Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
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von WatchGuide-RedaktionDalliance bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 7,6 von 10. Die sechsteilige australische Serie nimmt Menschen jenseits der sechzig so ernst, wie das Fernsehen sonst nur Dreißigjährige nimmt, mit Begehren, Eifersucht und Trauer, und sie hat in Hugo Weaving, Heather Mitchell und Georgie Parker Gesichter, denen man das Gelebte glaubt. Weniger überzeugt mich, dass sechs Folgen für einen ganzen Freundeskreis nicht reichen und einige Figuren deshalb Skizzen bleiben.
Anders als in der ersten Fassung dieses Beitrags angegeben, ist die Serie auch in Deutschland zu sehen: Paramount+ hat alle sechs Folgen am 27. August 2026 zeitgleich mit Australien veröffentlicht, abrufbar auch über den Paramount+-Kanal bei Prime Video. Wer Fernsehen über Erwachsene sucht, die nicht mehr jung und noch lange nicht fertig sind, ist hier richtig.
Eine Fähre, ein Abschied, ein Freundeskreis
Billy, ein Kameramann im Ruhestand, seit fast vierzig Jahren mit Rose verheiratet, begegnet auf einer Fähre im Hafen von Sydney der Gastronomin Dani, und zwischen den beiden entsteht eine Anziehung, die keiner von ihnen gesucht hat. Dass Billy bald darauf stirbt, und zwar ausgerechnet in Danis Gesellschaft, verrät schon die offizielle Inhaltsangabe, und es ist der eigentliche Beginn der Serie: Sein Tod führt einen Freundeskreis wieder zusammen, in dem David Wenham, Catherine McClements, Wayne Blair und Carolyn Bock spielen, und jede dieser Ehen und Freundschaften muss sich danach fragen lassen, was von ihr noch trägt.
Das Motiv ist alt und ehrwürdig. Lawrence Kasdan hat 1983 in „Der große Frust“ eine Gruppe von Studienfreunden an einem Grab zusammengeführt und sie Bilanz ziehen lassen, damals Menschen um die dreißig, die gerade merkten, dass ihre Ideale nicht mitgealtert waren. Dalliance verschiebt dieselbe Anordnung um drei Jahrzehnte, und gerade diese Verschiebung macht den Reiz aus: Wer mit sechzig Bilanz zieht, hat weniger Zeit für Korrekturen und weniger Geduld für Ausreden, und die Serie hat das verstanden, statt das Motiv nur auszuleihen.
Was die Serie verstanden hat
Die Drehbücher stammen von Pip Karmel, dem Schriftsteller Jock Serong, Christopher Lee und Liz Doran, inszeniert haben Matthew Saville und Emma Jackson, produziert hat Roadshow Rough Diamond. Bemerkenswert ist, wie wenig diese Serie ihre Figuren erklärt. Was zwischen Menschen steht, die einander seit Jahrzehnten kennen, zeigt sie in Blicken und beiläufigen Sätzen, und sie verzichtet darauf, das Alter entweder zu belächeln oder zu verklären.
Hugo Weaving ist außerhalb Australiens vor allem für Figuren bekannt, die Räume beherrschen, für Agent Smith in Matrix und für Elrond in Herr der Ringe. In seiner Heimat hat er die andere Hälfte seines Werks gespielt, in „Proof“, „The Interview“ oder „Little Fish“, Rollen, in denen er zurücknimmt, statt aufzutragen, und Billy gehört in diese zweite Reihe. Heather Mitchell und Georgie Parker halten mit ihm mühelos Schritt.
Lucy Mangan vergibt im Guardian vier von fünf Sternen und lobt eine Galerie von Figuren, die tatsächlich gelebt haben und von dieser Erfahrung geformt sind. Dem schließe ich mich an.
Wo sechs Folgen zu wenig sind
Ein Freundeskreis dieser Größe verlangt Zeit, und die Serie gibt sie nicht allen. Einige Nebenfiguren bleiben Andeutungen, deren Geschichten man gern gesehen hätte, und manche Handlungsfäden werden am Ende glatter verknotet, als es die Geduld der ersten Folgen versprochen hatte. Auch die Kritik bei Comic Basics, sonst sehr wohlwollend, hält der Serie vor, sich über ihr Ensemble zu verteilen. Das ist kein Bruch, aber es ist der Grund, warum ich bei aller Zuneigung unter dem Urteil der englischsprachigen Kritik bleibe.
Meine Note im Vergleich
Die Serie hat bislang wenige, aber durchweg freundliche Besprechungen. Bei Rotten Tomatoes sind alle fünf erfassten Kritiken positiv, der Durchschnitt liegt bei 8,0 von 10, der Guardian vergibt vier von fünf Sternen, Anthony Morris nennt sie bei Screen Hub ein geistreiches, nachdenkliches und oft komisches Drama. Deutschsprachige Kritiken habe ich nicht gefunden. Werte abgerufen am 1. Oktober 2026.
Am 1. Oktober 2026 von der Vorschau zur Kritik mit Wertung der Miniserie ausgearbeitet; die frühere Angabe, die Serie sei in Deutschland nicht verfügbar, ist korrigiert.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Hugo Weaving, Heather Mitchell und Georgie Parker spielen mit großer Zurückhaltung
- Das Alter wird weder belächelt noch verklärt
- Fein geschriebene Dialoge, ruhig inszeniert
- Sechs Folgen ohne künstliche Streckung
Dagegen
- Für einen ganzen Freundeskreis sind sechs Folgen zu knapp
- Einige Nebenfiguren bleiben Skizzen
- Manche Handlungsfäden werden zu glatt verknotet
Dalliance traut Menschen jenseits der sechzig dasselbe Begehren und dieselbe Unvernunft zu wie dem jungen Fernsehen, und gerade darin liegt seine Würde.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Dalliance?
Verfügbarkeit DEStand 12.10.2026: Dalliance läuft im Abo bei Paramount+ und Apple TV+, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 12.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
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