Wer streamt Better Call Saul?
Verfügbarkeit DEStand 07.03.2026: Better Call Saul läuft im Abo bei Netflix – mit deutscher Synchronfassung.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 07.03.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 10 Folgen · ab Feb. 2015▾
S2Staffel 2· 10 Folgen · ab Feb. 2016▾
S3Staffel 3· 10 Folgen · ab Apr. 2017▾
S4Staffel 4· 10 Folgen · ab Aug. 2018▾
S5Staffel 5· 10 Folgen · ab Feb. 2020▾
S6Staffel 6· 13 Folgen · ab Apr. 2022▾
Der Seriencheck
von FilmSchneiderBetter Call Saul läuft von 2015 bis 2022 auf AMC, umfasst 6 Staffeln mit 63 Episoden, und ist die Serie die alles richtig macht – außer einen Emmy zu gewinnen.
Ich hab die erste Staffel 2015 geschaut, weil ich dachte: Breaking Bad Spin-off, mal sehen ob das funktioniert. Sechs Jahre später saß ich nach dem Finale in der Küche und Anke fragte warum ich so still bin. Weil ich gerade die beste Figuren-Entwicklung gesehen habe die das Fernsehen je produziert hat. 9.1 von 10. Und wenn ich ehrlich bin: Das ist fast zu wenig.
Bob Odenkirk hatte einen Herzinfarkt am Set. Und kam zurück.
Juli 2021, Dreharbeiten zu Staffel 6. Odenkirk bricht zusammen. Herzstillstand. Wird reanimiert. Sechs Wochen später steht er wieder vor der Kamera. Weil dieser Mann diese Rolle nicht jemand anderem überlassen konnte. Und weil Jimmy McGill – Saul Goodman – Gene Takavic die Rolle seines Lebens ist. Das sage ich als jemand der Odenkirk seit den 90ern aus Mr. Show kennt. Nie hätte ich gedacht dass dieser Sketch-Comedian die beste Drama-Performance der 2010er abliefert.
Was Odenkirk hier spielt, ist im Grunde drei verschiedene Menschen in einem. Jimmy McGill, der Anwalt der es richtig machen will. Saul Goodman, die Maske die er aufsetzt. Und Gene Takavic, der Mann der am Ende übrig bleibt. Drei Persönlichkeiten, nahtlos ineinander übergehend, über 63 Episoden. Das Drehbuch ist so präzise gezimmert, die Figur so sauber konstruiert – ich kenne keinen zweiten Schauspieler der das in dieser Qualität durchziehen könnte.
53 Nominierungen. Null Emmys.
Ich muss das ansprechen, weil es mich seit drei Jahren ärgert. Better Call Saul hält den Rekord als die meistnominierte Drama-Serie in der Emmy-Geschichte ohne einen einzigen Gewinn. 53 Nominierungen. Null Siege. Bob Odenkirk: nominiert, nie gewonnen. Rhea Seehorn: NIE NOMINIERT. Nä. Das ist keine Ungerechtigkeit, das ist eine Schande.
98 Prozent auf Rotten Tomatoes. 8.8 auf IMDb. Jede Staffel besser bewertet als die vorherige – von 97 Prozent in Staffel 1 auf 99 Prozent in den Staffeln 4, 5 und 6. Fünf AFI Awards. Drei Critics‘ Choice Siege. Zwei Peabody Awards. Aber null Emmys. Et kütt wie et kütt, aber manchmal kütt et einfach falsch.
Kim Wexler.
Ein Name reicht. Kim Wexler ist die beste weibliche Figur die das amerikanische Fernsehen in den letzten zwanzig Jahren hervorgebracht hat. Keine Abschwächung.
Rhea Seehorn spielt eine Frau die klüger ist als jeder Mann im Raum und trotzdem die schlimmsten Entscheidungen ihres Lebens trifft. Nicht weil sie dumm ist. Nicht weil sie manipuliert wird. Sondern weil sie den Kick braucht. Weil Kim Wexler – und das ist das Brillante – genauso süchtig nach dem Betrug ist wie Jimmy. Nur dass sie sich das nie eingesteht. Bis es zu spät ist.
Anke meinte nach Staffel 5: „Kim ist die eigentliche Hauptfigur.“ Sie hat recht. Die Beziehung zwischen Kim und Jimmy ist das Herzstück der Serie. Keine Romcom-Dynamik, keine Klischees. Zwei intelligente Menschen die sich gegenseitig in den Abgrund ziehen, bei vollem Bewusstsein. Und Seehorn spielt das mit einer Präzision die mich an Jodie Foster in Das Schweigen der Lämmer erinnert. Verschiedene Genres, gleiche Disziplin.
Fangen wir mit dem Fundament an.
Vince Gilligan und Peter Gould. Gilligan hat Breaking Bad erschaffen. Gould hat die Figur Saul Goodman erfunden. Zusammen haben sie etwas getan was in Hollywood praktisch unmöglich ist: Ein Prequel gedreht das besser ist als das Original.
Ich sage das nicht leichtfertig. Breaking Bad ist eine der besten Serien aller Zeiten. Aber Better Call Saul hat etwas das Breaking Bad fehlt: Geduld. Gilligan und Gould nehmen sich Zeit. Episoden vergehen in denen scheinbar nichts passiert. Aktenordner werden sortiert. Verträge werden gelesen. Telefonate führen ins Leere. Und trotzdem sitzt du da und kannst nicht wegschauen, weil du weißt dass jede einzelne dieser Szenen ein Dominostein ist der irgendwann fallen wird.
Das Drehbuch von Better Call Saul ist, und ich meine das als Kompliment, wie ein Uhrwerk das du erst verstehst wenn das letzte Zahnrad einrastet. Szenen aus Staffel 1 bekommen in Staffel 6 eine Bedeutung die du beim ersten Schauen nicht erahnen konntest. Das ist nicht Plot-Twist-Fernsehen. Das ist architektonisches Erzählen. Jedes Stockwerk trägt das nächste.
Chuck McGill und die Szene mit den Batterien.
Michael McKean. Komiker. Spinal Tap. Und dann das hier. Chuck McGill ist Jimmys älterer Bruder, brillanter Anwalt, und der Mensch der Jimmy am meisten verletzt hat. Nicht durch Gewalt. Durch Ablehnung. Durch den einen Satz: „You’re not a real lawyer.“ („Du bist kein richtiger Anwalt.“)
Die Chicanery-Szene in Staffel 3 – die Gerichtsverhandlung in der Jimmy seinen eigenen Bruder vor allen Leuten bloßstellt – ist das beste Stück Fernsehen das ich in den 2010er Jahren gesehen habe. McKean spielt den Zusammenbruch eines Mannes der sein ganzes Leben auf Kontrolle und Überlegenheit aufgebaut hat. Und Odenkirk spielt den Moment in dem Jimmy realisiert was er getan hat. Die Kamera hält. Keiner sagt was. Kubrick – der Kater, nicht der Regisseur – lag auf meinem Schoß und sogar der war still.
Mike Ehrmantraut trinkt keinen Kaffee. Er starrt ihn an.
Jonathan Banks macht mit einem Gesichtsausdruck mehr als andere Schauspieler mit einem Monolog. Mike ist der tragischste Charakter der Serie. Ein Ex-Cop der seinen Sohn verloren hat und jetzt für Drogenkartelle arbeitet, nicht aus Gier, sondern weil er keinen anderen Weg mehr sieht. Banks wurde viermal für den Emmy nominiert. Null Siege. Da kannst du nix bei machen.
Was mich bei Mike beeindruckt: Gilligan und Gould zeigen dir eine Figur deren Ende du kennst – wenn du Breaking Bad gesehen hast, weißt du was mit Mike passiert – und schaffen es trotzdem dass du hoffst es könnte anders ausgehen. Das ist die Definition von gutem Storytelling. Du kennst das Ziel und willst trotzdem nicht ankommen.
Neun Leute die hier alles geben. Ohne Ausnahme.
- Bob Odenkirk als Jimmy McGill / Saul Goodman – Comedy-Hintergrund, Drama-Meisterleistung. Der Mann verdient jeden Preis den er nicht bekommen hat.
- Rhea Seehorn — Kim Wexler. Emmy-Skandal dass sie nie nominiert wurde. Punkt.
- Jonathan Banks als Mike Ehrmantraut. Wenn Schweigen eine Kunstform wäre, hätte dieser Mann einen Lehrstuhl.
- Michael McKean als Chuck McGill (Staffeln 1-3) – von Spinal Tap zu diesem psychologischen Abgrund. Die Bandbreite ist beängstigend.
- Giancarlo Esposito als Gus Fring – aus Breaking Bad bekannt, hier mit noch mehr Tiefe
- Tony Dalton: Lalo Salamanca. Kam in Staffel 4 und hat sofort alles aufgemischt. Charmant und gefährlich, kein einfacher Trick.
- Patrick Fabian als Howard Hamlin – die Figur die du unterschätzt bis es wehtut
- Michael Mando als Nacho Varga. Ein Mann der rauswill und nicht rauskommt. Mandos letzte Szene in Staffel 6 gehört zum Stärksten was diese Serie bietet.
Synchronstudio: Berliner Synchron GmbH (S1-5) / Iyuno-SDI Group Germany GmbH (S6)
Jahr: 2015-2022
Dialogregie: Erik Paulsen (S1), Frank Muth (ab S2)
Bob Odenkirk|Jimmy McGill / Saul Goodman|Michael Pan
Jonathan Banks|Mike Ehrmantraut|Eberhard Haar
Rhea Seehorn|Kim Wexler|Claudia Gáldy
Michael McKean|Chuck McGill|Wolfgang Condrus
Giancarlo Esposito|Gus Fring|Oliver Siebeck
Patrick Fabian|Howard Hamlin|Bernd Vollbrecht
Tony Dalton|Lalo Salamanca|Marcus Off
Michael Mando|Nacho Varga|Michael Baral
Quelle: Synchronkartei.de
Sechs Staffeln. Jede besser als die vorherige. Das macht sonst niemand.
Rotten Tomatoes: Staffel 1 hat 97 Prozent. Staffel 6 hat 99. In welcher Welt wird eine Serie mit jeder Staffel besser? In dieser. Better Call Saul ist die Anti-Verfallskurve. Kein Game-of-Thrones-Absturz am Ende. Kein Dexter-Desaster. Die Serie wächst, wird tiefer, wird schmerzhafter.
Das Finale, „Saul Gone“ – ohne zu viel zu verraten: Es ist das ehrlichste Ende das eine Serie haben kann. Keine Tricks, kein Deus Ex Machina, keine Fan-Service-Momente. Jimmy McGill entscheidet sich. Und du sitzt da und weißt: Das musste so kommen. Aber es tut trotzdem weh.
Anke hat beim Finale geweint. Tom hat es nicht geschaut weil er „Anwaltsserien“ langweilig findet. Tom hat keine Ahnung. Jutta hat alle sechs Staffeln durchgebingt als sie letzten Winter bei uns in Köln war. Drei Wochen, jeden Abend drei Folgen, Ostfriesentee und Decke auf dem Sofa. Sie meinte danach: „Das ist das Beste was ich seit Die Sopranos gesehen habe.“ Das von Jutta. Die Frau die Fassbinder über Kubrick stellt. Das sagt alles.
Was bleibt wenn der Bildschirm schwarz wird.
Wer Better Call Saul mochte und mehr will: The Wire hat die gleiche Geduld, die gleiche Bereitschaft den Zuschauer warten zu lassen. True Detective Staffel 1 hat eine ähnliche Dichte. Und natürlich Breaking Bad, falls das noch fehlt – aber ehrlich: Wenn du BCS vor Breaking Bad schaust, ist das Erlebnis fast noch besser. Fünf Staffeln Breaking Bad in dem Wissen wer Jimmy McGill wirklich ist. Das verändert alles.
Und dann gibt es Drama-Serien die gar nicht erst versuchen was Better Call Saul geschafft hat. Die meisten trauen sich nicht, ihre Zuschauer warten zu lassen. Gilligan und Gould haben bewiesen dass Warten die stärkste Erzähltechnik sein kann die es gibt.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungDafür
- Odenkirks Lebensrolle
- Kim Wexler
- Drehbuch-Präzision über 63 Episoden
- Jede Staffel besser als die vorherige
- Das ehrlichste Serienfinale seit Jahren
Dagegen
- Tempo in Staffel 1 fordert Geduld
- Volle Wirkung erst mit Breaking-Bad-Kenntnis
S'all good, man.— aus der Wertung von FilmSchneider
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Better Call Saul
Wo kann ich Better Call Saul streamen?
Better Call Saul läuft aktuell im Abo bei Netflix; zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, maxdome und MagentaTV. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie viele Staffeln hat Better Call Saul?
Better Call Saul umfasst 6 Staffeln mit insgesamt 63 Episoden. Produktionsstatus: Ended.
Lohnt sich Better Call Saul?
Unsere Redaktion vergibt Better Call Saul einen Watcher-Score von 9,1 von 10. Sechs Staffeln lang hab ich dieser Serie zugeschaut wie sie einen Menschen zerlegt. Nicht mit Gewalt. Mit Entscheidungen. Jimmy McGill wollte gut sein. Das ist das Tragische. Er konnte es. Er hat sich dagegen entschieden. Odenkirk spielt das so, dass du nie aufhörst für ihn zu sein, selbst wenn er das Falsche tut. Anke und ich haben das Finale zusammen geschaut und danach zwanzig Minuten nichts gesagt. 53 Emmy-Nominierungen und null Siege – die größte Schande in der Geschichte der Television Academy. Aber Preise ändern nichts daran was hier geschaffen wurde: Ein Prequel das sein Original nicht
Für wen ist Better Call Saul geeignet?
Better Call Saul ist vor allem etwas für Krimi und Drama-Fans und alle, die herausragende Serien suchen.
Worum geht es in Better Call Saul?
Jimmy McGill ist ein erfolgloser und schlecht verdienender Pflichtanwalt in Albuquerque, der seine Fälle meist unter ethischen Ansprüchen behandelt.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Better Call Saul: 53 Emmy-Nominierungen, null Siege, eine Meisterklasse
Muss man Breaking Bad kennen um Better Call Saul zu schauen?
Ist Better Call Saul besser als Breaking Bad?
Warum hat die Serie nie einen Emmy gewonnen?
Wie viele Staffeln hat Better Call Saul?
Ist Better Call Saul eine Krimi-Serie?
Lohnt sich Better Call Saul noch 2026?
Der Saal
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