Countdown zum Serienstart
Lioness: Drei Folgen bleiben in Staffel 3, und Sheridan hält alle Fäden ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald die Serie nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von FilmSchneiderSeit dem 2. August 2026 läuft die dritte Staffel von Lioness bei Paramount+ in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Folge 6 von 8 erscheint am Sonntag, dem 6. September.
Fünf Folgen sind draußen, drei bleiben, das Finale ist für den 20. September angesetzt. Hier ist mein Zwischenstand. Eine Endwertung vergebe ich erst nach der letzten Folge, alles andere wäre unseriös.
Fünf Folgen drin, und Sheridan spielt wieder sein langes Spiel
Taylor Sheridan taktet die dritte Staffel wie gewohnt eng: acht Folgen, sonntags im Wochenrhythmus, parallel zum US-Start. Im Zentrum steht diesmal ein verdecktes Netzwerk, das über unauffällige Mittelsmänner arbeitet, während Joe die Jagd im Feld führt und Kaitlyn Meade in Washington die Lage sortiert.
Sheridan schreibt seine Serien praktisch im Alleingang, bei Landman genauso wie hier. Man erkennt es an Dialogszenen, die länger stehen bleiben, als das Genre eigentlich erlaubt, und an Figuren, die erst reden und dann schießen. Für mich ist das der Reiz an der Sache: Die Einsätze sind der Lärm, aber entschieden wird in den Gesprächen davor. Wer den Sheridan-Kosmos lieber gemütlicher mag, findet mit Tulsa King den entspannteren Nachbarn im selben Haus.
Saldaña rennt, Kidman telefoniert, Freeman droht. Die Arbeitsteilung steht.
Zoe Saldaña spielt Joe McNamara als Einsatzleiterin zwischen Feld und Familie. Nicole Kidman produziert über ihre Firma Blossom Films mit und spielt die CIA-Frau Kaitlyn Meade, Morgan Freeman kehrt laut Paramount als Außenminister Edwin Mullins zurück, Michael Kelly komplettiert als Byron Westfield das Washington-Personal. Drei Oscar-Preisträger in einer Serie, und keiner wirkt wie Deko.
Homeland hat dieses Doppelspiel aus Einsatz und Apparat acht Staffeln lang durchdekliniert. Lioness verdichtet es auf acht Folgen pro Jahr, und die Verdichtung tut der Serie gut, weil keine Zeit für Nebenkriegsschauplätze bleibt. Daneben läuft die Ehe von Joe und Neal als Dauerbaustelle mit, und die Serie nimmt sich dafür mehr Zeit, als manchem Zuschauer lieb sein wird. Ich zähle genau das zu den Stärken. Eine Agentin, deren Beruf privat nichts kostet, wäre die bequeme Lüge, die dieses Genre sonst so gern erzählt.
Das reale Vorbild bleibt der beste Trumpf der Serie
Der Name Lioness stammt von einem echten Programm des US-Militärs aus den Irak-Jahren, das Soldatinnen dorthin schickte, wo männliche Soldaten kulturell nicht hinkamen. Die Serie verlegt die Idee in die CIA und läuft seit dem 23. Juli 2023, nach dem Finale stehen 24 Folgen über drei Staffeln in den Büchern.
Bei der IMDb steht die Serie bei 7,8 von 10, bei TMDB nach 1.444 Stimmen bei 8,1. Beide Zahlen passen zu einer Serie, die ihr Publikum zuverlässig bedient und Kritiker eher kühl lässt. Mich stört die Lücke nicht, ich halte sie für ein Berufsrisiko dieses Formats: Wer Thesen über Amerika in Actionszenen verpackt, bekommt von beiden Seiten Post.
Für die Zeit nach dem Finale: Zero Day verhandelt eine ähnliche Washington-Angst mit mehr Verschwörung, und Reacher löst vergleichbare Probleme ganz ohne Sitzungssäle.
Wen man kennen sollte, bevor am Sonntag Folge 6 läuft
- Zoe Saldaña als Joe McNamara (auch Neytiri in Avatar)
- Nicole Kidman als Kaitlyn Meade (auch Celeste in Big Little Lies)
- Laysla De Oliveira spielt Cruz Manuelos, das Gesicht des Programms seit Staffel 1
- Michael Kelly: Byron Westfield. Wer House of Cards gesehen hat, weiß, wie gut dieser Mann Apparat spielen kann.
- Genesis Rodriguez als Josie Carrillo
- Dave Annable ist Neal McNamara, der Ehemann, der die Rechnung für Joes Beruf bezahlt
- Hannah Love Lanier als Tochter Kate
Drei Folgen für ein Netz, das seit Folge 1 im Dunkeln arbeitet
Folge 6 „Sugar Land“ kommt am 6. September, eine Woche später Folge 7, das Finale „The Unraveling“ läuft am 20. September 2026. Bis dahin muss die Staffel auflösen, wer die verdeckten Führungsoffiziere steuert und wie tief der Gegner im eigenen Apparat sitzt. Das ist viel Stoff für gut drei Stunden Serie.
Meine Sorge ist deshalb weniger die Auflösung als die Verteilung: Sheridan-Staffeln entscheiden traditionell auf den letzten Metern darüber, ob sie in Erinnerung bleiben oder nur ordentlich waren. Einen laufend gepflegten englischsprachigen Überblick zur Staffel führt TV Guide. Im WatchGuide-Serienfahrplan steht der 20. September dick markiert, und die WatchGuide-Wertung zur Staffel erscheint nach genau dieser Folge, vorher wäre sie geraten.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungSheridan lässt Dialoge stehen, bis sie wehtun. Genau dafür schalte ich sonntags ein.— vorab eingeschätzt von FilmSchneider
✅ Darauf freuen wir uns
- Saldaña und Kidman spielen auf Augenhöhe
- Acht Folgen ohne Leerlauf, die Verdichtung sitzt
- Das Washington-Personal hat echtes Gewicht
❓ Das macht uns nervös
- Wer Sheridan-Dialoge zäh findet, wird hier nicht bekehrt
- Drei Folgen sind wenig für so viele offene Fäden
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