Wer streamt Der Texaner?
Verfügbarkeit DEStand 17.07.2026: Der Texaner ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 3,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Verfügbarkeit Deutschland · Stand 17.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.
Die Kritik
von TribunQuick Answer: Ist Der Texaner sehenswert?
Kurze Antwort: JA – Ein Meisterwerk des modernen Western-Kinos, das mit Klischees bricht und echte menschliche Tiefe zeigt.
Für wen geeignet: Western-Liebhaber, Eastwood-Fans, Cineasten die Charakterdramen schätzen, Liebhaber melancholischer Filme.
Nicht geeignet für: Action-Junkies die nur Ballerei wollen, Zuschauer die klassische Schwarz-Weiß-Moral bevorzugen.
Mein Urteil: Nach fast 50 Jahren Filmerfahrung kann ich sagen: Das ist großes Kino. Eastwood erschafft hier einen Anti-Helden, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht.
Worum geht es in Der Texaner?
Der Texaner erzählt die Geschichte von Josey Wales, einem friedlichen Farmer aus Missouri, dessen Leben durch den amerikanischen Bürgerkrieg zerstört wird. Nach dem brutalen Mord an seiner Familie durch Soldaten der Union wird er zum gnadenlosen Rächer, der quer durch den Westen gejagt wird.
Ich erinnere mich noch genau an meine erste Begegnung mit diesem Film Ende der 70er Jahre. Damals erwartete ich den typischen Eastwood-Western mit coolen Sprüchen und schnellen Schießereien. Was ich bekam, war etwas völlig anderes: eine düstere Meditation über Gewalt, Verlust und die Möglichkeit der Erlösung.
Die Handlung beginnt während des Bürgerkriegs, als Josey Wales‘ Hof überfallen wird. Seine Frau und sein Sohn werden ermordet, er selbst überlebt schwer verwundet. Statt sich zu ergeben, schließt er sich einer Guerilla-Einheit unter Captain Fletcher an. Nach Kriegsende verweigert Wales die Kapitulation – ein Entschluss, der ihn zum meistgesuchten Gesetzlosen der Südstaaten macht.
Die Geschichte entwickelt sich zu einer epischen Reise von Missouri bis nach Texas. Wales wird nicht nur von Unionssoldaten verfolgt, sondern auch von skrupellosen Kopfgeldjägern wie dem brutalen Terrill. Unterwegs sammelt sich um ihn eine ungewöhnliche Ersatzfamilie: der weise Cherokee Lone Watie, die verwitwete Grandma Sarah, ihre Enkelin Laura Lee und weitere Außenseiter der Gesellschaft.
Was „Der Texaner“ von anderen Western unterscheidet, ist seine Weigerung, einfache Antworten zu geben. Wales ist kein strahlender Held – er ist ein Mann, der von Trauer und Rache zerfressen wird. Gleichzeitig zeigt der Film seinen langsamen Weg zurück zur Menschlichkeit.
Wie inszeniert Clint Eastwood die Geschichte?
Eastwood führt Regie mit einer Mischung aus klassischer Western-Ästhetik und moderner psychologischer Tiefe. Seine Kameraführung ist zurückhaltend, aber präzise – jede Einstellung sitzt perfekt und unterstreicht die emotionale Entwicklung der Charaktere.
Als Regisseur zeigt Eastwood hier bereits die Handschrift, die später Meisterwerke wie „Erbarmungslos“ prägen sollte. Er versteht es, Spannung aus Stille zu erzeugen. Die berühmte Szene in der kleinen Stadt, wo Wales allein gegen eine ganze Bande antritt, lebt nicht von hektischer Action, sondern von der langsam aufgebauten Bedrohung.
Besonders beeindruckt mich bis heute, wie Eastwood die Landschaft einsetzt. Die weiten Prärien und zerklüfteten Felsen spiegeln Wales‘ innere Einsamkeit wider. Kameramann Bruce Surtees fängt diese Stimmung perfekt ein – seine Bilder sind wie Gemälde der Melancholie.
Die Regie-Übernahme von Philip Kaufman war übrigens ein Glücksfall. Kaufman hatte eine andere Vision, Eastwood wollte seinen eigenen Weg gehen. Das Ergebnis ist ein Film, der Eastwoods persönliche Handschrift trägt und trotzdem überraschend vielschichtig geraten ist.
Wer spielt in Der Texaner und wie gut sind die Leistungen?
Clint Eastwood liefert eine seiner besten schauspielerischen Leistungen ab – weniger cool als gewohnt, dafür umso menschlicher. Das wahre Juwel ist jedoch Chief Dan George als Lone Watie, der dem Film Herz und Humor verleiht.
Eastwood spielt hier nicht den Man-with-no-Name aus den Dollar-Filmen. Josey Wales ist ein Mann mit sehr konkreter Geschichte und nachvollziehbaren Motiven. In ruhigen Momenten lässt Eastwood die Maske fallen und zeigt einen Mann, der um seine verlorene Menschlichkeit kämpft.
Chief Dan George war für mich schon damals die Entdeckung. Als echter Cherokee-Häuptling bringt er eine Authentizität mit, die Hollywood-Schauspielern fehlt. Seine Oscar-Nominierung war mehr als verdient. Lone Waties trockener Humor („Ich denke schon“) und seine weise Art machen ihn zum emotionalen Zentrum des Films.
Sondra Locke als Laura Lee überzeugt als selbstständige Frau, die nicht nur als Liebesinteresse funktioniert. Sie hat eigene Träume und Ängste, was für Western der 70er Jahre nicht selbstverständlich war. Bill McKinney als Captain Terrill verkörpert das pure Böse, ohne dabei zur Karikatur zu werden.
John Vernon spielt Captain Fletcher als tragische Figur – einen Mann, der zwischen Loyalität und Überleben wählen muss. Diese Grautöne machen den Film so interessant.
Wie sind Kamera und Bildsprache in Der Texaner?
Bruce Surtees erschafft mit seiner Kamera eine visuell beeindruckende Welt, die die innere Zerrissenheit der Charaktere perfekt widerspiegelt. Seine Bilder sind gleichzeitig rau und poetisch – typisch für die besten Western der 70er Jahre.
Die Kameraarbeit fällt mir heute noch mehr auf als damals. Surtees nutzt die natürlichen Lichtverhältnisse meisterhaft aus. Die goldenen Sonnenuntergänge sind nicht nur schön anzusehen, sondern unterstreichen die Vergänglichkeit allen Lebens.
Besonders gelungen sind die Nahaufnahmen der Gesichter. Man sieht jeden Charakterzug, jede Narbe, jeden Ausdruck von Schmerz oder Hoffnung. Das macht die Figuren menschlicher als viele aufwendige Dialoge es könnten.
Die Kameraführung ist dabei nie aufdringlich. Surtees lässt die Szenen atmen, springt nicht hektisch zwischen verschiedenen Winkeln hin und her. Diese Ruhe verstärkt die Wirkung der wenigen Action-Momente erheblich.
Die Farbpalette reicht von den warmen Braun- und Goldtönen der Prärie bis zu den kalten Grautönen der Berge. Jede Location hat ihren eigenen visuellen Charakter, was die emotionale Reise von Wales unterstreicht.
Wie ist die Musik und der Sound in Der Texaner?
Jerry Fieldings zurückhaltender Score verzichtet auf bombastische Melodien und setzt stattdessen auf subtile emotionale Untermalung. Die Musik verstärkt die melancholische Grundstimmung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Im Vergleich zu Ennio Morricones epischen Kompositionen für die Dollar-Trilogie ist Fieldings Musik viel dezenter. Das passt perfekt zu diesem intimeren, persönlicheren Western. Die Musik kommt dann zum Einsatz, wenn sie wirklich gebraucht wird – und schweigt, wenn die Bilder für sich sprechen sollen.
Die wenigen Gesangseinlagen, besonders das Lied am Ende, haben eine fast volksliedhafte Qualität. Sie verstärken den Eindruck, dass hier amerikanische Mythen erzählt werden – nicht nur Entertainment produziert wird.
Der Sound-Design ist für die 70er Jahre bemerkenswert detailreich. Das Knarren des Leders, das Wiehern der Pferde, das Pfeifen des Winds – all das erschafft eine authentische Atmosphäre. Die berühmten Tabak-Spuck-Geräusche von Wales sind mittlerweile Kult geworden.
Was sind die großen Stärken von Der Texaner?
Der Film brilliert durch seine psychologische Komplexität und die Verweigerung einfacher Antworten. Statt Gut gegen Böse zeigt Eastwood Menschen in ihren Widersprüchen – das macht die Geschichte zeitlos relevant.
Meine größte Bewunderung gilt der Art, wie der Film mit dem Western-Mythos umgeht. Wales ist kein unfehlbarer Held, sondern ein traumatisierter Mann, der lernen muss, wieder zu vertrauen. Diese Entwicklung ist glaubwürdig inszeniert und emotional berührend.
Die Balance zwischen Action und Charakterentwicklung stimmt perfekt. Die Schießereien sind spektakulär, aber nie Selbstzweck. Sie dienen der Geschichte und zeigen die Auswirkungen von Gewalt auf alle Beteiligten.
Besonders schätze ich die Darstellung der verschiedenen Kulturen. Die Cherokee werden nicht als edle Wilde romantisiert, sondern als komplexe Menschen mit eigener Geschichte gezeigt. Das war für 1976 durchaus fortschrittlich.
Der Humor des Films ist ein weiteres Highlight. Lone Waties trockene Kommentare lockern die düstere Grundstimmung auf, ohne sie zu zerstören. Dieser Humor entsteht aus den Charakteren heraus und wirkt nie aufgesetzt.
Welche Schwächen hat Der Texaner?
Der Film hat gelegentlich Längen im Mittelteil, wenn die episodische Struktur der Reise etwas ermüdet. Einige Nebenfiguren bleiben etwas blass und hätten mehr Entwicklung vertragen können.
Ehrlich gesagt fiel mir bei späteren Sichtungen auf, dass manche Passagen doch etwas träge daherkommen. Die Reise-Struktur führt dazu, dass einzelne Episoden unterschiedlich stark sind. Nicht jede Begegnung auf Wales‘ Weg ist gleich interessant entwickelt.
Sondra Lockes Figur hätte meiner Meinung nach mehr Eigenständigkeit vertragen können. Trotz guter Leistung bleibt Laura Lee zu sehr in der Rolle der Liebhaberin gefangen.
Manche Dialoge wirken aus heutiger Sicht etwas steif. Das liegt auch an der damaligen Konvention, Western-Charaktere sehr förmlich sprechen zu lassen. Heute würde man wahrscheinlich natürlicher formulieren.
Die Darstellung mancher historischer Aspekte ist vereinfacht. Der Bürgerkrieg und seine Nachwirkungen waren komplexer, als der Film es zeigt. Aber das ist bei einem Unterhaltungsfilm vielleicht auch nicht anders zu erwarten.
Für wen ist Der Texaner geeignet?
Der Film richtet sich an erwachsene Zuschauer, die komplexe Charakterstudien schätzen und bereit sind, sich auf einen langsameren, nachdenklicheren Western einzulassen. Western-Fans werden hier eines der besten Beispiele für die Entwicklung des Genres finden.
Ich empfehle den Film allen, die sich für amerikanische Geschichte interessieren und gerne Filme sehen, die ihre Charaktere ernst nehmen. Wer Eastwoods spätere Regiearbeiten schätzt, sollte hier den Grundstein seiner Entwicklung erleben.
Für Einsteiger ins Western-Genre könnte der Film etwas träge wirken. Wer schnelle Action erwartet, wird enttäuscht. Der Film braucht Zeit, um seine Wirkung zu entfalten.
Cineasten werden die handwerkliche Qualität zu schätzen wissen. Regie, Kamera und Schauspiel arbeiten Hand in Hand, um eine stimmige Gesamtwirkung zu erzielen.
Auch für Diskussionen über Gewalt und ihre Folgen eignet sich der Film hervorragend. Wales‘ Entwicklung vom Rächer zum Menschen zeigt, dass Vergeltung niemals das letzte Wort haben muss.
Wer spielt in Der Texaner mit?
- Clint Eastwood als Josey Wales
- Chief Dan George als Lone Watie
- Sondra Locke als Laura Lee
- Bill McKinney als Captain Terrill
- John Vernon als Captain Fletcher
- Paula Trueman als Grandma Sarah
- Sam Bottoms als Jamie
- Geraldine Keams als Little Moonlight
- Woodrow Parfrey als Carpetbagger
- Joyce Jameson als Rose
Fazit: Lohnt sich Der Texaner?
Nach fast fünf Jahrzehnten verliert dieser Film nichts von seiner Wirkung. Eastwood schuf hier nicht nur einen der besten Western aller Zeiten, sondern auch einen der menschlichsten. Josey Wales‘ Reise von der Rache zur Versöhnung ist universell und zeitlos.
Wer bereit ist, sich auf einen nachdenklichen, emotionalen Western einzulassen, wird hier reich belohnt. Der Film zeigt, dass das Genre weit mehr kann als nur Action und Romantik – er kann die menschliche Seele erforschen.
Das Urteil
Watcher-Score · redaktionelle EinzelwertungBewertet von Tribun — eine Person, ein begründetes Urteil.
Eastwoods Meisterwerk verwandelt Western-Klischees in pure Poesie - ein Film über Schmerz, der trotzdem Hoffnung macht.— aus der Wertung von Tribun
Schnelle Antworten
Antworten Schnelle Antworten zu Der Texaner
Wo kann ich Der Texaner streamen?
Der Texaner gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Apple TV+, Amazon, Google Play, YouTube, maxdome, MagentaTV, Videoload und freenet Video. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.
Wie lange dauert Der Texaner?
Der Texaner hat eine Laufzeit von rund 130 Minuten (2 Stunden und 10 Minuten).
Lohnt sich Der Texaner?
Unsere Redaktion vergibt Der Texaner einen Watcher-Score von 8,6 von 10. Westernfans müssen hier zugreifen – und auch wer eigentlich keine Cowboys mag, sollte einen Blick riskieren!
Für wen ist Der Texaner geeignet?
Der Texaner ist vor allem etwas für Western-Fans und alle, die herausragende Filme suchen.
Worum geht es in Der Texaner?
Missouri Mitte des vorherigen Jahrhunderts: Der amerikanische Bürgerkrieg geht dem Ende zu. Am Rande dieser brutalen Auseinandersetzung fallen Guerillas unter Captain Terill über die friedliche Farm von Josey Wales her.
Trailer
Besetzung
FAQ zu Der Texaner
Ist Der Texaner ein historisch korrekter Film?
Gibt es eine Fortsetzung zu Der Texaner?
Warum wurde Philip Kaufman als Regisseur ersetzt?
Wie authentisch ist Chief Dan Georges Darstellung?
Was bedeutet der Titel "Der Texaner" im Original?
Wie hoch war das Budget von Der Texaner?
Der Saal
Community — getrennt von der RedaktionSchon gesehen? Bewerte in 2 Sekunden — deine Stimme zählt für den Saal, nie für den Watcher-Score.

0 Kommentare