szene, in der er Ness die Spielregeln von Chicago erklärt. „Das ist Chicago! Das ist die Art, wie wir Geschäfte machen!“, donnert er, und man nimmt ihm jedes Wort ab.

Robert De Niro studierte monatelang für seine Capone-Rolle, nahm 14 Kilo zu und ließ sich sogar Seidenwäsche aus Italien anfertigen. Das Ergebnis ist faszinierend: ein Capone, der gleichzeitig kultiviert und bestialisch wirkt. Seine Baseballschläger-Szene gehört zu den verstörendsten Momenten im Film – und De Niro spielt sie mit der Gelassenheit eines Geschäftsmanns.

Andy Garcia als George Stone bringt jugendliche Energie ins Team, während Charles Martin Smith als Buchhalter Wallace den intellektuellen Gegenpol zu all der Gewalt darstellt. Beide Rollen sind kleiner, aber wichtig für die Gruppendynamik der Unbestechlichen.

Wie beeindruckt Die Unbestechlichen visuell?

Kameramann Stephen H. Burum erschafft mit De Palma ein visuelles Fest aus goldenen Lichtstimmungen und dramatischen Bildkompositionen. Die Produktionsdesigner verwandeln Chicago in eine Art Märchenstadt der Prohibition – opulent, aber bedrohlich. Jede Einstellung ist komponiert wie ein Gemälde, besonders die Innenaufnahmen in Capones Luxus-Residenzen.

Was mich schon 1987 faszinierte, war die Farbdramaturgie des Films. Warme Goldtöne dominieren Capones Welt – seine Restaurants, sein Büro, sogar seine Badezimmer strahlen Luxus aus. Die Unbestechlichen hingegen bewegen sich oft in kühleren, blaueren Tönen. Diese visuelle Trennung verstärkt den Konflikt zwischen beiden Welten.

Die Kostüme verdienen besondere Erwähnung. Giorgio Armani entwarf maßgeschneiderte Anzüge, die allen Charakteren eine fast mythische Eleganz verleihen. Selbst in den brutalsten Szenen sehen alle aus wie aus einem Hochglanz-Magazin – was den stilisierten Ansatz des Films unterstreicht.

De Palmas berühmte 360-Grad-Kamerafahrten kommen auch hier zum Einsatz, besonders in der Bibliotheksszene, wo Ness erfährt, dass er Capone wegen Steuerhinterziehung anklagen kann. Die Kamera kreist um die Charaktere, als würde sie ihre Gedanken visualisieren – typisch De Palma eben.

Wie funktioniert Ennio Morricones Musik in Die Unbestechlichen?

Morricones Soundtrack zu Die Unbestechlichen gehört zu seinen besten Arbeiten der 80er Jahre. Die Hauptmelodie kombiniert melancholische Klavierpassagen mit dramatischen Orchesterausbrüchen und verleiht dem Film eine epische, fast opernhafte Qualität. Besonders die Harmonika-Themen erinnern an seine Western-Kompositionen und verstärken die mythische Dimension der Geschichte.

Als langjähriger Morricone-Fan war ich schon damals begeistert von seinem Ansatz für diesen Film. Statt auf typische Gangsterfilm-Musik zu setzen, komponierte er etwas völlig Eigenes – eine Mischung aus seinem Western-Sound und symphonischer Filmmusik.

Das Hauptthema mit seiner eindringlichen Klaviermelodie wird zum musikalischen Leitmotiv von Ness‘ Kampf. Es ist melancholisch und heroisch zugleich – perfekt für einen Charakter, der zwischen Idealismus und harter Realität gefangen ist. Wenn dieses Thema am Ende erklingt, während Ness über Prohibition und Gerechtigkeit sinniert, bekomme ich auch heute noch Gänsehaut.

Besonders brillant ist Morricones Musik während der Bahnhofsszene. Die Spannung baut sich mit den Orchesterakkorden auf, während der Kinderwagen die Treppen hinunterpoltert – ein perfektes Zusammenspiel von Musik und Bild, das Kinogeschichte schreibt.

Was sind die größten Stärken von Die Unbestechlichen?

Die perfekte Mischung aus Charakterdrama und Actionthriller macht Die Unbestechlichen zu einem zeitlosen Klassiker. David Mamets scharfe Dialoge, De Palmas stilsichere Regie und die grandiose Besetzung ergänzen sich zu einem nahezu perfekten Filmerlebnis. Dazu kommt Ennio Morricones emotionaler Soundtrack, der dem Film eine epische Dimension verleiht.

Was diesen Film so besonders macht, ist seine klassische Erzählstruktur. Hier gibt es keine postmodernen Experimente oder ironischen Brechungen – nur pures, effektives Storytelling. De Palma vertraut darauf, dass eine gut erzählte Geschichte über Gut gegen Böse auch ohne Schnörkel funktioniert. Und er behält recht.

Die Charakterisierungen sind ein weiterer großer Pluspunkt. Jede Figur hat ihre eigene Motivation und Persönlichkeit. Selbst Nebenfiguren wie Billy Drago als Frank Nitti bleiben im Gedächtnis – Drago spielt Capones Handlanger so kalt und bedrohlich, dass er fast aus dem Bildschirm herauszutriefen scheint.

Technisch ist der Film auf höchstem Niveau. Die Actionszenen sind choreografiert wie Ballettaufführungen, die ruhigeren Momente leben von den nuancierten Schauspielleistungen. De Palma beherrscht beide Register gleichermaßen gut – eine seltene Gabe in Hollywood.

Die zeitlose Qualität des Films zeigt sich daran, dass er auch nach fast vier Jahrzehnten nichts von seiner Wirkung verloren hat. Die Themen – Korruption, Mut, die Versuchung der Macht – sind universell und heute genauso relevant wie damals.

Welche Schwächen hat Die Unbestechlichen?

Historische Genauigkeit ist nicht die Stärke des Films – viele Ereignisse sind dramatisiert oder frei erfunden. Die Charaktere sind manchmal etwas zu schwarz-weiß gezeichnet, besonders die klare Trennung zwischen den „Guten“ und „Bösen“. Zudem wirken einige Actionszenen heute etwas überstilisiert, auch wenn das zum gewünschten Effekt gehört.

Mein größter Kritikpunkt ist die vereinfachte Moral des Films. Die Unbestechlichen werden als strahlende Helden dargestellt, während Capones Leute durch die Bank böse sind. Die Realität war komplexer – auch unter den Guten gab es Grauzonen, die der Film komplett ignoriert.

Kevin Costners Darstellung, so überzeugend sie ist, neigt manchmal zur Eindimensionalität. Sein Ness ist ein wenig zu perfekt, zu moralisch integer. Ein paar mehr Zweifel oder innere Konflikte hätten der Figur gutgetan.

Die Gewaltdarstellung ist für heutige Verhältnisse eher harmlos, war aber 1987 durchaus heftig. Trotzdem fehlt manchmal die Konsequenz – die Folgen der Gewalt werden oft ausgeblendet oder romantisiert. Das ist typisch für Hollywood-Filme der 80er, stört aber den kritischen Betrachter.

Einige Nebenhandlungen werden nicht zu Ende geführt oder wirken konstruiert. Besonders Ness‘ Privatleben mit Frau und Kind dient hauptsächlich als emotionaler Hebel, ohne wirklich ausgearbeitet zu werden.

Für wen ist Die Unbestechlichen geeignet?

Der Film spricht ein breites Publikum an: Gangsterfilm-Liebhaber finden hier einen der besten Vertreter des Genres, Fans klassischen Hollywoods bekommen großes Kino mit Starbesetzung, und Thriller-Enthusiasten erleben perfekt inszenierte Spannung. Auch als Einsteiger in De Palmas Werk ist der Film ideal geeignet – zugänglicher als seine experimentelleren Filme, aber trotzdem mit seiner unverwechselbaren Handschrift.

Geschichtsinteressierte sollten den Film als das nehmen, was er ist: Unterhaltung mit historischem Hintergrund, nicht als Dokumentation. Wer sich für die echte Geschichte von Eliot Ness interessiert, sollte zusätzlich zur Literatur greifen.

Für jüngere Zuschauer, die an moderne Actionfilme gewöhnt sind, könnte das Tempo zu bedächtig wirken. Die Unbestechlichen lebt von Charaktermomenten und Dialogszenen, nicht von permanenter Action. Das ist ein Pluspunkt für cineastisch interessierte Zuschauer, könnte aber Actionfans enttäuschen.

Kevin Costner-Fans kommen voll auf ihre Kosten – hier zeigt er sich von seiner besten Seite, bevor ihn Mega-Erfolge wie „Der mit dem Wolf tanzt“ zum Superstar machten. Auch für Sean Connery-Liebhaber ist der Film ein absolutes Muss – seine beste Rolle nach James Bond.

De Palma-Fans sollten den Film kennen, auch wenn er nicht so experimentell ist wie „Blow Out“ oder „Dressed to Kill“. Er zeigt den Regisseur von seiner handwerklich perfektesten Seite und beweist, dass er auch Mainstream-Entertainment auf höchstem Niveau beherrscht.

Wer spielt in Die Unbestechlichen mit?

  • Kevin Costner als Eliot Ness
  • Sean Connery als Jim Malone
  • Robert De Niro als Al Capone
  • Andy Garcia als George Stone
  • Charles Martin Smith als Oscar Wallace
  • Richard Bradford als Polizeichef Mike Dorsett
  • Jack Kehoe als Walter Payne
  • Brad Sullivan als George
  • Billy Drago als Frank Nitti

Fazit: Lohnt sich Die Unbestechlichen?

Absolut! „Die Unbestechlichen“ gehört zu den großen Hollywood-Klassikern der 80er Jahre und hat nichts von seiner Wirkung verloren. Brian De Palma inszeniert hier einen stilvollen Gangsterfilm, der alle Register zieht – von perfekt choreografierten Actionszenen bis zu emotionalen Charaktermomenten. Die Besetzung ist vom ersten bis zum letzten Mann brilliant, Ennio Morricones Musik ist unvergesslich, und die legendäre Bahnhofsszene allein macht den Film sehenswert.

Wer sich von der vereinfachten Moral und den historischen Ungenauigkeiten nicht stören lässt, bekommt großartiges Entertainment geboten. Ein Film, der beweist, dass Hollywood auch ohne Ironie und Postmoderne funktioniert – einfach durch gutes, handwerklich perfektes Storytelling. 9.2/10 Punkte.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

De Palmas Gangster-Epos vereint perfekte Besetzung, legendäre Szenen und zeitlose Themen zu einem der besten Hollywood-Filme der 80er Jahre.— aus der Wertung von Tribun
Die Unbestechlichen ist großes Kino im besten Sinne – eine klassische Geschichte über Gut gegen Böse, erzählt mit handwerklicher Perfektion. Kevin Costner, Sean Connery und Robert De Niro liefern Karriere-Leistungen ab, während De Palmas stilsichere Regie und Morricones emotionaler Soundtrack dem Film eine epische Dimension verleihen. Ja, die historische Genauigkeit lässt zu wünschen übrig, und die Moral ist etwas schwarz-weiß. Aber als Unterhaltung funktioniert der Film auch nach fast 40 Jahren perfekt.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Die Unbestechlichen

Wie viele Staffeln hat Die Unbestechlichen?

Die Unbestechlichen umfasst 4 Staffeln mit insgesamt 118 Episoden. Produktionsstatus: Ended.

Lohnt sich Die Unbestechlichen?

Unsere Redaktion vergibt Die Unbestechlichen einen Watcher-Score von 9,2 von 10. Die Unbestechlichen ist großes Kino im besten Sinne – eine klassische Geschichte über Gut gegen Böse, erzählt mit handwerklicher Perfektion. Kevin Costner, Sean Connery und Robert De Niro liefern Karriere-Leistungen ab, während De Palmas stilsichere Regie und Morricones emotionaler Soundtrack dem Film eine epische Dimension verleihen. Ja, die historische Genauigkeit lässt zu wünschen übrig, und die Moral ist etwas schwarz-weiß. Aber als Unterhaltung funktioniert der Film auch nach fast 40 Jahren perfekt.

Für wen ist Die Unbestechlichen geeignet?

Die Unbestechlichen ist vor allem etwas für Drama und Krimi-Fans und alle, die herausragende Serien suchen.

🎭

Besetzung

Robert StackEliot Ness
Nicholas GeorgiadeEnrico Rossi
Steve LondonJack Rossman
Paul PicerniLee Hobson
Abel FernandezWilliam Youngfellow

FAQ zu Die Unbestechlichen

Basiert Die Unbestechlichen auf einer wahren Geschichte?
Ja, der Film basiert auf dem autobiografischen Buch von Eliot Ness und Oscar Fraley. Allerdings nimmt sich Hollywood erhebliche künstlerische Freiheiten – viele Szenen sind dramatisiert oder frei erfunden. Die Grundgeschichte von Ness' Kampf gegen Al Capone entspricht aber den historischen Fakten.
Warum gewann Sean Connery den Oscar für Die Unbestechlichen?
Sean Connery gewann 1988 den Oscar als Bester Nebendarsteller für seine Rolle als Jim Malone. Seine Darstellung des erfahrenen Polizisten, der Eliot Ness die Regeln von Chicago beibringt, war sowohl kraftvoll als auch nuanciert – eine seiner besten Leistungen nach James Bond.
Welche Szene in Die Unbestechlichen ist am berühmtesten?
Die Bahnhofsszene mit dem Kinderwagen, der die Treppen hinunterrollt, während ein Feuergefecht ausbricht. Diese Sequenz ist eine Hommage an Sergei Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin", aber De Palma macht daraus etwas völlig Eigenes – einer der unvergesslichsten Momente der Filmgeschichte.
Ist Die Unbestechlichen für Kinder geeignet?
Nein, der Film ist ab 16 Jahren freigegeben und enthält intensive Gewaltszenen, darunter die berüchtigte Baseballschläger-Szene mit Al Capone. Die Themen und die Gewaltdarstellung sind definitiv nur für erwachsene Zuschauer geeignet.
Wo kann ich Die Unbestechlichen heute schauen?
Der Film ist regelmäßig auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar und kann digital gekauft oder geliehen werden. Als Klassiker wird er auch häufig im Fernsehen gezeigt, besonders auf Filmsendern.
Wie authentisch ist Robert De Niros Al Capone?
De Niro bereitete sich monatelang auf die Rolle vor, nahm 14 Kilo zu und studierte historische Aufnahmen von Capone. Auch wenn seine Darstellung teilweise überhöht ist, gilt sie als eine der besten Capone-Interpretationen im Film – charismatisch, intelligent und brandgefährlich zugleich.
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