Poster zum Film Die Rosenschlacht: Großes Streitpaar, zu viele Sketche drumherum

Die Rosenschlacht: Großes Streitpaar, zu viele Sketche drumherum (2025)

Film · Komödie, Drama · 2025 · 106 Min.

Von , aktualisiert am 1. Oktober 20264 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

Die Rosenschlacht bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 7,0 von 10. Olivia Colman und Benedict Cumberbatch tragen Jay Roachs Neuverfilmung mit Dialogen, die sitzen, und mit einem Spiel, das in den leisen Momenten am stärksten ist. Was mich Punkte kostet, sind die Freunde des Paares und eine zweite Hälfte, die nicht mehr weiß, ob sie Satire oder Sketchabend sein will.

Der Film lief am 28. August 2025 im Verleih von Walt Disney in den deutschen Kinos an, ist ab 12 Jahren freigegeben und kam am 3. Dezember 2025 zu Disney+. Wer Colman und Cumberbatch beim Streiten zusehen will, bekommt einen guten Abend. Wer die Bosheit des Originals von 1989 erwartet, bekommt eine freundlichere Fassung.

Kurz gesagt

7,0 von mir. Colman und Cumberbatch streiten so genau und so verletzlich, dass die erste Hälfte allein schon den Abend wert ist. Danach verzettelt sich der Film in Sketchen der Nebenfiguren und in Eskalationen, die nur noch der Pointe dienen. Ansehen wegen der beiden, nicht wegen der Abrechnung.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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Unsere Einordnung

von WatchGuide-Redaktion
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Worum es geht

Theo Rose (Cumberbatch) ist Architekt, Ivy (Colman) Köchin. Die beiden leben mit ihren Zwillingen in Nordkalifornien und sind, von außen betrachtet, ein Vorzeigepaar. Dann zerstört ein Sturm Theos Museum, und im selben Moment kommt Ivys kleines Krabbenrestaurant groß heraus. Er sitzt zu Hause, sie wird erfolgreich, und aus kleinen Sticheleien wird ein Krieg ums gemeinsame Haus. Vorlage ist wie schon bei Danny DeVitos Der Rosenkrieg der Roman von Warren Adler. Das Drehbuch stammt von Tony McNamara, der auch „The Favourite“ und „Poor Things“ geschrieben hat.

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Der Anfang zeigt, was der Film kann

Ich fange mit dem an, was gelingt, weil es gleich in der ersten Szene steht. Roach steigt nicht beim Kennenlernen ein, sondern in der Paartherapie: Theo und Ivy sollen aufzählen, was sie aneinander schätzen, und kommen über ein paar widerwillige Komplimente nicht hinaus, bevor sie sich gemeinsam über die eigene Bosheit kaputtlachen. Das ist sauber gebaut. Die Szene erzählt in wenigen Minuten, dass diese beiden sich lieben, sich zu gut kennen und genau deshalb gefährlich füreinander sind. Alles Weitere ist die Rückblende darauf, wie es dazu kam.

McNamara schreibt Dialoge, die man nicht erklären muss. Die Figuren sagen einander Gemeinheiten, die eigentlich Liebeserklärungen sind, und später Liebeserklärungen, die eigentlich Gemeinheiten sind. Der Filmdienst nennt die Dialoge auf den Punkt geschrieben und das britische Temperament der Hauptfiguren das Fundament der Komödie. Da gehe ich mit.

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Colman und Cumberbatch in den ruhigen Momenten

Für mich entscheidet sich ein Ehefilm nicht in den Ausbrüchen, sondern in den Pausen davor. Und da sind die beiden großartig. Cumberbatch spielt Theos gekränkte Eitelkeit nicht als Witzfigur, sondern als Mann, der höflich bleibt, bis er es nicht mehr kann. Colman hat die schwierigere Rolle, weil Ivy zugleich Siegerin und Schuldige sein soll. Sie macht daraus eine Frau, die sich den Erfolg nicht verderben lassen will und trotzdem merkt, was er kostet. Christoph Petersen schreibt bei Filmstarts, die beiden seien als liebendes Paar und als erbitterte Kontrahenten „schlichtweg grandios“. Das unterschreibe ich ohne Einschränkung.

Wer kann, sollte das Original sehen. Ein guter Teil der Komik steckt im Tonfall, in dieser britischen Höflichkeit, die langsam zu Gift wird. Die deutsche Fassung mit Christin Marquitan und Sascha Rotermund ist ordentlich besetzt, aber diese Tonlage lässt sich nur begrenzt übersetzen.

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Wo der Film sich verzettelt

Das erste Problem sind die Freunde. Andy Samberg und Kate McKinnon spielen ein befreundetes Ehepaar, und ihre Szenen sind gebaut wie Sketche: Sie setzen eine Pointe, dann noch eine, dann eine dritte. Das bremst jedes Mal, weil Colman und Cumberbatch gerade erst etwas Echtes aufgebaut haben. Der Filmdienst findet, die Versuche dieser Nebenfiguren, britischen Humor nachzuahmen, wirkten nur gemein und platt. Die Kritik bei Screen Daily nennt die beiden schlicht verschenkt. Das ist hart, aber nicht falsch.

Das zweite Problem ist die Mitte. Sobald Ivys Restaurant zur Kette wird, bringt das nicht nur die Ehe durcheinander, sondern auch den Film. Die Eskalation läuft über moderne Waffen: Der Filmdienst zählt Deepfakes, gehackte Bestellkonten und gelöschte Gästelisten auf, und einzelne Einfälle sind wirklich komisch. Aber die Entscheidungen der Figuren sind nicht mehr verdient. Sie passieren, weil die nächste Pointe sie braucht. Gerade weil die Therapieszene am Anfang so genau war, merkt man diesen Bruch.

Zum Ende verrate ich nichts. Nur so viel: Es ist die Entscheidung des Films, über die die Kritik am meisten gestritten hat.

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Wie die Kritik Die Rosenschlacht sieht

Die deutschsprachige Kritik ist deutlich freundlicher als die englischsprachige. Filmstarts vergibt 4 von 5 Sternen und nennt den Film „gnadenlos lustig und dabei auch noch überraschend berührend“. Anke Sterneborg feiert ihn bei epd Film als munteres Duell in der Tradition der Screwball-Komödie, der Filmdienst als witzige Streit- und Scheidungskomödie, die weniger bösartig ist als die Vorlage. Bei Rotten Tomatoes sind 64 Prozent von 196 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 79 Prozent. Metacritic kommt auf 58 von 100 aus 38 Kritiken. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.

Meine 7,0 liegt zwischen diesen beiden Lagern. Für die beiden Hauptdarsteller und das Drehbuch der ersten Hälfte wäre mehr drin. Für die Nebenfiguren und den Tonbruch danach ziehe ich ab. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu Die Rosenschlacht lautet deshalb: ansehen, wegen Colman und Cumberbatch, und keine zweite Abrechnung im Stil von 1989 erwarten.

Weitere Titel finden sich bei unseren Komödien.

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Story6,5
Schauspiel8,5

Dafür

  • Olivia Colman und Benedict Cumberbatch sind in den leisen Momenten am stärksten
  • Tony McNamaras Dialoge sitzen
  • Die Paartherapie am Anfang erzählt in Minuten, worum es geht

Dagegen

  • Andy Samberg und Kate McKinnon spielen Sketche statt Figuren
  • Ab der Mitte folgen die Entscheidungen der Figuren den Pointen
  • Deutlich zahmer als Der Rosenkrieg von 1989
Die beiden sagen einander Gemeinheiten, die eigentlich Liebeserklärungen sind, und später Liebeserklärungen, die eigentlich Gemeinheiten sind.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
7,0 von mir. Colman und Cumberbatch streiten so genau und so verletzlich, dass die erste Hälfte allein schon den Abend wert ist. Danach verzettelt sich der Film in Sketchen der Nebenfiguren und in Eskalationen, die nur noch der Pointe dienen. Ansehen wegen der beiden, nicht wegen der Abrechnung.

Wer streamt Die Rosenschlacht?

Verfügbarkeit DE

Stand 20.10.2026: Die Rosenschlacht läuft im Abo bei Disney+, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 5,99 €.

Stand 20.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

FAQ zu Die Rosenschlacht: Großes Streitpaar, zu viele Sketche drumherum

Muss ich Der Rosenkrieg von 1989 kennen?
Nein. Die Rosenschlacht ist eine eigenständige Neuverfilmung desselben Romans von Warren Adler. Wer das Original kennt, merkt allerdings schnell, dass der neue Film freundlicher mit seinem Paar umgeht.

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