Die Kritik
von TribunQuick Answer: Ist Die Taverne von Jamaika sehenswert?
Kurze Antwort: JA – Ein atmosphĂ€risch dichter Hitchcock mit groĂartiger Gothic-Stimmung, auch wenn er nicht zu seinen absoluten Meisterwerken zĂ€hlt.
FĂŒr wen geeignet: Hitchcock-Completisten, Fans von Gothic-Thrillern, Liebhaber britischer Filmklassiker, Charles Laughton-Verehrer.
Nicht geeignet fĂŒr: Action-Junkies, Zuschauer die schnelle Schnitte erwarten, Menschen ohne Geduld fĂŒr 30er-Jahre-ErzĂ€hltempo.
Mein Urteil: Ein faszinierender Blick auf Hitchcock zwischen seinen frĂŒhen Erfolgen und der Hollywood-Ăra. Nicht sein bester Film, aber definitiv einer, den jeder Thriller-Fan gesehen haben sollte.
Worum geht es in Die Taverne von Jamaika?
Die Taverne von Jamaika erzĂ€hlt die Geschichte der jungen Mary Yellen, die 1820 in die dĂŒstere Jamaica Inn an der KĂŒste von Cornwall kommt, um bei ihrer Tante zu leben – nur um festzustellen, dass die Taverne das Hauptquartier einer brutalen Schmugglerbande ist, die Schiffe zum Kentern bringt und die Ăberlebenden ermordet.
Als ich das erste Mal diese PrĂ€misse hörte, dachte ich: „Das ist ja wie ein Piratenfilm ohne Piratenschiffe!“ Und genau das macht Die Taverne von Jamaika so reizvoll. Wir bekommen alle dĂŒsteren Elemente der SeerĂ€uberei, aber an Land, in einer unheimlichen Taverne, die wie ein Spukhaus wirkt.
Mary Yellen, brillant gespielt von der damals noch unbekannten Maureen O’Hara, kommt als naive junge Frau in diese Hölle und muss schnell lernen zu ĂŒberleben. Ihr Onkel Joss Merlyn fĂŒhrt eine Bande von Wrackpiraten an – sie locken Schiffe mit falschen Leuchtfeuern in die Felsen und plĂŒndern dann die Wracks. Was ĂŒbrig bleibt? Keine Zeugen.
Das wirklich Geniale an der Geschichte ist aber der Twist um Sir Humphrey Pengallan, gespielt von Charles Laughton. Auf den ersten Blick ist er der respektierte Friedensrichter der Gegend, ein Gentleman, der Mary zu helfen scheint. Doch Hitchcock wÀre nicht Hitchcock, wenn nicht alles anders wÀre, als es zunÀchst scheint.
Die Handlung spitzt sich zu, als Mary erkennt, dass sie niemandem trauen kann – auĂer vielleicht dem mysteriösen Jem Trehearne, der seine eigenen dunklen Geheimnisse hat. Die letzten dreiĂig Minuten sind pure Spannung, auch wenn sie nicht ganz das Tempo von spĂ€teren Hitchcock-Klassikern erreichen.
Was macht Alfred Hitchcocks Regie in Die Taverne von Jamaika besonders?
Hitchcocks Regie in Die Taverne von Jamaika zeigt bereits viele seiner spĂ€teren Markenzeichen – die KamerafĂŒhrung, die Spannungsaufbau und die Art, wie er gewöhnliche Situationen bedrohlich erscheinen lĂ€sst – auch wenn der Film noch nicht die perfekte Balance seiner Hollywood-Meisterwerke erreicht.
Was mich immer wieder fasziniert, ist wie Hitchcock hier bereits mit seiner berĂŒhmten „MacGuffin“-Technik experimentiert. Die Schmugglerware ist eigentlich völlig nebensĂ€chlich – es geht um die Beziehungen, die VertrauensbrĂŒche, die Angst. Die echte Spannung entsteht nicht durch die Action, sondern durch das, was nicht gesagt wird.
Besonders beeindruckend finde ich eine Szene, in der Mary allein durch die dunklen GĂ€nge der Taverne wandelt. Hitchcock filmt das so, dass wir als Zuschauer genauso verloren sind wie sie. Keine ĂŒbertriebene Musik, keine Jump-Scares – nur diese beklemmende AtmosphĂ€re, die einen nicht mehr loslĂ€sst.
Allerdings merkt man dem Film auch an, dass Hitchcock noch nicht ganz seinen Rhythmus gefunden hatte. Manche Szenen ziehen sich, besonders im mittleren Teil. Es ist, als ob er noch zwischen dem britischen Filmstil der 30er und seiner spÀteren, streamlineden Hollywood-ErzÀhlweise schwankt.
Ein Detail, das ich erst beim dritten Mal sehen bemerkt habe: Hitchcock arbeitet bereits hier mit seiner typischen Symbolik. Die Jamaica Inn selbst wird zum Symbol fĂŒr die Korruption, die unter der OberflĂ€che der „zivilisierten“ Gesellschaft lauert. Jeder Raum der Taverne erzĂ€hlt eine Geschichte – vom dĂŒsteren Schankraum bis zu den unheimlichen Dachkammern.
Wie ĂŒberzeugen die Schauspieler in Die Taverne von Jamaika?
Die Besetzung von Die Taverne von Jamaika ist ein echtes Highlight: Maureen O’Hara gibt in ihrer ersten groĂen Rolle eine beeindruckende Leistung ab, wĂ€hrend Charles Laughton als zwiespĂ€ltiger Friedensrichter eine seiner komplexesten Charakterdarstellungen liefert – auch wenn manche Nebendarsteller etwas ĂŒbertrieben agieren.
Maureen O’Hara war damals gerade mal 19 Jahre alt, und es ist faszinierend zu sehen, wie sie bereits hier die StĂ€rke und Entschlossenheit zeigt, die sie spĂ€ter zu einem der gröĂten Stars Hollywoods machen sollte. Ihre Mary ist keine typische „Damsel in Distress“ – sie kĂ€mpft, sie denkt mit, sie lĂ€sst sich nicht unterkriegen. Das war 1939 nicht selbstverstĂ€ndlich fĂŒr weibliche Hauptrollen.
Charles Laughton ist aber der wahre Star des Films. Seine Darstellung des Sir Humphrey Pengallan ist ein Meisterwerk der Mehrdeutigkeit. In jeder Szene fragt man sich: Ist er nun der hilfsbereite Gentleman oder der skrupellose Mastermind? Laughton schafft es, beide Seiten gleichzeitig zu zeigen, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Diese Rolle zeigt, warum er zu den gröĂten britischen Charakterschauspielern aller Zeiten zĂ€hlt.
Leslie Banks als Joss Merlyn ist hingegen etwas zu eindimensional geraten. Er spielt den brutalen Tavernenbesitzer mit viel Energie, aber wenig Nuancierung. Es ist die Art von „böser Kerl“-Performance, die in den 30ern ĂŒblich war, heute aber etwas ĂŒbertrieben wirkt.
Robert Newton als Jem Trehearne bringt genau die richtige Mischung aus Charme und GefĂ€hrlichkeit mit. Man versteht, warum Mary ihm vertraut, aber man ist nie ganz sicher, ob das klug ist. Newton hatte diese wunderbare Gabe, sympathische Schurken zu spielen – eine Eigenschaft, die ihm spĂ€ter in Piratenfilmen zugute kommen sollte.
Die Nebenrollen sind gemischt. Marie Ney als Patience Merlyn ist ĂŒberzeugend als gebrochene Frau, aber manche der Schmuggler-Darsteller ĂŒbertreiben es mit der „dĂŒsteren Gesellen“-AttitĂŒde. Man merkt, dass Hitchcock noch nicht die volle Kontrolle ĂŒber seine gesamte Besetzung hatte, wie es spĂ€ter bei seinen Meisterwerken der Fall war.
Wie ist die visuelle Gestaltung von Die Taverne von Jamaika?
Die Kameraarbeit von Harry Stradling Sr. und die Ausstattung schaffen eine authentisch dĂŒstere Gothic-AtmosphĂ€re, die Die Taverne von Jamaika zu einem visuell beeindruckenden Erlebnis macht – auch wenn die Technik noch nicht ganz das Niveau von Hitchcocks spĂ€teren Hollywood-Produktionen erreicht.
Was mich an diesem Film immer wieder begeistert, sind die AuĂenaufnahmen der cornischen KĂŒste. Diese wilde, unberĂŒhrte Landschaft wird zum eigentlichen Co-Star des Films. Die Felsen, die Brandung, der stĂ€ndige Wind – das alles erzeugt eine AtmosphĂ€re, die man förmlich spĂŒren kann. Kein Wunder, dass Cornwall noch heute ein beliebter Drehort fĂŒr dĂŒstere Thriller ist.
Die Jamaica Inn selbst ist ein Meisterwerk des Production Designs. Jeder Raum erzĂ€hlt eine Geschichte. Der Schankraum mit seinen niedrigen Balken und dem flackernden Kaminfeuer wirkt wie eine Höhle. Die Treppe, die zu den oberen RĂ€umen fĂŒhrt, scheint endlos und bedrohlich. Selbst bei Tageslicht wirkt die Taverne wie ein Ort, an dem schreckliche Dinge passieren.
Hitchcock und sein Kameramann experimentieren bereits hier mit Licht und Schatten. Es gibt Szenen, in denen die Charaktere halb im Dunkeln stehen, was ihre moralische AmbiguitÀt visuell unterstreicht. Das ist typischer Hitchcock: Die Kamera erzÀhlt genauso viel wie die Dialoge.
Allerdings merkt man dem Film auch das begrenzte Budget an. Manche Studioaufnahmen wirken etwas kĂŒnstlich, besonders wenn sie mit den authentischen AuĂenaufnahmen kontrastiert werden. Die Spezialeffekte – hauptsĂ€chlich die Schiffswracks – sind fĂŒr 1939 okay, aber nicht spektakulĂ€r.
Ein Detail, das ich besonders schĂ€tze: Die KostĂŒme. Sie sind authentisch fĂŒr die 1820er Jahre und verstĂ€rken die Gothic-AtmosphĂ€re. Maureen O’Haras Kleider werden im Lauf des Films immer dĂŒsterer und abgetragener, was ihre innere Entwicklung widerspiegelt. So etwas nennt man visuelles Storytelling.
Wie ist die musikalische Untermalung in Die Taverne von Jamaika?
Eric Fenbys Filmmusik fĂŒr Die Taverne von Jamaika schafft eine atmosphĂ€risch dichte Klangwelt, die die Gothic-Horror-Elemente perfekt unterstĂŒtzt, auch wenn sie gelegentlich etwas zu aufdringlich wird und die subtile Hitchcock-Spannung ĂŒbertönt.
Die Musik in Die Taverne von Jamaika ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erzeugt sie diese wunderbar unheimliche AtmosphĂ€re, die den Film durchzieht. Die tiefen Streicher, wenn Mary durch die dunklen GĂ€nge der Taverne geht, die dramatischen BlechblĂ€ser bei den Action-Szenen – das funktioniert alles sehr gut.
Andererseits ist die Musik manchmal zu present, zu offensichtlich. In seinen spĂ€teren Filmen wĂŒrde Hitchcock lernen, dass Stille oft wirkungsvoller ist als Musik. Hier wird noch jede Emotion musikalisch untermalt, was manchmal die subtile Spannung zunichte macht, die Hitchcock visuell aufgebaut hat.
Besonders gelungen finde ich die Musik in den AuĂenszenen. Die Kompositionen fangen die Wildheit und GefĂ€hrlichkeit der cornischen KĂŒste perfekt ein. Man hört förmlich den Wind und die Brandung, auch wenn der Soundtrack diese GerĂ€usche eigentlich nur unterstĂŒtzt.
Ein interessanter Aspekt ist, wie Eric Fenby verschiedene musikalische Themen fĂŒr die verschiedenen Charaktere entwickelt hat. Sir Humphrey Pengallan hat seine eigene, zunĂ€chst noble, dann immer bedrohlichere Melodie. Mary bekommt ein hoffnungsvolles Thema, das im Lauf des Films immer verzweifelter wird.
Verglichen mit Bernard Herrmanns spĂ€teren Kompositionen fĂŒr Hitchcock-Filme wirkt Fenbys Arbeit noch sehr traditionell. Aber fĂŒr 1939 war das durchaus state-of-the-art, und die Musik trĂ€gt definitiv zur GesamtatmosphĂ€re bei.
Was sind die gröĂten StĂ€rken von Die Taverne von Jamaika?
Die gröĂten StĂ€rken von Die Taverne von Jamaika liegen in der authentischen Gothic-AtmosphĂ€re, Charles Laughtons komplexer Performance und Hitchcocks bereits erkennbarem Talent fĂŒr psychologische Spannung – auch wenn der Film noch nicht die perfekte Balance seiner spĂ€teren Meisterwerke erreicht.
Was den Film wirklich auszeichnet, ist die AtmosphĂ€re. Von der ersten Minute an fĂŒhlt man sich unwohl, und das ist genau das, was Hitchcock wollte. Die Jamaica Inn ist kein Ort, an dem man sein möchte, aber als Zuschauer kann man nicht wegsehen. Das ist groĂe Filmkunst.
Charles Laughton ist einfach brilliant. Seine Wandlung von dem hilfsbereiten Friedensrichter zum skrupellosen Mastermind ist so subtil gespielt, dass man beim ersten Mal sehen gar nicht merkt, wann der Wandel stattfindet. Beim zweiten Mal sehen erkennt man dann, dass die Hinweise von Anfang an da waren. Das ist die Art von Performance, die Filme unvergesslich macht.
Maureen O’Hara bringt eine Frische in den Film, die bemerkenswert ist. Ihre Mary ist modern in ihrem Denken, aber nicht anachronistisch. Sie passt perfekt in die 1820er, aber ihre StĂ€rke und Entschlossenheit machen sie zu einem Charakter, mit dem sich auch moderne Zuschauer identifizieren können.
Hitchcocks GespĂŒr fĂŒr Timing ist bereits hier erkennbar. Er weiĂ genau, wann er eine Szene beenden muss, wann er die Spannung steigern und wann er dem Zuschauer eine Atempause gönnen muss. Das sind FĂ€higkeiten, die ihn spĂ€ter zum „Master of Suspense“ machen wĂŒrden.
Die AuthentizitĂ€t der Periode ist ebenfalls bemerkenswert. Der Film fĂŒhlt sich wirklich an wie das frĂŒhe 19. Jahrhundert. Die KostĂŒme, die Ausstattung, sogar die Art, wie die Charaktere sprechen – alles passt zusammen und schafft eine glaubwĂŒrdige Welt.
Welche SchwÀchen hat Die Taverne von Jamaika?
Die hauptsĂ€chlichen SchwĂ€chen von Die Taverne von Jamaika liegen im gelegentlich schleppenden ErzĂ€hltempo, einigen ĂŒbertrieben gespielten Nebenrollen und einer Handlung, die in der Mitte etwas an Momentum verliert – typische Probleme fĂŒr Hitchcocks Ăbergangsphase zwischen britischem und Hollywood-Kino.
Der gröĂte Kritikpunkt ist das Tempo. Der Film dauert 108 Minuten, und man spĂŒrt jede davon. Es gibt Szenen, besonders im mittleren Teil, die sich endlos hinziehen. Hitchcock hatte noch nicht gelernt, seine Geschichten so straff zu erzĂ€hlen, wie er es spĂ€ter tun wĂŒrde. Bei „Der unsichtbare Dritte“ oder „Bei Anruf Mord“ gibt es keine ĂŒberflĂŒssigen Sekunden – hier schon.
Manche der Nebendarsteller ĂŒbertreiben es mit ihrer Performance. Die Schmugglerbande wirkt manchmal wie eine Theatergruppe, die vergessen hat, dass sie fĂŒr die Kamera spielt. Das war in den 30ern noch ĂŒblich, aber es lĂ€sst den Film heute stellenweise altmodisch wirken.
Die Handlung selbst hat einige logische SchwĂ€chen. Warum vertraut Mary bestimmten Charakteren? Warum handelt sie in bestimmten Situationen so, wie sie handelt? Manche ihrer Entscheidungen wirken eher plot-driven als character-driven. Hitchcock wĂŒrde spĂ€ter lernen, dass Charaktere glaubwĂŒrdig handeln mĂŒssen, selbst wenn das bedeutet, dass die Handlung komplizierter wird.
Die Action-Szenen am Ende fĂŒhlen sich etwas aufgesetzt an. Es ist, als ob Hitchcock dachte, er mĂŒsse dem Publikum mehr körperliche Action bieten, obwohl die psychologische Spannung viel interessanter war. Die Verfolgungsjagd und der Showdown wirken wie aus einem anderen Film.
SchlieĂlich gibt es auch technische SchwĂ€chen. Die ĂbergĂ€nge zwischen Studio- und AuĂenaufnahmen sind manchmal abrupt. Die Continuity ist nicht immer perfekt. Das sind Kleinigkeiten, aber sie fallen auf, besonders wenn man den Film mit spĂ€teren Hitchcock-Werken vergleicht.
FĂŒr wen ist Die Taverne von Jamaika geeignet?
Die Taverne von Jamaika eignet sich perfekt fĂŒr Hitchcock-Completisten, Fans von Gothic-Thrillern und Liebhaber klassischer britischer Filme – weniger fĂŒr Action-Fans oder Zuschauer, die moderne ErzĂ€hltempos erwarten, da der Film stellenweise gemĂ€chlich voranschreitet.
Wenn du ein Hitchcock-Fan bist, ist dieser Film ein Muss. Nicht weil er sein bester ist, sondern weil er zeigt, wie ein Genie seine FĂ€higkeiten entwickelt. Man kann hier bereits die DNA seiner spĂ€teren Meisterwerke erkennen – die KamerafĂŒhrung, der Spannungsaufbau, die Art, wie er mit Charakteren umgeht.
Gothic-Horror-Fans werden den Film lieben. Die AtmosphĂ€re ist perfekt – dĂŒster, unheimlich, aber nie ĂŒbertrieben. Es ist kein Splatter-Film, sondern psychologischer Horror der alten Schule. Wenn du Filme wie „Rebecca“ oder „Der Hund von Baskerville“ magst, wird dir auch „Die Taverne von Jamaika“ gefallen.
FĂŒr Fans klassischer britischer Filme ist der Film ebenfalls ein Gewinn. Er zeigt das britische Kino der 30er von seiner besten Seite – handwerklich solide, atmosphĂ€risch dicht, mit groĂartigen Schauspielern und authentischen Produktionswerten.
Charles Laughton-Fans sollten den Film unbedingt sehen. Es ist eine seiner komplexesten Rollen, und er spielt sie brillant. Wer seine anderen groĂen Performances in Filmen wie „Die BrĂŒcke am Kwai“ oder „Zeugin der Anklage“ schĂ€tzt, wird auch hier nicht enttĂ€uscht.
Nicht geeignet ist der Film fĂŒr Zuschauer, die schnelle Action erwarten. Das Tempo ist gemĂ€chlich, die Spannung baut sich langsam auf. Modern erzĂ€hlte Thriller haben ein anderes Tempo – das muss man mögen oder zumindest tolerieren können.
Auch fĂŒr komplette Newcomer beim klassischen Film könnte „Die Taverne von Jamaika“ eine Herausforderung sein. Es ist nicht Hitchcocks zugĂ€nglichster Film. Wer mit klassischen Filmen anfangen will, sollte vielleicht mit „Bei Anruf Mord“ oder „Das Fenster zum Hof“ beginnen.
Wer spielt in Die Taverne von Jamaika mit?
- Maureen O’Hara als Mary Yellen
- Charles Laughton als Sir Humphrey Pengallan
- Leslie Banks als Joss Merlyn
- Robert Newton als Jem Trehearne
- Marie Ney als Patience Merlyn
- Horace Hodges als Chadwick
- Hay Petrie als Sam
- Frederick Piper als Agent der Zollbehörde
- Herbert Lomas als RingfĂŒhrer der Schmuggler
Fazit: Lohnt sich Die Taverne von Jamaika?
Nach mehrmaligem Sehen bin ich ĂŒberzeugt: „Die Taverne von Jamaika“ ist ein wichtiger Film in Hitchcocks Filmografie, auch wenn er nicht zu seinen absoluten Spitzenwerken gehört. Es ist faszinierend zu beobachten, wie hier bereits alle Elemente vorhanden sind, die Hitchcock spĂ€ter zum „Master of Suspense“ machen wĂŒrden – sie sind nur noch nicht perfekt ausbalanciert.
Charles Laughtons Performance allein macht den Film sehenswert. Seine Darstellung des Sir Humphrey Pengallan ist ein Meisterklasse in subtiler Charakterentwicklung. Auch Maureen O’Hara zeigt bereits mit 19 Jahren die PrĂ€senz und StĂ€rke, die sie spĂ€ter zu einem der gröĂten Stars Hollywoods machen sollten.
Die atmosphÀrische Dichte des Films ist bemerkenswert. Cornwall wird zum eigenstÀndigen Charakter, die Jamaica Inn zu einem Ort, den man nie wieder vergisst. Das ist Kino, das unter die Haut geht und lange nachwirkt.
FĂŒr Hitchcock-Completisten ist der Film ohnehin ein Muss. FĂŒr alle anderen gilt: Wer Geduld fĂŒr das ErzĂ€hltempo der 30er Jahre mitbringt und Gothic-AtmosphĂ€re schĂ€tzt, wird belohnt mit einem soliden, teilweise brillanten Thriller, der zeigt, wie cineastische Legenden entstehen. 7.2/10 Punkte.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun â eine Person, ein begrĂŒndetes Urteil.
Hitchcocks letzter britischer Film zeigt bereits sein Genie fĂŒr AtmosphĂ€re - auch wenn das Tempo noch nicht perfekt sitzt.â aus der Wertung von Tribun
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Antworten Schnelle Antworten zu Riff-Piraten
Wie lange dauert Riff-Piraten?
Riff-Piraten hat eine Laufzeit von rund 108 Minuten (1 Stunde und 48 Minuten).
Lohnt sich Riff-Piraten?
Unsere Redaktion vergibt Riff-Piraten einen Watcher-Score von 7,2 von 10. Die Taverne von Jamaika ist ein faszinierender Einblick in Hitchcocks Entwicklung als Filmemacher. Charles Laughton liefert eine seiner besten Performances ab, die Gothic-AtmosphĂ€re ist perfekt eingefangen, und man erkennt bereits die Handschrift des spĂ€teren Masters of Suspense. Das langsamere ErzĂ€hltempo und einige ĂŒbertriebene Nebenrollen trĂŒben den Gesamteindruck etwas, aber fĂŒr Hitchcock-Fans und Liebhaber klassischer Thriller ist der Film ein Muss. Besonders die authentische Darstellung der cornischen KĂŒste und die psychologische Spannung machen den Film sehenswert.
FĂŒr wen ist Riff-Piraten geeignet?
Riff-Piraten ist vor allem etwas fĂŒr Krimi und Abenteuer-Fans und alle, die solide Genre-Unterhaltung suchen.
Worum geht es in Riff-Piraten?
An Cornwalls KĂŒste treiben Piraten ihr Unwesen: Mit falschen Zeichen vom Leuchtturm lassen sie Schiffe an den Felsen auflaufen, deren wertvolle Fracht sie bergen.
FAQ zu Die Taverne von Jamaika
Ist Die Taverne von Jamaika wirklich Hitchcocks letzter britischer Film?
Basiert der Film auf einem wahren Fall?
Warum wird der Film heute weniger beachtet als andere Hitchcock-Werke?
Ist die Jamaica Inn aus dem Film real?
Wie war Maureen O'Haras erste groĂe Filmrolle?
Lohnt sich der Film fĂŒr moderne Zuschauer?
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