Countdown zum Kinostart
Avengers Doomsday: RDJ als Doom, und wir sind uns nicht einig ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Die Vorschau
von CineTom16. Dezember 2026. Avengers: Doomsday läuft bei uns an, zwei Tage vor den USA, und seit dem neuen Teaser ist die Stimmung hier im Kinokreis zum ersten Mal richtig zerrissen.
Robert Downey Jr. als Doctor Doom. Die Russo Brothers zurück am Ruder. Avengers, Fantastic Four UND X-Men in einem Film. Entweder wird das der größte Superhelden-Film aller Zeiten oder das MCU fliegt endgültig auseinander. Beides möglich. Ich bin trotzdem da, Reihe 1.
Der Teaser, der die Diskussion gedreht hat
Mitte August, D23-Showcase: Kevin Feige holt Downey, Chris Evans und Hayley Atwell auf die Bühne, danach läuft der zweite Teaser. Zwei Minuten lang. Und in diesen zwei Minuten passiert fast nichts.
Vanessa Kirby als Sue Storm spricht über einen Mann, den sie mal kannte: „Er war einmal anders. Er war freundlich und aufmerksam, und dann wurde ihm alles, was er liebte, genommen.“ Ein weinendes Gesicht. Ein Mann, der ein Baby festhält. Ein Kind im Halbdunkel. Ein Raumschiff über der Wolkendecke. Thor droht jemandem die Hölle an und bekommt die Antwort: „Über die Hölle herrsche ich, denn ich bin Doom.“
Das ist der erste Moment, in dem man RDJ als Doom wirklich hört: mit Akzent, mit dieser tiefen, langsamen Sprechweise, die absichtlich nichts mehr mit Tony Stark zu tun hat. Und dann Titel, Datum, Countdown-Uhr. Ende. Keine Schlacht, kein Quip, keine Heldenparade, kein Schnittgewitter zum Beat. Für einen Marvel-Trailer ist das ungefähr so, als würde McDonald’s plötzlich Suppe verkaufen.
Wo wir uns hier nicht einig sind
Und genau darüber streiten wir. Die eine Seite sagt: Marvel hat schlicht nichts vorzuzeigen. Zwei Minuten Trauermusik mit Countdown sind kein Trailer, sondern ein Terminhinweis mit Streichern. Der Bösewicht bekommt eine Herz-Schmerz-Vorgeschichte serviert, damit wir dem Mann verzeihen, der mit demselben Gesicht auf die Leinwand zurückkommt, das wir 2019 unter Tränen verabschiedet haben. Und dann lässt man ihn ausgerechnet sagen: „Ihr alle habt gestohlene Leben geführt. Doch nun müsst ihr sie zurückgeben.“ Da fällt es schwer, nicht an das Studio zu denken statt an die Figur.
Die andere Seite, meine, sagt: Genau das ist der Punkt. Seit Jahren sehen alle MCU-Trailer gleich aus, und alle versprechen dasselbe. Dieser hier traut sich, langsam zu sein und nichts zu verraten. Er verkauft keinen Cast, er verkauft eine Drohung. Wenn ein Studio, das sonst jeden Cameo im Trailer verbrennt, plötzlich zwei Minuten lang nur eine Stimme und ein paar Gesichter zeigt, dann ist das kein Mangel an Material, sondern eine Entscheidung.
Was beide Seiten eint: Der Teaser beantwortet die eigentliche Frage nicht. Er zeigt nicht, wie dieser Film über 30 Hauptfiguren unterbringen will, ohne dass die Hälfte davon Statisten mit Namen sind. Er zeigt einen Mann, der trauert, und einen Countdown. Das kann Größe sein oder Nebelkerze. Wissen wir am 16. Dezember.
Comic-Con 2024. Hall H. Doom.
Kurz zurückgespult: Juli 2024, San Diego Comic-Con. Ein Typ in grünem Cape betritt die Bühne, nimmt die Maske ab, und es ist Robert Downey Jr. Nicht als Tony Stark. Als Victor von Doom. Der Saal explodiert, und im Netz diskutiert man seitdem, ob das der klügste Casting-Move der Studiogeschichte war oder der verzweifeltste.
Feige hatte diese Idee angeblich schon vor 2008 im Kopf, bevor RDJ überhaupt Iron Man wurde. Achtzehn Jahre später wird sie eingelöst. Und in der Comic-Logik passt Doom perfekt: Wissenschaftler, Magier, Diktator, und in seiner eigenen Rechnung der Einzige, der die Welt retten kann. Final Boss Energy, literally.
Wer da alles mitspielt (deep breath)
- Robert Downey Jr. als Doctor Doom. Ja, Iron Man spielt jetzt den Bösewicht. No cap.
- Chris Hemsworth als Thor
- Anthony Mackie als Sam Wilson / Captain America (der neue Chef)
- Pedro Pascal als Reed Richards. Der Mandalorian wird Mr. Fantastic. Ich liebe 2026.
- Vanessa Kirby als Sue Storm / Invisible Woman, trägt den halben Teaser allein
- Sebastian Stan als Bucky Barnes / Winter Soldier
- Patrick Stewart als Professor X. Ich bin emotional.
- Ian McKellen als Magneto, und wer den Teaser gesehen hat, weiß, wo dessen bester Moment sitzt
- Tom Hiddleston als Loki (wie auch immer DAS funktioniert nach der Serie)
- Florence Pugh als Yelena Belova
- Chris Evans als Steve Rogers. STEVE. ROGERS.
- Channing Tatum als Gambit. Nach Deadpool & Wolverine war das nur eine Frage der Zeit
Dazu Simu Liu als Shang-Chi, Paul Rudd als Ant-Man, Joseph Quinn als Human Torch, Ebon Moss-Bachrach als Thing, James Marsden als Cyclops, Kelsey Grammer als Beast, Alan Cumming als Nightcrawler, Rebecca Romijn als Mystique. Die Fantastic Four: First Steps landen direkt im Avengers-Universum, die Fox-X-Men stehen neben Thor und Captain America in einem Kinofilm.
Die Russos. Erst Nein. Dann Ja.
Anthony und Joe Russo haben zuerst abgelehnt. „Wir waren eine Weile lang resistent“, sagte Joe in einem Interview. Verständlich. Avengers: Endgame war perfekt: 2,8 Milliarden Dollar Einspielergebnis, kulturelles Phänomen. Wie toppt man das? Man versucht es gar nicht.
Umgestimmt hat sie Stephen McFeely, der auch Infinity War und Endgame geschrieben hat. Seine Story-Idee sei laut Anthony Russo „kein Endgame 2.0, sondern ein neuer Anfang, verkleidet als Ende“. Dazu Michael Waldron, der Loki-Autor. Loki hat das Multiversum aufgerissen, jetzt muss jemand es wieder zusammenflicken.
Gedreht wurde von Ende April bis September 2025 in den Pinewood Studios in England, zusätzliche Drehorte in Bahrain, danach Nachdrehs. Jeffrey Ford schneidet, der hat schon an Endgame und Civil War gearbeitet. Gutes Team. Die kolportierte Laufzeit liegt inzwischen bei rund 165 Minuten, die Russos hatten vorher „zweieinhalb Stunden“ in den Raum gestellt. Ob das für 30+ Hauptfiguren reicht, ist genau die Frage, an der sich die Geister scheiden.
Was mich nervös macht. Ehrlich.
Zu viele Figuren. Das ist meine größte Sorge und ich steh dazu. Infinity War hatte das Problem schon, und da gab es noch keine X-Men UND Fantastic Four gleichzeitig. Wie gibst du Patrick Stewart, Pedro Pascal, RDJ und allen Avengers genug Screentime in unter drei Stunden?
Und dann RDJ als Doom. Ich liebe den Mann. Aber können wir ihn als Bösewicht ernst nehmen? Elf Jahre Tony Stark, die Stimme kennt jeder, die Gestik, den Humor. Die Maske hilft, laut Insidern bleibt RDJ die meiste Zeit maskiert, ein krasser Move für einen A-Lister, und der Teaser bestätigt das. Aber sobald sie fällt: sehen wir dann Doom oder denken wir Iron Man?
Multiverse-Müdigkeit ist auch real. Spider-Man: No Way Home hat es genial gemacht, Deadpool & Wolverine witzig. Aber nach Loki, Quantumania, What If und Doctor Strange 2 sind viele durch mit dem Thema. Wenn Doomsday nichts fundamental Neues bringt, und ich rede nicht über weitere Cameos, wird es schwierig. Die Box-Office-Prognosen liegen zwischen 1,5 und 2,5 Milliarden Dollar. Größter Film 2026: wahrscheinlich. An Endgames 2,8 Milliarden dran: dafür ist es zu früh.
Nicht vergessen: das hier ist nur Teil 1
Doomsday ist nicht das Ende. Ein Jahr später kommt Avengers: Secret Wars. Die Russos sagen selbst: Doomsday ist der Aufbau, Secret Wars das Finale. Empire Strikes Back und Return of the Jedi, oder halt Infinity War und Endgame, zweiter Durchgang.
Laut den Russos wird Secret Wars das MCU „resetten“: neue Timeline, neue X-Men mit neuem Cast, neue Ära. Was auch immer das heißt, Doomsday endet ziemlich sicher auf einem Cliffhanger, der wehtut. Wie der Snap. Nur diesmal weiß jeder schon vorher, dass er kommt.
Vorher anschauen. Pflicht.
Wer die Multiverse-Saga nachholen will, kommt an fünf Titeln nicht vorbei. Sie erklären, warum Doom überhaupt in diese Welt einbrechen kann und wer da eigentlich alles zusammentrifft.
- Avengers: Infinity War, die erste Russos-Meisterleistung
- Avengers: Endgame, die zweite
- The Fantastic Four: First Steps, dessen Post-Credit-Szene direkt zu Doomsday führt
- Deadpool & Wolverine, X-Men im MCU, der Anfang
- Spider-Man: No Way Home, Multiverse richtig gemacht
Die komplette Übersicht gibt es hier: Alle Marvel-Filme in chronologischer Reihenfolge.
Erwartungen vor dem Start
keine Wertung✅ Darauf freuen wir uns
- RDJ als Doctor Doom, Final Boss Casting
- Russo Brothers und McFeely zurück
- Fox X-Men im MCU. Stewart. McKellen. ENDLICH.
- Der Teaser setzt auf Figur statt Spektakel, ungewohnt mutig
❓ Das macht uns nervös
- 30+ Hauptfiguren in unter drei Stunden, wird eng
- RDJ von Iron Man zu Doom, können wir das trennen?
- Zwei Trailer, und immer noch keine Antwort auf die Kernfrage
- Multiverse-Kram muss diesmal WIRKLICH was Neues bringen
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