Brothers bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 5,0 von 10, bewertet sind die ersten drei der acht Folgen. Matthew McConaughey und Woody Harrelson haben vor der Kamera genau die Vertrautheit, die man aus True Detective kennt. Die Serie um sie herum traut dieser Vertrautheit aber nicht und stapelt Nebenhandlungen darauf, bis die eigentliche Frage, ob die beiden Brüder sind, zur Kulisse wird.
Für wen lohnt sich das? Für Fans der beiden, die jeden Mittwoch eine harmlose Folge mit zwei sympathischen Hauptdarstellern suchen. Wer eine Meta-Comedy erwartet, in der sich die Stars wirklich bloßstellen, wird enttäuscht. Brothers läuft seit dem 23. September 2026 bei Apple TV, die ersten beiden Folgen erschienen zusammen, seitdem kommt jeden Mittwoch eine weitere. Das Finale ist für den 4. November angekündigt.
5,0 von mir für die ersten drei Folgen von Brothers. McConaughey und Harrelson sind gemeinsam sehenswert, die Sitcom um sie herum misstraut ihrer eigenen Idee und füllt jede Lücke mit der nächsten Komplikation. Für Fans der beiden ein netter Mittwochabend bei Apple TV, für alle, die eine bissige Meta-Comedy erwarten, zu harmlos. Bewertet sind drei von acht Folgen.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionDie Grundidee hätte gereicht
Die Ausgangslage ist schnell erzählt. Woody Harrelsons Tochter platzt die Hochzeit, er fährt mit seiner Familie zu Matthew McConaugheys Ranch nach Texas, und dort verplappert sich Matthews Mutter Ma Mac, gespielt von Holland Taylor: Die beiden Freunde könnten Halbbrüder sein. Das Gerücht begleitet die zwei seit Jahren in Interviews, belegt ist es nicht, und die Serie erzählt es ausdrücklich als Fiktion über zwei reale Leben.
Das ist ein Ausgangspunkt mit eingebauter Fallhöhe. Zwei Männer, deren öffentliches Bild aus Lässigkeit besteht, bekommen eine Frage gestellt, die sie nicht weglächeln können. Für mich kippt die Serie genau an dieser Stelle. Statt die Frage auszuhalten und die beiden damit allein zu lassen, schiebt sie die nächste Komplikation nach. Oliver Alexander beschreibt das bei Quotenmeter sehr treffend: Die Serie produziere zusätzliche Witze, Situationen und Eskalationen, als misstraue sie ihrem eigenen Material. Am Ende bleibt eine ziemlich gewöhnliche Familiensitcom mit zwei sehr bekannten Gesichtern.
Was funktioniert: zwei Männer, die sich nichts beweisen müssen
Die Freundschaft der beiden ist keine Behauptung, man sieht sie in jeder gemeinsamen Szene. Darin sind sich auch die Kritiken einig, die die Serie sonst verreißen. Die stärksten Momente sind für mich die, in denen McConaughey und Harrelson gar nicht versuchen, komisch zu sein, sondern einfach zwei ältere Männer spielen, die einander zu gut kennen. Dort hat Brothers einen Ton, den ich gern länger gehört hätte.
Holland Taylor ist der zweite Gewinn. An Ma Mac hängt die ganze Konstruktion, und Taylor spielt sie mit so viel Lust an der Übertreibung, dass sie die Szenen bestimmt, in denen sie auftaucht. Das ist sauber besetzt, und es zeigt, was die Serie könnte, wenn sie ihren Figuren mehr zutraute.
Was nicht funktioniert: Stränge statt Szenen
Dave Nemetz zählt bei TVLine auf, was alles nebeneinander herläuft: eine Gouverneurskandidatur, ein Bullenritt beim Rodeo, eine Geschichte um einen Welpen. Nach drei Folgen sehe ich das ähnlich. Jeder dieser Stränge bekommt eine Pointe, keiner bekommt eine Szene, die zu Ende gedacht ist. Die Familien um die beiden Hauptfiguren bleiben dabei Stichwortgeber, die eine Reaktion liefern und dann wieder abtreten.
Am meisten ärgert mich das beim Gouverneursstrang. McConaughey hat 2021 tatsächlich überlegt, in Texas zu kandidieren, und sich dann dagegen entschieden. Hier hätte die Serie etwas über Prominenz und Politik sagen können, über einen Schauspieler, der sein eigenes Image für ein Programm hält. Dafür müsste sie ihren Star aber einmal unangenehm aussehen lassen. Genau das tut sie in den ersten drei Folgen nicht, und daran scheitern Komödien, in denen Schauspieler sich selbst spielen, fast immer.
Hinter der Kamera
Showrunner ist Lee Eisenberg, der als Autor von The Office bekannt wurde. Er hat die Serie mit David West Read sowie McConaughey und Harrelson entwickelt, die Pilotfolge und weitere Episoden inszeniert Trent O’Donnell, produziert wird für Apple TV von Paramount Television Studios. Das sind Leute, die Ensemble-Comedy können. Umso auffälliger ist, wie wenig Vertrauen die Drehbücher in die zwei Männer im Zentrum haben.
Meine Note im Vergleich
Meine 5,0 liegt mitten im Feld der Kritik. Bei Rotten Tomatoes sind 62 Prozent von 39 Kritiken positiv, der Durchschnitt liegt bei 5,5 von 10. Metacritic kommt auf 52 von 100 aus 24 Kritiken. Der Hollywood Reporter findet die Serie dank des Duos durchgehend ansehbar, wenn auch nie mitreißend, TVLine hält sie für überflüssig. Werte abgerufen am 1. Oktober 2026. Fünf Folgen stehen noch aus, die Note gilt für die drei bisher erschienenen.
Am 1. Oktober 2026 von der Vorschau zur Kritik mit Wertung der ersten drei Folgen ausgearbeitet.
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- McConaughey und Harrelson harmonieren ohne jede Anstrengung
- Holland Taylor als Ma Mac bestimmt jede ihrer Szenen
- Der Gouverneursstrang dockt an McConaugheys echte Überlegung von 2021 an
Dagegen
- Die Serie stapelt Nebenhandlungen, statt ihre Grundfrage auszuhalten
- Die Familien bleiben Stichwortgeber
- Die Stars lassen sich nie wirklich schlecht aussehen
Die Serie hat zwei Männer, die sich seit Jahrzehnten blind verstehen, und traut ihnen zu selten eine ruhige Szene zu.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Brothers?
Verfügbarkeit DEStand 16.10.2026: Brothers läuft im Abo bei Apple TV+ und Prime Video, mit deutscher Synchronfassung.
Stand 16.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Staffeln & Folgen
aus der WatchGuide-DatenbankS1Staffel 1· 8 Folgen · ab Sep. 2026▾
Besetzung
5 Rollen- Matthew McConaugheyMatthew McConaughey
- Woody HarrelsonWoody Harrelson
- Ma MacHolland Taylor
- ValentinaNatalie Martinez
- JoyBrittany Ishibashi


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