Lioness Staffel 3 bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 7,0 von 10. Taylor Sheridans Geheimdienstserie lässt ihr ursprüngliches Prinzip, die eingeschleuste Agentin, fast ganz hinter sich und wird zum Spionagethriller um den Krieg in der Ukraine und russische Netzwerke. Das bringt die dichtesten Einsätze der Serie und endlich Gewicht für Joes Familie, aber auch eine Erzählweise, die ihre Zeitebenen kaum markiert und zu viel in Dialogen erklärt.
Paramount+ hat die acht Folgen zwischen dem 2. August und dem 20. September 2026 veröffentlicht, auch in Deutschland. Die Staffel ist also komplett abrufbar. Wer die ersten beiden Staffeln mochte, sollte weiterschauen. Wer neu einsteigt, fängt besser bei Staffel 1 an, denn die dritte setzt Joes berufliche und private Beziehungen voraus.
7,0 von mir für die dritte Staffel. Lioness ist dichter und härter als zu Beginn, Michael Kelly und Nicole Kidman bekommen endlich Material, und Joes Familie wiegt mit. Was Punkte kostet, ist die Erzählweise: zwei Zeitebenen ohne Wegweiser und Dialoge, die zu viel erklären. Wer die ersten beiden Staffeln mochte, schaut weiter, Neueinsteiger beginnen bei Staffel 1.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDie Serie hat ihr Prinzip hinter sich gelassen
Lioness begann als Serie über ein Programm, das Frauen in das Umfeld von Zielpersonen einschleust. Davon ist in Staffel 3 wenig übrig. Joe McNamara, wieder gespielt von Zoe Saldaña, steht nun im Zentrum eines Geheimdienstkonflikts, in dem eine ukrainische Agentin, Oleksandra Balakin (Elizaveta Neretin), als Maulwurf im russischen Auslandsgeheimdienst sitzt und Lev Gorn als stellvertretender russischer Botschafter Maxim Petrov auftritt.
Therese Lacson bedauert bei Collider, dass die Serie damit zu einem Spionagethriller wie viele andere werde. Ich trauere dem alten Prinzip weniger nach. Es hat in Staffel 1 vor allem Ausgangslagen geliefert, keine Figuren. Die dritte Staffel hat dagegen einen Konflikt, der Entscheidungen erzwingt, und das ist für eine Serie dieser Art die bessere Grundlage.
Wo die Staffel stolpert: Zeitebenen ohne Wegweiser
Für mich ist das der entscheidende Abzug. Die Staffel erzählt auf zwei Zeitebenen und markiert den Wechsel kaum. Eine zweite Zeitebene ist ein Werkzeug, solange der Zuschauer jederzeit weiß, wo er gerade ist. Hier muss man das immer wieder aus dem Zusammenhang erschließen, und das kostet genau die Aufmerksamkeit, die man für die eigentliche Spannung bräuchte.
Dazu kommt ein Dialogstil, der zu viel erklärt. Figuren erläutern einander Lagen und Kürzel, statt zu handeln, und zwischen den Einsätzen wird die Serie zur Lagebesprechung. Lacson weist bei Collider auf dasselbe hin und rät halb im Ernst, manche Folgen ein zweites Mal zu sehen. So weit würde ich nicht gehen, aber die Richtung stimmt.
Wer die Staffel trägt
Michael Kelly als Byron Westfield ist für mich die stärkste Figur dieser Staffel. Er spielt einen Mann, der seine Entscheidungen nicht kommentiert, und gerade in den ruhigen Momenten sieht man, was sie ihn kosten. Nicole Kidman bekommt als Kaitlyn Meade mehr zu tun als in den Konferenzräumen der ersten Staffeln, und Morgan Freeman ist als Außenminister Edwin Mullins mehr als ein prominenter Name auf dem Plakat.
Die Frage aus meiner Vorschau war, ob Joes Entscheidungen im Dienst zu Hause Folgen haben oder ob die Familie nur gezeigt wird, damit wir kurz besorgt sind. Staffel 3 beantwortet sie besser als die ersten beiden: Die Szenen mit ihrem Mann Neal (Dave Annable) sind keine Begleitmusik mehr. Katie Doll schreibt bei CBR, die Serie habe endlich das richtige Verhältnis zwischen Action und geerdetem Drama gefunden. Dem schließe ich mich an, mit der Einschränkung oben.
Wer das Verhältnis von Geheimdienst und Privatleben grundsätzlich mag, findet in Homeland den passenden Vergleich. Landman führt zu einem weiteren Sheridan-Stoff.
Meine Note im Vergleich
Die Kritik ist der dritten Staffel überwiegend gewogen. Bei Rotten Tomatoes sind 88 Prozent von 16 Kritiken positiv, der Durchschnitt liegt bei 7,2 von 10. Metacritic meldet 76 von 100 aus fünf Kritiken. JoBlo nennt die Staffel die bisher beste und vergibt 8 von 10, Collider bleibt mit 6 von 10 skeptisch. Meine 7,0 liegt knapp unter dem Schnitt, und der Grund sind die unmarkierten Zeitebenen. Werte abgerufen am 1. Oktober 2026.
Am 1. Oktober 2026 von der Vorschau zur Kritik mit Wertung der dritten Staffel ausgearbeitet.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Einsätze mit echtem Druck
- Michael Kelly als Westfield ist die stärkste Figur der Staffel
- Joes Familie ist kein Beiwerk mehr
- Der Ukraine-Strang gibt der Serie neues Gewicht
Dagegen
- Zwei Zeitebenen ohne klare Markierung
- Zu viel erklärender Dialog und Kürzeljargon
- Vom ursprünglichen Lioness-Prinzip ist kaum etwas übrig
Eine zweite Zeitebene ist ein Werkzeug, solange man weiß, wo man gerade ist. Lioness vergisst das zu oft.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Lioness?
Verfügbarkeit DEStand 17.10.2026: Lioness läuft im Abo bei Paramount+ und Apple TV+, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 8 Folgen · ab Juli 2023▾
S2Staffel 2· 8 Folgen · ab Okt. 2024▾
S3Staffel 3· 8 Folgen · ab Aug. 2026▾
Besetzung
5 Rollen- Joe McNamaraZoe Saldaña
- Cruz ManuelosLaysla De Oliveira
- Neal McNamaraDave Annable
- BobbyJill Wagner
- TuckerLaMonica Garrett


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