Poster zum Film Black Widow: Natasha Romanoffs verspäteter Abschied war trotzdem richtig

Black Widow: Natasha Romanoffs verspäteter Abschied war trotzdem richtig (2021)

Film · Action, Abenteuer · 2021 · 134 Min.

Von , aktualisiert am 28. März 20266 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

Black Widow kam fünf Jahre zu spät. Und trotzdem bin ich froh dass sie da ist.

Mal ehrlich, Leute: Natasha Romanoff hat im MCU seit 2010 mitgekämpft – in Iron Man 2, in Endgame, in Civil War – und musste bis 2021 auf ihren eigenen Film warten. Cate Shortland liefert einen soliden Agenten-Thriller ab, der mehr Herz hat als erwartet und Florence Pugh als Yelena zur besten Neuzugang des MCU macht. 7.4 von mir. Kein Meisterwerk, aber ein Film der seine Daseinsberechtigung verdient.

Kurz gesagt

Black Widow ist der Film den Natasha Romanoff verdient hat, nur halt fünf Jahre zu spät. Cate Shortland liefert einen Agenten-Thriller der in den ruhigen Momenten glänzt und in den lauten solide funktioniert. Florence Pugh als Yelena ist der absolute MVP: funny, brutal, echt. David Harbour als Red Guardian bringt Comedy-Relief der tatsächlich landet. Und Johansson zeigt endlich die Verletzlichkeit hinter der coolen Fassade. Was fehlt: Ein starker Antagonist. Taskmaster ist verschenktes Potential, Dreykov ist generisch, und der dritte Akt verfällt in CGI-Standard-Chaos. Trotzdem: Die Dinner-S

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von WatchGuide-Redaktion
1

Scarlett Johansson. Endlich mehr als die coole Spionin.

Zehn Jahre lang war Natasha Romanoff die Frau, die cool in Lederjacke Leute verprügelt. Functional? Ja. Tiefgründig? Eher nicht. Black Widow ändert das. Nicht komplett, dafür ist das MCU-Korsett zu eng, aber genug um zu zeigen, was möglich gewesen wäre, wenn Marvel diesen Film 2016 statt 2021 gemacht hätte.

Der Film spielt zwischen Civil War und Infinity War. Natasha ist auf der Flucht, und ihre Vergangenheit holt sie ein. Buchstäblich. Die Red Room-Storyline, die man im MCU immer nur angedeutet hat, wird hier endlich erzählt. Und Johansson spielt das mit einer Verletzlichkeit die man von ihr in diesem Franchise nicht kannte. Der Moment wenn sie Yelena zum ersten Mal wiedersieht – da sieht man echte Emotion unter der Action-Fassade.

2

Florence Pugh als Yelena. Oder: Warum sie den Film stiehlt.

Ich sag euch was: Florence Pugh ist der Grund warum dieser Film funktioniert. Full stop. Yelena Belova ist funny, brutal, verletzlich und komplett unbeeindruckt vom Superhelden-Pathos. Ihre Running Gags (die Weste, die Pose-Kritik an Natasha) das ist Comedy-Gold. Pugh spielt das mit einer Natürlichkeit die den Rest des Casts alt aussehen lässt.

Und dann die ernsten Szenen. Die Dinner-Szene mit der „Familie“ (Natasha, Yelena, Alexei, Melina) wenn Yelena plötzlich explodiert und fragt ob ihre gemeinsame Kindheit echt war oder nur die Mission: Das hat mich erwischt. Lowkey einer der emotionalsten Momente in Phase 4. Stefan würde sagen „handwerklich sauber“. Ich sage: Das ist real.

3

David Harbour ist der russische Bär den niemand bestellt hat.

Red Guardian. Ein abgehalfterter sowjetischer Supersoldier der behauptet Captain America gekämpft zu haben (hat er wahrscheinlich nicht). David Harbour (ja, Hopper aus Stranger Things) spielt das als hätte jemand eine Sitcom-Figur in einen Spionage-Thriller geworfen. Und es funktioniert. Irgendwie.

Harbour hat diesen Dad-Energy-Vibe der gleichzeitig peinlich und charmant ist. Wenn er im Gefängnis sein altes Kostüm anprobiert und es nicht mehr passt – Cinema. Pure Cinema. Okay nein, nicht wirklich. Aber es ist genuinely funny und bringt eine Leichtigkeit in den Film die er dringend braucht.

Rachel Weisz als Melina ist solide, aber underused. Oscar-Gewinnerin als Marvel-Nebenfigur – das ist wie einen Ferrari zum Einkaufen fahren. Funktioniert, aber man weiß dass da mehr drin wäre.

4

Taskmaster. Das Problem das keiner anspricht.

Okay, hier wird’s kritisch. Taskmaster, im Comic einer der coolsten Antagonisten, wurde im Film zu einer Twist-Figur umgeschrieben die einfach nicht zündet. Ich verrate den Twist nicht, aber: Die Entscheidung, diesen Charakter so zu ändern, hat vielen Fans sauer aufgestoßen. Und ich verstehe warum.

Das Problem ist nicht die Schauspielerin. Olga Kurylenko macht das Beste aus dem was sie hat. Das Problem ist, dass der Film einen starken Antagonisten braucht und stattdessen ein Plot-Device bekommt. Dreykov (Ray Winstone) als eigentlicher Bösewicht ist generisch bis zum Einschlafen. Final Boss Energy? Null. Das ist ein Miniboss den man im Tutorial besiegt.

5

200 Millionen Budget. COVID hat die Party gecrasht.

Black Widow sollte Mai 2020 starten. COVID hat das auf Juli 2021 verschoben – gleichzeitig im Kino und auf Disney+ Premier Access. Das Ergebnis: 379 Millionen Dollar weltweit. Klingt nach viel. Für einen MCU-Film mit 200 Millionen Budget ist das… okay. Nicht mehr.

Johansson hat Disney verklagt wegen der gleichzeitigen Streaming-Veröffentlichung. Sie meinte, das hätte ihre Box-Office-Beteiligung geschmälert. Disney hat sich außergerichtlich geeinigt. Hollywood-Drama hinter den Kulissen, das mindestens so spannend war wie der Film selbst. Und ja, sie hatte recht. Simultaneous Release für einen Film mit einem Star wie Johansson war ein Fehler.

6

Cate Shortland. Die Indie-Regisseurin im MCU-Maschinenraum.

Shortland hat vorher Lore und Berlin Syndrome gedreht – kleine, intensive Filme über Frauen in Extremsituationen. Genau das richtige Profil für Black Widow. Und man merkt ihren Einfluss: Die ruhigen Momente sind besser als die Action. Die Gespräche stärker als die Explosionen. Wenn Natasha und Yelena in der sicheren Wohnung sitzen und reden – DAS ist der Film den Shortland machen wollte.

Dass die Action-Sequenzen trotzdem solide sind, liegt am MCU-System. Die Brücken-Verfolgungsjagd in Budapest ist tight inszeniert, die freie Fall-Szene im dritten Akt visuell beeindruckend. Aber es fehlt der Signature-Moment. Der „Ich bin Iron Man“-Moment. Der Dark Knight-Moment. Black Widow hat gute Szenen. Aber keine ikonische.

Anke hat den Film mit mir geschaut und meinte: „Für einen Abschiedsfilm ist das erstaunlich lebhaft.“ Stimmt. Es ist gleichzeitig ein Abschied von Natasha und ein Setup für Yelena in Thunderbolts. Marvel denkt halt immer zwei Filme voraus. Manchmal zu Lasten des einen der gerade läuft.

7

Die Besetzung. Und was draus wird.

  • Scarlett Johansson als Natasha Romanoff / Black Widow – zehn Jahre MCU, endlich im Rampenlicht
  • Florence Pugh als Yelena Belova: stiehlt den Film. Punkt.
  • David Harbour als Alexei Shostakov / Red Guardian – Comedy-Gold im Superhelden-Gewand
  • Rachel Weisz als Melina Vostokoff: Oscar-Level, aber zu wenig Screen Time
  • Ray Winstone als Dreykov. Generischer Bösewicht, leider.
  • Olga Kurylenko als Taskmaster: macht das Beste aus einem schwachen Skript
  • O-T Fagbenle als Rick Mason: Natashas Verbindungsmann, solide Nebenrolle

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Bewertet von , die Wertung steht oben.

Dafür

  • Florence Pugh stiehlt den kompletten Film
  • Cate Shortlands ruhige Momente sind stark
  • Die Familien-Dynamik funktioniert überraschend gut

Dagegen

  • Taskmaster und Dreykov als Antagonisten zu schwach
  • Fünf Jahre zu spät im MCU-Timeline
  • Dritter Akt wird zu generisch
I'm done running from my past.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Black Widow ist der Film den Natasha Romanoff verdient hat – nur halt fünf Jahre zu spät. Cate Shortland liefert einen Agenten-Thriller der in den ruhigen Momenten glänzt und in den lauten solide funktioniert. Florence Pugh als Yelena ist der absolute MVP – funny, brutal, echt. David Harbour als Red Guardian bringt Comedy-Relief der tatsächlich landet. Und Johansson zeigt endlich die Verletzlichkeit hinter der coolen Fassade. Was fehlt: Ein starker Antagonist. Taskmaster ist verschenktes Potential, Dreykov ist generisch, und der dritte Akt verfällt in CGI-Standard-Chaos. Trotzdem: Die Dinner-Szene mit der dysfunktionalen Spy-Familie ist emotional eine der stärksten im gesamten Phase 4. Und Pugh hat sich mit diesem Film den Platz im MCU verdient den sie in Thunderbolts ausfüllt. Linus meinte übrigens: 'Warum schaut ihr einen Film über jemanden der schon tot ist?' Valider Punkt, Linus. Aber manchmal geht es nicht ums Ziel, sondern um den Weg.

Wer streamt Black Widow?

Verfügbarkeit DE

Stand 26.10.2026: Black Widow läuft im Abo bei Disney+, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 3,99 €.

Stand 26.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

Besetzung

10 Rollen
  • Natasha Romanoff / Black WidowScarlett Johansson
  • Yelena BelovaFlorence Pugh
  • MelinaRachel Weisz
  • AlexeiDavid Harbour
  • DreykovRay Winstone
  • Young NatashaEver Anderson
  • Young YelenaViolet McGraw
  • MasonO-T Fagbenle
  • Secretary RossWilliam Hurt
  • Antonia / TaskmasterОльга Куриленко

FAQ zu Black Widow: Natasha Romanoffs verspäteter Abschied war trotzdem richtig

Wann genau spielt Black Widow in der MCU-Timeline?
Direkt nach Civil War, also 2016 in der MCU-Zeitlinie. Natasha ist auf der Flucht vor der Regierung. Deswegen der europäische Schauplatz – Budapest, Norwegen, Russland. Kein Stark Tower, kein Avengers-Compound.
Muss man Black Widow gesehen haben um Thunderbolts zu verstehen?
Hilft definitiv. Yelena ist in Thunderbolts eine Hauptfigur, und ihre Motivation kommt direkt aus Black Widow. Red Guardian taucht auch wieder auf. Die beiden Filme gehören quasi zusammen.
Warum kam der Film so spät?
Kurze Antwort: Marvel hatte andere Prioritäten. Lange Antwort: Johansson hat jahrelang dafür gekämpft, und erst als das MCU weibliche Leads brauchte (Captain Marvel 2019, dann Black Widow), hat Kevin Feige grünes Licht gegeben. Plus COVID-Verzögerung on top.
Ist die Post-Credit-Szene wichtig?
Ja. Spoiler-frei: Sie setzt direkt das Setup für die nächste Phase und eine bestimmte Figur aus Disney+ Serien. Nicht skippen.
Wie gut ist die Action?
Solide MCU-Standard. Die Budapest-Verfolgungsjagd ist der Höhepunkt. Kein John Wick-Level, aber besser als der Durchschnitt. Der dritte Akt hat zu viel CGI – aber das ist MCU in a nutshell.

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