Wie kam der tibetische Buddhismus der Karma-Kagyü-Linie nach Europa und Amerika? Meeting the Buddha erzählt das über den 16. Karmapa und über das dänische Paar Ole und Hannah Nydahl, das ihm 1969 im Himalaya begegnete. Der Dokumentarfilm von Márta György-Kessler läuft seit dem 8. Oktober 2026 in deutschen Kinos, als englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Die beiden internationalen Kritiken, die wir gelesen haben, loben die Animationen und den ruhigen Ton. Beide finden den Film aber auch lang. Wir geben 6,5 von 10: lohnend für alle, die sich wirklich für diese Linie interessieren, für einen gewöhnlichen Kinoabend eher zäh.
Quellen & Einordnung
Diese WatchGuide-Einschätzung beruht auf veröffentlichten Kritiken und Filminformationen. Die Note drückt unsere Gewichtung der Argumente aus, keinen rechnerischen Durchschnitt und keine persönliche Sichtungswertung.
So gewichten wir die Argumente
Wir geben 6,5 von 10. Beide Kritiken loben die Animationen, das Archivmaterial und den ruhigen, menschlichen Zugang. Beide nennen den Film lang; RMITV findet das Tempo stellenweise zu langsam und hätte sich die Lebensgeschichte des Karmapa straffer gewünscht. Weil die Erzählung zu einem großen Teil über die Nydahls läuft und keine der beiden Kritiken Stimmen von außerhalb der Gemeinschaft erwähnt, begrenzen wir die Empfehlung auf Zuschauer mit echtem Interesse am Thema. Die Note ist unsere Gewichtung, kein Durchschnitt der Kritiken.
Verwendete Quellen
- Pauline Adamek: Meeting the Buddha (FilmInk, Australien): Archivmaterial, Animation und Interviews, einführende Geschichtsstunde, Schwerpunkt Ole Nydahl, Entstehung mit tibetischen Lamas; nennt den Film ernst und lang. Wertung 14 von 20 Dollar. (Quellenstand: 2026-10-14)
- Tyler Brusamarello: Film Review, Meeting the Buddha (RMITV, Australien): Meditativer Ton, menschlicher Zugang, starke Animationen und Todesszene; Tempo stellenweise zu langsam, fast zweieinhalb Stunden anstrengend, Lebensgeschichte des Karmapa zu wenig gestrafft; empfohlen für Zuschauer mit Bezug zum Thema. (Quellenstand: 2026-10-14)
- Filmwelt Verleih: Meeting the Buddha: Kinostart 8. Oktober 2026, rund 144 Minuten, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, FSK beantragt, Inhaltsangabe. (Quellenstand: 2026-10-14)
Trailer
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es geht
Rangjung Rigpe Dorje wurde 1940 als 16. Karmapa eingesetzt und führte die Linie bis zu seinem Tod 1981. In den Siebzigerjahren gründete er Zentren in Europa und Nordamerika. So fasst Pauline Adamek bei FilmInk den Lebensweg zusammen, den der Film nachzeichnet. Ein Schwerpunkt liegt auf Ole Nydahl, einem jungen Dänen aus der Hippiezeit. Mit seiner Frau Hannah hat er später Hunderte Meditationszentren mit aufgebaut. Die Filmseite von Filmwelt nennt dieselbe Ausgangslage und eine Laufzeit von rund 144 Minuten.
Was die Kritiken loben
Adamek beschreibt eine Mischung aus seltenem Archivmaterial, Animation und Interviews. Alte Fotos und Dokumente werden in Bewegung gesetzt, sodass die historischen Bilder fast selbst erzählen. Am Anfang steht eine kleine Geschichtsstunde zu den Schulen des tibetischen Buddhismus. Die hilft, wenn man die Begriffe nicht kennt.
Tyler Brusamarello bei RMITV erlebt den Film eher als Meditation im Kino. Er mag die Stille und dass die Menschen darin suchen und zweifeln, statt als Heilige dazustehen. Die Animationen nennt er großartig. Die Szene um den Tod des Karmapa zählt er zu den stärksten Momenten.
Wo es hakt
Brusamarello wird das Tempo stellenweise zu langsam. Fast zweieinhalb Stunden sind für ihn eine anstrengende Sitzung, und die Lebensgeschichte des Karmapa hätte er sich straffer erzählt gewünscht. Auch Adamek nennt den Film ernst und lang. Für Zuschauer ohne Bezug zum Thema ist das der wichtigste Punkt vor dem Ticketkauf.
Uns fällt außerdem auf, wer hier erzählt. Der Film ist in Zusammenarbeit mit tibetischen Lamas entstanden, und die Geschichte läuft zu einem großen Teil über die Nydahls. Das gibt ihm Nähe und persönliche Gründe. Ob auch Stimmen von außerhalb der Gemeinschaft vorkommen, erwähnt keine der beiden Kritiken. Wer einen kritischen Überblick über den Buddhismus im Westen sucht, sollte das vorher wissen.
Für wen sich der Film lohnt
Wer sich für den tibetischen Buddhismus, die Karma-Kagyü-Linie oder die Anfänge der Zentren in Europa interessiert, bekommt seltene Bilder und eine sorgfältig gestaltete Erzählung. Brusamarello empfiehlt den Film ausdrücklich Zuschauern, denen das Thema wirklich am Herzen liegt. Das sehen wir genauso. Wer nur neugierig ist, sollte sich auf fast zweieinhalb Stunden in ruhigem Tempo und mit Untertiteln einstellen.
Wir haben den Film für diesen Beitrag nicht selbst gesehen. Grundlage sind die Kritiken von FilmInk und RMITV sowie die Angaben des Verleihs. Religiöse Überzeugungen geben wir als Überzeugungen der Beteiligten wieder.
Bewertung
WatchGuide-EinschätzungAuf Grundlage veröffentlichter Kritiken und Filminformationen. Quellen & Einordnung
Bewertet von WatchGuide-Redaktion, die Wertung steht oben.

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