Countdown zum Kinostart
Onslaught: Wingard lässt Godzilla stehen und geht in die Wüste ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von CineTomOnslaught startet am 3. September 2026 über Plaion Pictures in den deutschen Kinos, einen Tag vor dem US-Start bei A24, mit 92 Minuten Laufzeit und einer Freigabe ab 16.
Adam Wingard hat für diesen Film eine Godzilla-Fortsetzung liegen lassen. Simon Barrett schreibt wieder mit, zum ersten Mal seit zwölf Jahren an einem Originalstoff. Und der Hauptgegner wird von einem Mann gespielt, der bis vor Kurzem hauptberuflich Leute im Käfig umgehauen hat.
Wingard hat dafür einen Godzilla abgesagt
Im Mai 2024 kündigte der Hollywood Reporter das Projekt an. Im selben Monat gab Wingard die Regie von Godzilla x Kong: Supernova ab, weil er hier gebunden war. Der Nachfolger seiner beiden Monsterfilme kommt jetzt 2027 und ohne ihn.
Das ist die interessanteste Zahl an diesem Film, und sie steht in keiner Besetzungsliste. Wingard hat zwei Studio-Blockbuster hintereinander abgeliefert und danach den dritten weggegeben, um 92 Minuten in der Wüste von New Mexico zu drehen. Gedreht wurde von November 2024 bis Januar 2025 in und um Albuquerque. Wer den Terminkalender eines Regisseurs als Aussage liest, hat hier eine.
Mich interessiert daran vor allem, ob er das Handwerk aus den großen Filmen mitgenommen hat. Bei Monsterfilmen weiß man immer, wo die Beteiligten stehen, weil sie hundert Meter groß sind. Bei einer Einheit modifizierter Soldaten in offenem Gelände ist genau das die Aufgabe, an der die meisten Actionfilme scheitern.
Simon Barrett.
Barrett und Wingard haben zusammen You’re Next und The Guest gemacht, beide zwischen 2011 und 2014, beide mit demselben Trick: kleines Personal, klarer Raum, brutale Konsequenz. Onslaught ist laut den Ankündigungen Wingards erster Originalstoff seit The Guest von 2014. Dazwischen lagen ein Blair-Witch-Nachfolger, Death Note für Netflix und die zwei Godzilla-Filme.
Der Vergleich mit Blair Witch Project ist dabei aufschlussreicher, als er klingt. Wingard hat 2016 die Fortsetzung dieses Films gedreht, und das Ergebnis hat gezeigt, was passiert, wenn ein Regisseur mit klarer Handschrift in ein fremdes Regelwerk gesetzt wird. Eigene Regeln aufstellen und sie durchhalten ist etwas anderes, als die Regeln von jemand anderem zu bedienen. Genau deshalb ist ein Originalstoff hier die bessere Nachricht als jedes Casting.
Dan Stevens spielt hier Dr. Hans Kammler. Stevens war die Titelfigur in The Guest, ein heimgekehrter Soldat, mit dem etwas nicht stimmte. Dass Barrett und Wingard ihn ausgerechnet für einen Film über militärisch hergestellte Soldaten zurückholen und ihm diesmal die Seite der Erzeuger geben, ist kein Zufall. Rebecca Hall spielt Hanna Kammler, also offenbar eine Verwandte.
Ein UFC-Champion als Hauptgegner. Das kann zweimal danebengehen.
Alex Pereira, früher Champion im Mittelgewicht und im Halbschwergewicht, gibt hier sein Filmdebüt als The Butcher, der Hauptgegner. Ein Kämpfer als Antagonist ist eine alte Idee mit einer schlechten Bilanz.
Die zwei Wege, auf denen so etwas scheitert, sind beide bekannt. Entweder der Film gibt dem Mann zu viele Dialogzeilen und man merkt in Minute zwanzig, warum Schauspielerei ein Beruf ist. Oder er gibt ihm gar keine, und dann steht da ein Muskelberg ohne Figur, den man auch mit einem Stuntman hätte besetzen können. Der Mittelweg braucht ein Drehbuch, das genau weiß, wofür es diesen Körper einsetzt.
Das Vorbild dafür steht seit 1987 im Regal. In Predator spricht der Gegner fast nichts, hat aber Regeln: Er jagt nach einem Kodex, er nimmt keine Unbewaffneten, er ist sichtbar, wenn man weiß, wohin man schaut. Deshalb funktioniert die Figur bis heute. Wer wissen will, wie oft dieselbe Reihe es danach vergeigt hat, findet die Bilanz in unserer Übersicht Alle Predator-Filme in der richtigen Reihenfolge.
Bei The Butcher gibt es diese Regeln bisher nicht öffentlich. Der Name legt einen nahe, der einfach durchgeht. Wenn der Film ihm nichts gibt, außer stark zu sein, wird das die schwächste Stelle.
Wer in dieser Wüste steht
- Adria Arjona spielt Celeste, eine Scharfschützin der Army, die ihre Tochter schützen muss. Zuletzt war sie als Bix Caleen in Andor zu sehen.
- Alex Pereira ist The Butcher, der Anführer der entlaufenen Einheit und sein erster Filmauftritt überhaupt.
- Dan Stevens als Dr. Hans Kammler, Rebecca Hall als Hanna Kammler. Beide gehören zur Seite, die diese Soldaten gebaut hat.
- Michael Biehn übernimmt den Baylor. Er war Kyle Reese im ersten Terminator und Corporal Hicks in Aliens – Die Rückkehr, also zweimal der Mann, der weiß, dass die Lage aussichtslos ist.
- Reginald VelJohnson spielt Josiah. Für alle, die ihn nicht sofort einordnen: Er ist Sergeant Al Powell, der Polizist am Funkgerät in Stirb Langsam.
- Dazu Drew Starkey als Cyrus, Eric Wareheim als Kovacks, Maurice Greene als Teddy, Jacob Scipio als Griffin und Blake Kennedy als Daisy.
92 Minuten. Und A24 verleiht in den USA selbst.
Produziert haben A24, Lyrical Media, Ryder Picture Company, Breakaway Civilization und 828 Productions. In den USA bringt A24 den Film ab dem 4. September 2026 selbst heraus, in Deutschland übernimmt Plaion Pictures am 3. September. Ein Budget ist nicht veröffentlicht.
Die 92 Minuten sind das zweite Signal nach der Godzilla-Absage. Wingards letzter Film lief 115 Minuten, der davor 113. Wer auf 92 kürzt, plant keine zweite Handlungsebene und keine Weltrettung. Er plant eine Verfolgung.
Bei A24 ist das die eigentliche Neuigkeit. Das Studio steht für Horror mit langem Atem und für Dramen, die sich Zeit lassen, siehe Hereditary oder Beau Is Afraid. Ein handfester Actionfilm mit Verfolgungsjagd und Körpereinsatz ist dort ungewohntes Gelände. Das kann in beide Richtungen ausgehen, und beide wären interessant.
Was mich daran nervös macht
Genetisch modifizierte Supersoldaten sind ein Stoff mit einer eingebauten Falle. Wenn der Film nicht festlegt, was diese Männer können und was nicht, gibt es keine Spannung mehr, sondern nur noch Lautstärke. Eine Gegnerin mit einem Gewehr gegen Leute, die alles aushalten, ist erst dann eine Geschichte, wenn ich weiß, wo die Grenze verläuft.
Genau das entscheidet sich in den ersten zwanzig Minuten, und es entscheidet sich im Drehbuch, nicht im Schnitt. Barrett kann das, er hat es in You’re Next mit einem Haus und ein paar Armbrüsten vorgemacht. Ob er es hier auch tut, sehe ich am 3. September.
Der zweite Punkt ist die Wüste. Offenes Gelände ist für Actionregie schwerer als ein Korridor, weil es keine natürlichen Grenzen gibt, an denen sich der Zuschauer orientiert. Filme, die das können, arbeiten mit Landmarken und halten Blickachsen über Schnitte hinweg durch. Filme, die es nicht können, schneiden schneller und hoffen, dass es keiner merkt. New Mexico gibt Wingard Platz für beides.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungWingard hat eine Godzilla-Fortsetzung abgegeben, um 92 Minuten in der Wüste zu drehen. Diese Entscheidung sagt mehr über den Film als jeder Trailer.— vorab eingeschätzt von CineTom
✅ Darauf freuen wir uns
- Wingards erster Originalstoff seit The Guest, wieder mit Simon Barrett
- 92 Minuten deuten auf eine durchgehende Verfolgung ohne Ballast
- Dan Stevens kommt nach The Guest zurück, diesmal auf der anderen Seite
- Michael Biehn und Reginald VelJohnson im Nebencast
❓ Das macht uns nervös
- Ein Kämpfer als Hauptgegner geht historisch oft daneben
- Offenes Gelände ist die schwerste Übung für Actionregie
- Ohne klare Grenzen der Supersoldaten fehlt der Spannung die Grundlage
- Bislang keine einzige öffentliche Kritik, an der man sich orientieren könnte
0 Kommentare