Wer streamt The Glory?
Verfügbarkeit DEStand 11.05.2026: The Glory läuft im Abo bei Netflix – mit deutscher Synchronfassung.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 11.05.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 16 Folgen · ab Dez. 2022▾
Der Seriencheck
von SeoulScreenThe Glory ist Kim Eun-sooks Revenge-K-Drama auf Netflix: Song Hye-kyo spielt eine Frau, die nach brutalem Schulmobbing 17 Jahre lang einen Racheplan vorbereitet. 16 Folgen, kühl erzählt, hart in den Rückblenden und viel präziser, als das Wort Rachethriller zuerst klingt.
Der Reiz liegt nicht darin, dass The Glory besonders laut wäre. Die Serie arbeitet mit Geduld. Moon Dong-eun will keine schnelle Genugtuung, sie will das ganze System sehen, das sie damals fallen ließ. Song Hye-kyo spielt diese Figur so kontrolliert, dass jede Regung wie ein Riss im Eis wirkt. 9,3 von 10 für eine Serie, die koreanisches Fernsehen als moralischen Thriller nimmt und dabei nie vergisst, wie sehr Gewalt nachwirkt.
Worum es geht ohne den emotionalen Kern zu verraten
Moon Dong-eun ist Schülerin in einer koreanischen Oberschule und wird über Jahre hinweg von einer Clique unter Anführung von Park Yeon-jin systematisch gefoltert, mit dem Glätteisen verbrannt körperlich und psychisch misshandelt, gedemütigt und in der Schulgemeinschaft bloßgestellt. Die Schule guckt weg, die Polizei nimmt die Anzeigen nicht ernst, die Eltern der Täterkinder kaufen sich frei. Dong-eun verschwindet aus dem Schulsystem ohne Abschluss. Siebzehn Jahre später taucht sie als Grundschullehrerin auf, präzise platziert in der Klasse die genau die Tochter von Park Yeon-jin unterrichten wird. Der Racheplan hat zu diesem Zeitpunkt schon vierzehn Jahre Vorbereitungszeit hinter sich. Park Yeon-jin ist Wettermoderatorin geworden, verheiratet mit einem reichen Konzernerben, hat ein Kind. Die anderen aus der Clique haben sich in komfortablen Positionen eingerichtet. Was Dong-eun jetzt tut entwickelt sich über sechzehn Folgen mit einer Kälte und Geduld die ich im westlichen Fernsehen so nicht gesehen habe.
Kim Eun-sook und das koreanische Drehbuch
Kim Eun-sook ist eine der bekanntesten Drehbuchautorinnen Südkoreas, hat Goblin 2016 geschrieben, Mr. Sunshine 2018 und Descendants of the Sun 2016. Mit The Glory geht sie in eine Richtung die ihre bisherigen Werke nicht hatten. Goblin war Fantasy-Romanze, Mr. Sunshine historisches Drama, beide mit emotionaler Wärme. The Glory ist eiskalt. Kim hat in Interviews gesagt dass eine Begegnung ihrer eigenen Tochter mit Mobbing in der Schule das Projekt ausgelöst hat. Sie habe sich gefragt was sie tun würde, wenn ihrer Tochter so etwas wirklich angetan worden wäre. Diese Frage trägt die Serie. Die Antwort ist kein Hollywood-Versöhnungsbogen sondern eine systematische Demontage von vier Tätern und ihrem sozialen Schutzschild.
Song Hye-kyo macht das was Hollywood nicht macht
Song Hye-kyo war vor The Glory hauptsächlich für Romanzen bekannt, Descendants of the Sun, Encounter, Worlds Within. Hier zerlegt sie ihre eigene Bildmarke. Ihre Moon Dong-eun ist eine Frau die seit fast zwanzig Jahren nicht mehr richtig gelächelt hat und Song spielt das nicht melodramatisch sondern als angesammelten Frost. Sie redet leise, langsam, präzise, ohne Affekt. In Folge sieben gibt es eine Szene wo sie ihrem späteren Partner Joo Yeo-jeong erklärt warum sie seine Hilfe annimmt und Song hält den Monolog mit so wenig Bewegung dass jede einzelne Gesichtsregung Gewicht bekommt. Hollywood würde das in fünfzehn Minuten mit Geigen unterlegen, Kim Eun-sook braucht zwei Minuten Stille mit einer einzigen Träne die niemand sehen darf.
Park Yeon-jin und die zweite Hauptrolle
Lim Ji-yeon spielt die Anführerin der Mobber-Clique als erwachsene Park Yeon-jin und liefert eine Performance, die sehr lange nachkratzt. Park Yeon-jin ist nicht die typische böse Frau aus einem K-Drama. Sie ist eine privilegierte Täterin, die ihr früheres Mobbing nicht als Verbrechen begreift, sondern als etwas, das ihr damals einfach zustand. Lim spielt das mit einem Lächeln, das nie wirklich warm wird. Genau diese Selbstverständlichkeit macht die Figur so widerlich: Park Yeon-jin glaubt nicht, dass sie sich verstecken muss.
Was die Struktur angeht
Die Serie ist in zwei Teile geschnitten, Teil eins kam Ende 2022 mit acht Folgen raus, Teil zwei im Frühjahr 2023 mit weiteren acht Folgen. Diese Aufteilung hat in Korea und international für Diskussion gesorgt weil viele Zuschauer den Cliffhanger nach Folge acht als zu hart empfanden. Aus dramaturgischer Sicht ergibt das Sinn. Teil eins etabliert den Racheplan und die Figuren, Teil zwei zeigt die Konsequenzen und die emotionalen Kosten für Dong-eun selbst. Wer beide Teile am Stück schaut bekommt eine sechzehnstündige Erzählung die mit einem Tempo läuft das langsam zieht und nie hetzt. Die ersten drei Folgen sind die anstrengendsten weil hier die Mobbing-Rückblenden konzentriert sitzen. Wer das durchhält bekommt ab Folge vier eine Serie die mich an Park Chan-wooks Old Boy erinnert hat, was Tempo und Präzision angeht.
Wie das mit der koreanischen Schulkultur zusammenhängt
The Glory funktioniert nicht ohne einen Mindest-Kontext zur koreanischen Schulkultur. Die hierarchische Sunbae-Hubae-Struktur, Senior-Junior auf Deutsch, durchzieht das gesamte koreanische Bildungssystem und legt fest dass ältere Schüler Autorität über jüngere haben. Mobbing wird in diesem System oft als Hierarchie-Pflege getarnt und kaum sanktioniert. Die Hagwon-Privatschulen, Nachhilfeinstitute, kosten zwischen 2.000 und 6.000 Euro pro Monat und sind Voraussetzung für die Universitätszulassung an einer der drei Top-Universitäten Seoul, Korea und Yonsei. Wer aus diesem System rausfällt, wie Dong-eun nach den ersten Jahren ihres Mobbings, hat strukturell keine Chance mehr. Diese Sozialdynamik ist der Hintergrund vor dem die Serie ihre Rache erzählt. Wer Mr. Sunshine oder Sky Castle kennt hat ein Gefühl dafür, wer mit koreanischer Schul-Realität nichts anfangen kann braucht in den ersten Folgen ein bisschen Geduld.
Wer mitspielt
Die Besetzung ist eine Mischung aus etablierten K-Drama-Stars und jüngeren Schauspielern die Kim Eun-sook gezielt aus dem Indie-Bereich gefischt hat. Song Hye-kyo trägt die Serie aber jede einzelne Nebenrolle ist mit einer Sorgfalt besetzt die Hollywood-Serien selten aufbringen.
- Song Hye-kyo als Moon Dong-eun — für viele die wichtigste Rolle ihrer Karriere seit dem Durchbruch Ende der 90er.
- Lee Do-hyun gibt dem Plastikchirurgen Joo Yeo-jeong eine zerbrechliche Schwermut. War vorher in 18 Again und Hotel del Luna unterwegs.
- Lim Ji-yeon als Park Yeon-jin (auch Lily in Money Heist Korea). Die Antagonistin als Karriere-definierende Rolle.
- Yeom Hye-ran spielt die Putzfrau Kang Hyeon-nam mit warmer Würde, eine der besten Charakterdarstellerinnen des koreanischen Fernsehens.
- Park Sung-hoon als Jeon Jae-jun, der reiche Erbe der Mobber-Clique. Spielt auch in Squid Game Season 2 mit.
- Jung Sung-il gibt Park Yeon-jins Ehemann Ha Do-yeong eine ungewöhnliche moralische Tiefe für eine eigentlich kleine Rolle.
- Kim Hieora als Lee Sa-ra, die religiöse Drogensüchtige aus der Mobber-Clique. Erst nach Release kam raus dass sie selbst eine Mobbing-Vergangenheit hatte.
- Cha Joo-young als Choi Hye-jeong, die Stewardess der Clique, perfekt besetzt für die soziale Mittel-Schicht-Verzweiflung.
Wo The Glory in der K-Drama-Landschaft steht
Die Serie ist seit Squid Game der größte K-Drama-Erfolg auf Netflix international gewesen, in über 90 Ländern hatte sie in der Release-Woche Platz eins. In Deutschland war sie über Wochen in den Top fünf. The Glory hat das Genre des K-Drama-Revenge-Thrillers neu definiert, ähnlich wie Squid Game 2021 das Genre des dystopischen Wettkampfs geprägt hat. Wer The Glory mochte sollte als nächstes Die Taschendiebin von Park Chan-wook schauen, dann Decision to Leave als seinen Nachfolger, oder direkt Memories of Murder von Bong Joon-ho. Wer den koreanischen Gesellschaftsblick will findet bei Parasite einen anderen Einstieg. Die Serien-Übersicht hat weitere Anker für koreanische Stoffe.
Wo die Serie kulturell eingeschlagen hat
Nach dem Release Ende 2022 hat The Glory in Südkorea eine breite Diskussion über Schulmobbing ausgelöst. Das lag nicht nur an der Härte der Rückblenden, sondern daran, wie genau die Serie zeigt, dass Gewalt in der Schule oft durch Geld, Status und Wegsehen geschützt wird. In Südkorea wurde danach wieder stärker darüber gesprochen, wie Disziplinarakten, Universitätsbewerbungen und öffentliche Karrieren mit früheren Mobbingfällen umgehen sollen. The Glory ist damit mehr als ein Streaming-Hit: Die Serie hat ein gesellschaftliches Thema so populär gemacht, dass es weit über Netflix hinaus diskutiert wurde.
Was mich auch nach zwei Re-Watches stört
Wenig. Die Cliffhanger-Aufteilung zwischen Teil eins und Teil zwei ist als kommerzielle Entscheidung verständlich aber dramaturgisch eine Härteprobe. Wer 2023 nicht auf den März-Release warten konnte hat eine extreme Spannung-Pause durchgemacht, ich war zum Glück erst nach Release-Datum drangekommen. Die Romanze zwischen Dong-eun und Joo Yeo-jeong wirkt in der zweiten Hälfte ein paar Folgen lang als emotional zu schnell entwickelt, weil das Drehbuch beide Figuren von Vorsicht zu Vertrauen führt ohne genug Verbindungsmomente. Und das Ende ist ambivalent, manche Zuschauer haben mir berichtet dass sie mit dem letzten Bild nicht glücklich waren weil sie eine konkretere Auflösung erwartet hatten. Ich finde gerade die Ambivalenz richtig, aber das ist Geschmackssache.
Die häufigsten Fragen die ich seit dem Release zu The Glory bekomme drehen sich um den Realitätsbezug der Mobbing-Szenen, die koreanische Schulkultur und den Vergleich mit anderen K-Dramen wie Squid Game oder Mr. Sunshine. Hier kompakt zusammengefasst.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von SeoulScreen — eine Person, ein begründetes Urteil.
Dafür
- Song Hye-kyos kalte Präzision als Moon Dong-eun
- Lim Ji-yeon als furchtbar gute Antagonistin
- Kim Eun-sooks Drehbuch mit moralischer Härte
Dagegen
- Geteilte Veröffentlichung bremste damals den Sog
- Romanze in zweiter Hälfte etwas zu schnell
- erste drei Folgen sind emotional sehr hart
Vergebung lehne ich ab, deshalb gibt es für mich keine Glorie.— aus der Wertung von SeoulScreen
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu The Glory
Wo kann ich The Glory streamen?
The Glory läuft aktuell im Abo bei Netflix. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie viele Staffeln hat The Glory?
The Glory umfasst 1 Staffel mit insgesamt 16 Episoden. Produktionsstatus: Ended.
Lohnt sich The Glory?
Unsere Redaktion vergibt The Glory einen Watcher-Score von 9,3 von 10. The Glory ist eines dieser K-Dramen, bei denen die Rache nicht wie ein Genre-Spiel wirkt, sondern wie eine lange, kalte Rechnung. Song Hye-kyo macht Moon Dong-eun zur Figur, die nicht um Sympathie bittet und gerade dadurch hängen bleibt. Lim Ji-yeon ist als Park Yeon-jin furchtbar gut, Kim Eun-sook schreibt nach Goblin und Mr. Sunshine in eine deutlich härtere Richtung, und Netflix bekommt hier eine Serie, die deutlich mehr kann als nur Cliffhanger stapeln. Die geteilte Veröffentlichung von Teil eins und zwei war dramaturgisch hart, die Romanze in der zweiten Hälfte entwickelt sich mir etwas z
Für wen ist The Glory geeignet?
The Glory ist vor allem etwas für Drama-Fans und alle, die herausragende Serien suchen.
Worum geht es in The Glory?
Sie wurde während ihrer Schulzeit schrecklich misshandelt. Jahre später schmiedet sie einen ausgeklügelten Racheplan, um die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.
Besetzung
FAQ zu The Glory (2022): Song Hye-kyos K-Drama-Rache
Wie viele Folgen hat The Glory?
Basiert The Glory auf einer wahren Geschichte?
Wo kann ich The Glory streamen?
Sollte ich The Glory im Original mit Untertiteln schauen?
Gibt es Staffel zwei von The Glory?
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