Poster zum Film Nobody 2: Starke Kämpfe im letzten Drittel, davor viel Wiederholung

Nobody 2: Starke Kämpfe im letzten Drittel, davor viel Wiederholung (2025)

Film · Action, Thriller · 2025 · 89 Min.

Von , aktualisiert am 1. Oktober 20264 Minuten LesezeitSo arbeiten wir

Nobody 2 bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 6,5 von 10. Timo Tjahjanto liefert im letzten Drittel Kämpfe, bei denen man jederzeit weiß, wer wo steht und warum es wehtut. Bis dahin spult die Fortsetzung aber vor allem ab, was der erste Teil schon besser erzählt hat, und die Familie, um die sich alles drehen soll, bleibt Kulisse.

Seit dem 21. August 2025 im Kino, Verleih Universal Pictures, FSK 16, 89 Minuten. Wer Nobody von 2021 mochte und vor allem wegen der Action kommt, wird gut bedient. Wer auf die Überraschung des ersten Teils hofft, bekommt sie nicht ein zweites Mal.

Kurz gesagt

6,5 von mir. Timo Tjahjanto kann Kämpfe inszenieren, in denen man jeden Schlag versteht, und im letzten Drittel zeigt er das. Davor spielt Nobody 2 zu lange die Nummern des ersten Teils nach, und die Familie bleibt Statisterie. Für Fans des Originals ein guter Actionabend, für Neulinge der falsche Einstieg.

Quellen & Einordnung

Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.

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von WatchGuide-Redaktion
1

Worum es geht

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) arbeitet seine Schulden mit Aufträgen ab, die ihn kaum noch nach Hause kommen lassen. Um die Ehe mit Becca (Connie Nielsen) und den Draht zu den Kindern zu retten, fährt er mit der Familie nach Plummerville, einen Ferienort mit Freizeitpark, den er aus seiner Kindheit kennt. Dort gerät er mit dem Parkbetreiber Wyatt Martin (John Ortiz) und Sheriff Abel (Colin Hanks) aneinander, und über die beiden mit Lendina (Sharon Stone), die im Hintergrund ihre Geschäfte macht. Christopher Lloyd als Vater David und RZA als Bruder Harry sind wieder dabei. Das Drehbuch stammt von Derek Kolstad und Aaron Rabin.

2

Die Regel aus Teil eins gilt noch

Nobody hatte eine einfache Regel, und die hat den Film getragen: Hutch gewinnt, aber jeder Kampf kostet ihn etwas. Er blutet, er humpelt, er schnauft. Tjahjanto hält sich daran, und das rechne ich ihm hoch an. Der indonesische Regisseur kommt von The Night Comes for Us und Headshot, also aus einer Schule, in der Gewalt Gewicht hat. Wenn er im letzten Akt loslegt, ist jede Bewegung lesbar. Man sieht den Raum, man sieht, was Hutch gerade in die Hand nimmt, und man spürt, dass es jemanden verletzt. Das ist die Arbeit, die viele große Actionfilme inzwischen dem Schnitt überlassen. Hier steckt sie in der Choreografie.

Sidney Schering spricht bei Filmstarts von schmerzhaft ausgefeilten Kämpfen und von Tjahjantos dreckig-blutigem Brachialstil, der sich mit der Zeit entfaltet. Genau das ist der Punkt: mit der Zeit.

3

Die erste Hälfte hat angezogene Handbremse

Bis der Film dort ankommt, vergeht zu viel Zeit mit Wiederholung. Filmstarts nennt die frühen Kämpfe, etwa in der Spielhalle, eine sich wiederholende Dramaturgie und manche kleine Szene zu zahm und beiläufig. Das deckt sich mit meinem Eindruck. Die Prämisse eines Killers im Familienurlaub hätte eine eigene Welt bauen können, mit eigenen Regeln für diesen Ort und seine Leute. Stattdessen ist Plummerville eine Bühne, auf der die bekannten Nummern noch einmal aufgeführt werden.

Härter ist das bei der Familie. Becca und die Kinder sind der Grund für die Reise, aber der Film gibt ihnen kaum etwas zu tun. Connie Nielsen bleibt die Frau, die zusieht. Der Filmdienst ist an dieser Stelle noch strenger als ich: Die Fortsetzung setze nur noch auf brachiale Kampfszenen und habe trotz überzeichneter Figuren kaum Humor. Ganz so sehe ich es nicht. Aber der ironische Bruch, der den ersten Teil so frisch gemacht hat, kommt hier seltener.

4

Sharon Stone teilt die Lager

Lendina ist eine Schurkin, die nichts halb macht. Stone spielt sie laut, überzeichnet und sichtlich mit Vergnügen. Für mich funktioniert das, weil der Film ab ihrem Auftritt endlich die Energie hat, die er von Anfang an gebraucht hätte. Filmstarts sieht das ähnlich und schreibt, Stone hebe Nobody 2 auf neue, barsche Höhen. Bei Metacritic stoßen sich mehrere englischsprachige Kritiken genau an dieser Rolle. Wer überdrehte Bösewichte nicht mag, wird hier aussteigen.

Odenkirk selbst trägt das alles mühelos. Er ist glaubwürdig als Mann, der müde ist von dem, was er am besten kann, und das bleibt der Kern der Reihe.

5

Wie die Kritik Nobody 2 sieht

Das Echo ist freundlich, aber verhaltener als beim ersten Teil. Filmstarts vergibt 3,5 von 5 Sternen. Bei Rotten Tomatoes sind 76 Prozent von 205 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 87 Prozent. Metacritic kommt auf 59 von 100 aus 32 Kritiken. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.

Meine 6,5 liegt auf dieser Linie. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu Nobody 2: Für Fans des ersten Teils lohnt er sich wegen des letzten Drittels und wegen Odenkirk. Wer den ersten Teil noch nicht kennt, sollte mit dem anfangen, weil die Fortsetzung von dessen Figuren lebt und sie kaum neu einführt.

Weitere Titel stehen bei unseren Actionfilmen.

Bewertung

Bisherige Einschätzung

Archivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung

Story5,5
Schauspiel7,0
Effekte7,5

Dafür

  • Lesbare, harte Choreografie im letzten Drittel
  • Bob Odenkirk trägt die Figur mühelos
  • Sharon Stone bringt die Energie, die vorher fehlt
  • Keine Minute Leerlauf bei 89 Minuten Laufzeit

Dagegen

  • Die erste Hälfte wiederholt bekannte Nummern
  • Becca und die Kinder bleiben Kulisse
  • Der Ferienort bekommt keine eigene Welt
Hutch gewinnt, aber jeder Kampf kostet ihn etwas. Tjahjanto hält sich an diese Regel, nur braucht er zu lange, bis er loslegt.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
6,5 von mir. Timo Tjahjanto kann Kämpfe inszenieren, in denen man jeden Schlag versteht, und im letzten Drittel zeigt er das. Davor spielt Nobody 2 zu lange die Nummern des ersten Teils nach, und die Familie bleibt Statisterie. Für Fans des Originals ein guter Actionabend, für Neulinge der falsche Einstieg.

Wer streamt Nobody 2?

Verfügbarkeit DE

Stand 19.10.2026: Nobody 2 läuft im Abo bei WOW und Sky, mit deutscher Synchronfassung. Leihen oder Kaufen geht ab 2,99 €.

Stand 19.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr

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