„The Boys“ Staffel 5 bekommt im WatchGuide-Kinokreis von mir 6,2 von 10 für alle acht Folgen der finalen Staffel. Die Serie kann es noch: Antony Starr ist als Homelander so beunruhigend wie in den besten Jahren, und die Satire auf einen Staat, der einem Superhelden gehört, trifft. Aber die Staffel verbringt zu viele Folgen damit, Gegenstände und Personen zu suchen, und das Finale entscheidet Konflikte, die es sich vorher nicht erarbeitet hat.
Staffel 5 lief in Deutschland vom 8. April bis zum 20. Mai 2026 bei Prime Video, zum Start mit einer Doppelfolge, danach wöchentlich, deutsch synchronisiert. Die Folgen dauern zwischen 63 und 71 Minuten. Wer die ersten vier Staffeln kennt, wird die letzte ohnehin sehen wollen. Wer erst überlegt einzusteigen, beginnt bei Staffel 1 und weiß dann früh, ob ihm der Ton liegt.
6,2 von mir für die finale Staffel. Antony Starr und Jensen Ackles tragen sie, die Satire auf einen Staat in der Hand eines Superhelden trifft noch. Aber die Staffel verliert zu viele Folgen mit der Suche nach Dingen und Leuten, und das Finale entscheidet, was fünf Staffeln aufgebaut haben, ohne den nötigen Vorlauf. Wer bis hier dabei war, schaut es trotzdem zu Ende, sollte aber keinen großen Abschluss erwarten.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es in der letzten Staffel geht
Die Staffel setzt ein Jahr nach Homelanders Griff nach der Macht in den USA ein. Butcher hat ein Virus in der Hand, das alle Supes töten kann, und Homelander sucht nach V1, der ursprünglichen Fassung von Compound V, die ihn unsterblich machen soll. Damit sind die beiden Ziele gesetzt, auf die alles zuläuft. Zeitlich schließt die Staffel an die zweite Staffel des Ablegers „Gen V“ an, ohne dass man den gesehen haben muss.
Wo die Staffel stark ist
Fangen wir mit dem an, was trägt. Antony Starr spielt Homelander inzwischen als jemanden, der niemandem mehr etwas beweisen muss, und genau das macht ihn in den ruhigen Momenten gefährlicher als in den lauten. Neben ihm hat Jensen Ackles als Soldier Boy die beste Partnerschaft der Staffel. GameStar fasst die internationalen Kritiken so zusammen, dass gerade die Chemie dieser beiden gelobt wird, und das sehe ich genauso: Zwei Männer, die sich als Vater und Sohn gegenseitig nichts schenken, sind dramatisch ergiebiger als jede Kampfszene.
Auch die Satire funktioniert noch. Die Serie zeigt, wie ein Machtapparat von Inszenierung lebt, und hält sich dabei nicht zurück. Dass die alten Boys diesmal endlich als eingespieltes Team arbeiten, ist ein kleiner, aber verdienter Fortschritt gegenüber den früheren Staffeln, in denen sie sich vor allem gegenseitig im Weg standen.
Wo es für mich kippt
Das Problem ist die Bauweise. Eine letzte Staffel hat acht Folgen, um zwei Gegenspieler zueinander zu führen. „The Boys“ nutzt einen großen Teil davon für eine Suche nach Dingen und Menschen, die die Handlung erst wieder in Gang bringen sollen. GameStar spricht nach sechs gesichteten Folgen von McGuffins, die unnötig gestreckt werden, und davon, dass die Unterdrückung durch das neue Regime eher behauptet als gezeigt wird. Der Befund deckt sich mit meinem: Der Widerstand findet über weite Strecken außerhalb des Bildes statt, und deshalb fühlt sich Homelanders Herrschaft lange abstrakt an.
Dazu kommt Folge 5, „Jesus vs. Homelander“, eine Folge aus kurzen Einzelgeschichten. Für sich genommen ist sie unterhaltsam. In der letzten Staffel einer Serie, der die Zeit für das Wesentliche fehlt, ist sie ein Umweg. Auch die Gastauftritte von Jared Padalecki als Mister Marathon und Misha Collins als Malchemical sind für Supernatural-Fans ein Vergnügen, für die Geschichte aber Beiwerk.
Und dann das Finale „Blut und Knochen“. Ich will hier nichts verraten, deshalb nur so viel: Entscheidungen, auf die fünf Staffeln hingearbeitet haben, fallen schnell und ohne den Vorlauf, den sie gebraucht hätten. Eurogamer nennt das Ende in der Überschrift seiner Kritik enttäuschend, und auch das Publikum hat sich vor allem am Finale gerieben. Eine Serie, die so viel über Konsequenzen erzählt hat, hätte sich am Ende mehr Zeit für ihre eigenen nehmen müssen.
Wie die Kritik die Staffel sieht
Die Einschätzungen gehen weit auseinander. Bei Rotten Tomatoes sind 92 Prozent von 112 Kritiken positiv, Metacritic steht bei 75 von 100. Das Publikum sieht es deutlich schlechter: 48 Prozent im Popcornmeter, bei Metacritic ein Nutzerschnitt von 1,0 von 10 aus über 1.700 Stimmen, viele davon zum Finale. Deutsche Stimmen sind zurückhaltender als die US-Kritik; GameStar war schon nach sechs Folgen skeptisch. Meine 6,2 liegen damit klar unter der US-Kritik und über dem Publikumsurteil. Ich ziehe nicht wegen der Gewalt oder des Tons ab, sondern weil die Staffel ihre Zeit falsch verteilt. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Wer die Vorgeschichte nachlesen will, findet unsere Kritik zu The Boys Staffel 4.
Wer in Staffel 5 dabei ist
- Karl Urban als Billy Butcher
- Jack Quaid als Hughie Campbell
- Antony Starr als Homelander
- Erin Moriarty als Annie January / Starlight
- Laz Alonso als Mother’s Milk, Tomer Capone als Frenchie, Karen Fukuhara als Kimiko
- Jensen Ackles als Soldier Boy, Daveed Diggs als Oh Father
- Gäste: Jared Padalecki als Mister Marathon, Misha Collins als Malchemical
Schöpfer und Showrunner: Eric Kripke. Regie unter anderem Phil Sgriccia (Folgen 1, 5 und 8) und Karen Gaviola (Folgen 3 und 4).
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Antony Starr als Homelander in Bestform
- Soldier Boy und Homelander als bestes Duo der Staffel
- Die Boys arbeiten endlich als Team
- Die Satire auf Machtinszenierung sitzt
Dagegen
- Zu viel Suche nach McGuffins
- Das Regime wird eher behauptet als gezeigt
- Folge 5 ist ein Umweg
- Das Finale ist zu schnell entschieden
Eine Serie, die so viel über Konsequenzen erzählt hat, hätte sich am Ende mehr Zeit für ihre eigenen nehmen müssen.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt The Boys?
Verfügbarkeit DEStand 13.10.2026: The Boys läuft im Abo bei Prime Video, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 13.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 8 Folgen · ab Juli 2019▾
S2Staffel 2· 8 Folgen · ab Sep. 2020▾
S3Staffel 3· 8 Folgen · ab Juni 2022▾
S4Staffel 4· 8 Folgen · ab Juni 2024▾
S5Staffel 5· 8 Folgen · ab Apr. 2026▾
Besetzung
5 Rollen- Billy ButcherKarl Urban
- Hugh 'Hughie' CampbellJack Quaid
- John / HomelanderAntony Starr
- Annie January / StarlightErin Moriarty
- Reggie Franklin / A-TrainJessie T. Usher


Diskutiere mit