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Die Kritik
von CineTomOnslaught bekommt von mir 6,0 von 10. Adam Wingard liefert handfesten Splatter, einen Ton mit echter Wucht und eine Adria Arjona, die den Film trägt. Seine drei Supersoldaten bleiben aber Maschinen ohne Regeln, und genau an dieser Stelle hängt bei so einem Stoff die Spannung.
Der Film läuft seit dem 3. September 2026 über Plaion Pictures in den deutschen Kinos, 92 Minuten lang, freigegeben ab 16. Wer You’re Next und The Guest mochte und Blut lieber aus der Effektwerkstatt als aus dem Rechner sieht, bekommt einen soliden Kinoabend. Wer einen Actionfilm sucht, über dessen Gegner man hinterher noch redet, wird hier nicht fündig.
Wingard hat dafür einen Godzilla abgegeben
Im Mai 2024 gab Wingard die Regie von Godzilla x Kong: Supernova ab, weil er hier gebunden war. Simon Barrett schreibt wieder mit, zum ersten Mal seit The Guest von 2014 arbeiten die beiden an einem Originalstoff. Das war vor dem Start das stärkste Signal an diesem Film, und es hat sich zur Hälfte eingelöst.
Die Hälfte, die stimmt: Wingard kann nach zwei Monsterfilmen immer noch klein. Kleines Personal, ein klar begrenzter Ort, Gewalt mit Folgen. Die Hälfte, die fehlt: Barrett hat in You’re Next jedem Angreifer eine Schwäche gegeben, die man kennen konnte. Hier gibt es das nicht.
Drei Supersoldaten, null Regeln
In einer Anlage in New Mexico baut der Wissenschaftler Hans Kammler für die US-Regierung drei genetisch veränderte Soldaten. Sie heißen Crybaby, Cockroach und The Butcher, sie täuschen bei einem Test ihren Tod vor, brechen aus und fallen über einen Trailerpark in der Nähe her. Dort lebt Celeste, eine frühere Scharfschützin der Army, mit ihrer Tochter Daisy.
Meine Frage vor dem Start war: Was können diese Männer, und was nicht? Der Film beantwortet sie nicht. Die drei halten viel aus, aber nie so, dass ich eine Grenze erkenne, an der Celeste ansetzen könnte. Ethan J. Rosenberg nennt sie bei In Review Online sinngemäß seelenlose, anonyme Maschinen, und das trifft es. Eine Heldin mit Gewehr gegen Gegner, die alles aushalten, ist erst dann spannend, wenn ich weiß, wo das „alles“ endet.
Alex Pereira, früher UFC-Champion im Mittel- und Halbschwergewicht, gibt als The Butcher sein Filmdebüt. Er bekommt den Körper für die Rolle, das Drehbuch gibt ihm keine Regel dazu. Das ist nicht seine Schuld. Beim Predator weiß man nach einer halben Stunde, wie er jagt und wen er verschont. Genau so eine Handvoll Sätze hätte hier gereicht.
Was Onslaught richtig macht
Die Effekte. Der Kritikerkonsens bei Rotten Tomatoes hebt die altmodischen Gore-Effekte hervor, und das ist der Punkt, an dem mein Genre-Herz mitgeht. Wunden, die aussehen, als hätte sie jemand gebaut und nicht gerendert, haben ein Gewicht, das Rechnerblut nie hat. Faules CGI ist das Problem, nie Blut aus der Werkstatt.
Der Ton. Pascal Reis schreibt bei Filmstarts von einem Sounddesign mit „urgewaltiger Wucht“ und nennt den Überfall an der Tankstelle als stärkste Sequenz. Da gehe ich mit. Der Trailerpark ist außerdem der richtige Ort: begrenzt, mit Wohnwagen als festen Punkten, an denen man sich orientieren kann. Man weiß meistens, wo die Leute stehen, und das ist bei Actionregie schon die halbe Miete.
Und Adria Arjona. Sie spielt Celeste als Frau, die funktioniert, weil sie muss, und man sieht ihr an, was das kostet. Epd Film und kino-zeit sind sich sonst uneinig, bei ihr nicht.
Wo Wingard sich selbst im Weg steht
Wingard traut der Ruhe nicht. Kaum steht ein Bild, fährt die Kamera los oder der nächste Song setzt ein. Mathis Raabe schreibt bei kino-zeit, kein Bild dürfe länger atmen als nötig, und das ist mir genauso aufgefallen. Eine deutsche Fassung von Paint It Black ist ein witziger Einfall, ein Einfall pro Szene ist zu viel.
Dazu kommen die Figuren auf der Seite der Erzeuger. Dan Stevens spielt Kammler, einen Nazi-Wissenschaftler, Rebecca Hall seine Frau Hanna. Stevens war in The Guest selbst der heimgekehrte Soldat, mit dem etwas nicht stimmte, und diese Umkehr ist clever besetzt. Anke Sterneborg lobt ihn bei epd Film als kühlen Gegenspieler, Filmstarts findet Stevens, Hall und Drew Starkey überzeichnet. Ich stehe dazwischen: Stevens hat Spaß, der Film hat ihn auch, aber jede überdrehte Szene mit ihm nimmt dem Trailerpark ein Stück Gefahr.
Wie Onslaught bei der Kritik angekommen ist
Das Echo ist gemischt und erstaunlich einheitlich gemischt. Filmstarts und epd Film geben je 3 von 5 Sternen, kino-zeit urteilt deutlich härter. Bei Rotten Tomatoes stehen 59 Prozent positive Kritiken aus 130, bei Metacritic ein Metascore von 57 aus 30 Kritiken (Stand 30.09.2026). In den USA spielte der Film laut Wikipedia bei 15 Millionen Dollar Budget rund 3,4 Millionen ein.
Meine 6,0 liegt mitten in diesem Feld, und zwar aus einem eigenen Grund: Handwerk und Effekte ziehen den Film nach oben, die regellosen Gegner ziehen ihn im selben Maß nach unten. Gemessen an Wingards eigenem Maßstab ist das schwächer als The Guest und stärker als sein Blair-Witch-Nachfolger von 2016.
Wer im Trailerpark steht
- Adria Arjona als Celeste Cross, frühere Scharfschützin der Army. Zuletzt war sie als Bix Caleen in Andor zu sehen.
- Dan Stevens als Dr. Hans Kammler, Rebecca Hall als seine Frau Hanna Kammler.
- Alex Pereira als The Butcher, sein erster Filmauftritt.
- Michael Biehn als Regierungsagent Baylor. Er war Kyle Reese im ersten Terminator und Corporal Hicks in Aliens – Die Rückkehr.
- Reginald VelJohnson als Josiah, bekannt als Sergeant Al Powell aus Stirb Langsam.
- Dazu Eric Wareheim als Polizist Kovacks, Drew Starkey als Cyrus und Blake Kennedy als Daisy.
Bewertung
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungDafür
- Handgemachte Gore-Effekte statt Rechnerblut
- Sounddesign mit echter Wucht, stark in der Tankstellen-Sequenz
- Adria Arjona trägt den Film
- Der Trailerpark gibt der Action klare Orientierungspunkte
Dagegen
- Die drei Supersoldaten bleiben ohne erkennbare Regeln und Grenzen
- Kaum eine Einstellung darf stehen bleiben, Songs folgen Schlag auf Schlag
- Die Figuren um Kammler kippen ins Überdrehte
- Alex Pereira bekommt als The Butcher nur Körper, keine Figur
Drei Supersoldaten, die alles aushalten, sind erst spannend, wenn ich weiß, wo das Alles endet. Onslaught sagt es mir nie.Aus der Wertung von CineTom
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Verfügbarkeit DEStand 05.10.2026: Onslaught ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 11,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Amazon).
Stand 05.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
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