Poster zum Film Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond (1997)

Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond (1997)

🎬 Film 119 Min. AbenteuerAction
⚡ Kurz gesagt

Solide Bond-Unterhaltung mit Popcorn-Garantie! Watcher-Score 6,9/10.

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Wer streamt Der Morgen stirbt nie?

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Stand 25.07.2026: Der Morgen stirbt nie ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 0,49 € leihen oder kaufen (z. B. bei Amazon).

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Verfügbarkeit Deutschland · Stand 25.07.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB) · Detaildaten: Movie of the Night · ohne Gewähr, keine bezahlte Kooperation.

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Die Kritik

von FilmSchneider

Pierce Brosnan, zweiter Einsatz als Bond, 1997, und ich muss das vorwegschicken: Der Morgen stirbt nie ist nicht der beste Bond. Ist nicht mal der beste Brosnan-Bond. Aber er ist besser als sein Ruf, und mit Michelle Yeoh hat er eine Co-Hauptdarstellerin die den ganzen Film traegt. 6,9 von 10.

Roger Spottiswoode hat hier einen Agententhriller gedreht, der 1997 eine These aufgestellt hat, die 2026 relevanter ist als je zuvor: Was passiert, wenn ein Medienmogul beschliesst, die Nachrichten nicht nur zu berichten, sondern zu machen?

Brosnan. Bond Nummer zwei.

Nach GoldenEye 1995 war die Erwartung riesig. Brosnan hatte Bond modernisiert, Judi Dench als M eingeführt, den Kalten Krieg hinter sich gelassen. GoldenEye war ein Neustart. Der Morgen stirbt nie war der Film, der zeigen sollte, ob das mehr als ein Ausrutscher war.

Antwort: Jein. Brosnan ist gut. Solide. Er hat den Charme, er hat das Timing, er sieht im Anzug besser aus als die meisten Menschen in irgendetwas. Aber das Drehbuch von Bruce Feirstein gibt ihm nicht die Tiefe, die er in GoldenEye hatte. Bond ist hier wieder der Agent, der Auftraege ausfuehrt, Witze macht und mit Frauen schlaeft. Funktional, nicht mehr.

IMDb gibt eine 6,5. Rotten Tomatoes steht bei 58 Prozent. Beides fair. Der Film ist nicht schlecht — aber er ist auch nicht das, was GoldenEye versprochen hat.

Jonathan Pryce als Medienmogul. 1997.

Elliot Carver. Medienunternehmer. Besitzt Zeitungen, Fernsehsender, ein Satellitennetz. Manipuliert Nachrichten. Inszeniert internationale Krisen fuer Klicks. Und hier wird es interessant — 1997 klang das wie Science Fiction. 2026 klingt es wie die Abendnachrichten.

Jonathan Pryce spielt Carver als eine Mischung aus Rupert Murdoch und Steve Jobs, mit der Arroganz eines Mannes, der glaubt, die Welt gehoere ihm weil er sie informiert. Das ist der beste Aspekt des Films. Nicht Bond. Nicht die Action. Sondern der Boesewicht, der kein Wahnsinniger mit Weltherrschaftsplaenen ist, sondern ein Geschaeftsmann, der aus Krieg Profit schlaegt.

Anke hat mal gesagt, Pryce sei der einzige Bond-Villain den sie ernst nehmen kann. „Die anderen wollen die Welt zerstoeren. Der will sie monetarisieren. Das ist schlimmer.“ Sie hat nicht unrecht.

Michelle Yeoh.

Wai Lin. Chinesische Agentin. Michelle Yeoh 1997, zwanzig Jahre bevor sie den Oscar fuer Everything Everywhere All at Once gewann. Und sie ist — Butter bei die Fische — das Beste an diesem Film.

Yeoh macht ihre Stunts selbst. Die Motorrad-Verfolgungsjagd durch Saigon, mit Bond hinten drauf und einer Handschelle zwischen den beiden — die hat sie groesstenteils ohne Double gedreht. Das merkt man. Jede Szene mit Yeoh hat eine Energie, die der Rest des Films nicht hat. Sie ist Bond ebenbuertig, und im Gegensatz zu den meisten „Bond Girls“ der Aera behandelt der Film sie auch so.

Fun Fact: Yeoh wurde fuer die Rolle engagiert, nachdem Produzent Michael G. Wilson sie in „Der Supercop“ mit Jackie Chan gesehen hatte. Er wollte sie schon fuer GoldenEye, aber der Zeitplan passte nicht. Gut, dass es dann geklappt hat. Ohne Yeoh waere Der Morgen stirbt nie ein vergessener Mitte-der-90er-Actionfilm.

110 Millionen Dollar Budget. Fuer einen Bond Mitte der 90er.

Das Budget lag bei 110 Millionen Dollar. GoldenEye hatte 60 Millionen gekostet. Fast eine Verdopplung. Und man sieht es — die Action ist groesser, die Locations sind mehr, die Set-Pieces aufwaendiger. Aber groesser ist nicht immer besser.

Die Vortitelsequenz ist solide. Nicht ikonisch wie bei Casino Royale, aber sie funktioniert. Die bereits erwaehnte Motorrad-Szene ist ein Highlight. Der Stealth-Bomber am Anfang sieht gut aus. Aber dazwischen gibt es Passagen, die nach Pflicht aussehen. Bond in Hamburg — ja, Hamburg! — fuehlt sich an wie Tourismus-Werbung mit Walther PPK.

Eingespielt hat der Film weltweit 333 Millionen Dollar. Profitabel, keine Frage. Aber hinter GoldenEye (356 Millionen) und deutlich hinter dem, was die Craig-Aera bringen wuerde. Skyfall machte 2012 ueber eine Milliarde.

Hamburg auf der Leinwand

Einen Teil des Films in Deutschland zu drehen, war 1997 ungewoehnlich fuer einen Bond. Hamburg als Location — der Atlantic Hotel steht prominent im Film, dazu Szenen an der Elbe und in der Innenstadt. Als Hamburger Kind hat mich das damals stolz gemacht. Als Filmkritiker muss ich sagen: Hamburg sieht im Film grauer aus als es ist. Was vermutlich der Punkt war.

Die Auto-Verfolgungsjagd im Parkhaus des Atlantic Hotels ist eine der besseren Actionszenen. Bond steuert seinen BMW 750iL per Fernbedienung vom Ruecksitz aus. 1997 war das futuristisch. Heute heisst das Tesla Summon. Die Zukunft hat Bond eingeholt, und das ist amuesant.

Teri Hatcher. Leider.

Paris Carver, Bonds Ex-Geliebte und Ehefrau des Boesewichts. Teri Hatcher in einer Rolle, die auf dem Papier tragisch sein sollte und auf der Leinwand wie ein Cameo wirkt. Man sieht ihr an, dass sie keine Lust hatte. Die Szene zwischen Bond und Paris im Hotelzimmer — die sollte emotional sein. Romantic History. Verlorene Liebe. Stattdessen fuehlt es sich an wie zwei Schauspieler, die ihre Zeilen vor dem Dreh zum ersten Mal gelesen haben.

Fuer mich der groesste Schwachpunkt des Films. Wenn du deinem Protagonisten eine tragische Backstory gibst, muss die funktionieren. Hier funktioniert sie nicht. Und der Film haette besser daran getan, die gesamte Paris-Carver-Handlung zu streichen und die Zeit Michelle Yeoh zu geben.

David Arnold. Ueber den muss man reden.

Die Filmmusik. David Arnolds erster Bond-Score, und er ist exzellent. Arnold hat John Barrys Sound genommen und modernisiert — orchestral, aber mit elektronischen Elementen, die ins Jahr 1997 passen. Das Bond-Thema in der Vortitelsequenz hat Wucht. Sheryl Crows Titelsong „Tomorrow Never Dies“ ist… okay. Nicht Adeles Skyfall. Aber okay.

Arnold wuerde noch vier weitere Bond-Filme vertonen, bis Thomas Newman fuer Skyfall uebernahm. Der Mann hat den Sound der Brosnan-Craig-Transition definiert. Das wird oft vergessen.

Wer hier spielt und was dabei rauskommt

  • Pierce Brosnan als James Bond — Charme auf Autopilot, aber Autopilot ist bei Brosnan immer noch verdammt charmant
  • Jonathan Pryce als Elliot Carver. Der prophezeiendste Bond-Villain aller Zeiten. 1997 geschrieben, 2026 erschreckend real.
  • Michelle Yeoh — Wai Lin. Macht ihre eigenen Stunts. Traegt den Film. Punkt.
  • Teri Hatcher als Paris Carver (leider der Schwachpunkt)
  • Goetz Otto als Stamper, der Handlanger. Deutscher Schauspieler in einem Bond-Film. Respekt.
  • Vincent Schiavelli als Dr. Kaufman — hat genau eine Szene und stiehlt sie komplett
  • Joe Don Baker als Jack Wade
  • Judi Dench als M, zweiter Auftritt. Immer noch die beste M.


Synchronstudio: Berliner Synchron
Jahr: 1997
Dialogregie: Lutz Riedel

Pierce Brosnan|James Bond|Arne Elsholtz
Jonathan Pryce|Elliot Carver|Lutz Riedel
Michelle Yeoh|Wai Lin|Esra Vural
Teri Hatcher|Paris Carver|Ulrike Stürzbecher
Goetz Otto|Stamper|Goetz Otto
Judi Dench|M|Dagmar Dempe
Desmond Llewelyn|Q|Gerd Duwner

Quelle: Synchronkartei.de

Wo der Film in der Bond-Geschichte steht

Nummer 18 von inzwischen 25 offiziellen Bond-Filmen. Eingequetscht zwischen GoldenEye und Die Welt ist nicht genug. In der Brosnan-Aera ist er der zweitbeste — nach GoldenEye, vor Die Welt ist nicht genug und deutlich vor Stirb an einem anderen Tag.

Im Gesamtranking der Bond-Filme? Mittelfeld. Unter Casino Royale, unter Skyfall, unter GoldenEye. Aber ueber vielem aus der Moore-Aera und ueber allem was nach 2015 kam. Ein solider Agenten-Actionfilm, der 1997 funktioniert hat und 2026 erstaunlich aktuell wirkt — wegen eines Boesewichts, den niemand ernst genommen hat und den wir inzwischen alle kennen.

⚖️

Das Urteil

Watcher-Score · redaktionelle Einzelwertung

Bewertet von — eine Person, ein begründetes Urteil.

Dafür

  • Michelle Yeoh als Wai Lin
  • Jonathan Pryces prophetischer Villain
  • David Arnolds Score
  • Motorrad-Szene in Saigon

Dagegen

  • Teri Hatchers Fehlbesetzung
  • Brosnan auf Autopilot
  • Hamburg-Szenen zu touristisch
  • Drehbuch ohne Tiefe
The distance between insanity and genius is measured only by success.— aus der Wertung von FilmSchneider
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Der Morgen stirbt nie ist Mittelfeld-Bond. Brosnan ist solide, aber das Drehbuch gibt ihm nichts zum Arbeiten. Teri Hatcher ist eine Fehlbesetzung. Und doch — Jonathan Pryce als Medienmogul war 1997 prophetisch und Michelle Yeoh traegt den gesamten dritten Akt allein. David Arnolds Score ist unterschaetzt. Hamburg als Bond-Location funktioniert besser als man denkt. Und die Motorrad-Verfolgungsjagd in Saigon ist eine der besten Actionsequenzen der Brosnan-Aera. Solider Agenten-Actionfilm, nicht mehr, nicht weniger. 6,9 — handwerklich sauber, aber ohne die Substanz die GoldenEye hatte.

Schnelle Antworten

Antworten Schnelle Antworten zu Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond

Wo kann ich Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond streamen?

Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond gibt es zum Leihen oder Kaufen bei Amazon und Apple TV+. Stand Juli 2026, Angaben für Deutschland ohne Gewähr.

Wie lange dauert Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond?

Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond hat eine Laufzeit von rund 119 Minuten (1 Stunde und 59 Minuten).

Lohnt sich Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond?

Unsere Redaktion vergibt Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond einen Watcher-Score von 6,9 von 10. Solide Bond-Unterhaltung mit Popcorn-Garantie!

Für wen ist Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond geeignet?

Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond ist vor allem etwas für Abenteuer und Action-Fans, die auch über Schwächen hinwegsehen.

Worum geht es in Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond?

Der britische Medienmogul Carver will durch Manipulation und Intrigen England in einen Krieg mit China stürzen, denn schlechte Nachrichten bringen Geld. Nur James Bond kann ihn davon abhalten, durch seine Medienpräsenz einer der mächtigsten Männer der Welt zu werden.

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Trailer

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Besetzung

Pierce BrosnanJames Bond
Jonathan PryceElliot Carver
Michelle YeohWai Lin
Teri HatcherParis Carver
Ricky JayHenry Gupta
Götz OttoStamper
Joe Don BakerWade
Vincent SchiavelliDr. Kaufman
Judi DenchM
Desmond LlewelynQ

FAQ zu Der Morgen stirbt nie: Brosnans prophetischer Bond

Ist Der Morgen stirbt nie ein guter Bond-Film?
Solide. Nicht mehr, nicht weniger. Wer GoldenEye-Level erwartet, wird enttaeuscht. Wer einen unterhaltsamen 90er-Agententhriller will, bekommt genau das. Plus Michelle Yeoh. Die allein ist den Film wert.
Wer ist der Boesewicht?
Elliot Carver, gespielt von Jonathan Pryce. Ein Medienmogul der Nachrichten manipuliert und internationale Konflikte inszeniert. 1997 klang das uebertrieben. Sagt viel ueber unsere Zeit, dass es das heute nicht mehr tut.
Warum spielt der Film in Hamburg?
Weil Carvers Medienzentrale dort steht. Die Dreharbeiten fanden tatsaechlich im Hotel Atlantic Kempinski statt. Die Parkhaus-Szene mit dem ferngesteuerten BMW ist eines der Action-Highlights. Hamburg sah 1997 im Film grauer aus als es ist, aber das hat System.
Wer singt den Titelsong?
Sheryl Crow. "Tomorrow Never Dies." Ist okay. Nicht ikonisch wie Adeles Skyfall oder Shirley Basseys Goldfinger. Aber es gibt Schlimmeres. Die Muse von k.d. lang — "Surrender" — waere der bessere Titelsong gewesen, laeuft aber nur im Abspann.
Wie viel hat der Film eingespielt?
333 Millionen Dollar weltweit bei einem Budget von 110 Millionen. Profitabel, aber leicht hinter GoldenEye. Fuer 1997 trotzdem ein Hit. Brosnans Box-Office-Power war real — alle vier seiner Bonds waren kommerziell erfolgreich.
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