Der Senkrechtstarter (Rhinestone, 1984) ist eine Komödie, in der Dolly Parton den Film trägt und Sylvester Stallone ihn ihr aus der Hand nimmt, sobald er singen soll. Im WatchGuide-Kinokreis bekommt er von mir 4,8 von 10.
Bob Clark inszeniert eine Wette: Eine Countrysängerin soll aus einem New Yorker Taxifahrer in kürzester Zeit einen Countrysänger machen. In Deutschland lief der Film nie im Kino, er kam im Oktober 1985 direkt auf Video.
Der Senkrechtstarter ist ein faszinierendes Zeitdokument von Stallones früher Karriere. Die authentische Darstellung des 1940er-Arbeitermilieus und die ehrliche Brüder-Geschichte funktionieren gut, aber Pacing-Probleme und eine unentschlossene Tonalität schwächen den Gesamteindruck. Für Stallone-Fans und Liebhaber von 70er-Jahre-Kino dennoch interessant.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEine Wette, bei der das Ergebnis vorher feststeht
Jake singt im New Yorker Club „Rhinestone“ und will aus ihrem Vertrag heraus. Clubbesitzer Freddie Ugo, gespielt von Ron Leibman, lässt sich auf eine Wette ein: Schafft sie es, einen beliebigen Mann zum Countrysänger zu machen, ist sie frei. Die Wahl fällt auf Nick, Taxifahrer, laut, stolz und ohne jedes Gefühl für Country. Jake nimmt ihn mit nach Tennessee zu ihrem Vater.
Das Drehbuch von Phil Alden Robinson und Stallone baut damit eine Verwandlungsgeschichte, und für mich scheitert es genau an der Verwandlung. Der Film zeigt lange, dass Nick nicht singen kann, und das ist als Witz gemeint. Dass er es am Ende kann, behauptet er dann nur noch. Der Weg dazwischen, also die eigentliche Geschichte, fehlt.
Dolly Parton weiß, wann ein Satz aufhört
Parton war 1984 nach „Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?“ und „Das schönste Freudenhaus in Texas“ ein Kinostar, und man sieht, warum. Sie spielt Jake mit trockenem Humor, lässt ihre Pointen kurz und schaut Stallone beim Übertreiben zu, ohne mitzumachen. Die Songs hat sie fast alle selbst geschrieben, „Tennessee Homesick Blues“ ging auf Platz 1 der US-Countrycharts.
Richard Farnsworth als ihr Vater Noah hat die ruhigsten Szenen des Films und die besten. Wenn er Nick zuhört, glaubt man für einen Moment, dass hier jemand etwas lernen könnte.
28 Millionen Dollar und zwei Goldene Himbeeren
Der Senkrechtstarter kostete 28 Millionen Dollar und spielte weltweit rund 21,4 Millionen ein. Bei den Razzies 1985 gewann Stallone als schlechtester Darsteller, dazu kam der Song „Drinkenstein“ als schlechtester Filmsong, sechs weitere Nominierungen liefen ins Leere. Bei Rotten Tomatoes steht der Film bei 18 Prozent aus 17 Kritiken. Die WatchGuide-Wertung liegt mit 4,8 trotzdem über der IMDb (4,1 bei rund 8.900 Stimmen), weil Parton und die Musik mehr retten, als diese Zahlen vermuten lassen.
Das Urteil ist hart, aber es zielt auf die richtige Stelle. Stallone spielt Nick in jeder Szene auf derselben Lautstärke. Das funktioniert, solange Nick sich wehrt. Sobald die Figur sich ändern müsste, hat Stallone keine zweite Stufe, und die Regie verlangt auch keine. Mit Rocky hatte er 1976 gezeigt, dass er leise kann, und in Rocky 2 hat er sich selbst inszeniert. Hier fehlt beides.
Danneberg und Engelmann
In der deutschen Fassung spricht Thomas Danneberg den Stallone, Rita Engelmann spricht Dolly Parton. Die Synchronisation entstand bei Legard in Berlin, Dialogregie führte Michael Richter. Wer den Film auf Deutsch sieht, hört Stallone also mit der Stimme, die man aus seinen Actionfilmen kennt, und das passt zu Nick besser, als man denkt: Die Figur ist ohnehin ein Actionheld ohne Action.
Wer neben Parton und Stallone steht
- Dolly Parton als Jake, Sängerin mit schlechtem Vertrag
- Sylvester Stallone spielt Nick, den Taxifahrer
- Richard Farnsworth: Noah, Jakes Vater in Tennessee
- Ron Leibman als Clubbesitzer Freddie Ugo, für die Rolle ebenfalls für einen Razzie nominiert
Zwischen zwei Rambos
Der Senkrechtstarter kam zwischen Rambo (1982) und Rambo 2 (1985) ins Kino. Nach dem Flop blieb Stallone für lange Zeit beim Actionfilm, bis zu Komödien wie „Oscar“ (1991). Wer ihn in einer Rolle sehen will, in der körperliche Präsenz und Zurückhaltung zusammengehen, sollte eher zu Cliffhanger greifen. Weitere Kritiken aus dem Genre sammelt unsere Übersicht Komödien.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Dolly Parton mit sicherem Timing
- Die Songs, allen voran Tennessee Homesick Blues
- Richard Farnsworth in den ruhigen Szenen
Dagegen
- Stallone spielt jede Szene auf derselben Lautstärke
- Die eigentliche Verwandlung fehlt im Drehbuch
Der Film erzählt eine Verwandlung und lässt genau die Verwandlung weg.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Besetzung
5 Rollen- NickSylvester Stallone
- Jake FerrisDolly Parton
- Noah FerrisRichard Farnsworth
- Freddie UgoRon Leibman
- Barnett KaleTim Thomerson


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