Wer streamt Die Farbe Lila (1985)?
Verfügbarkeit DEStand 17.07.2026: Die Farbe Lila (1985) ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 17.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von TribunQuick Answer: Ist Die Farbe Lila sehenswert?
Kurze Antwort: JA – Ein emotionales Meisterwerk, das trotz schwerer Themen Hoffnung und Menschlichkeit feiert.
Für wen geeignet: Liebhaber von Charakterdramen, Spielberg-Fans, alle die starke Frauen-Geschichten schätzen, Filmhistorie-Interessierte.
Nicht geeignet für: Zuschauer die leichte Kost suchen, Menschen die bei häuslicher Gewalt triggern, Blockbuster-Erwarter.
Mein Urteil: Spielbergs mutigster Film bleibt ein zeitloses Plädoyer für die Kraft der Schwesterlichkeit. Whoopi Goldbergs Debüt ist herzzerreißend, die visuelle Poesie unvergleichlich.
Worum geht es in Die Farbe Lila?
Die Farbe Lila erzählt über vier Jahrzehnte hinweg die Geschichte von Celie Harris, die als 14-jährige Afroamerikanerin im ländlichen Georgia des frühen 20. Jahrhunderts von ihrem Stiefvater missbraucht und dann an den brutalen Farmer „Mister“ verheiratet wird. Durch die Freundschaft zu starken Frauen wie der Bluessängerin Shug Avery und der selbstbewussten Sofia findet Celie allmählich ihre eigene Stimme und den Mut, sich gegen Unterdrückung zu wehren.
Was mich damals als Jugendlicher so erschüttert hat: Celies Geschichte beginnt in absoluter Hoffnungslosigkeit. Als Kind wird sie von ihrem Stiefvater vergewaltigt, ihre beiden Kinder werden weggenommen, und schließlich trennt man sie von ihrer geliebten Schwester Nettie – der einzigen Person, die sie je geliebt hat. Die Heirat mit Albert „Mister“ Johnson bringt keine Erlösung, sondern nur neue Formen der Gewalt und Demütigung.
Aber – und das ist das Geniale an Alice Walkers Vorlage und Spielbergs Umsetzung – aus dieser Dunkelheit erwächst langsam, ganz langsam etwas Wunderschönes. Celie lernt durch andere Frauen, dass sie mehr ist als das Opfer, als das sie sich selbst sieht. Shug Avery, diese glamouröse Sängerin mit dem rauen Herzen, wird zu ihrer ersten echten Freundin. Sofia zeigt ihr, dass schwarze Frauen durchaus kämpfen können. Und irgendwann – nach Jahrzehnten – findet Celie den Mut zu sagen: „I’m poor, black, I might even be ugly, but dear God, I’m here!“
Diese Transformation von völliger Unterwerfung zu selbstbewusster Stärke zieht sich durch den ganzen Film. Spielberg zeigt das nicht als plötzlichen Wandel, sondern als langsamen, schmerzhaften Prozess. Jeder kleine Schritt kostet Celie Überwindung – von den ersten schüchternen Lächeln bis zu dem Moment, wo sie Mister endlich die Meinung sagt.
Wie inszeniert Spielberg Die Farbe Lila?
Spielberg verzichtet auf seine üblichen Spektakel-Momente und erschafft stattdessen eine intime, poetische Erzählung voller warmer Erdtöne und sanfter Kamerabewegungen. Der Regisseur nutzt das goldene Licht der südlichen Sonne als visuelles Leitmotiv für Hoffnung inmitten von Brutalität – eine seiner besten Regiearbeiten überhaupt.
Für mich war das damals eine Offenbarung. Ich kannte Spielberg nur von „E.T.“ und „Jäger des verlorenen Schatzes“ – und plötzlich macht der Typ einen Film über häusliche Gewalt und Rassismus im amerikanischen Süden? Das war, als würde George Lucas einen Bergman-Film drehen. Aber es funktioniert, weil Spielberg seine technische Brillanz in den Dienst einer zutiefst menschlichen Geschichte stellt.
Besonders beeindruckend sind die Kontraste, mit denen er arbeitet. Da sind diese wunderschönen Aufnahmen der georgischen Landschaft – goldene Maisfelder, die im Wind wogen, Sonnenstrahlen, die durch Baumkronen fallen – und gleichzeitig die harten Realitäten von Armut, Gewalt und Rassismus. Diese visuelle Schönheit macht die brutalen Momente noch verstörender, aber sie gibt dem Film auch eine Hoffnung, die über das rein Sozialkritische hinausgeht.
Kameramann Allen Daviau schafft mit seinen weichen, fließenden Bewegungen eine Atmosphäre, die gleichzeitig intim und episch ist. Die Kamera folgt Celie durch die Jahre, altert praktisch mit ihr. In den frühen Szenen sind die Einstellungen oft bedrückend nah, später, als Celie zu sich selbst findet, öffnen sich die Räume.
Wie schauspielern Whoopi Goldberg und Co?
Whoopi Goldberg liefert in ihrem Filmdebüt eine der bewegendsten Darstellungen der Filmgeschichte ab – sie verkörpert Celies Wandlung von traumatisierter Jugendlicher zur selbstbewussten Frau mit einer Intensität, die einem das Herz bricht. Danny Glover überzeugt als komplexer Antagonist, während Oprah Winfrey und Margaret Avery starke Nebenfiguren erschaffen.
Ehrlich gesagt wusste ich 1986 nicht mal, wer Whoopi Goldberg ist. Die war damals noch hauptsächlich als Stand-up-Komikerin bekannt, und hier spielt sie eine der tragischsten Figuren der Filmgeschichte. Dass sie es geschafft hat, mich als 12-Jährigen zum Weinen zu bringen, sagt alles über ihr Talent.
Was Goldberg so großartig macht: Sie spielt Celies Schmerz nie demonstrativ aus. Diese Frau hat gelernt, ihre Gefühle zu verstecken, und Goldberg zeigt das hauptsächlich über ihre Augen. Dieser Blick – verletzt, aber niemals gebrochen – zieht sich durch den ganzen Film. Wenn sie am Ende endlich ihre Schwester wiedersieht und zum ersten Mal seit Jahrzehnten richtig lacht, dann ist das einer der schönsten Momente im Kino überhaupt.
Danny Glover als „Mister“ hätte leicht zur Karikatur werden können – der böse schwarze Mann, der seine Frau schlägt. Aber Glover macht aus ihm einen Menschen mit eigenen Wunden. Man hasst ihn für das, was er Celie antut, aber man versteht auch, dass er selbst ein Opfer des Systems ist. Diese Ambivalenz macht den Film komplexer und ehrlicher.
Oprah Winfrey als Sofia ist eine Naturgewalt. Die Frau war damals noch Talkshow-Moderatorin aus Chicago und hatte noch nie vor der Kamera gestanden. Aber ihre Sofia sprüht vor Selbstbewusstsein und Kampfgeist – genau das Gegenteil von Celie. Wenn sie ihren Mann Harpo fragt: „You told Harpo to beat me?“ – das ist einer der großen Momente des Films.
Wie sehen Die Farbe Lila aus?
Cinematographer Allen Daviau taucht den Film in warme, goldene Farbtöne, die wie ein visueller Kontrapunkt zu den brutalen Themen wirken. Die Farbpalette reicht von den satten Erdtönen der georgischen Landschaft bis zu den leuchtenden Purpurtönen, die Celies Erwachen symbolisieren – eine der schönsten Bildsprachen der 80er Jahre.
Schon der Titel verrät es: Farben spielen eine zentrale Rolle in diesem Film. Das Lila, das Celie am Ende so fasziniert, taucht immer wieder auf – erst versteckt in Blumen und Stoffen, später als Symbol ihrer Befreiung. Spielberg und Daviau nutzen diese Farbsymbolik, ohne aufdringlich zu werden.
Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: die Art, wie das Sonnenlicht durch die Fenster fällt. Fast jede Innenraumszene hat diese warmen Lichtflecken, die Hoffnung signalisieren, auch in den dunkelsten Momenten. Das ist klassisches Spielberg-Kino – er kann einfach nicht anders, als seinen Figuren zumindest visuell einen Ausweg zu zeigen.
Die Kostüme von Aggie Guerard Rodgers erzählen ihre eigene Geschichte. Celies Kleider werden von Film-Anfang zu Film-Ende bunter und selbstbewusster. Am Anfang trägt sie nur graue und braune Fetzen, am Ende leuchtet sie in Lila und Blau. Auch das ein Zeichen ihrer Emanzipation.
Wie klingt die Musik in Die Farbe Lila?
Quincy Jones komponiert eine der emotionalsten Filmmusiken der 80er Jahre – eine Mischung aus Gospel, Blues und symphonischen Elementen, die Celies spirituelle Reise untermalt. Besonders die Gospelszenen in der Kirche und Shugs Auftritte entwickeln eine Kraft, die unter die Haut geht.
Jones war die perfekte Wahl für diesen Score. Als schwarzer Musiker kannte er die musikalischen Traditionen, die im Film eine Rolle spielen – von den Arbeitsliedern auf den Feldern bis zu den Gospelchören in der Kirche. Seine Musik verstärkt nie, sie unterstützt die Emotionen.
Besonders bewegend ist der Moment, als Celie und Nettie als Kinder zusammen singen. Diese einfache Melodie zieht sich durch den ganzen Film und wird am Ende zur Hymne der Wiedervereinigung. Jones zeigt hier, wie Filmmusik funktionieren sollte – als emotionale Brücke, nicht als Manipulation.
Die Gospelszenen haben eine Authentizität, die man heute kaum noch findet. Da wurde nicht im Studio nachsynchronisiert, da haben echte Gemeindechöre gesungen. Man spürt die Spiritualität, die für viele Charaktere im Film der einzige Halt ist.
Was sind die Stärken von Die Farbe Lila?
Die größte Stärke des Films ist seine emotionale Wahrhaftigkeit – Spielberg schafft es, eine Geschichte über extreme Gewalt zu erzählen, ohne jemals voyeuristisch zu werden. Stattdessen fokussiert er auf die Heilungsprozesse und die Kraft weiblicher Solidarität. Dazu kommen technische Brillanz und Darstellerleistungen, die heute noch beeindrucken.
Was mich heute noch umhaut: Wie respektvoll Spielberg mit diesem schwierigen Stoff umgeht. Als weißer Regisseur hätte er leicht in alle möglichen Fallen tappen können. Stattdessen konzentriert er sich auf das Universelle in Celies Geschichte – jeder kann sich mit jemandem identifizieren, der unterdrückt wird und seinen Weg zur Selbstbehauptung sucht.
Die Frauenfiguren sind alle komplex und vielschichtig. Sofia ist stark, aber nicht unverwundbar. Shug ist selbstbewusst, aber auch verletzt. Celie ist ein Opfer, aber sie hat auch eine innere Stärke, die langsam zum Vorschein kommt. Keine dieser Frauen ist ein Klischee.
Handwerklich ist der Film tadellos. Die 154 Minuten vergehen wie im Flug, obwohl nie gehetzt wird. Spielberg lässt den Szenen Zeit zu wirken, besonders den stillen Momenten zwischen den Frauen. Der Schnitt von Michael Kahn ist perfekt getimed – er weiß genau, wann er bei einem Gesicht verweilen und wann er schneiden muss.
Was sind die Schwächen von Die Farbe Lila?
Kritiker bemängeln zurecht, dass der Film die schwarzen Männer zu einseitig als Täter darstellt und die gesellschaftlichen Ursachen von Rassismus und Sexismus zu wenig beleuchtet. Außerdem verklärt Spielberg manche Aspekte des ländlichen Südens romantisch, was der historischen Realität nicht immer gerecht wird.
Das war schon 1986 ein Diskussionspunkt in unserem Filmclub. Fast alle schwarzen Männer im Film sind gewalttätig oder zumindest problematisch – Celies Stiefvater, Mister, sogar Harpo schlägt zeitweise seine Frau. Das ist zwar der Romanvorlage geschuldet, aber im Film wirkt es manchmal wie ein Klischee.
Auch die Afrika-Szenen mit Nettie fühlen sich etwas aufgesetzt an. Spielberg hatte offensichtlich Probleme damit, diese Parallelhandlung zu integrieren. Die Szenen sind schön anzuschauen, aber sie unterbrechen den Rhythmus der Hauptgeschichte.
Manchmal ist Spielberg auch zu sentimental. Der Regisseur kann einfach nicht anders – er muss seine Geschichten mit Hoffnung und Versöhnung enden lassen. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber es macht manche Wendungen vorhersehbar. Dass am Ende alle wieder zusammenfinden, ist zwar schön, aber auch etwas zu glatt für eine Geschichte, die sonst so rau und ehrlich ist.
Für wen ist Die Farbe Lila geeignet?
Der Film richtet sich an erwachsene Zuschauer, die bereit sind, sich auf eine emotionale Achterbahnfahrt einzulassen. Liebhaber von Charakterdramen werden ebenso fündig wie alle, die sich für amerikanische Geschichte und die Erfahrungen schwarzer Frauen interessieren. Auch Spielberg-Fans sollten diesen Ausflug ins ernste Drama nicht verpassen.
Wichtig: Das ist definitiv nichts für Kinder oder Jugendliche. Die Themen häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch und Rassismus werden explizit behandelt. Ich war damals zu jung für diesen Film, auch wenn er mich geprägt hat. Die FSK 12 ist grenzwertig – ich würde eher ab 16 empfehlen.
Für Fans von Filmen wie „12 Years a Slave“, „The Help“ oder „Hidden Figures“ ist „Die Farbe Lila“ Pflichtprogramm. Er war einer der ersten Mainstream-Filme, der die Erfahrungen schwarzer Frauen in den Mittelpunkt gestellt hat.
Auch cineastisch interessierte Zuschauer kommen auf ihre Kosten. Zu sehen, wie Spielberg seine Comfort Zone verlässt und sich an einem intimen Charakterdrama versucht, ist faszinierend – besonders wenn man seine späteren Filme wie „Schindlers Liste“ oder „München“ kennt.
Wer spielt in Die Farbe Lila mit?
Hauptbesetzung:
- Whoopi Goldberg als Celie Harris Johnson
- Danny Glover als Albert „Mister“ Johnson
- Margaret Avery als Shug Avery
- Oprah Winfrey als Sofia
- Akosua Busia als Nettie Harris
- Willard E. Pugh als Harpo Johnson
- Adolph Caesar als Old Mister Johnson
- Rae Dawn Chong als Squeak
- Desreta Jackson als junge Celie
- Carl Anderson als Reverend Samuel
Fazit: Lohnt sich Die Farbe Lila?
Fast 40 Jahre nach meinem ersten Kinobesuch kann ich sagen: „Die Farbe Lila“ ist einer der wichtigsten Filme meines Lebens geworden. Nicht nur, weil er mir als Jugendlichem die Augen für Themen geöffnet hat, die weit über meine kleine rheinland-pfälzische Welt hinausgingen. Sondern auch, weil er zeigt, was Kino im besten Fall sein kann – ein Mittel, um Empathie zu schaffen und Geschichten zu erzählen, die gehört werden müssen.
Ja, der Film hat seine Schwächen. Die Darstellung der schwarzen Männer ist zu einseitig, manche Szenen sind zu sentimental, und als weißer deutscher Mittelschichtsjunge hatte ich damals sicher nicht alle Nuancen verstanden. Aber das Herz des Films – Celies Reise von der Unterdrückung zur Selbstbestimmung – schlägt so stark, dass alle Kritikpunkte nebensächlich werden.
Heute, in Zeiten von #MeToo und Black Lives Matter, ist „Die Farbe Lila“ aktueller denn je. Der Film zeigt, wie wichtig es ist, dass Frauen füreinander einstehen, dass Gewalt niemals akzeptabel ist, und dass auch die schwächsten Menschen eine unzerstörbare Würde besitzen. Das sind Botschaften, die wir immer wieder hören müssen.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Spielbergs emotionalste Reise - ein zeitloses Plädoyer für die unzerstörbare Kraft der Schwesterlichkeit— aus der Wertung von Tribun
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Die Farbe Lila (1985)
Wo kann ich Die Farbe Lila (1985) streamen?
Die Farbe Lila (1985) gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV und Videoload. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie lange dauert Die Farbe Lila (1985)?
Die Farbe Lila (1985) hat eine Laufzeit von rund 147 Minuten (2 Stunden und 27 Minuten).
Lohnt sich Die Farbe Lila (1985)?
Unsere Redaktion vergibt Die Farbe Lila (1985) einen Watcher-Score von 9,0 von 10. ABSOLUTE EMPFEHLUNG!
Für wen ist Die Farbe Lila (1985) geeignet?
Die Farbe Lila (1985) ist vor allem etwas für Drama und Historie-Fans und alle, die herausragende Filme suchen.
Worum geht es in Die Farbe Lila (1985)?
Anfang des 20. Jahrhunderts: Die junge Celie wird von ihrem Vater vergewaltigt und geschwängert. Ihre Kinder werden verkauft und sie muss den herrischen Witwer Albert, den sie nur "Mister" nennen darf, heiraten und auf dessen Kinder aufpassen.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Die Farbe Lila (1985)
Ist Die Farbe Lila auf einer wahren Geschichte basiert?
Warum hat Die Farbe Lila keinen Oscar gewonnen?
Wie authentisch ist die Darstellung des amerikanischen Südens?
Was bedeutet der Titel "Die Farbe Lila"?
Ist der Film heute noch relevant?
Gibt es eine Fortsetzung oder Neuverfilmung?
Der Saal
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