The Madison Staffel 1 bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 5,8 von 10. Michelle Pfeiffer spielt die Trauer einer Frau, die ihren Mann verloren hat, mit einer Zurückhaltung, die jede Folge besser macht. Das Drehbuch von Taylor Sheridan traut ihr aber nicht: Es erklärt in Sinnsprüchen, was Pfeiffer längst gespielt hat, und baut den Gegensatz zwischen New York und Montana so grob, dass er nach drei Folgen nichts mehr erzählt.
Alle sechs Folgen der ersten Staffel laufen in Deutschland bei Paramount+, drei seit dem 14. März 2026, die übrigen drei seit dem 21. März. Die Folgen dauern zwischen 46 und 68 Minuten. Wer Pfeiffer sehen will und ruhiges Erzähltempo mag, kann einschalten. Wen bei Sheridan schon die Belehrungen über Stadtmenschen gestört haben, der wird hier nicht versöhnt.
5,8 von mir. Michelle Pfeiffer macht The Madison sehenswert, weil sie die Trauer ihrer Figur fast ohne Worte spielt. Taylor Sheridans Drehbuch erklärt aber zu oft nach, was längst zu sehen war, und baut den Gegensatz zwischen Stadt und Land zu grob. Für Pfeiffer-Fans sechs lohnende Stunden mit Abstrichen, für alle anderen kein Pflichtprogramm.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionEine Familie, ein Tal, eine Trauer
Die Ausgangslage ist schlicht: Nach einem Flugzeugabsturz, bei dem Preston Clyburn und sein Bruder Paul sterben, zieht Prestons Witwe Stacy mit ihren Töchtern und deren Familien aus New York in das Haus der Familie im Madison River Valley in Montana. Mehr braucht man vor dem Einschalten nicht zu wissen.
Fangen wir mit dem an, was trägt. Die Serie lebt nicht von Fehden und Gewalt wie Yellowstone, sondern vom Danach, und das ist für Sheridan ungewöhnlich. David Bianculli spricht laut Rotten Tomatoes bei NPR von Momenten echter Schönheit und Ruhe. Die gibt es. Christina Alexandra Voros, die alle sechs Folgen inszeniert und auch die Kamera geführt hat, lässt Einstellungen stehen, statt sie wegzuschneiden.
Pfeiffer ist der Grund, die Staffel zu sehen
Michelle Pfeiffer spielt Stacy nicht als zerbrochene Frau, sondern als eine, die funktionieren will und es nicht mehr kann. Am stärksten ist sie dort, wo sie nichts sagt. Das sehen auch die Kritiken so, die sonst wenig gemeinsam haben: Peter Travers lobt sie ausdrücklich, obwohl ihn der Rest ermüdet, und der Konsens bei Rotten Tomatoes nennt ihre Leistung erstklassig.
Kurt Russell als Preston und Matthew Fox als Paul haben weniger Raum, als die Besetzungsliste verspricht. Beau Garrett und Elle Chapman als Töchter Abigail und Paige bekommen dagegen die Konflikte, an denen die Staffel ihre Thesen abarbeitet, und genau dort wird es schwierig.
Wo das Drehbuch die Szenen überlädt
Mein Problem ist kein einzelner Fehler, sondern ein Muster. Viele Szenen enden nicht dort, wo die Wirkung schon da ist, sondern mit dem Satz, der sie noch einmal ausbuchstabiert. Sarah Dempster vergibt im Guardian zwei von fünf Sternen und spricht von klebrigen Sinnsprüchen und einer plump vereinfachten Darstellung von Trauer. So hart sehe ich es nicht, weil Pfeiffer viel davon auffängt. Die Richtung stimmt aber.
Dazu kommt der Gegensatz zwischen Stadt und Land. Montana ist hier rein und ehrlich, New York verwöhnt und oberflächlich, und die Figuren aus der Stadt müssen das lernen. Travers nennt diesen Konflikt ermüdend, der Guardian vergleicht das Ganze mit Auenland und Mordor. Das ist zugespitzt, trifft aber den Kern: Sobald die Serie von der Trauer zur Stadtkritik wechselt, verliert sie an Gewicht.
Die Hauptbesetzung
- Michelle Pfeiffer als Stacy Clyburn
- Kurt Russell als Preston Clyburn
- Matthew Fox als Paul Clyburn
- Beau Garrett als Abigail Reese
- Elle Chapman als Paige McIntosh
- Patrick J. Adams als Russell McIntosh
- Ben Schnetzer als Van Davis, Kevin Zegers als Cade Harris, Will Arnett als Dr. Phil Yorn
Alle Drehbücher schrieb Taylor Sheridan, Regie führte in allen sechs Folgen Christina Alexandra Voros, die Musik stammt von Breton Vivian. Die Serie steht für sich und gehört nicht zum Yellowstone-Universum.
Wie die Kritik Staffel 1 sieht
Geteilt, und damit nah bei mir. Bei Rotten Tomatoes sind 63 Prozent von 52 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 72 Prozent. Metacritic kommt auf 57 von 100 aus 22 Kritiken, die Hälfte davon gemischt. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Meine 5,8 liegt knapp unter diesem Mittel, weil ich dem Drehbuch mehr Gewicht gebe als der Hauptdarstellerin. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu The Madison: für Michelle-Pfeiffer-Fans und Freunde ruhiger Familiendramen sechs lohnende Stunden mit Abstrichen, für alle anderen kein Grund für ein Paramount+-Abo. Wer Sheridan lieber mit mehr Konflikt sieht, ist mit Landman besser bedient, wer die Yellowstone-Linie sucht, mit Dutton Ranch.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Michelle Pfeiffer in Bestform
- Ruhiges Erzähltempo statt Fehden und Gewalt
- Voros lässt Einstellungen stehen
- Nur sechs Folgen
Dagegen
- Szenen enden mit dem erklärenden Satz zu viel
- Grober Gegensatz zwischen New York und Montana
- Russell und Fox bekommen wenig Raum
- Die Töchter tragen vor allem Thesen
Pfeiffer spielt die Trauer, das Drehbuch erklärt sie ihr hinterher.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt The Madison?
Verfügbarkeit DEStand 17.10.2026: The Madison läuft im Abo bei Paramount+ und Apple TV+, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 17.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 6 Folgen · ab März 2026▾
Besetzung
5 Rollen- Stacy ClyburnMichelle Pfeiffer
- Preston ClyburnKurt Russell
- Abigail ReeseBeau Garrett
- Paige McIntoshElle Chapman
- Russell McIntoshPatrick J. Adams


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