Die Kritik
von TribunEine lachende Leiche im Sarg, ein Mörder mit Totenkopfmaske und Joachim Fuchsberger in Hochform – Im Banne des Unheimlichen aus dem Jahr 1968 ist Edgar Wallace pur. Regisseur Alfred Vohrer lieferte mit diesem Film einen der letzten Höhepunkte der legendären deutschen Krimireihe, bevor der Zenit überschritten war. 1,8 Millionen Zuschauer strömten damals in die Kinos [Quelle: Wikipedia, 2024]. Die Totenkopfmaske des Films wurde später zur Vorlage für „Der Wixxer“ – ein Beweis dafür, wie ikonisch dieser Wallace-Krimi geworden ist.
Quick Answer: Ist Im Banne des Unheimlichen sehenswert?
Kurze Antwort: JA – einer der besten Farbfilm-Wallace-Krimis mit allen Zutaten, die das Genre ausmachen: Grusel, Humor und klassische Whodunit-Spannung.
Für wen geeignet: Edgar Wallace Fans, Liebhaber des deutschen Krimikinos der 60er Jahre, Nostalgiker die mit diesen Filmen aufgewachsen sind, Cineasten die Filmgeschichte schätzen.
Nicht geeignet für: Zuschauer die moderne Thriller-Pacing erwarten, Menschen die mit dem speziellen Wallace-Humor nichts anfangen können, wer fotorealistische Spannung sucht.
Mein Urteil: Alfred Vohrer wusste genau, was das Publikum wollte: Ein bisschen Grusel, mysteriöse Nebenfiguren, halbseidene Gestalten und die obligatorische Portion Humor. Im Banne des Unheimlichen liefert das alles mit einer Selbstverständlichkeit, die nur nach Jahren der Serienarbeit möglich ist. Die Totenkopfmaske allein ist das Eintrittsgeld wert.
📖 Worum geht es in Im Banne des Unheimlichen?
Bei der Beerdigung von Sir Oliver Ramsey ertönt ein unheimliches Lachen aus dem Sarg – die „lachende Leiche“ wird zum Stadtgespräch. Kurz darauf wird der Familienanwalt Mr. Merryl von einer maskierten Gestalt mit einem Skorpionring ermordet. Sir Cecil, Olivers Bruder, ist überzeugt: Oliver lebt noch und rächt sich aus dem Grab. Inspektor Higgins von Scotland Yard übernimmt den Fall.
Der Film basiert auf Edgar Wallace‘ Roman „The Hand of Power“ aus dem Jahr 1927, aber das Drehbuch von Ladislas Fodor und Paul Hengge macht daraus typische Wallace-Kost deutscher Prägung. Die Journalistin Peggy Ward (Siw Mattson) recherchiert auf eigene Faust und gerät dabei selbst in Gefahr. Ein Fremder (Pinkas Braun) taucht auf, dessen Absichten im Dunkeln liegen. Sir Cecil (Wolfgang Kieling) verfällt zunehmend dem Wahnsinn – oder spielt er nur?
Vohrer inszeniert das Ganze mit der Routine eines Mannes, der zu diesem Zeitpunkt bereits seinen vierzehnten Wallace-Film drehte [Quelle: filmportal.de]. Er war es, der den speziellen Stil der deutschen Wallace-Reihe maßgeblich prägte. Die Mischung aus britischem Setting, deutschem Humor und Grusel-Elementen funktioniert auch hier wieder perfekt.
Die Auflösung – Klassiker mit Schwächen
Das letzte Drittel tritt etwas auf der Stelle. Die Auflösung ist nicht sonderlich überraschend und kommt mit einer recht hanebüchenen Erklärung daher – aber das gehört zum Genre. Wallace-Krimis lebten nie von wasserdichten Plots, sondern von Atmosphäre, Figuren und dem Vergnügen am Rätseln.
⚖️ Was funktioniert – und was nicht?
👍 Stärken
- Die Totenkopfmaske: Ikonisch. Nicht umsonst wurde sie zur Vorlage für „Der Wixxer“.
- Joachim Fuchsberger: Als Inspektor Higgins souverän wie immer – er KANN diese Rolle im Schlaf.
- Peter Thomas‘ Musik: Der Soundtrack treibt die Spannung voran und ist eigenständig großartig.
- Tempo und Atmosphäre: Schnörkellos inszeniert, keine Längen in den ersten zwei Dritteln.
- Berliner Pfaueninsel: Die Drehorte geben dem Film einen einzigartigen Look.
👎 Schwächen
- Vorhersehbare Auflösung: Wer die Wallace-Filme kennt, ahnt den Täter früh.
- Hüftsteifes Finale: Das letzte Drittel verliert an Schwung.
- Farbfilm-Ästhetik: Die Schwarz-Weiß-Filme hatten mehr atmosphärische Tiefe.
🎭 Wer spielt in Im Banne des Unheimlichen mit?
Joachim Fuchsberger spielt Inspektor Bryan Edgar Higgins von Scotland Yard – eine Rolle, die er in der Wallace-Reihe perfektioniert hatte. Siw Mattson gibt die investigative Journalistin Peggy Ward, Wolfgang Kieling ist der dem Wahnsinn nahe Sir Cecil Ramsey, und Pinkas Braun verkörpert den mysteriösen Fremden, dessen Motive bis zum Schluss unklar bleiben.
Die Besetzung liest sich wie ein Who’s Who des deutschen Nachkriegskinos. Hubert von Meyerinck als Sir Arthur bringt den typischen Wallace-Humor ein – er war in zahlreichen Filmen der Reihe zu sehen und wurde zum Gesicht des exzentrischen britischen Adels deutscher Prägung. Siegfried Rauch (später bekannt als Traumschiff-Kapitän) spielt Dr. Brand, Claude Farell gibt die geheimnisvolle Adela.
Ein besonderes Detail: Regisseur Alfred Vohrer synchronisierte selbst die Stimme des „Unheimlichen“ [Quelle: Wikipedia]. Das unheimliche Lachen aus dem Sarg – das ist Vohrer persönlich. Seine Regieassistentin Eva Ebner hat einen kleinen Auftritt als Sekretärin.
Das Wallace-Ensemble
Peter Mosbacher, Ilse Pagé, Wolfgang Spier – die Nebendarsteller waren Wallace-Veteranen, die genau wussten, welchen Ton diese Filme brauchten. Das Zusammenspiel funktioniert wie ein eingespieltes Orchester.
💬 Legendäre Szenen aus Im Banne des Unheimlichen
- Die lachende Leiche: Das unheimliche Gelächter aus dem Sarg bei der Beerdigung – der Szene, die dem Film seinen Namen gibt.
- Der Skorpionring: Die Mordwaffe des maskierten Killers, stilisiert und typisch Wallace.
- Sir Cecils Wahnsinn: Wolfgang Kielings Darstellung des zunehmend zerrütteten Bruders gehört zu den Highlights.
🎬 Wie wurde Im Banne des Unheimlichen produziert?
Die Dreharbeiten fanden vom 29. Januar bis 13. März 1968 statt, hauptsächlich in West-Berlin und London [Quelle: filmportal.de]. Produzent Horst Wendlandt und seine Rialto Film setzten auf bewährte Qualität: Alfred Vohrer auf dem Regiestuhl, Peter Thomas am Komponistenpult, Karl Loeb hinter der Kamera. Ein Dream-Team des deutschen Krimikinos.
Die Berliner Pfaueninsel diente als atmosphärische Kulisse für die Außenaufnahmen. Die Innenszenen entstanden in den CCC-Studios im Berliner Bezirk Spandau – dem Stammstudio der Wallace-Reihe. Einige Aufnahmen wurden in London gedreht, um das britische Setting authentischer zu gestalten.
Die Uraufführung fand am 26. April 1968 gleichzeitig in Bremen (Ufa-Theater), Oberhausen (Europa Kino) und Saarbrücken (Passage Kino) statt. Mit 1,8 Millionen Zuschauern war der Film ein solider Erfolg [Quelle: Wikipedia], auch wenn die goldenen Jahre der Reihe bereits vorbei waren.
Peter Thomas‘ Soundtrack
Peter Thomas (1925-2020) komponierte die Musik für 18 der 38 Wallace-Filme [Quelle: bscmusic.com] und prägte den Sound der Reihe maßgeblich. Für „Im Banne des Unheimlichen“ schrieb er unter anderem die Stücke „The Space Of Today“ und „Sitar Cha-Cha“ – eine Mischung aus Jazz, Easy Listening und Grusel-Atmosphäre, die nur er so hinbekam.
📊 Technische Daten
- Originaltitel: Im Banne des Unheimlichen
- Englischer Titel: The Zombie Walks / The Hand of Power
- Erscheinungsjahr: 1968
- Regie: Alfred Vohrer
- Drehbuch: Ladislas Fodor, Paul Hengge
- Vorlage: „The Hand of Power“ von Edgar Wallace (1927)
- Produzent: Horst Wendlandt (Rialto Film)
- Musik: Peter Thomas
- Kamera: Karl Loeb
- Laufzeit: 85 Minuten
- Produktionsland: Deutschland (BRD)
- Drehzeit: 29. Januar – 13. März 1968 [Quelle: filmportal.de]
- Zuschauer: 1,8 Millionen [Quelle: Wikipedia]
- TMDB-Rating: 6.3/10 [Stand: Januar 2026]
🎯 Wusstest du schon? Fun Facts zu Im Banne des Unheimlichen
- Vorlage für „Der Wixxer“: Die ikonische Totenkopfmaske des Films wurde 2004 zur Vorlage für den Superschurken in der Edgar Wallace-Parodie „Der Wixxer“ mit Oliver Kalkofe und Bastian Pastewka.
- Vohrer als Stimme des Schreckens: Regisseur Alfred Vohrer synchronisierte persönlich die Stimme des „Unheimlichen“ – das unheimliche Lachen aus dem Sarg stammt von ihm selbst.
- Vohrers 14. Wallace: Mit diesem Film hatte Alfred Vohrer bereits seinen vierzehnten Edgar Wallace gedreht – mehr als jeder andere Regisseur der Reihe.
- 31. Film der Reihe: „Im Banne des Unheimlichen“ war der 31. von insgesamt 38 deutschen Edgar Wallace Verfilmungen (1959-1972).
- Peter Thomas‘ Wallace-Erbe: Komponist Peter Thomas schrieb die Musik für 18 der 38 Wallace-Filme und prägte den unverwechselbaren Sound der Reihe.
- Pfaueninsel-Kulisse: Die malerische Berliner Pfaueninsel diente als Drehort – ein ungewöhnlicher Standort für einen „britischen“ Krimi.
- Letzter großer Wurf?: Viele Fans betrachten diesen Film als letzten wirklich gelungenen Wallace-Krimi, bevor die Qualität der Reihe nachließ.
🎬 Ähnliche Filme wie Im Banne des Unheimlichen
Wer Im Banne des Unheimlichen mochte, sollte diese Edgar Wallace Klassiker nicht verpassen:
- Der Zinker (1963) – Einer der besten Wallace-Filme überhaupt, mit Heinz Drache und Barbara Rütting. Atmosphärisch dicht und spannend bis zum Schluss.
- Das Rätsel der roten Orchidee (1962) – Christopher Lee als Gangsterboss, Adrian Hoven als Held. Ein Highlight der Reihe mit internationalem Flair.
- Die seltsame Gräfin (1961) – Joachim Fuchsbergers erster großer Wallace-Auftritt. Der Film, mit dem Peter Thomas‘ Wallace-Ära begann.
🔍 Transparenz & Quellen
Dieser Review basiert auf professioneller Recherche aus:
- Wikipedia (DE) – Produktionsgeschichte, Cast, Box Office
- filmportal.de – Deutsche Filmgeschichte, Produktionsdaten
- TMDB – Ratings, Cast
Zusätzliche Quellen (im Text zitiert): Edgar Wallace Wiki, bscmusic.com (Peter Thomas), die-medienhuren.de, derwahlberliner.com.
Bewertung
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Wer ist die lachende Leiche?— aus der Wertung von Tribun
Wer streamt Im Banne des Unheimlichen?
Verfügbarkeit DEStand 04.01.2026: Im Banne des Unheimlichen ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten.
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 04.01.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Im Banne des Unheimlichen
Wo kann ich Im Banne des Unheimlichen streamen?
Im Banne des Unheimlichen gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome und freenet Video. Stand September 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie lange dauert Im Banne des Unheimlichen?
Im Banne des Unheimlichen hat eine Laufzeit von rund 85 Minuten (1 Stunde und 25 Minuten).
Lohnt sich Im Banne des Unheimlichen?
Unsere Redaktion vergibt Im Banne des Unheimlichen einen Watcher-Score von 6,5 von 10. Ein atmosphärischer Wallace-Krimi mit der ikonischsten Maske der Reihe. Nicht der beste Film der Serie, aber ein würdiger Vertreter des Genres. Für Wallace-Nostalgiker Pflicht, für Neulinge gibt es bessere Einstiege. 6.5/10 – Der Grusel sitzt, die Auflösung enttäuscht.
Für wen ist Im Banne des Unheimlichen geeignet?
Im Banne des Unheimlichen ist vor allem etwas für Krimi-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.
Worum geht es in Im Banne des Unheimlichen?
Der bei einem Flugzeugabsturz verstorbene Sir Oliver Ramsey wird zu Grabe getragen, als ein unheimliches Lachen aus dem Sarg ertönt. Sein Bruder, Sir Cecil, glaubt nicht, dass sein Bruder wirklich tot ist, sondern hält ihn vielmehr für den Mörder des Familienanwalts Dr.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Im Banne des Unheimlichen
Auf welchem Edgar Wallace Roman basiert der Film?
Warum ist die Totenkopfmaske so berühmt geworden?
Wer hat die Stimme des "Unheimlichen" gesprochen?
Ist "Im Banne des Unheimlichen" ein guter Einstieg in die Wallace-Reihe?
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