Countdown zum Serienstart
The Ghost in the Shell: Science SARU baut Sektion 9 komplett neu ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald die Serie nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von CineTomSeit dem 7. Juli 2026 läuft die neue „The Ghost in the Shell“ wöchentlich auf Prime Video, und ich komme aus dem Staunen nicht raus.
Zehn Folgen, fünf davon sind draußen, Finale am 8. September. Ich schreibe hier noch keine Wertung hin. Ich schreibe auf, was die ersten fünf Folgen mit mir gemacht haben.
Science SARU. Damit war die Sache für mich eigentlich schon entschieden.
Science SARU animiert die Serie, und das Studio hat mit „Devilman Crybaby“ und „Scott Pilgrim Takes Off“ bewiesen, dass es lieber Linien verzieht als Frames zählt. Regie führt Moko-chan, die Serienkomposition kommt von EnJoe Toh. Das Ergebnis sieht nach 2026 aus und nicht nach digital aufpoliertem 1995.
Ich habe das Original von Mamoru Oshii vermutlich zwölfmal gesehen. Als im Sommer 2024 der erste Teaser rauskam, saß ich mit Jonas in seiner Küche, und wir haben beide das Gleiche gesagt: bitte kein weiterer Versuch, den Film nachzubauen. Genau das passiert hier auch nicht. Shuhei Handa hat die Charakterdesigns neu gezeichnet, Motoko hat ein anderes Gesicht, andere Proportionen, eine andere Körpersprache. Die Fandiskussion darüber war in der ersten Woche laut. Ich finde die Entscheidung richtig, weil jede Verfilmung des Manga von Masamune Shirow bisher ihr eigenes Gesicht gefunden hat, von 1995 über „Stand Alone Complex“ bis „Arise“.
Das Produktionskomitee bilden Bandai Namco Filmworks, Kodansha und Production I.G. Die Weltpremiere lief am 22. Juni 2026 auf dem Animationsfestival in Annecy, zwei Wochen vor dem Fernsehstart. Bei TMDB steht die Serie aktuell bei 8,4 von 10, allerdings aus nur 32 Stimmen. Das ist keine Zahl, auf die man etwas bauen kann. Bei Cyberpunk: Edgerunners hat es auch ein halbes Jahr gedauert, bis die Bewertungen stabil standen.
Maaya Sakamoto hat den schwersten Job des Anime-Jahres
Maaya Sakamoto spricht Motoko Kusanagi, und das ist die Besetzung, über die im Juli am meisten geschrieben wurde. Sie hatte die Rolle schon in der „Arise“-Reihe von 2013 bis 2015 und im anschließenden Kinofilm von 2015. Neu ist, dass diesmal der komplette japanische Hauptcast ausgetauscht wurde, zum ersten Mal in drei Jahrzehnten Anime-Geschichte.
Dahinter steht ein trauriger Grund. Atsuko Tanaka, die Motoko von 1995 an gesprochen hat, ist 2024 gestorben. Sakamoto übernimmt also keine Rolle, sie füllt eine Lücke. Und sie spielt die Figur hörbar anders: jünger, ungeduldiger, mit weniger Metall in der Stimme. In Folge drei gibt es einen Moment, in dem Motoko einem Gesprächspartner ins Wort fällt, und dieser eine Satz hat für mich mehr über diese Version der Figur gesagt als die ganze erste Folge.
Wer die deutsche Fassung braucht: Prime Video hat die Serie ab Tag eins mit deutscher Synchronisation und zusätzlich im japanischen Original mit Untertiteln gestartet. Das ist bei einem Simulcast keine Selbstverständlichkeit, bei Star Wars Visions lief das anfangs anders.
King Gnu im Opening, Millennium Parade im Abspann
Das Opening heißt „Go Ghost“ und kommt von King Gnu, das Ending „Blue“ von Millennium Parade zusammen mit Saya Gray und Daniel Caesar. Die Filmmusik schreiben Taisei Iwasaki, Ryo Konishi und Yuki Kanesaka zu dritt. Für eine 25-Minuten-Serie ist das ein ungewöhnlich großer Musikapparat.
Ich habe das Opening in den ersten drei Wochen jedes Mal komplett laufen lassen, was ich sonst bei keiner wöchentlichen Serie mache. Millennium Parade ist das Projekt von Daiki Tsuneta, der auch King Gnu anführt, hier arbeitet also im Grunde dieselbe Person an beiden Enden jeder Folge. Das hört man. Die Serie klingt geschlossener als sie aussieht, und das hilft ihr in den Episoden, in denen die Handlung noch nicht weiß, wohin sie will.
Was mich nervös macht: der Puppenspieler ist zu früh im Raum
Der Hacker, den TMDB in der Inhaltsangabe als „Puppenspieler“ führt, taucht schon in den ersten Folgen als Andeutung auf. Bei zehn Folgen zu 25 Minuten bleiben rund 250 Minuten Gesamtlaufzeit, das ist etwa so viel wie drei Kinofilme. Wenig Platz für einen Antagonisten, der im Original 83 Minuten lang ein Gerücht bleibt.
Meine Sorge ist nicht, dass die Auflösung schlecht wird. Meine Sorge ist, dass sie zu früh kommt und die Serie danach noch vier Folgen füllen muss. Folge fünf mit dem Titel „Phantom Fund“ schickt das Team in den hohen Norden hinter einen Kampfcyborg namens Koil Krasnov, und das war die erste Episode, bei der ich das Gefühl hatte, hier wird Zeit überbrückt. Sie sah trotzdem großartig aus.
Der zweite Punkt: Diese Serie ist gesprächslastig. Wer von Akira her kommt und Action erwartet, wird in Folge zwei einschlafen. Wer Blade Runner mag, weil dort zwischen den Schießereien geredet wird, ist hier richtig. Ich zähle mich zur zweiten Gruppe, und trotzdem habe ich Folge zwei zweimal gebraucht.
Der Cast ist komplett neu besetzt, und das hört man in jeder Szene
- Maaya Sakamoto als Motoko Kusanagi (sprach die Figur schon in „Arise“ 2013 bis 2015)
- Hiroki Yasumoto als Batou. Tiefer als erwartet, und er nimmt der Figur ein bisschen von ihrer Gemütlichkeit.
- Yuichi Nakamura als Togusa
- Kazuhiro Yamaji als Daisuke Aramaki, der Chef von Sektion 9 und die einzige Figur, die von Anfang an klingt wie immer
- Toru Nara spricht Saito, den Scharfschützen
- Tomoko Kaneda als Fuchikoma. Ja, die Denkpanzer sind wieder da, und ja, sie reden.
- Kosuke Goto als Ishikawa
Wo die zehn Folgen laufen und wann die nächste kommt
Prime Video zeigt die Serie im Simulcast, rund 30 Minuten nach der japanischen Ausstrahlung, in über 240 Ländern. Folge sechs mit dem Titel „Dumb Barter“ steht für den 11. August 2026 an, danach geht es wöchentlich bis zum Finale am 8. September. In Japan läuft die Serie parallel im Fernsehen bei Fuji TV und Kansai TV.
Warum ich hier noch keine Zahl hinschreibe
Eine Staffel bewerte ich, wenn sie durch ist. Bei zehn Folgen und fünf gesehenen wäre jede Zahl eine Wette auf die zweite Hälfte, und bei dieser Vorlage kann die zweite Hälfte alles kippen. Am 8. September läuft das Finale, danach kommt die Wertung an diese Stelle.
Was ich jetzt schon sagen kann: Die Serie sieht besser aus als alles, was das Franchise seit 1995 im Fernsehen produziert hat, und sie traut sich, den Ton der Vorlage zu ändern statt ihn zu imitieren. Wenn dich das interessiert, wie sich ein alter Stoff neu erzählen lässt, ohne ihn zu verraten, dann schau bei Neon Genesis Evangelion vorbei. Mehr aus dem Bereich findest du in unserem Archiv für Anime-Serien und bei den Science-Fiction-Filmen.
Der Manga von Masamune Shirow erschien zwischen 1989 und 1991. Wer die offizielle Seite zur Serie sehen will, findet sie hier, die Produktionsdaten sind bei Wikipedia zusammengetragen.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungFünf Folgen weit, und ich habe zum ersten Mal seit 1995 wieder das Gefühl, dass jemand mit diesem Stoff etwas riskiert.— vorab eingeschätzt von CineTom
✅ Darauf freuen wir uns
- Science SARU animiert das mutigste Ghost in the Shell seit dem Original
- Maaya Sakamoto spielt Motoko jünger und ungeduldiger
- King Gnu und Millennium Parade an beiden Enden jeder Folge
- Deutsche Synchro ab Tag eins im Simulcast
❓ Das macht uns nervös
- Der Puppenspieler ist für zehn Folgen sehr früh im Spiel
- Folge zwei ist zäh und kostet Zuschauer
- Folge fünf wirkt wie überbrückte Zeit
0 Kommentare