Die Kritik
von CineTom„The Toxic Avenger“ bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 7,0 von 10. Macon Blairs Neuauflage des Troma-Klassikers ist laut, eklig und überraschend warmherzig. Peter Dinklage spielt den Hausmeister Winston völlig ernst, während um ihn herum Tromaville im Giftmüll versinkt. Nur beim Blut schummelt der Film, und das ärgert mich mehr, als es sollte.
In Deutschland startete der Film am 25. September 2025 im Verleih von capelight pictures in den Kinos, freigegeben ab 18 Jahren, 103 Minuten lang. Premiere hatte er schon im September 2023 beim Fantastic Fest in Austin, danach fand sich lange kein Verleih, der ihn regulär ins Kino bringen wollte. Wer handgemachten Splatter mit Herz mag, sollte ihn sehen. Wer Troma in seiner rohesten Form sucht, bekommt eine gezähmte Version.
Tromaville hat Regeln, und der Film hält sich daran
Winston Gooze putzt im Konzern von Bob Garbinger (Kevin Bacon). Seit dem Tod seiner Frau zieht er seinen Stiefsohn Wade (Jacob Tremblay) allein groß. Dann erfährt er, dass er schwer krank ist, und für die Behandlung fehlt das Geld. Als er bei Garbinger einbricht, um es sich zu holen, landet er im Giftmüll und kommt als Toxie wieder heraus: entstellt, übermenschlich stark, mit einem Wischmopp als Waffe.
Stark finde ich, wie konsequent Blair seine Stadt baut. Tromaville ist eine Comicwelt, in der Giftmüll zum Alltag gehört, und der Film bricht diese Logik nie für einen billigen Gag. Kevin Bacon und Elijah Wood spielen die Brüder Garbinger mit so viel Selbstironie, dass jede ihrer Szenen ein kleines Fest ist.
Das Kostüm ist echt, das Blut nicht immer
Hier bin ich hin- und hergerissen. Das Toxie-Kostüm ist Handarbeit, und das sieht man in jeder Einstellung. Darin steckt übrigens nicht Dinklage, sondern die Schauspielerin Luisa Guerreiro, Dinklage liefert die Stimme. Das Ergebnis wirkt wie eine lebendig gewordene Actionfigur aus der Zeichentrickserie der Neunziger, und genau so soll es sein.
Umso unverständlicher, dass Blair viele Splatter-Momente zusätzlich mit Blut aus dem Rechner anreichert. Christoph Petersen kritisiert das in seiner Filmstarts-Kritik ebenfalls, und ich unterschreibe das sofort. Wenn die praktischen Effekte funktionieren und dann digitales Blut darübergelegt wird, macht das die Szene nicht härter, sondern künstlicher. Bei einem Film, der von seiner Handarbeit lebt, ist das der falsche Moment für Pixel.
Netter als das Original, und das ist okay
Der erste Toxic Avenger von 1984 hieß in Deutschland „Atomic Hero“ und war deutlich gemeiner. Blairs Film will, dass man Winston mag, und gibt dem Strang um Vater und Sohn viel Raum. Stellenweise zu viel, weil Wade die Handlung eher bremst als antreibt, das sieht auch Filmstarts so. Die Zähmung finde ich trotzdem richtig. Ein Remake, das nur schocken will, hätte nach über vierzig Jahren niemanden mehr überrascht. Dieses hier hat eine Figur, der man gern folgt.
Wie die Kritik „The Toxic Avenger“ sieht
Deutlich positiv. Bei Rotten Tomatoes sind 86 Prozent von 147 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 80 Prozent. Metacritic kommt auf 65 von 100 aus 21 Kritiken. Filmstarts gibt 3 von 5 Sternen und hätte sich mehr echte Grenzüberschreitung gewünscht. Meine 7,0 liegen im Konsens: großer Spaß mit Herz, mit einem Makel, der vermeidbar gewesen wäre. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Wer mitspielt
- Peter Dinklage als Winston Gooze und Stimme von Toxie
- Luisa Guerreiro als Toxie im Kostüm
- Jacob Tremblay als Wade Gooze
- Kevin Bacon als Bob Garbinger
- Elijah Wood als Fritz Garbinger
- Taylour Paige als J.J. Doherty
- Julia Davis als Kissy Sturnevan
- Sarah Niles als Bürgermeisterin Togar
Regie und Drehbuch: Macon Blair. Zu den Produzenten gehören die Troma-Gründer Lloyd Kaufman und Michael Herz.
Bewertung
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungDafür
- Peter Dinklage spielt Winston ohne Augenzwinkern
- Kevin Bacon und Elijah Wood als herrlich überdrehte Schurken
- Handgemachtes Toxie-Kostüm
Dagegen
- Digitales Blut über den praktischen Effekten
- Der Vater-Sohn-Strang bremst
- Zahmer als das Troma-Original
Das Kostüm ist echte Handarbeit. Umso mehr tut jeder Tropfen Pixelblut weh.Aus der Wertung von CineTom
Wer streamt The Toxic Avenger?
Verfügbarkeit DEStand 17.07.2026: The Toxic Avenger läuft im Abo bei Max, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 17.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Trailer
Besetzung
FAQ zu The Toxic Avenger: Handgemachter Splatter mit Herz, nur das Blut ist geschummelt
Muss man die alten Toxic-Avenger-Filme kennen?
Wie brutal ist „The Toxic Avenger“?
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