Elizabeth Holmes hat einem Filmteam erlaubt, ihr in den letzten 34 Tagen vor dem Gefängnis überallhin zu folgen. „You Can See Everything“ ist das Ergebnis, ein fast dreistündiger Dokumentarfilm von Nathan Fielder und Lance Oppenheim. Sony bringt ihn am 3. Dezember 2026 in die deutschen Kinos. In den USA läuft er seit dem 16. Oktober und wurde dort von der Kritik weitgehend gefeiert. Holmes ist längst verurteilt. Offen ist in diesem Film eine andere Frage: Wer spielt hier wem etwas vor?
Elizabeth Holmes lässt Nathan Fielder in ihren letzten Wochen vor der Haft in ihr Leben. Vorschau mit Kinostart und den ersten Kritiken.
Die Vorschau
von WatchGuide-RedaktionWorum es in der Doku geht
Holmes hatte mit ihrer Firma Theranos ein Gerät versprochen, das mit einem Piks in die Fingerkuppe jeden Bluttest machen sollte. Sie wurde wegen Betrugs an Investoren verurteilt und musste am 30. Mai 2023 eine Haftstrafe von elf Jahren antreten. Kurz davor laden Holmes und ihr Partner Billy Evans die beiden Filmemacher zu sich nach Kalifornien ein. Fielder darf sogar im Gästezimmer wohnen. Holmes sagt, sie beantworte jede Frage.
Nach der Kritik bei Inverse antwortet sie dann gern mit einer Gegenfrage. Sie bleibt dabei, nichts falsch gemacht zu haben. Das Gerät habe funktioniert, nur die Chemie sei noch nicht so weit. Evans steht meist daneben, massiert ihr die Schultern und bringt Teller mit geschnittenem Obst. Beide versichern dem Team, es könne alles sehen. Darauf spielt der Titel an.
Was gesagt wird und was die Kamera zeigt
Genau hier wird die Doku für uns interessant. Laut Inverse macht der Film es absichtlich schwer, beides auseinanderzuhalten. Oppenheim filmt die beiden so nah, dass man jede Pore sieht. Diese Nähe wirkt aber gemacht, und man fragt sich ständig, ob Holmes und Evans das Team benutzen oder umgekehrt. Ein Beispiel greifen mehrere Kritiken auf: Fielder zeigt den beiden den berühmten Sketch „Who’s on First?“ von Abbott und Costello, weil Holmes’ Art zu antworten ihn daran erinnert. Nach Inverse und Tom’s Guide versteht Holmes nicht, was an dem Sketch witzig sein soll.
Uns interessiert dabei auch Evans. Tom’s Guide beschreibt ihn als den, der leichter zu durchschauen ist und zunehmend wie der eigentliche Gegenspieler wirkt. Er stammt aus einer reichen Familie, Holmes dagegen ist nach den Urteilen praktisch pleite. Wer von diesem Film etwas hat, ist also keine Nebenfrage.
Zwei Hälften, zwei Arten von Film
Mit dem Haftantritt wechselt die Doku die Richtung. Die zweite Hälfte setzt laut Wikipedia zwei Jahre später ein. Fielder kommt an Holmes nicht mehr heran und gerät stattdessen immer öfter mit Evans aneinander. Was er nicht filmen darf, stellt er nach. Wer dabei mitspielt, behandeln die Kritiken weitgehend als Überraschung.
Hier gehen die Meinungen auseinander. Bei Tom’s Guide schreibt jemand, der Fielders Serien „Nathan for You“ und „The Rehearsal“ nach eigener Aussage nicht ausstehen kann. Der Film wirkt dort trotzdem ernster und weniger selbstgefällig als diese Serien, vor allem in der ersten Hälfte. Die Nachstellungen danach sind für Tom’s Guide aber weniger aufschlussreich, als die Filmemacher glauben. Inverse hält gerade den Aufbau für gelungen. Der Film greift immer wieder auf frühere Szenen zurück und endet trotz aller offenen Fragen befriedigend.
Für wen sich fast drei Stunden lohnen könnten
174 Minuten sind für einen Dokumentarfilm viel. Wer die Serie „The Dropout“ oder Alex Gibneys Doku „The Inventor“ kennt, bekommt hier keine weitere Nacherzählung des Theranos-Falls. Der Film interessiert sich für Holmes als Person und für die Frage, ob man ihr überhaupt etwas glauben kann. Wer „The Rehearsal“ mag, findet nach Tom’s Guide vor allem in der zweiten Hälfte vertraute Mittel wieder. Wer mit Fielder wenig anfangen kann, sollte sich von dieser Kritik zumindest für die erste Hälfte ermutigen lassen.
In welcher Sprachfassung der Film bei uns läuft, hat Sony noch nicht mitgeteilt. Der Trailer auf dieser Seite ist die englische Originalfassung von A24.
Quellen und Einordnung
Stand: 25. Oktober 2026. Diese Vorschau beruht auf den folgenden veröffentlichten Kritiken und Filminformationen. Wir haben den Film nicht gesehen und vergeben deshalb keine Note.
Countdown zum Kinostart
You Can See Everything: Nathan Fielder begleitet Elizabeth Holmes vor der Haft ist noch nicht erschienen. Streaming-Anbieter tragen wir ein, sobald der Film nach dem Start verfügbar ist. Termin kann sich verschieben.
Erwartungen vor dem Start
keine WertungHolmes sagt, man könne alles sehen. Die Doku fragt, was man davon glauben kann.Vorab eingeschätzt von WatchGuide-Redaktion
Besetzung
5 Rollen- SelfElizabeth Holmes
- SelfNathan Fielder
- SelfBilly Evans
- Self / Elizabeth HolmesAmanda Seyfried
- Billy EvansChristopher Abbott


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