Zum Inhalt springen

Con Air

Con Air 1997 Poster
8.8 /10

Con Air (1997) - Review

"Ein Tag, den sie nie vergessen werden."

1997. Ich war 23, und Kino bedeutete noch was. Con Air lief im Sommer an, und ich erinnere mich genau: Das Publikum hat bei der Bunny-Szene spontan applaudiert. Nicolas Cage mit Südstaaten-Akzent, ein Flugzeug voller Psychopathen, und Jerry Bruckheimer, der alles in die Luft jagt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Das war Peak 90er-Action, bevor alles CGI wurde.

Drama
Regie: Simon West
116 Min
FSK 12
Trailer

Quick Answer

Quick Answer: Ist Con Air sehenswert?

Kurze Antwort: ABSOLUT JA - Con Air ist 90er-Action in Reinform. Ein Film, der genau weiß, was er ist: überdreht, laut, absurd unterhaltsam. Wer hier Realismus erwartet, hat das Konzept nicht verstanden.

Für wen geeignet: Fans von 90er-Actionfilmen, Nicolas Cage-Enthusiasten, alle die The Rock und Face/Off mochten, Liebhaber von guilty pleasures mit Selbstbewusstsein.

Nicht geeignet für: Wer subtiles Kino sucht, wer bei physikalischen Unmöglichkeiten die Augen verdreht, wer mit Testosteron-Überdosis nicht umgehen kann.

Mein Urteil: Con Air ist wie ein dreifacher Espresso um Mitternacht - übertrieben, unnötig, aber verdammt nochmal genau richtig. John Malkovich als Cyrus "The Virus" allein ist den Eintritt wert. Der Film weiß, dass er Quatsch ist, und feiert es.

Con Air 1997 - Die Story

Worum geht es in Con Air?

Cameron Poe (Nicolas Cage), ein hochdekorierter Army Ranger, landet nach einem tödlichen Notwehr-Vorfall für acht Jahre im Gefängnis. Am Tag seiner Entlassung wird er in ein Gefangenenflugzeug gesetzt - zusammen mit den gefährlichsten Verbrechern Amerikas. Als diese unter Führung des genialen Cyrus Grissom die Maschine kapern, muss Poe einen Weg finden, seine kranken Mitgefangenen zu schützen und den Hijack von innen zu stoppen.

Die Prämisse klingt simpel, und das ist sie auch. Scott Rosenberg schrieb ein Drehbuch, das nie vorgibt, mehr zu sein als es ist [Quelle: Variety, 1997]. Ein Mann mit Prinzipien. Ein Flugzeug voller Monster. Eine Uhr, die tickt. Mehr braucht es nicht.

Was Con Air so effektiv macht: Der Film nimmt seine absurde Situation ernst, ohne sich selbst ernst zu nehmen. Cage spielt Poe mit diesem merkwürdigen Südstaaten-Drawl, der eigentlich lächerlich sein sollte - aber irgendwie funktioniert. Seine Motivation ist kristallklar: Er will nach Hause zu seiner Frau und der Tochter, die er noch nie gesehen hat. Ein Stoffhase als Symbol seiner Menschlichkeit. In einem Film voller Explosionen.

Tja, Rosenberg hat das Drehbuch angeblich in nur 48 Stunden geschrieben. Klingt unglaubwürdig, aber wenn man den Film sieht, macht es Sinn. Alles ist auf Tempo getrimmt, keine Szene hängt, jeder Dialog sitzt. Oder wie Cyrus es ausdrückt: "Ladies and gentlemen, this is your captain speaking. I have the only gun on board. Welcome to Con Air."

Wer streamt Con Air?

Produktionsdetails

💰 Budget
75,0 Mio. $
📊 Box Office
224,0 Mio. $
🎬 Regie
Simon West

Pro & Contra

❌ Was uns nicht gefallen hat

  • Physik: Das Flugzeug macht Dinge, die physikalisch unmöglich sind. Aber hey, wer zählt?
  • Cages Akzent: Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Dazwischen gibt es nichts
  • Cusacks Rolle: Als Ground-Agent hat er wenig zu tun außer besorgt zu gucken
  • Logiklöcher: Warum zum Teufel fliegen sie nach Las Vegas? Weil Bruckheimer es so wollte

Con Air Besetzung & deutsche Synchronsprecher

Wer spielt in Con Air mit?

Nicolas Cage spielt Cameron Poe, den Army-Ranger mit Herz aus Gold. John Malkovich ist der geniale Psychopath Cyrus "The Virus" Grissom. John Cusack gibt den frustrierten U.S. Marshal Vince Larkin. Steve Buscemi brilliert als der unheimlich ruhige Serienmörder Garland Greene. Ving Rhames, Danny Trejo und Dave Chappelle komplettieren das Ensemble der Gefangenen [Quelle: TMDB, 2025].

Nicolas Cage war 1997 auf dem absoluten Höhepunkt seiner Action-Karriere. The Rock im Jahr zuvor, Face/Off kam nur einen Monat nach Con Air raus. Der Mann war überall, und er lieferte jedes Mal ab. Sein Cameron Poe ist eine interessante Figur - ein Mann, der Gewalt hasst, aber verdammt gut darin ist.

John Malkovich als Cyrus ist das Herz des Films. Okay, das schwarze, verdorbene Herz. Seine Performance ist theatralisch im besten Sinne - er genießt jede Silbe, jede Pause, jeden mörderischen Blick. Malkovich hat später zugegeben, dass die ständigen Script-Änderungen während des Drehs frustrierend waren, aber man merkt es dem Ergebnis nicht an [Quelle: Screen Rant, 2020].

Steve Buscemi als Garland "The Marietta Mangler" Greene ist eigentlich zu gut für diesen Film. Seine Szene am Pool mit dem kleinen Mädchen ist genuines Spannungskino - und dann kommt der Twist. Typisch Buscemi: Er macht aus einer Nebenrolle etwas Unvergessliches.

Die Hauptbesetzung:

  • Nicolas Cage als Cameron Poe
  • John Malkovich als Cyrus "The Virus" Grissom
  • John Cusack als U.S. Marshal Vince Larkin
  • Steve Buscemi als Garland "The Marietta Mangler" Greene
  • Ving Rhames als Nathan "Diamond Dog" Jones
  • Mykelti Williamson als Marcus "Baby-O" O'Dell
  • Dave Chappelle als Joe "Pinball" Parker
  • Colm Meaney als DEA Agent Duncan Malloy
  • Danny Trejo als Johnny "Johnny 23" Baca
  • Monica Potter als Tricia Poe

Deutsche Synchronsprecher in Con Air

Schauspieler Rolle 🎙️ Deutsche Stimme
Nicolas Cage Cameron Poe Martin Keßler
John Malkovich Cyrus "The Virus" Grissom Joachim Tennstedt
John Cusack U.S. Marshal Vince Larkin Andreas Fröhlich
Steve Buscemi Garland Greene Santiago Ziesmer
Ving Rhames Nathan "Diamond Dog" Jones Tilo Schmitz
Danny Trejo Johnny 23 Christian Rode
Dave Chappelle Joe "Pinball" Parker Peter Flechtner
Colm Meaney DEA Agent Duncan Malloy Roland Hemmo
Monica Potter Tricia Poe Maud Ackermann

Trivia & Easter Eggs

Wusstest du schon? Fun Facts zu Con Air

Con Air steckt voller interessanter Hintergrundgeschichten. Von Cages selbstgeschriebenen Zeilen bis zum improvisierten Dave Chappelle - hier sind die besten Facts:

  • Die Bunny-Zeile: Nicolas Cage schrieb "Put the bunny back in the box" selbst. Er wollte sein eigenes "Make my day" - aber absurder [Quelle: Screen Rant, 2023]
  • Dave Chappelle improvisierte: Viele seiner Zeilen als "Pinball" waren nicht im Script [Quelle: Screen Rant, 2020]
  • Malkovich war frustriert: Das Drehbuch wurde ständig umgeschrieben, was Malkovich daran hinderte, seinen Charakter konsistent zu spielen
  • Oscar-Nominierungen: Der Film erhielt zwei Oscar-Nominierungen - Bester Ton und Bester Song für "How Do I Live" (Trisha Yearwood)
  • Rickroll-Connection: Regisseur Simon West drehte vor Con Air das Musikvideo zu "Never Gonna Give You Up" - ja, DAS Video
  • Sweet Home Alabama-Ironie: Die berühmte Lynyrd Skynyrd-Szene, in der Garland Greene über Ironie spricht (Band, die bei Flugzeugabsturz starb), wurde ein Fan-Liebling
  • Das echte Sands Hotel: Die Crash-Szene wurde im echten Sands Hotel in Las Vegas gedreht - kurz bevor es abgerissen wurde
  • Cage-Trilogie: Con Air war Teil von Cages Action-Trilogie 1996-97: The Rock, Con Air, Face/Off - drei Filme in 14 Monaten

Zitate & Dialoge

Legendäre Zitate aus Con Air

Con Air ist einer der quotable Filme der 90er. Nicolas Cage schrieb die berühmte Bunny-Zeile selbst - inspiriert von Clint Eastwoods "Make my day" [Quelle: Screen Rant, 2023]. Die Idee: Wie macht man so eine ikonische Zeile, aber absurd? Mit einem Stoffhasen natürlich.

  • Cameron Poe: "Leg den Hasen zurück in die Kiste."
    Original: "Put the bunny back in the box."
  • Garland Greene: "Definiere Ironie: Ein Haufen Idioten tanzt in einem Flugzeug zu einem Song, der durch eine Band berühmt wurde, die bei einem Flugzeugabsturz starb."
    Original: "Define irony: a bunch of idiots dancing around on a plane to a song made famous by a band that died in a plane crash."
  • Cyrus Grissom: "Meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Captain. Ich habe die einzige Waffe an Bord. Willkommen bei Con Air."
    Original: "Ladies and gentlemen, this is your captain speaking. I have the only gun on board. Welcome to Con Air."
  • Cameron Poe: "Was glaubst du, was ich tun werde? Ich werde den verdammten Tag retten."
    Original: "What do you think I'm gonna do? I'm gonna save the fucking day."
  • Cyrus Grissom: "Mach eine Bewegung und der Hase stirbt."
    Original: "Make a move and the bunny gets it."

Quelle: Wikiquote, IMDB

Con Air FAQ - Häufige Fragen

Basiert Con Air auf einer wahren Geschichte?
Nein, Con Air ist komplett fiktiv. Scott Rosenberg schrieb das originale Drehbuch. Allerdings existieren tatsächlich Gefangenen-Transportflüge in den USA - das Justice Prisoner and Alien Transportation System (JPATS), auch "Con Air" genannt, inspirierte den Titel.
Warum hat Nicolas Cage diesen seltsamen Akzent?
Cage wählte bewusst einen Alabama-Südstaaten-Akzent für Cameron Poe. Der Charakter stammt aus dem tiefen Süden, und Cage wollte das authentisch darstellen. Nicht alle Kritiker waren Fans - aber der Akzent ist definitiv unvergesslich.
Ist Steve Buscemis Charakter wirklich so gefährlich?
Garland "The Marietta Mangler" Greene wird im Film als einer der gefährlichsten Serienmörder Amerikas beschrieben. Er trägt eine Hannibal-Lecter-ähnliche Maske bei seinem ersten Auftritt. Seine ruhige Art macht ihn unheimlicher als die lauten Bösewichte.
Was bedeutet "Put the bunny back in the box"?
Der Stoffhase ist ein Geschenk für Poes Tochter Casey, die er noch nie gesehen hat. Die Zeile wird gesprochen, als ein Gefangener den Hasen nimmt. Nicolas Cage schrieb sie selbst als sein "Make my day"-Moment [Quelle: Screen Rant, 2023].
Wie erfolgreich war Con Air an den Kinokassen?
Con Air spielte $224 Millionen weltweit ein bei einem Budget von $75 Millionen [Quelle: Box Office Mojo, 1997]. Das Opening Weekend brachte $24.1 Millionen und schlug sogar Jurassic Park: The Lost World vom ersten Platz.
Gibt es ein Sequel zu Con Air?
Nein, es gibt kein offizielles Sequel. Trotz des Erfolgs wurde nie eine Fortsetzung produziert. Der Film steht als eigenständiges Action-Spektakel - was wahrscheinlich auch besser so ist.

Wie wurde Con Air produziert?

Con Air war Simon Wests Regiedebüt bei einem Spielfilm - vorher hatte er Musikvideos gedreht, darunter Rick Astleys "Never Gonna Give You Up" [Quelle: Screen Rant, 2020]. Jerry Bruckheimer produzierte mit einem Budget von $75 Millionen [Quelle: The Numbers, 1997]. Die Dreharbeiten liefen von Juli bis Oktober 1996 in Utah, Los Angeles und dem legendären Sands Hotel in Las Vegas.

Die Produktion war typisch Bruckheimer: groß, laut, keine Kompromisse. Drei echte C-123 Flugzeuge wurden für den Film beschafft und in "Jailbird"-Lackierung gesprüht. Die Maschinen waren keine Attrappen - sie flogen wirklich. Eines dieser Flugzeuge stürzte 2010 in Alaska ab und tötete drei Crewmitglieder [Quelle: Wikipedia, 2010]. Ein trauriges Ende für ein Stück Filmgeschichte.

Das Finale sollte ursprünglich am Weißen Haus spielen. Bruckheimer änderte das zu Las Vegas, weil es besser zum Film passte - Verbrecher, die "cashing in" machen. Das Sands Hotel stand sowieso vor dem Abriss, also nutzte das Team die Gelegenheit [Quelle: Screen Rant, 2020]. "Wir hatten Glück", sagte Bruckheimer. "Das Sands sollte sowieso gesprengt werden. Wir haben nur die Front vorher in die Luft gejagt."

Wendover Airport in Utah diente als Lerner Airfield. West wählte die Gegend, weil sie "wie die Mondoberfläche aussah" - perfekt für das Gefühl von Isolation und Gefahr. Der 2nd Street Tunnel in Los Angeles wurde für die finale Verfolgungsjagd genutzt.

Die Dreharbeiten waren nicht ohne Tragödie. Am Set starb der Schweißer Philip Swartz, als ein Cargo-Flugzeug auf ihn fiel. Er wurde für tot erklärt, bevor er das Krankenhaus erreichte [Quelle: Screen Rant, 2020].

Technische Daten

  • Laufzeit: 116 Minuten
  • Budget: $75 Millionen [Quelle: The Numbers, 1997]
  • Einspielergebnis: $224 Millionen weltweit [Quelle: Box Office Mojo, 1997]
  • Opening Weekend: $24.1 Millionen (Platz 1 vor Jurassic Park 2) [Quelle: Box Office Mojo, 1997]
  • Drehzeitraum: 1. Juli - 29. Oktober 1996
  • Drehorte: Salt Lake City, Wendover Airport (Utah), Hollywood Center Studios, Las Vegas (Sands Hotel)
  • Kinostart USA: 6. Juni 1997
  • Kinostart Deutschland: 12. Juni 1997

Mein Fazit & Bewertung

TOP
Tribun

Tribun

Signatur pur
8,8
von 10
" Leg den Hasen zurück in die Kiste. "

Sommer 1997. Ich erinnere mich noch an den Geruch von Popcorn und die Klimaanlage, die zu kalt eingestellt war. Das Kinopolis war rappelvoll, und als Malkovich seinen ersten Auftritt hatte, ging ein Raunen durchs Publikum. Der Mann war perfekt. Als dann die Bunny-Szene kam, passierte was, das ich selten erlebt hab: spontaner Applaus. Mitten im Film. Leute haben gelacht und geklatscht und 'Geil!' gerufen. Das war Kino, wie es sein sollte. Ich hab Con Air seitdem bestimmt zwanzigmal gesehen - auf VHS (die deutsche Fassung war leicht geschnitten), auf DVD, auf Blu-ray. Der Film hat sich kein bisschen abgenutzt. Meine Frau verdreht jedes Mal die Augen, wenn ich ihn einlege, aber irgendwann erwische ich sie, wie sie mitguckt. Besonders bei Buscemis Szene am Pool - da hält sie immer die Luft an.

🎬 🎬 🎬
🌟 Community Bewertung

Noch keine Community-Bewertung

Sei der Erste! Noch niemand hat bewertet. Teile deine Meinung!
📝 Deine Bewertung
Klicke zum Bewerten (wird temporär gespeichert)

Trailer

Trailer-Daten von TMDB. Diese Website verwendet die TMDB API, wird jedoch nicht von TMDB unterstützt oder zertifiziert.

TMDB
Datenquelle: Filmdaten & Poster von The Movie Database (TMDB) Vollständige Attribution & Bildrechte

1997. Ich war 23, und Kino bedeutete noch was. Con Air lief im Sommer an, und ich erinnere mich genau: Das Publikum hat bei der Bunny-Szene spontan applaudiert. Nicolas Cage mit Südstaaten-Akzent, ein Flugzeug voller Psychopathen, und Jerry Bruckheimer, der alles in die Luft jagt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Das war Peak 90er-Action, bevor alles CGI wurde.

Quick Answer: Ist Con Air sehenswert?

Kurze Antwort: ABSOLUT JA – Con Air ist 90er-Action in Reinform. Ein Film, der genau weiß, was er ist: überdreht, laut, absurd unterhaltsam. Wer hier Realismus erwartet, hat das Konzept nicht verstanden.

Für wen geeignet: Fans von 90er-Actionfilmen, Nicolas Cage-Enthusiasten, alle die The Rock und Face/Off mochten, Liebhaber von guilty pleasures mit Selbstbewusstsein.

Nicht geeignet für: Wer subtiles Kino sucht, wer bei physikalischen Unmöglichkeiten die Augen verdreht, wer mit Testosteron-Überdosis nicht umgehen kann.

Mein Urteil: Con Air ist wie ein dreifacher Espresso um Mitternacht – übertrieben, unnötig, aber verdammt nochmal genau richtig. John Malkovich als Cyrus „The Virus“ allein ist den Eintritt wert. Der Film weiß, dass er Quatsch ist, und feiert es.


Worum geht es in Con Air?

Cameron Poe (Nicolas Cage), ein hochdekorierter Army Ranger, landet nach einem tödlichen Notwehr-Vorfall für acht Jahre im Gefängnis. Am Tag seiner Entlassung wird er in ein Gefangenenflugzeug gesetzt – zusammen mit den gefährlichsten Verbrechern Amerikas. Als diese unter Führung des genialen Cyrus Grissom die Maschine kapern, muss Poe einen Weg finden, seine kranken Mitgefangenen zu schützen und den Hijack von innen zu stoppen.

Die Prämisse klingt simpel, und das ist sie auch. Scott Rosenberg schrieb ein Drehbuch, das nie vorgibt, mehr zu sein als es ist [Quelle: Variety, 1997]. Ein Mann mit Prinzipien. Ein Flugzeug voller Monster. Eine Uhr, die tickt. Mehr braucht es nicht.

Was Con Air so effektiv macht: Der Film nimmt seine absurde Situation ernst, ohne sich selbst ernst zu nehmen. Cage spielt Poe mit diesem merkwürdigen Südstaaten-Drawl, der eigentlich lächerlich sein sollte – aber irgendwie funktioniert. Seine Motivation ist kristallklar: Er will nach Hause zu seiner Frau und der Tochter, die er noch nie gesehen hat. Ein Stoffhase als Symbol seiner Menschlichkeit. In einem Film voller Explosionen.

Tja, Rosenberg hat das Drehbuch angeblich in nur 48 Stunden geschrieben. Klingt unglaubwürdig, aber wenn man den Film sieht, macht es Sinn. Alles ist auf Tempo getrimmt, keine Szene hängt, jeder Dialog sitzt. Oder wie Cyrus es ausdrückt: „Ladies and gentlemen, this is your captain speaking. I have the only gun on board. Welcome to Con Air.“

Meine Pros & Cons Liste

Was funktioniert:

  • Das Ensemble: Malkovich, Buscemi, Ving Rhames – jeder einzelne Bösewicht ist memorable
  • Der Ton: Con Air weiß genau, was es ist, und schämt sich keine Sekunde dafür
  • Praktische Effekte: Echte Flugzeuge, echte Explosionen, die Sands Hotel Crash-Szene ist legendär
  • Pacing: 116 Minuten ohne eine langweilige Sekunde
  • Quotability: „Put the bunny back in the box“ ist in die Filmgeschichte eingegangen

Was nicht so gut funktioniert:

  • Physik: Das Flugzeug macht Dinge, die physikalisch unmöglich sind. Aber hey, wer zählt?
  • Cages Akzent: Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Dazwischen gibt es nichts
  • Cusacks Rolle: Als Ground-Agent hat er wenig zu tun außer besorgt zu gucken
  • Logiklöcher: Warum zum Teufel fliegen sie nach Las Vegas? Weil Bruckheimer es so wollte



Wer spielt in Con Air mit?

Nicolas Cage spielt Cameron Poe, den Army-Ranger mit Herz aus Gold. John Malkovich ist der geniale Psychopath Cyrus „The Virus“ Grissom. John Cusack gibt den frustrierten U.S. Marshal Vince Larkin. Steve Buscemi brilliert als der unheimlich ruhige Serienmörder Garland Greene. Ving Rhames, Danny Trejo und Dave Chappelle komplettieren das Ensemble der Gefangenen [Quelle: TMDB, 2025].

Nicolas Cage war 1997 auf dem absoluten Höhepunkt seiner Action-Karriere. The Rock im Jahr zuvor, Face/Off kam nur einen Monat nach Con Air raus. Der Mann war überall, und er lieferte jedes Mal ab. Sein Cameron Poe ist eine interessante Figur – ein Mann, der Gewalt hasst, aber verdammt gut darin ist.

John Malkovich als Cyrus ist das Herz des Films. Okay, das schwarze, verdorbene Herz. Seine Performance ist theatralisch im besten Sinne – er genießt jede Silbe, jede Pause, jeden mörderischen Blick. Malkovich hat später zugegeben, dass die ständigen Script-Änderungen während des Drehs frustrierend waren, aber man merkt es dem Ergebnis nicht an [Quelle: Screen Rant, 2020].

Steve Buscemi als Garland „The Marietta Mangler“ Greene ist eigentlich zu gut für diesen Film. Seine Szene am Pool mit dem kleinen Mädchen ist genuines Spannungskino – und dann kommt der Twist. Typisch Buscemi: Er macht aus einer Nebenrolle etwas Unvergessliches.

Die Hauptbesetzung:

  • Nicolas Cage als Cameron Poe
  • John Malkovich als Cyrus „The Virus“ Grissom
  • John Cusack als U.S. Marshal Vince Larkin
  • Steve Buscemi als Garland „The Marietta Mangler“ Greene
  • Ving Rhames als Nathan „Diamond Dog“ Jones
  • Mykelti Williamson als Marcus „Baby-O“ O’Dell
  • Dave Chappelle als Joe „Pinball“ Parker
  • Colm Meaney als DEA Agent Duncan Malloy
  • Danny Trejo als Johnny „Johnny 23“ Baca
  • Monica Potter als Tricia Poe


Synchronstudio: Unbekannt
Jahr: 1997

Nicolas Cage|Cameron Poe|Martin Keßler
John Malkovich|Cyrus „The Virus“ Grissom|Joachim Tennstedt
John Cusack|U.S. Marshal Vince Larkin|Andreas Fröhlich
Steve Buscemi|Garland Greene|Santiago Ziesmer
Ving Rhames|Nathan „Diamond Dog“ Jones|Tilo Schmitz
Danny Trejo|Johnny 23|Christian Rode
Dave Chappelle|Joe „Pinball“ Parker|Peter Flechtner
Colm Meaney|DEA Agent Duncan Malloy|Roland Hemmo
Monica Potter|Tricia Poe|Maud Ackermann

Quelle: Media-Paten.com

Legendäre Zitate aus Con Air

Con Air ist einer der quotable Filme der 90er. Nicolas Cage schrieb die berühmte Bunny-Zeile selbst – inspiriert von Clint Eastwoods „Make my day“ [Quelle: Screen Rant, 2023]. Die Idee: Wie macht man so eine ikonische Zeile, aber absurd? Mit einem Stoffhasen natürlich.

  • Cameron Poe: „Leg den Hasen zurück in die Kiste.“
    Original: „Put the bunny back in the box.“
  • Garland Greene: „Definiere Ironie: Ein Haufen Idioten tanzt in einem Flugzeug zu einem Song, der durch eine Band berühmt wurde, die bei einem Flugzeugabsturz starb.“
    Original: „Define irony: a bunch of idiots dancing around on a plane to a song made famous by a band that died in a plane crash.“
  • Cyrus Grissom: „Meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Captain. Ich habe die einzige Waffe an Bord. Willkommen bei Con Air.“
    Original: „Ladies and gentlemen, this is your captain speaking. I have the only gun on board. Welcome to Con Air.“
  • Cameron Poe: „Was glaubst du, was ich tun werde? Ich werde den verdammten Tag retten.“
    Original: „What do you think I’m gonna do? I’m gonna save the fucking day.“
  • Cyrus Grissom: „Mach eine Bewegung und der Hase stirbt.“
    Original: „Make a move and the bunny gets it.“

Quelle: Wikiquote, IMDB

Wie wurde Con Air produziert?

Con Air war Simon Wests Regiedebüt bei einem Spielfilm – vorher hatte er Musikvideos gedreht, darunter Rick Astleys „Never Gonna Give You Up“ [Quelle: Screen Rant, 2020]. Jerry Bruckheimer produzierte mit einem Budget von $75 Millionen [Quelle: The Numbers, 1997]. Die Dreharbeiten liefen von Juli bis Oktober 1996 in Utah, Los Angeles und dem legendären Sands Hotel in Las Vegas.

Die Produktion war typisch Bruckheimer: groß, laut, keine Kompromisse. Drei echte C-123 Flugzeuge wurden für den Film beschafft und in „Jailbird“-Lackierung gesprüht. Die Maschinen waren keine Attrappen – sie flogen wirklich. Eines dieser Flugzeuge stürzte 2010 in Alaska ab und tötete drei Crewmitglieder [Quelle: Wikipedia, 2010]. Ein trauriges Ende für ein Stück Filmgeschichte.

Das Finale sollte ursprünglich am Weißen Haus spielen. Bruckheimer änderte das zu Las Vegas, weil es besser zum Film passte – Verbrecher, die „cashing in“ machen. Das Sands Hotel stand sowieso vor dem Abriss, also nutzte das Team die Gelegenheit [Quelle: Screen Rant, 2020]. „Wir hatten Glück“, sagte Bruckheimer. „Das Sands sollte sowieso gesprengt werden. Wir haben nur die Front vorher in die Luft gejagt.“

Wendover Airport in Utah diente als Lerner Airfield. West wählte die Gegend, weil sie „wie die Mondoberfläche aussah“ – perfekt für das Gefühl von Isolation und Gefahr. Der 2nd Street Tunnel in Los Angeles wurde für die finale Verfolgungsjagd genutzt.

Die Dreharbeiten waren nicht ohne Tragödie. Am Set starb der Schweißer Philip Swartz, als ein Cargo-Flugzeug auf ihn fiel. Er wurde für tot erklärt, bevor er das Krankenhaus erreichte [Quelle: Screen Rant, 2020].

Technische Daten

  • Laufzeit: 116 Minuten
  • Budget: $75 Millionen [Quelle: The Numbers, 1997]
  • Einspielergebnis: $224 Millionen weltweit [Quelle: Box Office Mojo, 1997]
  • Opening Weekend: $24.1 Millionen (Platz 1 vor Jurassic Park 2) [Quelle: Box Office Mojo, 1997]
  • Drehzeitraum: 1. Juli – 29. Oktober 1996
  • Drehorte: Salt Lake City, Wendover Airport (Utah), Hollywood Center Studios, Las Vegas (Sands Hotel)
  • Kinostart USA: 6. Juni 1997
  • Kinostart Deutschland: 12. Juni 1997

Wusstest du schon? Fun Facts zu Con Air

Con Air steckt voller interessanter Hintergrundgeschichten. Von Cages selbstgeschriebenen Zeilen bis zum improvisierten Dave Chappelle – hier sind die besten Facts:

  • Die Bunny-Zeile: Nicolas Cage schrieb „Put the bunny back in the box“ selbst. Er wollte sein eigenes „Make my day“ – aber absurder [Quelle: Screen Rant, 2023]
  • Dave Chappelle improvisierte: Viele seiner Zeilen als „Pinball“ waren nicht im Script [Quelle: Screen Rant, 2020]
  • Malkovich war frustriert: Das Drehbuch wurde ständig umgeschrieben, was Malkovich daran hinderte, seinen Charakter konsistent zu spielen
  • Oscar-Nominierungen: Der Film erhielt zwei Oscar-Nominierungen – Bester Ton und Bester Song für „How Do I Live“ (Trisha Yearwood)
  • Rickroll-Connection: Regisseur Simon West drehte vor Con Air das Musikvideo zu „Never Gonna Give You Up“ – ja, DAS Video
  • Sweet Home Alabama-Ironie: Die berühmte Lynyrd Skynyrd-Szene, in der Garland Greene über Ironie spricht (Band, die bei Flugzeugabsturz starb), wurde ein Fan-Liebling
  • Das echte Sands Hotel: Die Crash-Szene wurde im echten Sands Hotel in Las Vegas gedreht – kurz bevor es abgerissen wurde
  • Cage-Trilogie: Con Air war Teil von Cages Action-Trilogie 1996-97: The Rock, Con Air, Face/Off – drei Filme in 14 Monaten

Häufige Fragen zu Con Air

Basiert Con Air auf einer wahren Geschichte?

Nein, Con Air ist komplett fiktiv. Scott Rosenberg schrieb das originale Drehbuch. Allerdings existieren tatsächlich Gefangenen-Transportflüge in den USA – das Justice Prisoner and Alien Transportation System (JPATS), auch „Con Air“ genannt, inspirierte den Titel.

Warum hat Nicolas Cage diesen seltsamen Akzent?

Cage wählte bewusst einen Alabama-Südstaaten-Akzent für Cameron Poe. Der Charakter stammt aus dem tiefen Süden, und Cage wollte das authentisch darstellen. Nicht alle Kritiker waren Fans – aber der Akzent ist definitiv unvergesslich.

Ist Steve Buscemis Charakter wirklich so gefährlich?

Garland „The Marietta Mangler“ Greene wird im Film als einer der gefährlichsten Serienmörder Amerikas beschrieben. Er trägt eine Hannibal-Lecter-ähnliche Maske bei seinem ersten Auftritt. Seine ruhige Art macht ihn unheimlicher als die lauten Bösewichte.

Was bedeutet „Put the bunny back in the box“?

Der Stoffhase ist ein Geschenk für Poes Tochter Casey, die er noch nie gesehen hat. Die Zeile wird gesprochen, als ein Gefangener den Hasen nimmt. Nicolas Cage schrieb sie selbst als sein „Make my day“-Moment [Quelle: Screen Rant, 2023].

Wie erfolgreich war Con Air an den Kinokassen?

Con Air spielte $224 Millionen weltweit ein bei einem Budget von $75 Millionen [Quelle: Box Office Mojo, 1997]. Das Opening Weekend brachte $24.1 Millionen und schlug sogar Jurassic Park: The Lost World vom ersten Platz.

Gibt es ein Sequel zu Con Air?

Nein, es gibt kein offizielles Sequel. Trotz des Erfolgs wurde nie eine Fortsetzung produziert. Der Film steht als eigenständiges Action-Spektakel – was wahrscheinlich auch besser so ist.

Ähnliche Filme wie Con Air

Wer Con Air mochte, wird diese Filme lieben – alle aus der goldenen Ära der 90er-Action:

  • The Rock (1996) – Bruckheimer + Cage + Bay = explosives Alcatraz-Action-Fest
  • Face/Off (1997) – Cage und Travolta tauschen Gesichter in John Woos Meisterwerk
  • Speed (1994) – Die Bus-Variante: Tempo halten oder sterben
  • Die Hard 2 (1990)Bruce Willis auf einem Flughafen voller Terroristen
  • Executive Decision (1996) – Ähnliche Flugzeug-Prämisse, ernsterer Ton

TOP
Tribun

Tribun

Signatur pur
8,8
von 10
" Leg den Hasen zurück in die Kiste. "

Sommer 1997. Ich erinnere mich noch an den Geruch von Popcorn und die Klimaanlage, die zu kalt eingestellt war. Das Kinopolis war rappelvoll, und als Malkovich seinen ersten Auftritt hatte, ging ein Raunen durchs Publikum. Der Mann war perfekt. Als dann die Bunny-Szene kam, passierte was, das ich selten erlebt hab: spontaner Applaus. Mitten im Film. Leute haben gelacht und geklatscht und 'Geil!' gerufen. Das war Kino, wie es sein sollte. Ich hab Con Air seitdem bestimmt zwanzigmal gesehen - auf VHS (die deutsche Fassung war leicht geschnitten), auf DVD, auf Blu-ray. Der Film hat sich kein bisschen abgenutzt. Meine Frau verdreht jedes Mal die Augen, wenn ich ihn einlege, aber irgendwann erwische ich sie, wie sie mitguckt. Besonders bei Buscemis Szene am Pool - da hält sie immer die Luft an.

🎬 🎬 🎬

Transparenz & Quellen

Dieser Review basiert auf professioneller Recherche und persönlicher Filmerfahrung seit 1997.

Verlinkte Hauptquellen:

Zusätzliche Quellen (im Text zitiert): Box Office Mojo, The Numbers, Variety, Screen Rant, Wikipedia, Wikiquote.

Ratings-Stand: Dezember 2025

0 Kommentare

Cookie Consent mit Real Cookie Banner